Worauf Sie beim Kauf von Bausätzen für Flugzeuge aus Plastik achten sollten

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Revell

 

Das Bauen von Modellen ist bereits eine sehr alte Kunst. Sie geht mehrere tausend Jahre zurück. So sind etwa Schiffsmodelle beliebte Grabbeigaben der alten Ägypter. Freilich haben diese Modelle eine gänzlich andere Sinngebung, als diejenigen Modelle, um die sich dieser Ratgeber dreht. War der Modellbau der alten Ägypter religiös motiviert, ist der Modellbau heute natürlich eine individuelle Beschäftigung, die vor allen Dingen eines hervorbringen soll: Freunde. Neben den bereits erwähnten Schiffen gehören seit den Anfängen kommerziell vertriebener Modellbausätze auch Flugzeuge zu den Klassikern des Modellbaus.

Ein kurzer Blick in die Geschichte des Modellbaus

Der Modellbau, der als Hobby betrieben wird geht auf die 1930er Jahre zurück. Hier entstehen die ersten  Modellflugzeuge, die aus Celluloseacetat gefertigt werden. Federführend in diesem Bereich war die Firma Frog Penguin. Die ersten Flugzeugmodelle aus diesem Material besaßen dabei einen Maßstab von 1:72. Im weiteren Verlauf erweiterte die britische Firma von Jahr zu Jahr ihre Angebotspalette an Modellflugzen Sie in Z  bzwodellzeugen. Daher lässt sich Großbritannien auch als Mutterland des Plastikflugzeugs bezeichnen.

Ebenfalls in den 1940er Jahren kam man weiterhin auf die Idee, Flugzeug- und Automodelle aus zuvor gefertigten Einzelteilen herzustellen. Die Idee des Modellbausatzes war geboren. Diese Idee entstammte von Lewis H. Glaser, der als Gründer der Firma Revell bekannt ist. Mit der Zeit erkannten mehr und mehr Hersteller, dass mit dem Vertrieb von selbst herzustellenden Modellen Geld zu verdienen war. Immer mehr Menschen fanden gefallen an dem Zusammenbauen von Flugzeugmodellen. Ab den 1950er Jahren war Revell auch in Deutschland vertreten. Vertrieb man hier in der ersten Zeit ausschließlich die auch in den USA angebotenen Modelle, ging man doch schnell dazu über an den deutschen Markt angepasste Bausätze zu vertreiben.

Die 1960er und 1970er Jahre

Die 1960er und 1970er Jahre waren die Hochzeiten für den Plastikmodellbau. Immer mehr Firmen und Hersteller kamen hinzu. Zu der Zeit schwenkte man auch auf Polysterol als neues Material um. Die Flugzeugkits waren jedoch noch sehr einfach gehalten und wenig detailreich. Auch das Angebot sowie die Techniken für die Bemalung und den Zusammenbau wurden zahlreicher. Spezielle Modellbaufarben, neue Klebstoffe, Werkzeuge, Airbrushes und Pinsel kamen auf den Markt. In den 1980er Jahren kam es noch einmal zu einem Schub, was die Qualität und den Detailreichtum der Plastikmodellbausätze anbelangt. Hierbei waren besonders japanischen Firmen vorherrschend, die mit kostengünstigen Modellen auf den Markt drängten. Seit Beginn der 1990er Jahre prägten auch Hersteller aus dem ehemaligen Ostblock den Markt.

Die Etablierung des World Wide Web war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Plastikmodellbaus. Die Plastikmodellbauer, die nicht in Vereinen organisiert waren, hatte auf einmal Gelegenheit, miteinander zu kommunizieren. Es entstanden Foren und Plattformen, die den Austausch zwischen den Bastlern förderten.

Kleine Übersicht über Flugzeugbausätze aus Plastik und deren Hersteller

Wie oben bereits angedeutet, haben sich in den Jahren eine breite Masse an Herstellern von Flugzeugmodellbausätzen auf dem Markt etabliert. Die folgende Übersicht kann dieses Spektrum bei Weitem nicht widerspiegeln, möchte aber die wichtigsten bzw. interessantesten Hersteller nicht unerwähnt lassen.

Revell

Ganz zuvorderst sind hier natürlich die Bausätze der Firma Revell zu erwähnen. Revell hat in den Jahrzehnten seines Bestehens die unterschiedlichsten Flugzeugmodelle herausgebracht. Qualitativ gibt es hier jedoch manchmal starke Unterschiede. Ein besonders gutes Beispiel von einem qualitativ hochwertigen Bausatz ist etwa das Modell der Lockheed F-104 „Starfighter“. Die Abziehbilder (auch „Decals“ genannt) sind bei Revell ausschließlich in matter Ausführung vorhanden. Ein Vorteil der Revell-Bausätze: Man kann sie überall kaufen und sie sind relativ preisgünstig.

Italeri

Genauso häufig in den Modellbauregalen vertreten wie Revell sind die Bausätze von Italeri. Die Angebotspalette ist hier sehr groß und neue Bausätze kommen ständig dazu. Qualitativ rangiert Italeri etwa mit Revell, nimmt man die Gravuren und die Güte des Polysterols einmal aus der Betrachtung heraus. Diese sind als eher schlechter zu bewerten. Die Abziehbilder sind von guter Qualität. Einige alte AMT- und Esci-Formen wurden von Italeri übernommen.

Hasegawa

Mit Hasegawa ist ein japanischer Hersteller angesprochen, der besonders hochqualitative Bausätze herstellt und auch nicht ganz billig ist. Es gibt sehr viele verschiedene Modelle und die das Modellangebot wird stetig erweitert. Gerade Modelle neueren Datums setzen in puncto Qualität Maßstäbe. Das betrifft sowohl die Plastikteile, als auch die beiliegenden Decals, die einen sehr hohen Detailgrad aufweisen.

Tamiya

Tamiya ist ein weiterer japanischer Hersteller. Die Firma aus Shinzuoka wird in Deutschland durch die Simba-Dickie-Group (Stand: 2013) vertreten. Tamiya gehört für viele Sammler bzw. Modellbauer zu den absoluten Spitzenherstellern, was die Qualität betrifft. Sowohl das verwendete Material, sowie die Bauteile und Details sind sehr hochwertig. Die Modellauswahl ist hingegen nicht sehr groß. Die Preise für Tamiya-Modelle schwanken von Händler zu Händler deutlich, in der Regel jedoch nicht gerade niedrig.

KP/Kopro

Mit KP/Kopro gerät ein traditionsreicher Hersteller aus Tschechien ins Blickfeld, der bereits in den 1980er Jahren Bausätze vertrieb. KP/Kopro lieferte dabei Modelle im Maßstab 1:72. Diese sind auch heute noch erhältlich, obwohl auch KP/Kopro seine Produktpalette sukzessive erweitert. Der Hersteller hat dabei besonders militärische Flugzeuge im Angebot. Aufgrund Ihrer Einfachheit sind die Modelle von KP/Kopro besonders auch für Anfänger geeignet.

Emhar

Emhar ist ein Anbieter aus England. Sowohl was die Qualität der Bausätze als auch ihren Preis betrifft, gehören die Emhar-Produkte ins Mittefeld. Die Kits besitzen einen Nachteil: Negative Gravuren sind bei Emhar oftmals unsauber und grob ausgeführt. Trotzdem besitzt Emhar eine kleine, aber sehr interessante Sammlung von Modellen. Neuerscheinungen gibt es jedoch nicht in diesem Bereich.

Welches Zubehör für Bausätze gibt es?

In Modellbausätzen für Flugzeuge aus Plastik befinden sich nicht nur die Bauteile aus Spritzguss. Diese befinden sich immer in den dafür vorgesehenen Spritzrahmen und müssen mithilfe des richtigen Werkzeugs zunächst herausgetrennt und dann geschliffen oder gefeilt werden. Daneben enthalten die meisten Bausatzkits auch entsprechende Abziehbilder, die am Ende auf die Modelle aufgetragen werden. Decals sind Markierungen, die mit dem Pinsel nur schwer zu malen wären. Bei Flugzeugen sind das insbesondere Symbole und Schriftzeichen. Firmen, die Decals auch separat vertreiben sind beispielsweise Eduard aus Tchechien oder SuperScale International aus den USA.

Weiteres Zubehör für die Flugzeugbausätze sind beispielsweise Foto-Ätzteile. Diese sind besonder dafür geeignet, kleine Details nachzubilden. Genauso wie bei Decals ist die Firma Eduard hier als einer der größten Anbieter von Ätzteilen zu nennen. Die jeweiligen Bauteile im Kit werden dann durch die entsprechenden Ätzteile ersetzt und sorgen so für einen höheren Detailgrad des Modells. Verlinden ist eine weitere bekannte Firma, über die man Ätzteile beziehen kann.

Neben diesem Zubehör gibt es noch weitere Sets, die - ausgestattet mit weiteren Kleinstmodellen - das Hauptmodell in Szene setzten. Kits mit spezieller Bewaffnung für das Flugzeug, Pilotenfiguren oder Wartungspersonal und andere Objekte sind möglich. Dieses Zubehör bietet sich besonders dann an, wenn man ein Diorama ausstatten will. Hersteller, die solchen Zusatzpackungen vertreiben sind etwa Hasegawa, Dragon oder Heller.

Welche Werkzeuge benötigt man für den Flugzeugmodellbau?

Zum Zusammenbauen und Lackieren von Flugzeugmodellen ist eine ganze Reihe von Werkzeugen vonnöten. Doch haben Sie keine Angst: die meisten der folgend aufgeführten Utensilien sind nicht sehr teuer und sind überall zu bekommen. Manche davon sind eigentlich immer in Gebrauch, während andere wiederum nur selten zu Einsatz kommen.

Eines der wichtigsten Werkzeuge ist ein Skalpell oder alternativ ein schmales Cuttermesser. Dieses benötigen Sie, um die Bauteile zu aus dem Rahmen herauszutrennen, zu entgraten oder auch feinere Maskierarbeiten durchzuführen. Mit (Nagel-)Feilen lassen sich Unebenheiten (beispielsweise durch Spachtelmasse hervorgerufen) bearbeiten. Das Auftragen von Spachtelmasse lässt sich gut mit Spateln erledigen. Mithilfe einer Modellbausäge mit feinem Blatt lassen sich am Flugzeugmodell beispielsweise Klappen und Ruder aussägen.

Weiterhin sollten Sie eine oder mehrere Pinzetten benutzen. Diese können für feine Arbeiten mit kleinsten Plastikteilen ebenso genutzt werden wie für das Auftragen von Decals. Feine Bohrer sind nicht zu verachten, wenn es darum geht eventuell unsaubere Bohrlöcher freizulegen etc.

Die wohl größte Investition ist die Anschaffung einer Airbrushausrüstung. Als ernsthafter Modellbauer sollte man hier keinesfalls sparen. Nur mithilfe einer Airbrush sind Sie in der Lage, Farben gleichmäßig, dünn und großflächig zu verteilen. Als Anfänger bleibt Ihnen bei der Verwendung der Airbrush nichts anderes übrig, als zu üben. Wichtig dabei: Sprühen Sie immer aus einem gehörigen Abstand vom Modell, sonst entstehen hässliche Verläufe. Nach dem Gebrauch sollten Sie die Airbrush jedes Mal gut reinigen.

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