Porzellan von August Warnecke: Geschmackvolles Blumendekor für Sammler und Nutzer

Der deutsche Porzellanhersteller August Warnecke gründete seine Porzellanmanufaktur Mitte der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. Die Produktion der Manufaktur konzentrierte sich fast ausschließlich auf Tischgeschirr, vornehmlich Kaffeeservices. Typisch für ein Service von August Warnecke sind die üppigen floralen Dekore, von denen einige eine gewisse Popularität erlangten. Die Hamburger Manufaktur trat vor allem mit Dekoren wie Ostfriesische Rose oder Ostfriesland-Kollektion in Erscheinung.

Woher stammt das Porzellan von August Warnecke?

Die Hamburger Manufaktur ließ ihre Kollektionen zum Teil in ausländischen Fabriken in England, Ungarn und Italien fertigen. Daneben wurde Porzellan aus Porzellanmanufakturen aus China und Japan auf dem deutschen Markt als Importware vermarktet. Einige Serien wurden nach China oder Japan geliefert, wo sie handbemalt wurden. Unter Sammlern nach wie vor populär sind die Kollektionen China Purpur und Nikko Grün. Obwohl die Kollektionsbezeichnungen einen ostasiatischen Stil vermuten lassen, sind sie dem europäischen Geschmack angepasst und stellen in August-Warnecke-Manier detailreich verzierte Blütenmotive in den Mittelpunkt.

Woran erkennt der Sammler echte Markenqualität von August Warnecke?

Auf dem Boden eines Porzellanstückes befindet sich die sogenannte August-Warnecke-Amphore:
Das kleine vollfarbige antike Gefäß trägt die Initialen der Manufaktur. Im Jahr 1999 stellte die Manufaktur die Produktion ein, etwa zehn Jahre zuvor wurde das klassische AW-Logo noch einmal aktualisiert. Die älteren Geschirr- und Tafelservice-Komplettsets des Herstellers weisen ein blaues Logo auf. Die Erzeugnisse des etwas jüngeren Datums sind in Grün gehalten. Auf diese Weise kann das Porzellan nach Marke und Herkunft zugeordnet werden. Daneben führte die Modernisierung des Logos dazu, dass die ehemals neben der Amphore abgebildeten blauen Zweige durch je zwei stilisierte Blütenkelche ersetzt wurden.

Was zeichnet die Qualität von August-Warnecke-Porzellan aus?

Den Sprung in die erste Liga der weltbekannten Porzellan-Premium-Marken gelang der norddeutschen Manufaktur zwar nicht, aber das Geschirr ist durchweg hochwertig. In den Anfangszeiten wurden die Dekore handgemalt, später im Stahlstichverfahren aufgetragen. Im Laufe der fast 75-jährigen Firmengeschichte erlebten die Erzeugnisse von August Warnecke eine Anpassung an den jeweiligen Zeitgeschmack, wenngleich man den Blumenmotiven bis zum Schluss treu blieb. Gegenüber den traditionellen Rosendekor-Porzellanobjekten fallen die Stücke aus neuerer Zeit durch den mutigeren Einsatz von knalligen Farben und einer reduzierten Formensprache der aufgebrachten Motive auf. Die moderneren Porzellanserien unterscheiden sich somit augenfällig von den detailreichen Verzierungen früherer Jahre. Ein echtes Vintage-Service August Warnecke gefällt durch eine zurückhaltende Farbstimmung, die in einigen Serien sehr monochrom gehalten ist. Viele Kollektionen der Manufaktur werden nicht nur in Vitrinen ausgestellt, sondern kommen in zahlreichen Haushalten als Gebrauchsgeschirr auf den Tisch.