Ein Heizungsraum mit einer modernen Heizungsanlage, bestehend aus einem weißen Wandkessel, einem schwarzen Steuergerät, einem weißen Ausgleichsbehälter und einem großen weißen Warmwasserspeicher

Die Kombination aus einer bestehenden Gasheizung mit Solarthermie bietet eine effiziente Möglichkeit, fossile Energien zu reduzieren und gleichzeitig von erneuerbaren Energien zu profitieren. Während die Solarthermie Sonnenenergie für Warmwasser und Heizungsunterstützung nutzt, springt die Gasheizung an, wenn die Sonnenenergie nicht ausreicht. Dieses Hybridmodell eignet sich besonders gut als Ergänzung zu bestehenden Gasheizungen, die noch einige Jahre funktionsfähig sind. Erfahre hier, wie die Systeme zusammenarbeiten, welche Vorteile sie bieten und wann diese Lösung sinnvoll ist.

Wie funktioniert die Kombination von Gasheizung und Solarthermie?

Eine Gasheizung zählt zu den bewährten Heizmethoden und bietet eine zuverlässige Wärmeversorgung. In Kombination mit Solarthermie entsteht ein Hybridheizsystem, das fossile Brennstoffe durch die Nutzung von Sonnenenergie ergänzt. Solarthermie arbeitet mit Kollektoren, die auf dem Dach installiert sind und Sonnenlicht in Wärme umwandeln. Diese Wärme wird genutzt, um Wasser zu erhitzen, das entweder direkt im Haushalt verbraucht oder zur Unterstützung der Raumheizung eingesetzt wird.

Wenn die Solarenergie nicht ausreicht, beispielsweise an kalten oder bewölkten Tagen, springt die Gasheizung ein und deckt den zusätzlichen Bedarf. Diese flexible Zusammenarbeit der Systeme sorgt dafür, dass immer ausreichend Wärme vorhanden ist, während der Verbrauch von fossilen Energien reduziert wird.

Änderungen seit 2024: Warum erneuerbare Energien wichtiger werden

Seit  2024  sind strengere gesetzliche Vorgaben für Heizsysteme in Kraft getreten, die den Einsatz erneuerbarer Energien verstärkt fördern. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den CO₂-Ausstoß zu senken, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Wärmewende in Deutschland voranzutreiben.

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die 65-Prozent-Regel, die vorschreibt, dass neu installierte Heizungen mindestens 65 Prozent ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken müssen. Diese Regel gilt für Neubauten und in Teilen auch für Modernisierungen in Bestandsgebäuden.

Was ist neu seit 2024?

  • 65-Prozent-Regel: Seit dem 1. Januar 2024 dürfen in Neubauten innerhalb von Neubaugebieten nur noch Heizungen installiert werden, die mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. In Bestandsgebäuden gilt die Regel bei einem Austausch der Heizungsanlage, allerdings mit längeren Übergangsfristen.

  • Förderung für Heizungstausch: Seit 2024 gibt es höhere Zuschüsse für nachhaltige Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Solarthermie. Die Förderung beträgt bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten, abhängig von der gewählten Technologie und dem Haushaltseinkommen. Eine Grundförderung von 30 Prozent ist für alle Eigentümer*innen verfügbar, während einkommensschwache Haushalte oder schnelle Umstiege mit zusätzlichen Boni gefördert werden.

  • Strengere Auflagen bei Neubauten: Neubauten müssen von Beginn an mit vollständig klimafreundlichen Heizsystemen ausgestattet werden, z. B. mit Wärmepumpen, Solarthermie oder einem Anschluss an ein klimaneutrales Wärmenetz. Technologien wie Gasheizungen werden nicht mehr gefördert und gelten langfristig als nicht zukunftssicher.

  • Schrittweise Umstellung in Bestandsgebäuden: Alte Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind, müssen schrittweise durch klimafreundliche Alternativen ersetzt werden. Es gibt keine direkte Austauschpflicht für funktionierende Heizsysteme, aber die Nutzung fossiler Brennstoffe wird zunehmend unattraktiv, z. B. durch steigende CO₂-Preise.

Gasheizung mit Solarthermie: Eine Zwischenlösung

Die Kombination aus einer bestehenden Gasheizung und einer Solarthermie-Anlage kann eine sinnvolle Übergangslösung sein, wenn die Gasheizung noch einige Jahre funktionsfähig ist. In diesem Fall übernimmt die Solarthermie einen erheblichen Teil der Wärmeversorgung, reduziert den fossilen Anteil und senkt die CO₂-Emissionen deutlich. 

Für Neubauten oder den Austausch von Heizsystemen ist der Einbau von Gasheizungen jedoch weder wirtschaftlich noch nachhaltig sinnvoll. Hier bieten rein erneuerbare Lösungen wie Wärmepumpen oder moderne Biomasseheizungen eine zukunftsfähigere Alternative. Auch im Altbau sollte der Fokus auf erneuerbaren Energien liegen, statt auf neuen Gasheizungen – selbst in Kombination mit Solarthermie.

Was kostet eine Gasheizung mit Solarthermie?

Die Anschaffung und Installation einer Solarthermie-Anlage sind mit einer anfänglichen Investition verbunden, die jedoch durch staatliche Fördermittel und langfristige Einsparungen schnell ausgeglichen werden kann. Die Kosten hängen dabei von der Größe des Gebäudes, der Anzahl der benötigten Kollektoren und dem Zustand der bestehenden Heizungsanlage ab.

Für eine typische Anlage zur Unterstützung von Warmwasser und Heizung kannst du mit Gesamtkosten zwischen 6.000 und 12.000 Euro rechnen. Diese setzen sich aus den Kosten für die Solarthermie-Anlage selbst und den Einbau zusammen. Staatliche Förderprogramme können 30 bis 50 Prozent der Kosten abdecken, was die Investition deutlich attraktiver macht.

Neben den finanziellen Vorteilen amortisiert sich die Anlage auch durch die Einsparung bei den Heizkosten. Da weniger Gas verbraucht wird, sinken die Betriebskosten Jahr für Jahr.

Vorteile von Gasheizungen mit Solarthermie

Die Kombination von Gasheizung und Solarthermie bringt sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile. Sie ist besonders geeignet für Privathaushalte, die ihren Energieverbrauch senken und umweltfreundlicher heizen möchten.

Ökologische Vorteile

  • Reduzierter Gasverbrauch: Solarthermie übernimmt die Trinkwassererwärmung und – je nach Größe – auch die Heizlast, wenn genügend Sonnenenergie zur Verfügung steht, wodurch der Verbrauch von fossilen Brennstoffen wie Gas sinkt.
  • CO₂-Emissionen senken: Durch den geringeren Gasverbrauch werden die CO₂-Emissionen reduziert, was aktiv zum Klimaschutz beiträgt.

Ökonomische Vorteile

  • Niedrigere Heizkosten: Da ein Teil der Wärmeversorgung durch kostenlose Sonnenenergie gedeckt wird, sinken die Heizkosten deutlich.

  • Unabhängigkeit von Energiepreisen: Die Solarthermie verringert die Abhängigkeit von steigenden Gaspreisen.

Einsatzmöglichkeiten und Einschränkungen

Solarthermie-Anlagen in Kombination mit einer Gasheizung erfüllen bei neuen Heizungsanlagen meist nicht die gesetzlichen Vorgaben, da seit 2024 mindestens 65 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen müssen. Diese Hybridlösung ist daher besonders geeignet als nachträgliche Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen, jedoch nicht für Neubauten oder den vollständigen Austausch von Heizungsanlagen.

Ob Solarthermie nur zur Trinkwassererwärmung oder auch zur Unterstützung der Heizung genutzt werden kann, hängt vor allem von der Größe der Anlage und den jeweiligen Anforderungen ab.

Solarthermie: Nur Warmwasser oder auch Heizungsunterstützung?

Solarthermie unterstützt in den meisten Fällen die vorhandene Heizung und hilft dabei, den Energieverbrauch deutlich zu senken. Kleine Solarthermieanlagen werden in der Regel ausschließlich zur Trinkwassererwärmung eingesetzt, während größere Systeme auch für die Heizungsunterstützung genutzt werden können.

Mit einer kleinen Anlage zur Warmwassererwärmung lässt sich je nach Größe und Verbrauch bis zu 70 Prozent der Energie für die Trinkwassererwärmung durch Solarenergie decken. Bei größeren Anlagen, die auch die Heizung unterstützen, wird die Solarwärme zusätzlich für die Beheizung der Räume genutzt.

Übliche Dimensionen einer Solaranlage für ein Einfamilienhaus:

Art Nur Trinkwassererwärmung Trinkwassererwärmung und Heizung
Größe des Kollektors 3 bis 6 Quadratmeter 9 bis 20 Quadratmeter
Größe des Speichers 250 bis 350 Liter 500 bis 1.500 Liter
Günstige Voraussetzungen Zentrale Warmwasserversorgung für mind. 3 Personen Heizsystem mit niedriger Vorlauftemperatur (wie Fußbodenheizung)

Die Kombination von Gasheizung und Solarthermie ist eine effiziente Lösung, die sich für die Nachrüstung in bestehenden Gebäuden eignet. Sie reduziert den Gasverbrauch, senkt die Heizkosten und trägt aktiv zum Klimaschutz bei. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien wie Solarthermie kannst du nicht nur Kosten sparen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Die Inhalte dieses Beitrags werden mit großtmöglicher Sorgfalt recherchiert. Dennoch ist das Auftreten etwaiger Fehler nicht immer auszuschließen. Eine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität kann daher trotz eingehender Prüfung nicht übernommen werden.

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