Ein Stromzähler mit ablesbarer Kilowattstunden-Anzeige, daneben mehrere Euro-Banknoten in den Werten 20, 50 und 100

Ein Balkonkraftwerk stellt eine kostengünstige Möglichkeit dar, selbst Strom zu erzeugen und langfristig Energiekosten zu senken. Doch bevor du ein solches System installierst, ist es wichtig, die anfallenden Kosten zu verstehen. In diesem Ratgeber zeigen wir dir die typischen Kosten eines Balkonkraftwerks, die Installation, zusätzliche Ausgaben und wie sich die Investition langfristig lohnt.

Allgemeine Kosten für ein Balkonkraftwerk

Die Kosten für ein Balkonkraftwerk variieren je nach Leistung, Ausstattung und Anbieter. Ein einfaches Komplettset für ein Balkonkraftwerk mit einer Leistung von bis zu 400 Watt beginnt ab etwa 200 Euro. Für leistungsstärkere Systeme mit bis zu 800 Watt kannst du mit Kosten zwischen 300 und 700 Euro rechnen. Solche Anlagen können bis zu 800 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen und decken so einen erheblichen Anteil des jährlichen Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts ab. Die Betriebskosten für ein Balkonkraftwerk sind sehr niedrig, da Solarmodule und Wechselrichter eine lange Lebensdauer haben und nur minimal gewartet werden müssen.

Im Vergleich zu einem klassischen Solarkraftwerk gibt es heruntergerechnet keine großen Unterschiede bei den Kosten und der Lebensdauer. Der Vorteil für Balkonkraftwerke ist, dass du sie selbst installieren und dir so die Montagekosten sparen kannst. Diese fallen bei klassischen PV-Anlagen in der Regel recht hoch aus. Insgesamt ist ein Balkonkraftwerk eine gute Alternative für kleinere Haushalte.

Gut zu wissen:

Es gibt kaum noch staatliche Förderungen für Balkonkraftwerke, aktuell nur noch in Berlin (mit bis zu 500 Euro) oder in einigen kleineren Städten (Stand: Dezember 2024). Diese Förderprogramme werden jährlich neu aufgelegt, sind jedoch oft begrenzt und schnell ausgeschöpft.

Installation und Montage: Was du wissen musst

Die Installation und Montage eines Balkonkraftwerks erfordert eine sorgfältige Planung und kann, je nach Gegebenheiten, unterschiedliche Kosten und Anforderungen mit sich bringen. Ob auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Dach – die richtige Befestigung und der fachgerechte Anschluss sind entscheidend für die Sicherheit und Effizienz deiner Anlage. In diesem Kapitel erfährst du, welche Kosten durch professionelle Unterstützung entstehen können, welche Faktoren bei der Montage auf dem Dach zu beachten sind und wie du durch Eigenleistung sparen kannst.

Kosten für die Installation durch Fachkräfte

Wenn du dir ein Balkonkraftwerk zulegen möchtest, kannst du die Installation in der Regel selbst durchführen, da diese unkompliziert möglich ist. Bist du dir dabei jedoch unsicher oder hast keine Erfahrung mit solchen Arbeiten, empfiehlt es sich, eine qualifizierte Fachkraft zu beauftragen. Die Kosten für die Installation durch Fachkräfte können zwischen 300 und 600 Euro liegen. Dabei spielen Faktoren wie die Komplexität der Installation, die Region und die Anzahl der installierten Module eine Rolle.

Balkonkraftwerk auf dem Dach montieren: Preisfaktoren

Die Montage eines Balkonkraftwerks auf dem Dach erfordert zusätzliche Ausgaben. Für die Dachbefestigung und Montagestruktur kannst du mit Kosten von etwa 200 bis 400 Euro rechnen. Der Preis hängt von der Art des Daches und den erforderlichen Materialien ab. Flachdächer benötigen oft andere Montagesysteme als Satteldächer, was sich auf den Preis auswirkt. Du kannst außerdem entscheiden, ob du das Balkonkraftwerk auf dem Balkon oder dem Dach anbringen möchtest, was ebenfalls Einfluss auf die Montagekosten hat.

Mögliche Zusatzkosten: Zählerwechsel und Versicherung

Ein Balkonkraftwerk kann zusätzlich zu den Anschaffungskosten eventuell Ausgaben für einen Zählerwechsel mit sich bringen. Das ist nur der Fall, wenn dein Haushalt noch mit einem herkömmlichen Stromzähler mit Drehscheibe ohne Rückwärtssperre ausgestattet ist. Dann muss dieser durch deinen Netzbetreiber ausgetauscht werden. Die Kosten für einen solchen Zählertausch variieren je nach Region und Anbieter und bewegen sich in der Regel zwischen 80 und 150 Euro. In einigen Fällen übernehmen Netzbetreiber die Kosten ganz oder teilweise.

Zusätzlich können optional auch Versicherungskosten anfallen, falls du eine spezielle Versicherung für dein Balkonkraftwerk abschließen möchtest.

Balkonkraftwerk mit Speicher: Kosten und Nutzen

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher ist deutlich teurer als eines ohne, da hier zusätzlich ein Akku installiert werden muss, um überschüssigen Strom zu speichern. Die Kosten für einen Speicher beginnen in der Regel bei etwa 1.000 bis 2.000 Euro und können je nach Kapazität und Hersteller variieren. Ein Balkonkraftwerk ohne Speicher ist zunächst günstiger, aber die Möglichkeit, den erzeugten Strom auch nachts oder an sonnenschwachen Tagen zu nutzen, macht ein System mit Speicher langfristig effizienter.

Die weiteren Vorteile eines Systems mit Speicher sind:

  • Geringere Abhängigkeit vom Netzstrom: Mit einem Speicher kannst du den überschüssigen Strom, den du tagsüber erzeugst, speichern und zu einem späteren Zeitpunkt, etwa abends oder an bewölkten Tagen, nutzen. Dadurch reduzierst du deine Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz erheblich und kannst den Strombezug von externen Anbietern vermeiden.

  • Reduzierung der Stromkosten über die Jahre: Durch die Nutzung des gespeicherten Solarstroms kannst du deine Stromrechnung signifikant senken. Gerade in Zeiten steigender Strompreise stellt der gespeicherte Solarstrom eine wertvolle und kostengünstige Alternative zum teuren Netzstrom dar, was sich langfristig positiv auf deine Finanzen auswirkt.

  • Erhöhte Versorgungssicherheit: Ein Speicher sorgt dafür, dass du auch in Zeiten von Stromausfällen oder bei Netzinstabilitäten über eine zuverlässige Stromversorgung verfügst. Besonders in ländlichen Regionen oder bei häufigen Stromausfällen bietet ein Speicher eine zusätzliche Sicherheit.

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher hat eine längere Amortisationszeit als eines ohne, da die Anschaffungskosten für den Speicher die Gesamtkosten erheblich erhöhen. In der Regel kannst du die höheren Investitionskosten innerhalb von 6-10 Jahren wieder einholen, abhängig von deinem Stromverbrauch und den eingesparten Kosten durch die Nutzung des eigenen Solarstroms. In vielen Fällen lohnt sich die Investition in einen Speicher, wenn du langfristig von den Vorteilen der Unabhängigkeit vom Stromanbieter profitieren möchtest.

Die Balkonkraftwerk-Kosten setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen: der Anschaffung des Solarmoduls und Wechselrichters (zwischen 200 und 1.500 Euro), den optionalen Installationskosten für Fachkräfte (ca. 300 bis 600 Euro), und möglichen Kosten für den Zählerwechsel (80 bis 150 Euro). Ein Balkonkraftwerk mit Speicher ist deutlich teurer, aber bietet langfristige Vorteile hinsichtlich der Unabhängigkeit und der Nutzung des erzeugten Stroms.
Um die Kosten zu optimieren, solltest du verschiedene Angebote vergleichen. Wenn du die Installation selbst durchführst, kannst du ebenfalls Geld sparen. Überlege dir auch, ob du den Speicher wirklich benötigst, oder ob du mit einem Balkonkraftwerk ohne Speicher zunächst ausreichend versorgt bist.

Die Inhalte dieses Beitrags werden mit großtmöglicher Sorgfalt recherchiert. Dennoch ist das Auftreten etwaiger Fehler nicht immer auszuschließen. Eine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität kann daher trotz eingehender Prüfung nicht übernommen werden.

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