Winterharte Pflanzen – Tipps für die richtige Auswahl

Winterharte Pflanzen bieten dir einen klaren Vorteil: Sie können ganzjährig draußen stehen bzw. wachsen, wodurch du dir ein mühevolles und riskantes Überwintern in Keller, Wintergarten oder gar Garage sparen können. Zudem werden sie nur einmal angeschafft und halten dann, bei entsprechender Pflege, jahr(zehnte) lang. 

Es macht also durchaus Sinn, bei der Auswahl neuer Lieblinge für Garten oder Balkon nicht nur auf die Optik, sondern auch auf das Prädikat "winterharte Pflanzen" zu achten. Falls du nun in deinem Garten und Balkon winterfest pflanzen möchten, zum Beispiel mit großen Pflanzen für draußen, winterhart ausgeprägten Sträuchern für Kübel oder blühenden winterharten Pflanzen, haben wir ein paar wertvolle Tipps und Hinweise für dich.

Was bedeutet winterhart eigentlich?

Am besten sind Pflanzen für draußen, z. B. Stauden, Blumen oder auch ein Zierbaum, winterhart, ganz klar. Denn winterharte Pflanzen sind in der Lage, niedrige Temperaturen und andere winterliche Wetterbedingungen wie Frost oder Schnee zu überleben. Das gelingt dir in der Regel, indem sie ihre Stoffwechselaktivität verlangsamen, z. B. durch das Abwerfen Ihrer Blätter. Auf diese Weise können sie Wasser und Energie sparen, denn sie müssen nun kein Wasser mehr von den Wurzeln zu den Blättern transportieren. Zusätzliches Plus: Auch Frost hat hier, durch das Fehlen von Wasser, keine Chance Schäden zu hinterlassen. Winterharte Pflanzen können zum Überleben aber auch andere Strategien wie die Produktion von Antifrostmitteln oder die Ausbildung von Schutzmechanismen anwenden, um sich vor der Kälte zu schützen.

Aber Achtung! Winterhart ist nicht gleich winterhart – es kommt bei winterharten Pflanzen auch auf den Standort an. Denn ohne Zweifel ist ein Winter im nördlichsten Schweden natürlich härter als beispielsweise in Süddeutschland. Aus diesem Grund gibt es 13 Winterhärtezonen (WHZ), z. B. WHZ 6a mit Temperaturen von -23.3 °C bis -20.5 °C. Sind winterharte Pflanzen für diese Zone geeignet (Angaben auf dem Etikett beachten!), bedeutet das, dass sie einen Winter bei diesen Temperaturen mit einer 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit überleben. Wichtig ist dabei aber immer: Steht die Pflanze geschützt vor Wind und Frost, z. B. an einer Hauswand, steigen ihre Überlebenschancen natürlich.

Gut zu wissen:

Nicht winterharte Pflanzen bezeichnet man als Einjährige.

Top 3 winterharte Kübelpflanzen – pflegeleicht & wunderschön

Wir wissen nun: Eine Strategie der winterharten Pflanzen ist das Abwerfen ihrer Blätter. Aber wir möchten auf unserem Balkon oder in unserem Garten natürlich nicht nur kahle Bäume und Sträucher stehen haben, sondern winterharte, immergrüne Pflanzen. Natürlich gibt es auch diese. Allerdings müssen sie in der Regel mit einem kleinen Winterschutz versehen werden, da ihre Blätter weiterhin Wasser benötigen, sie daher regelmäßig gegossen werden müssen und daher keinen Frost abbekommen dürfen. Dazu aber später mehr. Schauen wir uns erst einmal an, welche immergrünen, winterharten Pflanzen für Kübel Ihnen zur Verfügung stehen.

1) Der Klassiker: Buchsbaum

Buchsbäume sind immergrün, winterhart und lassen sich hervorragend in jede erdenklich Form schneiden. Damit kannst du beispielsweise Ihren Eingangsbereich stilvoll gestalten, z. B. in Form von Kugeln. Sein Plus: Der Buchsbaum verträgt sowohl Sonne als auch Schatten und ist dabei recht anspruchslos. Ist der Boden, in dem er wächst, nahrhaft und feucht, fühlt er sich wohl und wächst schnell. Das Minus: Buchsbäume sind giftig. Sowohl Blätter als auch Stängel und Früchte enthalten Alkaloide, welche bei Kontakt mit der Haut, beim Einatmen von Staubpartikeln oder beim Verzehr toxisch sein können. Falls also Tiere oder Kinder in deinem Haushalt leben, ist hier Vorsicht geboten.

2) Die farbenfrohe: Glanzmispel

Die Glanzmispel sorgt mit ihrem roten, kräftig leuchtenden Austrieb für farbliche Abwechslung in tristen Wintern. Ist die kalte Jahreszeit vorbei, haben ihre Blätter einen rot-grünen Farbverlauf. Die Blüte im Mai und Juni ist in der Regel üppig, denn die rispenartig wachsenden, weiße Blüten werden bis zu 13 cm lang. Optimal ist für sie ein sonniger bis halbschattiger Standort. Hinweis: Da die Glanzmispel sehr schnell wächst, benötigt sie von Beginn an einen wirklich großen Kübel. Doch auch in diesem wird sie natürlich nie ihre volle Pracht entfalten.

Unser Tipp:

Pflanzen wie die Glanzmispel nach zwei, drei Jahren im Topf doch einfach im Garten aus.

3) Die blühende: Schneeheide

Das Besondere an der Schneeheide ist ihre winterliche Blüte. Vor allem ihre pinkfarbenen Blüten stechen wunderschön aus einer verschneiten Landschaft heraus und lassen sich von Dezember bis in den April bewundern.

Wichtig: Darf die Schneeheide unkontrolliert wachsen, fällt sie oft auseinander, da sie von innen verkahlt. Das verhinderst du durch einen Rückschnitt (jedes zweite Jahr) direkt nach der Blüte.

Unser Tipp:

Wenn du die Schneeheide im Mix mit der Glanzmispel auf Balkon oder Terrasse anpflanzen, sorgst du dauerhaft für farbliche Highlights.

FAQ: Gibt es eigentlich auch winterharte Bäume für die Terrasse?

Ja, winterharte Bäume im Kübel gibt es. Die sogenannten Terrassenbäume werden, salopp gesagt, einfach nicht so groß wie ihre frei wachsenden Verwandten. Zwergkiefern sind ein ausgezeichnetes Beispiel für winterharte Bäumchen. Vor allem Kriechkiefern eignen sich als kleine Bäume für Kübel, die winterhart bepflanzt werden sollen. Achte hierbei aber bitte auf einen halbsonnigen bis sonnigen Standort.

Winterharte Pflanzen: Balkon ganzjährig verschönern

Winterharte Pflanzen für Balkon und Terrasse zu finden, ist zum Glück nicht schwer. Wir hätten da gleich zwei gute Ideen für dich – einmal etwas für das Auge und einmal etwas sehr Praktisches. Als winterharte Blumen sind die Immergrünen-Schleifenblumen sicher ein tolles Highlight auf deinem Balkon, denn sie sorgen ganzjährig für eine wunderschöne Optik. Im April und Mai blüht sie schneeweiß, weshalb sie oft auch Schneekissen genannt wird.

Unser Tipp: Wird die Schleifenblume direkt nach der Blüte um ein Drittel zurückgeschnitten, kann das zu einer zweiten Blüte im August und September anregen. Sofern du gerne kochst, sind auch winterharte Kräuter auf dem Balkon eine Bereicherung. Vor allem Schnittlauch interessiert sich nicht für tiefe Temperaturen und treibt im Frühjahr einfach wieder neu aus. Du musst über den Winter dann eigentlich nur sicherstellen, dass er nicht komplett austrocknet. Hinweis: Gieße ihn unbedingt an frostfreien Tagen.

Gibt es auch ganzjährig blühende, winterharte Pflanzen?

Ja, die gibt es. Besser gesagt: Es gibt winterharte Pflanzen, die über die Wintermonate blühen, wie wir bei der Schneeheide (siehe oben) bereits festgestellt haben. Auch die winterblühende Kamelie fällt in diese Kategorie. Sie blüht von November bis März und kann Temperaturen bis -12 Grad Celsius standhalten. Die Zaubernuss gehört ebenfalls zu den blühenden, winterharten Pflanzen. Ihre Blüten verschönern von Dezember bis März Ihren Garten und bei einigen Sorten auch im Herbst. Sie verkraftet sogar Temperaturen bis -20 Grad Celsius.

Unser Tipp:

Wenn du diese Winter- und Frühlingsblüher clever mit Pflanzen ergänzen möchtest, die im Sommer und Herbst blühen, hast du ganzjährig Farbe auf deinem Balkon oder in deinem Garten.

Welche winterharten Pflanzen sind für pralle Sonne geeignet?

Das verraten wir dir gerne. Winterharte Pflanzen, die viel Sonne vertragen und wenig Wasser brauchen – das ist wohl der Traum eines jeden Gärtners. So unkompliziert sind aber leider nur wenige Pflanzen. Der Wacholder gehört dazu. Ihm machen weder Hitze noch Trockenheit zu schaffen und er eignet sich aufgrund seines langsamen Wachstums sogar für Kübel. Aber auch als Zierbäume (winterhart) im Garten sind Wacholder gut geeignet.

Achtung:

Die Wacholder-Beeren sehen toll aus, können aber giftig sein. Informiere dich also vor dem Kauf gut über die jeweilige Sorte.

Ist ein Olivenbaum frostfest?

Olivenbäume sind sehr beliebt, allerdings ist bei ihnen Vorsicht geboten, denn sie sind in der Regel nicht vollständig frostfest. Kein Wunder, stammen Olivenbäume doch ursprünglich aus mediterranen Regionen mit milden Wintern. Es gibt zwar mittlerweile auch einige winterharte Sorten, allerdings hängt auch ihr Überleben in kalten Regionen von ein paar Faktoren ab, zum Beispiel der Dauer und Intensität des Frosts, der Luftfeuchtigkeit, dem Standort, der Bodenbeschaffenheit und der Pflege.

Unser Tipp:

Möchtest du auf keinen Fall auf winterharte exotische Pflanzen verzichten, kannst du auf winterharten Bambus, winterharte Bananen oder winterharte Calla umsteigen.

Winterschutz bei winterharten Pflanzen: ja oder nein?

Winterharte Pflanzen im Garten benötigen in der Regel keinen speziellen Schutz, freuen sich aber natürlich über ein bisschen Unterstützung. Vor allem alle winterharten Pflanzen, die ihre Blätter weiterhin mit Wasser versorgen müssen, profitieren von einem frostfreien Standort mit schützendem Tannenreisig oder einer ordentlichen Mulchschicht. Auch winterharte Pflanzen, die in Kübeln bei dir wachsen, können durch Kokosmatten, Noppenfolie oder Leinensäcke gegen das Durchfrieren geschützt werden.

Unser Tipp:

Dieser Winterschutz kann mit farbigen Bändern oder dekorativen Details durchaus optisch etwas hermachen.

Die Inhalte dieses Beitrags werden mit großtmöglicher Sorgfalt recherchiert. Dennoch ist das Auftreten etwaiger Fehler nicht immer auszuschließen. Eine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität kann daher trotz eingehender Prüfung nicht übernommen werden.

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