Ware nicht wie beschrieben oder Fälschung erhalten?

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Die große Enttäuschung: Ware nicht wie beschrieben  - was tun?


Wer kennt das nicht: endlich kommt das lang ersehnte Paket, man öffnet es, und fällt schier vom Stuhl 'was ist DAS denn?'
Das kann vieles sein: bei Kleidung stimmt die angegebene Größe nicht, 'Gebrauchsspuren' erweisen sich als Löcher, durch die man bequem ins Sonnenlicht blinzeln kann.
Bei Taschen erweisen sich 'normale Gebrauchsspuren' als Spuren einer gediegenen Mahlzeit, die die Verkäuferin offenbar unmittelbar aus der Tasche zu sich genommen hat (ich könnte Ihnen da Fotos zeigen von Taschen, die man mir geliefert hat.....), die Henkel werden nur noch vom guten Willen zusammengehalten, Schuhe kommen einem bereits von selbst entgegen, weil sich dort bereits ein gesunder Mikrokosmos entwickelt hat, und, und, und.
Oder, fällt unter die gleiche Kategorie: die unter dem Markennamen angebotene Ware ist gefälscht.

Allen diesen "Highlights" gemeinsam ist die Frage 'was mache ich jetzt' und der Drang, den Verkäufer mal so richtig zusammenzufalten wächst ins schier unermessliche.

Aber da wir ja alle zivilisierte Mitmenschen sind, suchen wir natürlich die Schuld erst mal bei uns selbst. Also Artikelseite auf und gucken. Was steht denn da genau?

"Normale Gebrauchsspuren"
Da das ist ja nun so was von relativ. Für den einen ist das der schon erwähnte Fleckenmix, aus dem sich mühelos die Speisenfolge der letzten Jahre rekonstruieren lässt, für einen anderen der Tintenpatronentest unmittelbar über dem inneren Taschenboden durchgeführt, der nächste findet, dass eine Tasche der ideale Parkplatz für einen kaum angekauten Kaugummi ist, den man später noch prima weiterverwenden kann, die Mutter findet durchgescheuerte Knie an einer Kinderhose normal, das nächste Kind, nämlich das Käuferkind, wird schliesslich auch auf den Knien rumrutschen, da ist es praktisch, wenn schon mal "vorgearbeitet" wurde, die Beispielkette ließe sich schier endlos fortführen.

Aber das sind wir nun wirklich selbst schuld, wir, die wir unsere Taschen sorgsamst in Staubbeuteln aufbewahren, sie niemals auf den kalten Beton an regnerischen Bushaltestellen parken, die Tintenfüller tunlichst in der Schublade zu Hause lassen, Schminkutensilien selbstredend in separaten Kultur(denn WIR haben schließlich eine solche)Beuteln einsortieren, beschädigte Kleidung entsorgen, denn wir wissen, wo in unserer Stadt sich der nächste Lumpencontainer befindet und Elektroschrott zum Händler zurückbringen. Aber wir sind wir, und der andere, nämlich der Verkäufer, ist möglicherweise keiner von diesem "wir". Also:

Warum haben wir nicht vor dem Bieten nachgefragt?

Im Ernst, die deutsche Rechtssprechung ist hier nicht eindeutig.
Der eine Richter (vermutlich unserer Couleur) entscheidet, dass Mängel explizit angegeben wurde, ein anderer (der vermutlich Löcher in den Hosentaschen hat, weil er das Kleingeld lose statt in einer Börse mit sich führt), dass ein Verkäufer nicht von sich aus auf Mängel hinweisen muss, sondern ein Käufer nachzufragen hat.

Ich kann Ihnen also nur raten, fragen Sie genau nach bevor Sie bieten !
Lassen Sie sich Mängel genau beschreiben, Mängelfreiheit schriftlich per Mail zusichern.
Fallen Sie nicht auf Wischi-Waschi-Formulierungen rein und denken 'och jo, wird schon gut sein'.
Das mag zunächst bequem sein, kann aber sehr bald sehr ärgerlich werden.
Ebay ist für viele die alternative Entsorgungsmöglichkeit für Sperrmüll !

Besonders bei Elektronikartikeln wie Telefone/Handys, PCs, Elekrogeräte aller Art, ist es immer wichtig, sich die Funktionstüchtigkeit bestätigen zu lassen, so sie nicht in der Artikelbeschreibung erwähnt ist (was schon an sich sehr verdächtig ist) und Vorsicht bei Formulierungen wie "wurde nicht getestet", was oft das Synonym ist für "kaputt" !


Anders sieht es aus, wenn der Verkäufer explizit in seiner Artikelbeschreibung erwähnt, dass der Artikel frei von Mängeln oder Beschädigungen und voll funktionstüchtig ist.
Hier greift die Sachmängelhaftung, die auch von privaten Verkäufern nicht auszuschließen ist.
Das heißt, der Artikel muss die zugesicherten Eigenschaften besitzen.

Größen- und Farb- und Herstellerangaben, z.B. bei Kleidungsstücken müssen natürlich stimmen, sonst haben Sie ein sogenanntes Wandlungsrecht wegen Nichterfüllung des Vertrages, also das Recht auf Wandlung des Kaufs sprich Rückgabe es Artikels mit Erstattung sämtlicher Kosten, auch der Hin- und Rücksendekosten.
Vorsicht ist geboten bei Formulierungen wie "ich habe keine Beschädigungen gefunden".
Das kann nämlich bedeuten, dass der Verkäufer schlecht gucken kann (oder will).
Darauf würde ich mich als Käufer nicht einlassen und entweder noch mal nachfragen, oder von einem Gebot absehen.

Ähnlich verhält es sich bei "mir sind keine Mängel bekannt".
Hier kann es sich ebenfalls um einen merkresistenten Verkäufer handeln, der sich hier aus der Sachmängelhaftung schleichen will, womit er vermutlich Erfolg haben würde, denn Sie müßten im Falle eines Falles beweisen, dass er von dem Mangel gewußt hat.
Bei augenfälligen Mängeln wie besagten Löchern oder riesigen Flecken darf das allerdings unterstellt werden.

Bei technischen Geräten: "Original verpackt" heißt nicht zwingend, dass ein Artikel neu ist, sondern kann auch bedeuten, dass der Verkäufer in Sammler ist, der jeden Karton jahrelang aufbewahrt.

Unterschätzen Sie niemals die Kreativität der Verkäufer, wenn es um das Forumulieren der Artikelbeschreibungen geht.

Gehen Sie nie von sich selbst aus, wenn Sie eine ehrliche Haut sind, befürchten Sie lieber das schlimmste.
Artikelbeschreibungen bei Ebay  muss man lesen wie Reiseprospekte. Da ist ein "aufstrebender Ort" das Synonym für "Großbaustelle".
Auch hinter blumigen Formulierungen bei Ebay kann sich u.U. ein Mangel verbergen.

Wenn jedoch konkrete Aussagen gemacht wurden, die Ware aber in Art und Beschaffenheit nicht der Beschreibung entspricht, haben Sie auf jeden Fall ein Wandlungs- sprich Rückgaberecht, auch bei privaten Verkäufern, denn jede bei Ebay angebotene Ware muss die zugesicherten Eigenschaften besitzen. Blumige Formulierungen wie "Privatverkauf, keine Rückgabe" kann dies nicht aushebeln.

 

Das gilt auch bei Markenware. (siehe auch meine Mich-Seite). Wer einen Artikel als "Dolce & Gabbana Jeans" oder "Louis Vuitton Tasche" anbietet, muss ein Original liefern. Liefert er eine Fälschung, haben Sie einen Rechtsanspruch auf Lieferung eines Originals oder ersatzweise Schadenersatz.

Wird ein Artikel unter Bezeichnung eines Markennames angeboten, muss ich nicht vorher nachfragen, ob es ein Original ist. Denn das wäre ein Paradoxon.
Eine "Dolce & Gabbana Hose", die nicht von Dolce & Gabbana hergestellt wurde, ist logischerweise keine Dolche & Gabbana Hose, sondern sieht nur so ähnlich aus und stammt aus einer ganz anderen "Quelle". Wenn also etwas unter der Verwendung eines Markennamens angeboten wird, muss die Ware von diesem Markenrechtsinhaber stammen, also original sein, sonst darf sie nicht mit diesem geschützen Markenbezeichnung angeboten werden.
Da das jeder Ebay Verkäufer zu wissen, hat - denn jeder Verkäufer kennt ja die Ebay AGBs und hat bei Einstellen noch einmal den entsprechenden aufklärenden Warnhinweis zu strafbarem Fälschungsverkauf angezeigt bekommen - darf ich darauf vertrauen, dass dort auch ein Original angeboten wird. Auch ein "habe ich nicht gewußt" oder "ich dachte, es sei ein Original" und, auch sehr originell  "ich bin Privatanbieter, da ist jede Haftung ausgeschlossen. Steht doch in de Auktion" hilft dem Verkäufer da nicht, sich aus der Verantwortung zu ziehen.
Er muss für die Originalität seiner mit Markennamen angebotenen Artikel garantieren und hat sich bei Unwissenheit vor dem Verkauf zu vergewissern (z.B. durch Prüfung im entsprechenden Markenstore), dass sein Artikel original ist.

Wer keinen Trouble will, tut natürlich gut daran, dennoch vor dem Bieten nachzufragen, wenn die Beschreibung oder die Fotos zweifelhaft sind, aber fragen müssen muss ein Käufer nicht.
Ich mache das auch nicht, sondern klage 'fröhlich' Originale ein, damit die Verkäufer endlich mal kapieren, was hier Sache ist. 
Doch Schadenersatzklagen oder Markenrechtsverfahren sind natürlich nicht jedermanns oder jederfrau's Hobby ;-) Diejenigen sollten dann doch besser vorher fragen.
Haben Sie das nicht getan, haben Sie natürlich auf jeden Fall Anspruch auf Wandlung des Kaufes (denn der wurde ja mit der Lieferung einer Fälschung statt eines Artikels der angegebenen Marke) nicht erfüllt, oder aber Anspruch auf Lieferung eines Originals oder auf Zahlung von Schadenersatz.

 

Ich halte das bei privaten Verkäufern im allgemeinen so:

Der Verkäufer bekommt ein höfliches Schreiben (und bleiben Sie wirklich höflich und emotionslos, denn Aggression schafft Aversion), mit genauer Mängelbeschreibung, dass der Artikel der Beschreibung nicht entspricht und bitte um Rückabwicklung (Wandlung) des Kaufs (bei Fälschungen auch nach Lieferung eines Originals. Den entsprechenden Preis erfährt man im Store, bei Gebrauchtware gibt z.B. Ebay den ungefähren Marktwert wieder). Dabei gebe ich gleich meine Bankdaten mit an und setze für das ganze eine Frist von 7 Tagen. Natürlich muss der Verkäufer dabei sowohl das Hin- als auch das Rückporto erstatten, weil das Verschulden ja auf seiner Seite liegt und er den Käufer so stellen muss, als hätte der Kauf nie stattgefunden. Er muss dem Käufer also sämtliche Kosten ersetzen.
Schicken Sie aber auf keinen Fall die Ware zurück, bevor Sie nicht Ihr Geld wieder haben !

Reagiert der Verkäufer gar nicht, veranlasse ich nach 7 Tagen ohne jede weitere Ankündigung ein Strafverfahren.
Reagiert der Verkäufer, ist aber unkooperativ bis pampig, erkläre ich ihm - immer noch höflich - dass ich das sehr bedauerlich finde, ihn aber in diesem Fall mit einem Strafverfahren beglücken muss,. Und weil ich ja Mensch bin, bekommt er von mir eine weitere Frist von 7 Tagen.
Hat man Ware erhalten, die deutlich von der Beschreibung abweicht oder gar gefälscht ist, ist ein Mahnbescheid nicht das richtige. Hier erstatte ich eine Strafanzeige bei der Polizei. Meist lenken die Verkäufer ein, wenn sie zur Anhörung von der Polizei vorgeladen werden.
Bei Fälschungen ist unbedingt der Original Hersteller zu informieren und die Daten des Verkäufers nach dort zu senden. Der Hersteller kümmert sich zwar nicht um Ihren Fall jedoch in der Regel darum, dass der betreffende Verkäufer keine Fälschungen mehr verkauft.
Parallel zum Strafverfahren wird dann im Zivilverfahren ein Original eingeklagt bzw. den finanziellen Gegenwert dazu als Schadenersatz. Hier empfieht sich unbedingt, eine Rechtschutzversicherung zu haben.

Haben Sie keine Ware erhalten, ist der Mahnbescheid das Mittel der Wahl.
Einen Mahnbescheid bekommt man für etwa 35,- Euro (darin sind die Gebühren für den Mahnbescheid bereits enthalten) in jedem Schreibwarenladen, kann ihn ausgefüllt an sein zuständiges Amtsgericht senden. Einen Anwalt braucht man dafür nicht.

Auch wenn es hier bei Ebay Stimmen gibt, die das anders sehen, noch einmal ganz deutlich: ich schicke niemals einen Artikel zurück, bevor ich nicht mein Geld wieder habe, insbesondere dann nicht, wenn ich noch ein Original bzw. entsprechenden Schadenersatz einklagen will.
Denn dann wäre u.U. Geld weg und Beweismittel weg.
"Zug um Zug" sagt der Gesetzgeber. Und das ist dann spätestens das Gericht, wenn der Verkäufer sich stur stellt, oder der Gerichtsvollzieher beim anschließenden Mahnverfahren., wo zeitgleich Geld gegen Ware rückgetauscht wird.
Das hat dann der Verkäufer selbst verschuldet - hätte ja vorher zurückerstatten können.
Ich bleibe da unerbittlich.



Bei gewerblichen Verkäufern ist das alles kein Problem, da haben Sie ohnehin ein Widerrufsrecht und brauchen also von Mängeln gar nicht groß zu reden.
Denn sonst müssen Sie dem Verkäufer wohlmöglich noch die Chance zur Nachbesserung geben.
Und darauf hätte ich persönlich keine Lust. Und da schicke ich auch gelegentlich zuerst die mangelhafte Ware zurück, denn einen Gewerblichen zu pfänden, der dann nicht zurückzahlt, ist um einiges leichter als bei einem privaten, der vielleicht schon eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben hat (habe ich schon 3 x bei Ebay erlebt) und bei dem zunächst einmal nichts zu holen ist.
(Meist ist aber doch was zu holen, denn auch von Sozialhilfe - und da wiegen sich viele der nicht ganz so korrekten Verkäufer in trügerischer Sicherheit - sind 20% pfändbar, von  Hartz IV bis zu 30% und werden einem dann oft direkt vom Amt überwiesen als Ratenzahlung).
Hat ein gewerblicher Verkäufer eine Fälschung geliefert, ist die Sache auch recht einfach.
Denn ein gewerblicher Verkäufer, der Fälschungen verkauft, muss sofort mit einem Markenrechtsverfahren rechnen, sobald der Rechteinhaber davon erfährt. Und dafür zu sorgen, ist ja nun ein leichtes....;-)

 

Ein Sonderfall ist, wenn Sie etwas über PAYPAL bezahlt haben und/oder im Ausland gekauft haben:

Paypal bietet 3 Zahlvarianten:
- man zahlt auf das Paypal Konto ein, von dort aus wird es an den Verkäufer gebucht.
- Zahlung per Lastschrift
- Zahlung per Kreditkarte

Nur im letzten Fall haben Sie die Möglichkeit, nach bestimmten Vorgaben den Zahlbetrag von Ihrer Kreditkartenfirma zurückbuchen zu lassen.
Bei Überweisung oder Lastschrift ist das nicht möglich.

Also bleibt nichts anderes, als bei Paypal einen Käuferschutzantrag zu stellen, dort "Konflikt" genannt - entweder wegen "von der Beschreibung abweichenden Artikel erhalten" oder wegen eines "nicht erhaltener Artikels."

Dabei unbedingt beachten: ein Antrag auf Käuferschutz und somit auf Rückbuchung des Zahlbetrages ist nur innerhalb von 45 Tagen nach Zahldatum möglich !
Diese Frist dürfen Sie also auf keinen Fall verpassen !
Wenn Sie einen Artikel im außereuropäischen Ausland, z.B. USA gekauft haben, wird diese Zeit schnell überschritten, wenn der Verkäufer als Versandart den Land- oder Seeweg gewählt hat.

Sollte der Artikel eine Fälschung sein, kann es ebenfalls passieren, dass das Fake am Zoll festgehalten wird (was z.B. bei gefakten Louis Vuitton und Chanel Artikeln häufig der Fall ist). Das dauert.
Sie bekommen dann irgendwann einen Bescheid von der Zollfahndung, dass Sie eine Fälschung gekauft hätten mit einem Formular, auf dem Sie der Vernichtung zustimmen sollen.
Dazu sind Sie verpflichtet, weil der Rechteinhaber, also der Markenhersteller, ein Recht dazu hat.
Teilweise sollen Ihnen dafür die Kosten auferlegt werden. Die müssen Sie jedoch nicht zahlen.
Das ist das "Vergnügen" des Markenrechtsinhabers, denn schließlich wußten Sie bis dahin ja gar nicht, dass es sich um eine Fälschung handeln könnte, nicht wahr ?

Auch in diesem Fall sofort Paypal melden und eine Kopie dieses Zollbescheids dorthin senden.
Sie bekommen Ihr Geld sofort zurück.

Geht die Ware durch den Zoll und Sie stellen selbst fest, dass der Artikel eine Fälschung ist, müssen Sie das gegenüber Paypal logischerweise beweisen, sonst bekommen Sie keinen Käuferschutz. Hierzu benötigen Sie eine schriftliche Bescheinigung/Gutachten von einem Fachmann, was in der Regel der Hersteller oder zumindest ein Fachhändler ist.
Viele Hersteller sind nicht bereit, ein solches Gutachten zu erstellen, denn sie wollen selbst verkaufen und nicht Handlanger von Ebay sein.
Ohne Gutachten zahlt Paypal jedoch nichts zurück, und Sie haben zur Vorlage eines solchen nur 2 Wochen Zeit !

Daher bei Fälschung IMMER "von der Beschreibung abweichenden Artikel" melden, ohne das Wort "Fälschung" zu erwähnen !

 

Nur so umgehen Sie ein Gutachten, das Paypal vom Käufer verlangt, wenn er den Erhalt einer Fälschung meldet und bekommen Ihre Zahlung nach Vorlage des Rücksendebelegs zurück.

Daher bei Eröffnung eines Paypal Falls niemals den Begriff "Fälschung" wählen, wenn Sie kein Gutachten beibringen können.


Der Kauf von Fälschungen "im privaten Umfang" ist übrigens nicht strafbar. Hier gibt es bereits Entscheidungen, dass der Zoll einen einzelnen gefälschten Artikel nicht behalten und nicht vernichten darf.

Die Rückversandkosten eines Artikels müssen Sie laut Paypal selbst zahlen. Laut BGB haben Sie jedoch ein Recht auf Erstattung ("Wandlung" nach §463 BGB) der Rücksendekosten gegenüber dem Verkäufer. Für die ursprünglichen Hinsendekosten gilt selbstverständlich das selbe.

Ist ein mit Paypal bezahlter Artikel "nur" mangelhaft, müssen sie ihn an den Verkäufer zurück schicken und dies gegenüber Paypal belegen (auch logisch), bevor Sie eventuell Ihr Geld zurück erhalten. Schicken Sie Ware also immer sendungsverfolgt an den Verkäufer zurück, niemals unversichert.
Erfüllen Sie diese Paypal Maßgaben der versicherten, nachweisbaren Rücksendung nicht, sehen Sie von Ihrer Zahlung keinen Cent !

Was die meisten darüber hinaus nicht realisieren: Der Paypal Käuferschutz ist eine Kann-Leistung, keine garantierte Muß-Leistung !

Das "gute" und preiswerte liegt also keineswegs immer "so nah" und kann sehr schnell sehr teuer werden, weil Sie im Streitfall mindestens die Versandkosten in den Sand setzen bei aussereuropäischen Käufen.
"Der Verkäufer hat aber gesagt, es sei ein Original".
Logisch, der Verkäufer  - so er in Übersee sitzt - kann ja auch sicher sein, dass ihm nichts passieren wird.
Oder möchten Sie eine Klage in Übersee anstrengen ?

Für die "Ängstlichen": ich kann jedem nur ans Herz legen, und die vorgenannten Schilderungen machen es eigentlich deutlich, wie wichtig das sein kann, sich eine gute Rechtschutzversicherung zuzulegen, die auch Auslandsfälle abgeckt.
In Zeiten von Ebay meiner Meinung nach absolut unerläßlich.

 

Konkrete Hilfe und Fallbeispiele nebst Gesetzestexten finden Sie auf der den meisten schon bekannten Seite internetrecht-rostock.de, die sich überwiegend mit Ebay beschäftigt.

Dort einmal nachzulesen lohnt sich bestimmt.

Weitere Hinweise finden Sie auch auf meiner Mich-Seite

Und noch etwas: viele Mitglieder schreiben mich an, haben Fragen oder möchten Rat.
Leider haben die meisten davon ihre Emailadresse unterdrückt.
Über "auf Schaltfläche klicken" kann ich aber meist nicht antworten, und versuche es inzwischen auch nicht mehr, da Ebay diese Art der Kommunikation zwischen nicht miteinander handelnden Ebayern meist blockt (über die Gründe dafür kann nur spekuliert werden).

Wenn Sie also von mir eine Antwort erwarten:

 machen Sie bitte Ihre Email-Adresse kenntlich.

 
 

Zuletzt noch in eigener Sache:

Ich erhalte immer wieder Anfragen, deren Beantwortung sich von selbst erledigen würde, würden die Schreiber meine Ratgeber lesen.
Deshalb habe ich mir die Mühe mit diesen Ratgeber gemacht: damit jeder selbst nachlesen kann und ich nicht jedem einzelnen alles "vorbeten" muss.
Daher kann ich auf solche Anfragen leider nicht antworten.
Wer zu bequem zum Lesen ist oder weiterreichende Beratung braucht, wende sich bitte an den Rechtsanwalt seines Vertrauens oder an Plattformen wie frag-einen-anwalt.de, wo man gegen einen geringen Obulus eine Vorab Auskunft eines Rechtsanwaltes erhält.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.