Xucker (Xylit) statt Zucker verwenden

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Süßen ohne Kariesrisiko

Xylit ist eine natürliche Zuckerart. Chemisch gesehen ist es ein so genannter Zuckeralkohol, weshalb Xylit oft auch als Xylitol bezeichnet wird. Ein großer Vorteil von Xylit gegenüber Zucker ist, dass Kariesbakterien ihn nicht verstoffwechseln können, weshalb er keine Karies verursacht. Außerdem wird er ohne Insulin abgebaut, so dass ihn auch Diabetiker verwenden können.

Finnische Forschungen

Wikipedia lehrt uns: Vor allem in Finnland wurde seit den 1970er-Jahre der Einsatz von Xylit systematisch erforscht. Dabei wurde belegt, dass Xylit nicht nur die Karies­bildung nachhaltig hemmt, sondern auch die Remineralisierung der betroffenen Zahnbereiche unterstützt. Die anti­kariogene Wirkung wird dadurch erklärt, dass die kariogenen Streptococcus mutans das Xylit nicht verstoffwechseln können. Weiterhin werden sie auch daran gehindert, als Plaquebakterien an der Zahnoberfläche anzuheften. Als ausreichende Xylitmenge wurden in den finnischen Studien 6-12 Gramm pro Tag – aufgeteilt in mehreren Portionen – ermittelt. Dies kann mittels Kaugummi, Lutschpastillen oder Xylitpulver erfolgen. Darüber hinaus regt Xylit die Speichelproduktion an und fördert die Bildung von Komplexen mit Calcium und Speicheleiweißen in der Mundhöhle, was zu einer Remineralisierung der Zahnhartsubstanz (Zahnschmelz) führt.

Kariesprophylaxe

Wie bei allen vermeidbaren Erkrankungen ist das beste Mittel gegen Karies und Parodontitis eine gute Prophylaxe. Neben der regelmäßigen Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahnseide spielt die Nahrung eine maßgebliche Rolle: Wer sich zuckerarm und vollwertig ernährt, braucht sich vor Karies nicht zu fürchten.

Als Kariesprophylaxe wird Xylit mehrmals täglich angewendet. Lassen Sie dazu nach jeder Mahlzeit einen schwach gehäuften Teelöffel Xylit (ca. 4 g) langsam auf der Zunge zergehen. Sie werden einen angenehmen kühlenden Effekt spüren und der Speichelfluss wird angeregt. Behalten Sie die Lösung für ca. 1 Minute im Mund (hin- und herspülen) und schlucken Sie sie anschließend herunter oder spucken Sie sie aus. Sie können natürlich auch damit die Zähne putzen.

Xylit­-Kaugummis oder -bonbons erfüllen den gleichen Zweck.

Am einfachsten ist es, wenn man mit Xylit gesüßte Getränke (Tee, Kaffee, mit Xylitol gesüßte Milch, Kakao, kalte Getränke) zu sich nimmt und so die Zähne ständig mit Xylit in Verbindung bringt. Optimal ist die Kombination mit Kalzium-haltigen Getränken oder Speisen (Milch und Milchprodukte), weil Kalzium mit Xylit Komplexe bildet, die die Remineralisierung von Zähnen und Knochen fördern.

Die süße Diabetesprophylaxe

Wer Zucker durch Xylit ersetzt, verringert das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Anders als beim Typ 1-Diabetes, der vererbt wird, wird der Typ 2-Diabetes durch häufigen Zuckerkonsum und den damit verbundenen hohen Blutzuckerspiegeln gefördert. Die Bauspeicheldrüse produziert zwar weiterhin ausreichend Insulin, aber die Körperzellen zeigen sich demgegenüber resistent, so dass der Körper trotz eines Zuckerüberangebots "verhungert". Im späteren Verlauf der Erkrankung ist die Bauspeicheldrüse gar nicht mehr in der Lage, Insulin zu produzieren.

Vom Typ2-Diabetes sind allein in Deutschland Millionen Menschen betroffen. Vor der Einführung von Zucker und Weißmehlprodukten war diese Erkrankung praktisch unbekannt. Deshalb wird sie als typische Zivilisationskrankheit angesehen.

Gesundheitliche Probleme bereitet aber nicht nur der hohe Blutzuckerspiegel, der z.B. das Wachstum von Hefepilzen fördert, sondern vor allem der hohe Insulinspiegel, der die Blutgefäße schädigt. Herz-Kreislauferkrankungen sind typische Folgeerscheinungen davon.

Der Konsum normalen Zuckers hat für die Gesundheit keinerlei Vorteile. In allen Industrienationen liegt der durchschnittliche Zuckerkonsum deutlich über einem gesunden Maß. Die Folgen kosten unsere Gesellschaft jährlich Milliarden Euro. Da ist es kaum übertrieben, von einer Zuckersucht unserer Gesellschaft zu sprechen.

Die Zuckersucht der Industriegesellschaften

Diese Zuckersucht bezieht sich auch auf den Effekt, der nach dem Konsum von Zucker (und anderen raffinierten Nahrungsmitteln wie z.B. Weißmehlprodukte) eintritt: zuerst steigt der Blutzuckerspiegel steil an. Der Körper reagiert darauf mit der Ausschüttung von Insulin, übertreibt dabei aber und drückt so nach kurzer Zeit den Blutzuckerspiegel unter den Anfangswert. Dies löst erneut ein Hungergefühl aus. Je höher der glykämische Index (GI) eines Nahrungsmittels, desto stärker tritt dieser Effekt auf. Mit 100 ist Traubenzucker ein Spitzenreiter und Maßstab, Xylitol hat 7 - 13, Xylose 0. Meiden Sie Lebens- und Genussmittel mit hohen GI-Werten, wie z.B. Weißmehlprodukte.

Es stimmt übrigens nicht, dass der Genuss von süßen Getränken oder Nahrungsmitteln den Körper automatisch veranlasst, Insulin auszuschütten. Dies gilt unabhängig davon, ob sie mit Süßstoffen oder mit Zuckeraustauschstoffen gesüßt sind. Entscheidend für die Insulinausschüttung ist immer nur der Blutzuckerspiegel.

Backen und Kochen mit Xylit

Sie können Zucker fast vollständig durch Xylit im Verhältnis 1:1 ersetzen, denn die Süßkraft beider Stoffe ist identisch. Wenn Sie Hefeteig machen, sollten Sie allerdings beachten, dass Hefe Xylit nicht verstoffwechseln kann. Deshalb bitte immer zwei Teelöffel Zucker in den Teig geben, damit der Teig gut geht. Wenn Sie helles Mehr verwenden (Typ 450 oder 550) können Sie auf den Zucker verzichten, geben Sie dem Teig aber ein bisschen mehr Zeit zum gehen.

Sie können auch Eis, süße Soßen, Sirup oder Marmelade mit Xylit herstellen. Kaufen Sie wie gewohnt Früchte Ihrer Wahl und süßen Sie einfach mit Xylit (gleiche Menge wie Zucker).

Die besondere Marmelade

Schon zum Frühstück Kariesschutz gefälligst? Für Marmelade brauchen Sie:
  • 1kg Früchte
  • 20 g niederverestertes (!) Pektin (mit Google suchen, 100 g für ca. 7 Euro)
  • 4 g Calciumcitrat
  • 350 g Xylit (z. B. Xucker, gibt es auch bei Ebay)
  • Gewürze (z. B. Vanille, Zimt usw.)
  • optional: 3-4 g Vitamin C (gibt's billig in 100 g-Packungen als Pulver) oder Saft 1 Zitrone, verstärkt den Fruchtgeschmack und verringert die Oxidation (schöne Farbe bleibt länger erhalten)
Pektin und Calciumcitrat mit ca. 100 g Xylit (z. B. Xucker) trocken vermischen. Die Pektinmischung unter die Früchte rühren und alles bis zum Kochen erhitzen. Etwa 3-4 Minuten köcheln lasen, erst dann das restliche Xylit dazugeben.

Danach noch einmal ca. 2 Minuten köcheln bis der Zucker aufgelöst ist. Das Pektin muss insgesamt ca. 5 Minuten köcheln, damit es sich vollständig löst und hinterher gelieren kann. Wichtig ist außerdem, dass anfangs nicht zuviel Zucker in der Lösung ist, sonst löst sich nur der Zucker, das Pektin aber nicht mehr. Manchmal bleiben kleine weiße Stippen vom Calciumcitrat sichtbar. Spätestens nach einem Tag lösen sie sich von selbst auf. Wenn Sie sehr hartes Obst verwenden möchten, zerkleinern Sie es und kochen es zunächst ca. 10-15 Minuten ohne Pektinmischung bis es weich ist. Erst dann geben Sie die Pektinmischung zum Obst und kochen weitere 5 Minuten geben Sie die Pektinmischung zum Obst und kochen weitere 5 Minuten.

Die kochendheiße Marmelade wird sofort in bereitstehende Gläser gefüllt, die mit Twist-off Deckeln fest verschlossen werden. Die verschlossenen Gläser ein paar Minuten auf den Kopf stellen, damit auch der Deckel erhitzt wird und Keime abgetötet werden. Nach ca. 5 Minuten die Gläser wieder umdrehen.

Alle Marmeladen Typen zum Schluss mit etwas Zitrone abschmecken, das unterstützt den Fruchtgeschmack. Auch kann man je nach Fruchtsorte frische Kräuter wie Rosmarin, Lavendel, Minze oder Gewürze wie Ingwer, Chili, Vanille oder Zimt einrühren.

Wichtiger Hinweis

Xylit ist für Kinder und Erwachsene auch in großen Mengen unbedenklich. Allerdings sollten zu Beginn nicht mehr als 3 bis 4 Teelöffel Xylit (15 bis 20 g) pro Tag konsumiert werden, da es sonst abführend wirken kann. Steigern Sie – je nach Bedarf – langsam die Dosis, bis sich Ihr Körper nach einigen Tagen an größere Mengen gewöhnt hat. Wir empfehlen die Einnahme von höchstens 100 g Xylit pro Tag, für Kinder bis 12 Jahre höchstens 50 g pro Tag. Für Säuglinge bis 12 Monate ist Xylit weniger geeignet, da sie Xylit noch nicht optimal verstoffwechseln.

Vorsicht bei Haustieren!

Für manche Tiere (u.a. Hunde, Kaninchen, Ziegen) ist Xylit gefährlich. Ihnen fehlt ein wichtiges Enzym in der Leber, mit deren Hilfe das Xylit abgebaut werden kann. Xylit provoziert bei ihnen deshalb eine Insulin­ausschüttung, die den Blutzuckerspiegel über­mäßig senkt. Einfaches Gegenmittel: Zucker.

Xylit bekommen Sie in der Apotheke (teuer!), bei Ebay und in zahlreichen Onlieshops (wie z. B. auf www.xucker.de).
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