Die passende Heizung für ein Terrarium auswählen

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Wärme und Feuchtigkeit – zwei Faktoren, die lebensnotwendig für Exoten sind

Da in Deutschland immer mehr exotische Tiere gehalten werden, ist es nicht verwunderlich, dass auch der Markt dementsprechend reagiert. Es gibt eine schier unübersehbare Zahl von Artikeln und Zubehör für das exotische Hobby. Um die Tiere richtig halten zu können, müssen ein paar wesentliche Dinge beachtet werden - eines davon ist die richtige Heizung. Bevor Sie sich nach der passenden Technik umsehen, sollten Sie darüber informieren, was Ihre Tiere brauchen, um gesund zu bleiben.

Licht, Wärme und Feuchtigkeit – die richtigen Lebensbedingungen für Exoten

Neben einem Terrarium in angemessener Größe benötigen Reptilien, Amphibien, Insekten, Skorpione und Co also auch eine Menge Technik, damit sie gesund alt werden können. Die Faktoren Temperatur, Feuchtigkeit und Licht hängen dabei voneinander ab.
Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie halten. Das ist in den meisten Fällen aber nicht genug Feuchtigkeit für Tiere, die tropische oder wüstenartige Umweltbedingungen brauchen. Reptilien decken den größten Teil ihres Bedarfs an Flüssigkeit über die Lunge und die Haut. Damit die Tiere optimal versorgt sind, müssen Sie hier für die richtigen Lebensumstände sorgen. Feuchtigkeit können Sie mithilfe von Verneblern, Beregnungsanlagen, durch Wasserläufe oder durch Pflanzen zuführen. Damit Sie wissen, ob die Luft feucht genug ist, empfiehlt sich die Verwendung von sogenannten Hygrometern.

Auf die richtige Beleuchtung achten

Da die meisten Reptilien für Terrarien aus exotischen Ländern kommen, benötigen sie für gesundes Wachstum das richtige Klima. Dieses beinhaltet nicht nur die Feuchte eines tropischen Regenwaldes, sondern auch das richtige Licht. Bei der Auswahl der Beleuchtung ist zu beachten dass die Abgabe von Licht in den allermeisten Fällen mit Wärmeentwicklung verbunden ist. Vereinfacht ausgedrückt: je heller eine Lampe strahlt, umso mehr Wärme gibt sie ab und umso wärmer wird die sie umgebende Luft. Dies führt auch dazu dass die Luft nun umso mehr Wasser aufnehmen kann.

Vermeiden Sie Stauwärme

Auch muss die so durch Wasserdampf mehr oder weniger gesättigte Luft zirkulieren können, damit mehr Sauerstoff angereichert werden kann. Sie kennen bestimmt das heiße, windstille und feuchte Klima, bei dem sich niemand mehr so richtig wohl in der eigenen Haut fühlt. Im Terrarium müssen Sie also dafür sorgen, dass diese verbrauchte Luft, auch Stauwärme genannt, durch frische Luft ersetzt wird. Dies geschieht durch geeignete Belüftungssysteme, bei denen allerdings keine kalte Zugluft auftreten darf.

Licht, Wärme und UV-Strahlung im Terrarium

Da Licht und Wärme im Terrarium zusammenhängen, sollten Sie sich, bevor Sie sich Gedanken um die Heizung machen, mit den Lampen und der richtigen Beleuchtung beschäftigen. Denn wenn Sie viele Lampen im Becken haben, erzeugen diese auch Hitze. Als Beleuchtung werden Sie wahrscheinlich UV-Flächenstrahler verwenden. Bei den Lampen müssen Sie zudem auch auf die Lichtwerte, die abgegebene UVA- und UVB-Strahlung und auf diverse andere Eigenschaften achten, die diese Lampen mitbringen. Nicht jede Lampe und ihre Strahlung ist für jedes Tier geeignet. Bringen Sie die UV-Flächenstrahler immer senkrecht nach unten an, damit diese länger halten. Achten Sie beim Einkauf der Lampen auch auf hochwertige Keramikfassungen und Kabel, damit diese wegen der langen Betriebstemperatur nicht anfangen zu schmelzen.

Verschiedene Wärmequellen und deren Effekte auf die Terrarienbewohner

Bei den Wärmequellen gibt es verschiedene Arten. Zum einen wären da Heizmatten, Heizkabel oder Wärmesteine. Zum anderen kann Wärme auch durch Infrarotstrahlung erzeugt werden. Welche Heizkörper Sie auch bevorzugen, achten Sie beim Einbau auf die Sicherheit der Bewohner und den richtigen Abstand zu brennbaren Materialien.

Infrarotstrahlung und Strahler für Ihr Terrarium

In der Natur wärmt die Sonne durch ihre Strahlung die Umgebung auf und sorgt somit für die richtige Temperatur. Da die Sonne in den seltensten Fällen diese Aufgabe in Ihren heimischen vier Wänden erledigen kann, müssen Sie dafür sorgen.

Allgemeine Informationen über Infrarotstrahlung

Weitläufig wird angenommen, dass die Infrarotstrahlung auch die Wärmestrahlung ist, das sind aber zwei verschiedene Strahlungsarten. Als Wärmestrahlung wird die Strahlung bezeichnet, die ein erwärmter Körper aussendet, während als Infrarotstrahlung elektromagnetische Wellen im Spektralbereich bezeichnet werden. Infrarot ist eine Lichtart mit einer längeren Wellenlänge, die dafür sorgt, dass die Energie in Form von Licht abgegeben wird. Infrarotlicht kann in drei Teilbereiche unterteilt werden, Infrarot A, Infrarot B und Infrarot C. Diese unterscheiden sich durch die Wellenlänge des Lichtes. Bei den Infrarotstrahlern gibt es zwei Grundtypen, der eine ist quasi eine rote Glühbirne, die Sie vielleicht vom Fleischer kennen, der damit die Speisen warmhält, der andere strahlt nur Infrarot und kein sichtbares Licht ab.

Infrarotlampen in Terrarien und was es dabei zu beachten gilt

Da Terrarientiere nur das sichtbare Licht auch mit Wärme verbinden, sollten die Infrarotlampen so platziert werden, dass sich die Tiere auf keinen Fall daran verbrennen können. Besonders Amphibien neigen dazu, schnell trockene Haut zu bekommen und somit ist die Verwendung von Infrarotstrahlern hier ausgeschlossen.

Sie können die Wirkung der Strahler durch geeignete Reflektoren verstärken. Diese haben zudem eine gute Richtwirkung, das bedeutet, dass Sie damit gut Wärmeplätze einrichten können. Auf jeden Fall müssen Sie dafür Sorge tragen, dass Ihre Tiere nicht mit den Strahlern oder anderen heißen Teilen in Berührung kommen können. Sie müssen auch auf den passenden Sicherheitsabstand zu brennbaren Teilen des Terrariums achten. Zudem könnte das Glas springen, wenn es punktuell erhitzt wird. Um die Tiere zu schützen, gibt es im Handel Schutzgitter, die besonders bei kletternden Arten eingesetzt werden sollten.

Wärme durch Keramikstrahler

Wärme kann durch einen Keramikstrahler abgegeben werden. Dieser besteht aus einem oder mehreren Keramikstäben, die mit Quarzsand umgeben sind. Diese Stäbe werden mit einem Heizdraht erwärmt. Sie senden daraufhin Infrarotstrahlen in einer bestimmten Wellenlänge aus, die somit den Bereich erwärmen, auf den sie auftreffen. Keramikstrahler sind nicht für alle Tiere geeignet, denn sie erwärmen sich oft auf über 500 Grad Celsius. Da die Temperatur stark abfällt, je weiter die Strahlungsquelle entfernt ist, sind die Strahler auch nicht besonders energieeffizient. Es gibt durchaus Einsatzzwecke für diese Keramikstrahler, unter anderem können Sie sie als Dauerwärmequelle oder alleiniges Heizelement verwenden.

Wärmeerzeugung innerhalb des Terrariums

Auch für die Erzeugung der Wärme innerhalb eines Terrariums gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hier sollte sehr auf die Sicherheit der Tiere geachtet werden.

Heizelemente wie Kabel oder Matten

Am beliebtesten bei den Heizmitteln für Terrarien sind wahrscheinlich die Heizmatten. Sie sollten hier wieder einiges beachten, bevor Sie sich für die Anschaffung entscheiden. Wenn im Terrarium ein Wärmeplatz von Nöten ist, können Heizmatten gute Dienste erweisen. So ein Wärmeplatz wird von den wechselwarmen Tieren dazu verwendet, die Körpertemperatur zu erhöhen und somit „in Schwung“ zu kommen. Sie sollten darauf achten, dass die Tiere nicht direkt an die Heizmatte gelangen können. Eine Heizmatte muss stabil gebaut sein, damit sie von den Krallen und Zähnen der Tiere nicht beschädigt werden kann. Achten Sie gegebenenfalls auf eine dicke Schutzfolie. Sie muss auch über eine Vorrichtung zur Regelung der Temperatur verfügen. Temperaturfühler, sofern sie nicht schon vorhanden sind, können ganz leicht angeklebt werden.

Wenn im Terrarium Tiere gehalten werden, die nicht im Substrat graben, kann eine Heizmatte auch direkt darunter verlegt werden. Dabei sollte aber kein Wärmestau im Substrat entstehen können. Zudem sollten Sie dabei auf die Lufttemperatur achten, denn diese kann auch erhitzt werden. Falls Sie Tiere haben, die im Substrat graben, befestigen Sie die Heizmatten besser an der Außenseite des Terrariums.

Die sachgerechte Verlegung von Heizkabeln

Wärmeerzeugung durch Heizkabel birgt bei unsachgerechter Anwendung einige Gefahren für die Tiere. Wenn Sie sie verwenden möchten, müssen diese außerhalb des Terrariums und unter einer Substratschicht verlegt werden, damit Verbrennungen ausgeschlossen werden können. Eine andere Verwendungsmöglichkeit besteht darin, die Heizkabel in den Luftschächten anzubringen, damit die zugeführte Luft bereits vorab erwärmt wird. Die wichtigste Regel bei Verwendung von Heizkabeln lautet, dass die Tiere niemals damit in direkten Kontakt kommen dürfen.

Heizsteine und Substratheizungen

Heizsteine und Heizfelsen haben im Idealfall eine Möglichkeit zur Temperaturregelung. Diese beheizbaren Steine oder Höhlen sind so verarbeitet, dass die Verwendung sicher für das Tier ist. Die Heizelemente sollten spritzwassergeschützt sein und gegen eine Berührung durch das Tier abgeschirmt werden. Besonders behaglich finden manche Reptilien die beheizbaren Höhlen, die auf dem Markt angeboten werden.

Substratheizungen werden noch nicht so lange angeboten. Dabei wird eine dünne Metallfolie, die unterhalb der Substratschicht angebracht wird, mittels Induktion erwärmt. Diese Wärme wird auf das Substrat übertragen. Die Reptilien haben dabei das Vergnügen, auf gleichmäßig angewärmtem Substrat laufen zu können.

Die Sicherheit der Tiere geht vor

Wofür Sie sich auch entscheiden, im Vordergrund sollten immer die Bedürfnisse Ihrer Tiere stehen. Zusammengefasst sollten Heizelemente sorgfältig ausgewählt werden, vor dem versehentlichen Herabstürzen gesichert und gegen Spritzwasser geschützt sein. Heizelemente können das Substrat, Wärmeplätze oder die Luft erwärmen. Die Tiere dürfen auf keinen Fall mit heißen Bestandteilen in Berührung kommen können und dürfen auch keine Kabel beschädigen. Die Temperatur muss mit diversen Geräten und Fühlern regelbar sein und überwacht werden können. Diverse Fachbücher geben wertvolle Hinweise und bieten auch kreative Lösungen an, damit Sie für Ihre Tiere die idealen Lebensbedingungen schaffen können. Es müssen dabei auch nicht immer die teuersten Lösungen die besten sein, denn jedes Terrarium ist anders und stellt andere Ansprüche an die Technik.

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