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Nie war es einfacher als heute, historische Magic-Karten zu kaufen.

Von Corbin Hosler

Sie sind die Krönung aller Magic-Sammlungen. In gewisser Weise stellen sie sogar den absoluten Höhepunkt beim Sammeln von Sammelkarten dar. Magic war im Grunde genommen der Ausgangspunkt dieses Markts, der seitdem vor allem Pokémon und Yu-Gi-Oh!, aber auch eine Million weiterer Sammelkartenspiele umfasst. In den letzten Jahren wurden im großen Stil Sammelkartenspiele wie Lorcana, One Piece TCG, Flesh and Blood und viele weitere veröffentlicht.

Wir alle kennen das Image von Influencern, die überdimensionale Karten am Hals tragen und einen Schmuck ganz besonderer Art vorführen. Auch haben wir mitbekommen, dass Post Malone 2 Mio. US-Dollar für das Einzelstück „The One Ring“ bezahlt hat Der Markt, den Magic vor 30 Jahren ins Leben gerufen hat, ist nach wie vor stabil, und bei allem, was sich in den drei Jahrzehnten seit der Erstausgabe von Alpha, dem ersten von Richard Garfield entwickelten Spiel, geändert hat, gibt es doch eine Konstante.

Es gibt nichts Schöneres, als ein Exemplar der Power Nine zu besitzen.

Wenn du jemanden fragst, der nur flüchtig von Magic gehört hat, dann weiß er in der Regel, dass die Karten richtig teuer sein können und dass Black Lotus die teuerste von allen ist. Als ich vor etwa 15 Jahren mit dem Spielen begann, wurde jeder, der sagte, er spiele schon seit den Neunzigern, als erstes gefragt, ob er eine Power Nine habe. Leider hatte sie aber offenbar nie jemand – dafür gab es jede Menge Heimatländer.

Es stimmt eigentlich nicht, dass die Power Nine nicht teuer war, als das Spiel zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Schon damals hatten die Turnierspieler (zumindest begrenzt) begriffen, wie mächtig kostenloses Mana sein kann. Allerdings war die Welt, in der das Spiel existierte, eine völlig andere: Man musste jeden Monat auf das neueste Scrye-Magazin warten, um zu erfahren, welchen Wert eine Karte hatte. Und ja, es gab viele im Nachhinein tragische Trades von Shivan-Drachen gegen Mox Sapphire.

Dann kam die Reserved List. Das ist an und für sich schon ein Wurmloch von der Größe des Spiegeluniversums, in dem man sich komplett verlieren kann, aber für die Power Nine bedeutete das Versprechen, niemals wieder funktional identische, turnierlegale Karten nachzudrucken, etwas ganz Einfaches: Davon kommt nichts mehr nach – zumindest nichts, das man bei einem Turnier nutzen könnte (mehr dazu später).

Dies war der letzte Faktor, der die Power Nine zu dem machte, was sie heute immer noch sind: Karten, für die jeder Sammler sein letztes Hemd hergeben würde. Mox und Lotus verändern das Spiel in einer derart fundamentalen Weise, die Vintage für immer prägen wird, die Wirkung von Time Walk kostet einen heutzutage sechs oder sieben statt zwei Tage, und Ancestral Recall ist immer noch der beste 1-Mana-Zauber, der jemals gedruckt wurde – und das in einem Spiel mit über 20.000 unterschiedlichen Karten. Und keine Frage, eine Karte wie Zeitspirale findet immer noch ihren Weg in Cube- und Storm-Decks.

So kaufst du deine erste Power-Karte

Der Kauf deines ersten MTG-Power-Exemplars kann sich eher wie der Beginn eines Wegs anfühlen als wie eine Einzeltransaktion. Wenn das bei dir so ist, machst du es wahrscheinlich richtig.

Wenn du Magic schon lange genug spielst, hast du im Zweifelsfall schon eine große Sammlung angelegt. Dann bist du deiner ersten Power-Karte möglicherweise näher, als du glaubst. Zwar mag es anfangs unglaublich kompliziert erscheinen, sich eine Power-Karte zu sichern, aber ich verspreche dir, dass das gar nicht so schwer ist. Ganz gleich, ob du eine Power-Nine-Karte gegen Barzahlung kaufen oder tauschen möchtest: Du solltest auf jeden Fall ein paar Dinge beachten, damit sich die Anschaffung auch wirklich lohnt.

Zunächst einmal sollte ich anmerken, dass es drei turnierlegale Versionen der Power Nine gibt: Alpha, Beta und Unlimited. Es gibt auch mehrere nicht turnierlegale Versionen, vor allem die Collector's Edition und die kürzlich erschienene 30th Anniversary Edition. Letztere ist vor allem deswegen bemerkenswert, weil es sich um den ersten Nachdruck dieser Karten in jeglicher Form seit über 20 Jahren handelt.

In diesem Artikel verwenden wir die Unlimited-Versionen der Power Nine als Grundlage. Sie sind die kostengünstigste turnierlegale Ausgabe, die man finden kann. Das ist der Ausgangspunkt für fast jeden, egal ob er sein erstes Vintage-Deck zusammenstellt oder darauf hofft, einen Ancestral Recall für sein Canadian Highlander-Deck zu ergattern.

Gut recherchieren

Wenn man sich das Obige vor Augen hält, wo fängt man dann am besten an?

Zunächst: Kaufe niemals wahllos eine Power-Karte. Es ist eine bedeutende Anschaffung, und du solltest dir sicher sein, dass du mit der Entscheidung zufrieden wirst, bevor du den nächsten Schritt machst. Bevor du dich wirklich in den Kampf stürzt, um einen Mox zu erbeuten, solltest du einen Plan erstellen, was du willst, wie du es willst und welchen Nutzen du dir davon versprichst. Wie wir aus der Verkaufsstatistik bei TCGplayer ersehen können, werden Power-Nine-Karten weitaus seltener verkauft als die Staples aus Modern- oder Legacy-Decks.

Die erste Frage, die du dir stellen solltest, lautet: Warum möchtest du überhaupt eine Power-Karte? Geht es darum, ein Vintage-Deck zusammenzustellen? Möchtest du sie bei dir zu Hause zur Schau stellen oder einen Cube aufrüsten?

Die Antwort auf diese Frage sollte dir Aufschluss darüber geben, wo du am besten anfängst. Wenn du Sammler bist, legst du wahrscheinlich besonderes Augenmerk auf den Wert der Karte und willst sichergehen, dass du ein Qualitätsstück erwirbst. Als Spieler, der lediglich ein für Turniere zugelassenes Deck eintragen möchte, ist aber auch ein stark bespieltes Exemplar, das zu einem relativ günstigen Preis angeboten wird, vielleicht genau das Richtige für dich.

Wenn du herausgefunden hast, wonach konkret du suchst, geht es im nächsten Schritt darum, es zu finden. Dazu habe ich ein paar Tipps. Anders als Commander oder neuere Staples werden Power Nine bei vielen verschiedenen Plattformen verkauft. Daher kann es sich bei der Suche nach einer Karte lohnen, die wichtigsten davon zu kennen.

Wo man Power Nine kaufen kann

Natürlich ist TCGplayer eine der ersten Anlaufstellen. Wenn wir uns etwa Mox Ruby ansehen, wird die große Preisspanne deutlich: 2.200 bis 2.500 US-Dollar für beschädigte und/oder stark bespielte Exemplare, 5.000 Dollar – also das Doppelte – oder noch mehr für eine Near-Mint-Karte. Erwartungsgemäß ist auch eBay eine Plattform, auf der regelmäßig hochwertige Artikel verkauft werden, und deswegen sollte man auch hier nach Angeboten für Power Nine suchen. Es gibt auch einige High-End-Gruppen auf Facebook, bei denen ab und an mal eine Power Nine auftaucht, und auch einige Shops sind in den sozialen Medien aktiv und bieten solche Karten an.

Aber meiner Erfahrung nach werden viele Power Nine-Käufe und -Verkäufe persönlich abgewickelt, und das ist auch die Vorgehensweise, die ich nach Möglichkeit empfehlen würde. Wenn du schon etwas so Teures kaufst, dann solltest du es auch beim Kaufabschluss gleich in den Händen halten!

Kaufe bei einem seriösen Anbieter

Es gibt dafür noch einen weiteren Grund: die Möglichkeit, den Erhaltungszustand der Karte zu überprüfen. Wie bereits erwähnt, gibt es je nach Zustand eines Power-Exemplars enorme Preisunterschiede, und Online-Angebote können nur selten mithalten, wenn man die fragliche Karte statt dessen in die Hand nehmen und selbst begutachten kann. Bei Fotos können Beleuchtung und Winkel eine große Rolle spielen, während man sich in der Regel leicht auf den Zustand einer Karte einigen kann, wenn beide Partner sie gemeinsam begutachten.

Außerdem kann man bei persönlichen Transaktionen die Echtheit einer Karte leichter überprüfen (sowohl TCGplayer als auch eBay bieten Käuferschutz). Bei teuren Sammlerstücken aus Karton kommt es auf die Herkunft an. Schließlich möchte niemand für eine einzelne Karte Tausende von Dollar ausgeben und dann am Ende womöglich eine Fälschung in den Händen halten. Wenn du zufällig gerade auf einer Magic-Convention bist, kannst du dir vor dem Kauf in der Regel sogar eine zweite oder dritte Expertenmeinung zu einer Karte von anderen Verkäufern vor Ort einholen. Doch ganz gleich, wofür du dich entscheidest: Kaufe möglichst immer nur bei seriösen Anbietern.

Der Preis

Wie bereits erwähnt, ist der Zustand einer Karte in der Welt von Magic: The Gathering Power von zentraler Bedeutung. Wenn es zu Preisverhandlungen kommt, solltest du ein paar Faktoren beachten.

Erstens gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen Barzahlung und Tausch. Selbstverständlich verdient ein Shop (früher oder später) mit all den teuren Commander-Staples, die du in Zahlung gibst, im Endeffekt Geld, aber das kostet wesentlich mehr Zeit, Mühe und Aufwand, als nur den sprichwörtlichen Scheck auszustellen (bzw. bei einer PayPal-Transaktion auf „Akzeptieren“ zu klicken). Daher bist du wahrscheinlich in einer besseren Verhandlungsposition, wenn du eine Barzahlung anbieten kannst.

Wenn du deine Recherchen abgeschlossen hast und soweit bist, den Kauf über die Bühne zu bringen, solltest du eine Liste mit Vergleichspreisen parat haben. Das bezieht sich nicht nur auf die aktuellen Angebote auf TCGplayer, sondern auch darauf, für welchen Preis Exemplare in der jüngeren Vergangenheit tatsächlich verkauft wurden (diesen kannst du der Liste „Latest Sales“ auf der TCGplayer-Seite zu einer Karte entnehmen). Ebenso solltest du bei eBay recherchieren, und zwar – noch einmal – nicht nur aktuelle Artikel, sondern auch die „verkauften Angebote“. Viele Power Nine-Transaktionen finden auch auf den großen Magic-Conventions statt. Das liegt vor allem daran, dass im Jahr 2023 einfach nicht mehr so viele Power-Karten zirkulieren, weswegen Conventions das Angebot sinnvoll bündeln. So kann man sich gewöhnlich ein recht gutes Bild davon machen, was andere anwesende Verkäufer für eine ähnliche Karte verlangen.

Meine letzte Anmerkung zum Preis ist eine ganz allgemeine Empfehlung für das Kaufen: zweimal überlegen, einmal kaufen, null Stress.

Für die allermeisten von uns ist es eine Riesensache, Tausende von Dollar für eine einzelne Karte auszugeben. Ich bin seit 15 Jahren bei Magic dabei und seit der Hälfte dieser Zeit in irgendeiner Form im Verkauf tätig. In dieser Zeit habe ich vielleicht ein oder zwei echte Power-Karten in den Händen gehalten.

Kurz vor Geschäftsabschluss ist die Spannung immer am größten. Der Verstand ist dann natürlich vollkommen durch den Wind. Gerade dann sollte man keine schwerwiegenden Entscheidungen mehr treffen.

Nimm dir stattdessen im Voraus die Zeit, genau herauszufinden, was du willst und welcher Preisrahmen dir vorschwebt. Sprich mit dem Verkäufer über deinen Wunsch, eine Power-Karte zu kaufen, statt einfach nur den Angebotsordner zuzuklappen und die Akzeptanz des Preises zu signalisieren (oder abzulehnen). Sieh dir die Karten an und sprich mit den Verkäufern über den Preis. Führe Vergleiche im Web oder bei anderen anwesenden Anbietern durch und nimm dir Zeit, um alles zu überdenken. Erst dann solltest du deine Entscheidung treffen.

Da du das Schwierigste jetzt hinter dir hast, gibt es keinen Grund mehr, sich über die bereits getroffenen Entscheidungen den Kopf zu zerbrechen. Deine Power Nine macht noch mehr Spaß, wenn du deine Entscheidung nicht im Nachhinein infrage stellst.

Der Kauf einer MTG-Power Nine setzt dem Sammeln von Magic-Karten die Krone auf. Daher solltest du deine Sammlerstücke unbedingt schützen. In manchen Fällen gibt es unter Umständen spezialisierte Versicherungen, die deine Sammlung gegen Beschädigung oder Diebstahl absichern.

Es gibt noch andere Wege, deiner neuen Power-Karte zusätzlichen Mehrwert zu verleihen. Das ist weniger relevant, wenn du die Karten nur zum Spielen kaufst, aber aus Sammlerperspektive besteht immer die Möglichkeit, die Karten professionell bewerten (graden) zu lassen.

Es gibt mehrere Grading-Anbieter für Magic-Karten, und eine hohe Bewertung steigert den Wert der Karte beträchtlich. Dabei ist der Zustand entscheidend, und das gilt in der Welt des Sammelns mehr denn je. Wenn du also nicht unbedingt damit rechnest, dass deine Power-Karte eine hohe Bewertung erhält, dann lohnt es sich wahrscheinlich eher, den Time Walk für den Cube in petto zu behalten!

Die Inhalte dieses Beitrags werden mit großtmöglicher Sorgfalt recherchiert. Dennoch ist das Auftreten etwaiger Fehler nicht immer auszuschließen. Eine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität kann daher trotz eingehender Prüfung nicht übernommen werden.

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