
Mieterstrom ist ein Konzept, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. In diesem Ratgeber erfährst du, wie Mieterstrom funktioniert, welche Vorteile er bietet und für wen er sich lohnt. Außerdem gehen wir auf die wichtigsten Aspekte, wie anfallende Kosten und rechtliche Rahmenbedingungen, ein.
Wie funktioniert Mieterstrom?
Mieterstrom ermöglicht es Mieter*innen, Strom direkt aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ihres Wohngebäudes zu beziehen. Dieser Strom wird nicht über den allgemeinen Strommarkt, sondern direkt vom Betreiber der PV-Anlage geliefert. Dabei handelt es sich häufig um den/die Vermieter*in oder einen Energieversorger. Der Vorteil: Mieter*innen können von günstigen Strompreismodellen profitieren, die unter dem regulären Strompreis liegen.
Mieterstrom-Messkonzept: Wie wird der Stromverbrauch gemessen?
Ein Mieterstrom-Messkonzept sorgt dafür, dass der Stromverbrauch korrekt gemessen und abgerechnet wird. Das Messkonzept legt fest, wie der erzeugte Strom aus der Photovoltaikanlage aufgeteilt und den einzelnen Mietparteien zugewiesen wird, damit diese nur den Strom bezahlen, den sie tatsächlich verbrauchen.
Um die genaue Menge an Strom zu messen, die von den Mieter*innen verbraucht wird, wird ein spezielles Zählersystem benötigt. In der Regel wird für jede Wohneinheit ein eigener Stromzähler eingesetzt, der den Verbrauch misst. In Mehrfamilienhäusern mit mehreren Mietparteien wird häufig auch ein Zwischenzähler installiert, der den Gesamtverbrauch der Photovoltaikanlage erfasst.
Falls die PV-Anlage mehr Strom erzeugt als vor Ort verbraucht wird, fließt der überschüssige Strom ins öffentliche Netz. Die Einspeisung wird ebenfalls über Zähler erfasst, und der/die Vermieter*in oder der Anlagenbetreiber kann dafür eine Einspeisevergütung erhalten.
Mieterstrom 2024: Wichtige Änderungen im Überblick
Im Jahr 2024 sind einige rechtliche Anpassungen in Kraft getreten, die den Mieterstrommarkt weiter fördern sollen. Durch verschiedene Fördermöglichkeiten und steuerlichen Erleichterungen sind Mieterstromprojekte nun noch attraktiver, sowohl für Vermieter*innen als auch für Mieter*innen.
Seit 2024 besteht für Vermieter und Vermieterinnen die Möglichkeit der direkten Vermarktung. Eigentümer*innen von Immobilien, die eine Photovoltaikanlage besitzen, können dadurch noch einfacher PV-Strom an einzelne Mietparteien verkaufen. Zuvor war es erforderlich, dass sie ein Unternehmen anmelden, was aufgrund der bürokratischen Anforderungen des Unternehmertums mit erheblichem Aufwand verbunden war. Außerdem waren Vermieter*innen bisher für eine 100-Prozent-Stromversorgung verantwortlich. Das bedeutet, dass sie bei Strommangel selbst Strom einkaufen und an die Mietparteien weiterverkaufen mussten. Durch die direkte Vermarktung entfällt die Notwendigkeit, ein Unternehmen anzumelden. Für zusätzlich benötigten Strom bleiben die individuellen Stromverträge der Mieter*innen mit den bekannten Stromversorgern bestehen. Aufgrund der starken Entbürokratisierung entscheiden sich mehr Vermieter*innen dazu, in eine Photovoltaikanlage zu investieren. Dies führt wiederum dazu, dass Mieter*innen vermehrt von günstigeren PV-Stromtarifen profitieren können.
Für wen lohnt sich Mieterstrom?
Mieterstrom bietet Mieterinnen und Mietern in Gebäuden mit Photovoltaikanlagen die Chance, von kostengünstigem und umweltfreundlichem Strom zu profitieren, ohne selbst in eine Solaranlage investieren zu müssen.
Doch stellt sich die Frage: Lohnt sich Mieterstrom auch für Vermieter*innen? Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe der Wohnanlage, der Investitionskosten für die Solaranlage und der Höhe der Förderungen. In vielen Fällen kann Mieterstrom für Vermieter*innen eine attraktive Möglichkeit sein, ihre Immobilien nachhaltiger und attraktiver zu gestalten. Zudem amortisieren sich die Investitionskosten in der Regel nach 8 bis 12 Jahren. Da Photovoltaikanlagen eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren haben, kann sich die Anschaffung langfristig sehr lohnen.
Wie viel darf Mieterstrom kosten?
Der Preis für Mieterstrom variiert je nach Anbieter und den spezifischen Gegebenheiten vor Ort. In der Regel liegt der Preis für Mieterstrom etwas unter dem Preis des Stromtarifs des örtlichen Grundversorgers. Der Grund hierfür ist, dass Kosten wie Netzentgelte und Stromsteuern bei der direkten Lieferung und Nutzung vor Ort reduziert werden oder ganz wegfallen. Wichtig ist, dass der Preis transparent und fair gestaltet wird, sodass Mieter*innen von den Vorteilen profitieren können.
Der Preis für Mieterstrom setzt sich in der Regel aus den Kosten für die Photovoltaikanlage, den Betriebskosten sowie einer Marge für den Betreiber zusammen. Es gibt allerdings gesetzliche Regelungen, die verhindern, dass der Mieterstrom zu teuer wird.
Mieterstrom bietet eine interessante und umweltfreundliche Möglichkeit, von günstigerem Strom zu profitieren, der direkt vor Ort erzeugt wird. Im Jahr 2024 sind wichtige Änderungen in Kraft getreten, die Mieterstromprojekte noch attraktiver machen. Eine transparente Abrechnung und ein klar strukturiertes Messkonzept sind unerlässlich, um die Vorteile voll auszuschöpfen.
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