Wie aus Feigenstecklingen Früchte tragende Pflanzen werden

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Wie aus Feigenstecklingen Früchte tragende Pflanzen werden

Kaum eine andere Frucht hat sich in der Menschheitsgeschichte so sehr etabliert wie die Feige. In der Bibel ist sie das erste Obst, das erwähnt wird, im Garten Eden wächst sie als Einziges. Auch schon die alten Griechen verehrten die köstliche Frucht und widmeten sie ihrem Gott des Weines Dionysos. Tatsächlich war es streng verboten, die Pflanzen oder auch nur die Früchte aus dem Land zu schaffen. Wer es doch wagte, konnte keine Milde mehr erwarten. Neben den Christen und alten Griechen hegten auch die Römer ihre Feigenpflanzen und maßen den Früchten eine besondere Bedeutung bei. Im Koran hat die Pflanze ihren festen Platz. Feigen gelten heute als eine der ältesten domestizierten Pflanzen weltweit. Aufgrund der positiven klimatischen Bedingungen wird sie vor allem im mediterranen Raum angebaut.

Feige ist nicht gleich Feige

Süß, lecker und bekömmlich – so kennen und lieben wir die herrliche Frucht des Feigenbaums. Leider halten die Supermarktfrüchte oftmals nicht das, was sie versprechen, und die gekauften Feigen landen auf dem Müll. Wäre es da nicht viel einfacher, sich selbst einen Feigenbaum auf den Balkon oder in den Garten zu stellen? Immerhin werden zahlreiche Feigenbaumarten in Baumärkten oder Gartenhäusern angeboten. Doch Feige heißt nicht gleich Feige. Insgesamt gibt es beinahe 1000 Arten des Laubbaumes, manchmal als Strauch, manchmal als Kletterpflanze. Allerdings trägt nur eine Art die von uns so bevorzugten Früchte – die sogenannte Echte Feige.

Feigenbäume gehören zur Familie der Maulbeergewächse und sind in ihrem Wachstum und ihrer Verbreitung durchaus verschieden. Viele Arten gedeihen nur in ihren Heimatgebieten unter tropischen und subtropischen Klimabedingungen. Hierzulande kennen wir sie vor allem als dekorative Zimmerpflanze. Die Bezeichnung Ficus ist dabei deutlich bekannter als Gewächs für Heim und Garten und bildet den lateinischen Ursprung des Wortes Feige. Die Birkenfeige und auch der Gummibaum gehören zur Gruppe der Ficus-Arten, haben allerdings mit der Speisefrucht nichts zu tun. Wenn Sie sich für einen Feigenbaum mit den Feigenfrüchten interessieren, achten Sie auf die Kennzeichnung „Echte Feige" und lassen Sie sich vor allem zur Pflege der Pflanze umfangreich beraten.

Geschmack und Wirkung

Frische Feigen haben einen sehr süßlichen Geschmack und muten hierzulande immer etwas orientalisch an. Das Fruchtfleisch ist durchsetzt von kleinen Kernen, diese können Sie ohne Probleme einfach mitessen. Vor allem dem frischen Obst wird eine leichte abführende Wirkung nachgesagt. Darum gilt: In Maßen genießen. Das Obst ist reich an Vitamin A und Eisen, eignet sich also besonders gut zum Verzehr in der Schwangerschaft. Die meisten kennen Feigen eher in getrockneter Form unterm Weihnachtsbaum. Als Trockenobst steigt der Zuckergehalt der Frucht auf bis zu 60 Prozent. Daher sind diese Feigen vor allem bei Kindern äußerst beliebt.

Durch den hohen Anteil an Ballaststoffen und Enzymen werden Feigen in der Medizin vor allem bei Verdauungsstörungen empfohlen. Zudem wird von einer immunstärkenden und entgiftenden Wirkung geredet. Als kleines Hausmittel sollen getrocknete Feigen gegen Halsbeschwerden wahre Wunder wirken. Eingeweicht in einem Glas warmer Milch sollen sie die Schmerzen in Hals und Rachen lindern. Feigen eignen sich darüber hinaus auch sehr gut dafür, um diese durch die Methode des Einmachen, zu Marmelade zu verarbeiten.

Letztens beim Feigenkauf

Gerade bei heißen Temperaturen empfiehlt sich ein frischer Salat mit viel Grün und einem Hauch Dressing. Um bei der Grillparty auch mal etwas Neues anbieten zu können, empfehlen Kochzeitschriften und Magazine einen pfiffigen Salat mit leckerer Feigengarnitur. Da nicht jeder die Möglichkeit besitzt, in seinem Garten die frischen Früchte einfach vom Baum zu pflücken, muss auf die Waren der unterschiedlichen Anbieter zurückgegriffen werden. Damit die Feigen auch wirklich halten, was sie versprechen, sollten Sie beim Kauf der Früchte ein paar Kleinigkeiten beachten. Die Früchte haben meist eine sehr lange Reise hinter sich, bevor sie zum Verkauf angeboten werden. Sie liegen in der Regel einzeln verpackt in einer leichten Papierhülle im Regal. Schauen Sie sich jede Feige genau an – auch unter dem Papier. Die Früchte sollten gleichmäßig matt sein und keine angedrückten Stellen oder Risse haben. Je nach Sorte gibt es die Speisefeigen in Grün und Violett. Wenn Sie die Früchte nicht sofort essen möchten, können Sie getrost zu den noch sehr festen Exemplaren greifen. Feigen reifen auch in Ihrer Küche weiter. Allerdings schmecken nur die wirklich reifen Früchte so angenehm süß. Sollten Sie das Obst also direkt verarbeiten wollen, dann nehmen Sie Früchte, die schon etwas weicher sind. Matschig sollten sie dabei allerdings auf keinen Fall sein.

Zuhause sollten Sie die Früchte nicht in Ihrem Kühlschrank aufbewahren. Der Wasseranteil der Frucht ist sehr hoch, somit werden Feigen schnell faulig, wenn sie nicht richtig gelagert werden. Außerdem verlieren sie bei zu viel Kälte ihren typisch aromatischen Geschmack. Legen Sie das Obst einfach in eine Schale in ihrer Küche und verbrauchen Sie die Früchte bald.

Anbau, Zucht und Pflege der Feige

Ohne Frage, frisch vom Baum schmeckt die Feige immer noch am allerbesten. Obwohl sich die Nutzpflanze vor allem in Spanien, Italien oder Griechenland heimisch fühlt, können Sie sich auch in Deutschland Ihren Traum vom eigenen Feigenbaum erfüllen. Sie können sich entweder erste Triebe ganz traditionell aus den Samen ziehen oder Sie machen es sich ein bisschen einfacher und arbeiten direkt mit den vorgezogenen Stecklingen, die Sie auf eBay erwerben können.

Für die erste Variante besorgen Sie sich frische Feigen. Versuchen Sie es nicht mit den Samen aus getrockneten Feigen. Diese wurden bei der Verarbeitung viel zu stark erhitzt und können nicht mehr keimen. Öffnen Sie die Feigen und reinigen Sie die einzelnen kleinen Samen sorgfältig vom Fruchtfleisch. Ist dieser Schritt getan, lassen Sie die Samen für einen Tag auf einem trockenen Tuch ruhen und trocknen. Wenn es Ihnen schwerfällt, per Hand die Samen aus der Frucht zu gewinnen, können Sie die offene Feige auch einfach über ein Stück Küchenpapier reiben. So bleiben ebenfalls Samen an dem Papier hängen. Nach einer kurzen Trocknungsphase können Sie diese nun ganz einfach vom Küchentuch auflesen.

Für die erste Anzucht aus den zierlichen Samen eignet sich Substrat am besten. Füllen Sie dieses locker in eine Pflanzschale und streuen Sie vorsichtig mit ausreichend Abstand die kleinen Samen auf. Drücken Sie diese nun leicht an. Anschließend muss die Schale gut gewässert werden. Damit die leichten Samen nicht weggespült werden, sollten Sie eine Sprühflasche verwenden. Suchen Sie einen hellen und warmen Platz und bedecken Sie den Aufbau idealerweise mit einem durchsichtigen Deckel – ein Zimmergewächshaus eignet sich dafür hervorragend. Halten Sie die Keimlinge immer schön feucht und nach ein bis vier Wochen werden sich die ersten Triebe bemerkbar machen. Haben die kleinen Feigenpflanzen eine Höhe von ungefähr 5 cm erreicht, können Sie diese vereinzeln und die Feigen in ihren ersten eigenen Topf pflanzen.

Wenn Sie die Anzucht aus den Samen überspringen möchten, nutzen Sie bereits vorgezogene Feigenstecklinge. Der Vorteil: Die meisten Stecklinge können bereits im ersten Jahr eigene Früchte tragen. Voraussetzung dafür ist der richtige Zeitpunkt. Beginnen Sie mit der Arbeit im Frühjahr und pflanzen Sie die Stecklinge mit der Schnittkante nach unten in die Pflanzenerde. Stellen Sie die Töpfe an eine schattige aber warme Stelle. Hat die Feige eine gute Größe erreicht und wirkt insgesamt stabil, kann sie auch nach draußen gestellt werden. Allerdings sollte es dabei nicht zu kalt werden. Bei viel Regen und bei zu kalten Temperaturen holen Sie die Feigenbäume wieder nach drinnen oder stellen Sie sie in ein geschütztes Pflanzengewächshaus. Im Winter haben Feigen nichts in der frischen Luft zu suchen. Selbst leichte Minustemperaturen schaden den mediterranen Gewächsen. Falls Sie mit dem Gedanken spielen, sich einen Feigenbaum direkt in den Garten zu pflanzen, sollten Sie auf die Bayernfeige zurückgreifen. Diese besondere Züchtung kann auch bei starken Frosttemperaturen dem Wetter trotzen.

Hat die Feigenpflanze ihr gröbstes Anzuchtwachstum hinter sich, zeigt sie sich als sehr genügsam in der Pflege. In den Sommermonaten freut sie sich über einen hochwertigen Dünger einmal pro Woche. Ansonsten gibt sie sich mit einem lockeren, kalkhaltigen Boden und regelmäßiger Bewässerung zufrieden. Damit sollten Sie jedoch sparsam umgehen, Feigen mögen es lieber trocken als zu nass. Alle zwei Jahre wird es der gut gepflegten Pflanze zu eng und sie braucht einen größeren Topf. Gehen Sie dabei mit großer Sorgfalt vor und verletzen Sie nicht den Wurzelballen der Feige.

Schon nach kurzer Zeit werden sich erste Früchte zeigen. Diese werden immer erst dann geerntet, wenn sie vollständig ausgereift sind. Eine reife Feige erkennen Sie mitunter an der Farbe. Da viele Sorten auch bei voller Reife grüne Früchte tragen, sollten Sie vor dem Pflücken einmal nachfühlen, ob sich die Frucht schon angenehm weich anfühlt. Dann hat sie den perfekten Reifegrad erreicht.

Leckeres aus der Feigenfrucht

Seit einigen Jahren sind Feigen wieder in aller Munde und haben sich zu einer Art Trendzutat für edle Gerichte entwickelt. Frisch vom Baum oder getrocknet ist sie den meisten bekannt. Doch auch in der warmen Küche findet das Obst vielfältige Verwendung. Feigen im Schinkenmantel aus Serrano geben der Tapas-Runde eine fruchtige Note, serviert auf einer Platte aus erlesenem Käse ersetzen sie schon lange die Rolle der Weintraube. Auch das leckere Schweinefilet kann gut mit einer Feigensenf-Kruste verfeinert werden.

Natürlich lassen sich aus Feigen besonders wohlschmeckende Süßspeisen und Desserts zaubern. Feigeneis, Feigenjoghurt mit Honig oder eine Feigen-Marillen-Konfitüre wären nur einige Beispiele, wie die Feige in der Küche eingesetzt werden kann. Ob kalt oder warm, süß oder herzhaft, frisch im Salat oder getrocknet in der Soße – Feigen sind vielseitig und verleihen beinahe jedem Gericht das gewisse Extra.

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