Whisky & Whiskey – die Unterschiede und Merkmale

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Whisky & Whiskey – die Unterschiede und Merkmale

Whisky und Whiskey – Unterschiede nur im Namen?

Beides liest sich so ähnlich und dennoch trennen Whisky und Whiskey Welten. Einen Liebhaber kann man mit einem kleinen Schreibfehler auf die Palme treiben und andersrum sich selbst als Kenner qualifizieren, indem man über die Unterschiede doziert – so man sie denn kennt. Aber was alles unterscheidet denn nun Whisky von Whiskey? Zunächst einmal die Herkunft. Schottische Destillationen tragen den Namen Whisky ohne e, die Bezeichnung Whiskey findet man auf Produkten aus Irland und Nordamerika. Eine Ausnahme, die nur den wenigsten bekannt sein dürfte, sind japanische Whiskys, diese teilen sich die Schreibvariante ohne e mit ihren schottischen Brüdern. Der eigentliche Unterschied, der auch ganz extrem den Geschmack beeinflusst, ist die verwendete Getreideart. Während in Schottland Gerste zur Produktion von Whisky benutzt wird, greifen zum Beispiel nordamerikanische Destillerien auf Roggen, Mais und Weizen zurück. Auch wenn die Produktionsschritte danach meist sehr ähnlich sind – die Endergebnisse sind zwei vollkommen verschiedene. Beide Arten finden Sie bei eBay, wenn Sie Ihre Spirituosen online kaufen. 

Die Ursprünge des Whiskys

Erst im 18. Jahrhundert wurde das Wort Whisky erstmals erwähnt – es leitet sich von dem gälischen „uisge beatha“ beziehungsweise dem irischem „uisce beatha“ ab und bedeutet so viel wie „Lebenswasser“. Jedoch wurde bereits einige hundert Jahre zuvor in den Gebieten des heutigen Schottlands und Irlands Whisky gebrannt, jeder Clan hatte sein eigenes Rezept und brannte Whisky, um den eigenen Bedarf zu decken. In die Neue Welt gelangte Whisky mit den Auswanderern aus Schottland und Irland, die nun auch in Nordamerika ihr angestammtes Getränk brennen wollten. Da sich jedoch der Gerstenanbau aus klimatischen Gründen als schwierig erwies, ersetzten sie ihn durch Roggen, Mais und Weizen. Die zweite Charakteristika, welcher der Whisky seinen Geschmack verdankt – der Torf – ist in Nordamerika ebenfalls nicht vorhanden. Um dennoch einen rauchigen und torfigen Geschmack in den Whisky zu bringen, wurden die Holzfässer vor der Einlagerung von innen ausgekohlt.

Schottland – Heimat des Whiskys

Schottische Whiskys teilt man generell in zwei Klassen auf – die Blended und Malt Whiskys. Es gibt darüber hinaus noch Grain Whiskys, die aber wegen ihres unspektakulären Geschmacks im Handel faktisch nicht erhältlich sind und nur zur Produktion der Blended Whiskys verwendet werden. Blended Whiskys machen den Großteil des Exports an schottischem Whisky aus, sie sind ein Verschnitt aus Malt und Grain Whiskys, die über einen immer gleichbleibenden Geschmack verfügen sollen. Bis zu 50 verschiedene Sorten können in einem Blended Whisky enthalten sein, bekannte Marken dieses Typs sind zum Beispiel Johnnie Walker, Ballentine´s, VAT 69 und Teacher´s.
Die Single-Malt-Whiskys hingegen stammen immer aus nur einer Brennerei und besitzen einen typischen Geschmack, der auch von Jahr zu Jahr variieren kann und durch die Verwendung der Fässer und des Klimas beeinflusst wird. Obwohl sie nur rund 10% der Whisky-Produktion Schottlands ausmachen, ist die Vielfalt an Single-Malts schier endlos. Die meisten Brennereien besitzen nicht nur Abfüllungen unterschiedlicher Lagerungen, die von fünf bis hin zu 50 Jahren reichen, sondern bringen auch Malts auf den Markt, die sich durch die Art der Fässer, in denen sie gelagert wurden, unterscheiden. Bekannt geworden durch seine Kreativität ist hier Glenmorangie, die im Jahre 2007 eine neue Serie Malts auf den Markt brachten. Diese Serie, die vier verschieden gereifte Whiskys umfasste, zeigte deutlich, wie groß die geschmacklichen Unterschiede von Whiskys aus einer Brennerei sein können. Für die Lagerung werden alte Portwein-, Sherry-, Madeira- und Burgunderfässer benutzt, denen der Whisky einen Teil seiner Aromen verdankt. Weitere bekannte Single-Malt-Marken sind unter anderem Glenfiddich, Glen Grant und Dufftown.

Die schottischen Whisky-Regionen

Die Whisky-Landkarte teilt Schottland in sechs Regionen, auf die sich rund 100 aktive Brennereien verteilen. Neben diesen gibt es mehrere Hunderte, zurzeit nicht produzierende Brennereien. Nicht alle dieser ehemaligen Betriebe sind für immer von der Landkarte verschwunden, einige haben nur für kurze oder mittelfristige Zeit ihre Produktion eingestellt und können jederzeit wieder aktiviert werden, wenn zum Beispiel die Nachfrage nach Whisky ansteigt. Der Zustand solcher Brennereien wird als „eingemottet“ bezeichnet. Sowohl an Dichte als auch an der Anzahl der Brennereien ist Schottland somit die weltweite Hochburg der Whiskyproduktion. Jede Region stellt unterschiedliche Whiskys her und im Geschmack der fertigen Produkte spiegeln sich die Einflüsse der Natur sowie der verwendeten Getreidesorten wieder.

Speyside

Die Region mit den meisten Whiskybetrieben zieht sich entlang des Flusses Spey durch die Grafschaften Banffshire und Morayshire und erhält zugleich seinen Namen von diesem Fluss – Speyside. Knapp 50 Brennereien produzieren hier einen Großteil der schottischen Whiskys und weltweit bekannte Single-Malts wie Glenfiddich, Macallan und Glenfarclass stammen von hier. Speyside-Whiskys werden allgemein als süßlich, leicht torfig und wenig rauchig beschrieben. Besonders Single-Malt-Neulingen wird oftmals geraten, ihre ersten Erfahrungen mit Speyside-Whiskys zu machen, da diese einen einfachen Einstieg in die Welt der schottischen Whiskys ermöglichen – woraus man keinesfalls Rückschlüsse auf die Qualität ziehen sollte!

Die Inseln

Im Norden von Schottland liegt die aus rund 70 Inseln bestehende Orkney-Inselgruppe. Sie beheimatet die beiden nördlichsten Brennereien Schottlands, die darüber hinaus auch noch zu den bekanntesten zählen: Highland Park und Scapa. Ebenfalls zur Inselregion gehören die im Westen zwischen Irland und dem schottischen Festland liegenden Inseln Skye, Mull, Jura, Arran und Lewis. Whiskys dieser sechs Inseln werden, trotz ihrer unterschiedlichen geografischen Lage, als die Insel-Whiskys zusammengefasst. Der Grund dafür liegt in den sehr ähnlichen, geschmacklichen Eigenschaften der Whiskys. Das raue Klima und die salzige Meerluft vom Atlantik beeinflussen die Whiskys während ihrer Lagerung und Reifezeit. Whiskys von den Inseln sind weniger torfig als ihre Verwandten vom Festland, besitzen dafür ausgeprägte Salz- und Raucharomen, die typisch sind für seeluftgelagerte Whiskys. Die Inseln sind dennoch nur ein Nebenschauplatz der Whiskyproduktion, grade einmal sieben aktive Brennereien findet man auf allen sechs Inseln.

Islay – kräftige Single-Malt-Whiskys von den inneren Hebriden

Ein weiterer weltweit bekannter Whisky ist Lagavulin, welcher auf der schottischen Insel Islay seine Heimat hat. Islay bildet eine Ausnahme in der Riege der Insel-Whiskys, denn seine Whiskys werden einer eigenen Gruppe zugeordnet – im Gegensatz zu den anderen Insel-Brennereien, die man in der Insel-Gruppe zusammenfasst. Der Grund dafür liegt sicherlich in der Fülle der Torf- und Raucharomen, die alle Islay-Whiskys eint und so grundverschieden macht, nicht nur von den anderen Insel-Whiskys, sondern von allen schottischen Whiskys. Auf Islay befinden sich insgesamt neun Brennereien, von denen aktuell acht in Betrieb sind. Weitere sehr bekannte Whiskys von Islay sind Bowmore, welche ein sehr umfangreiches Portfolio an Single-Malt-Whiskys haben, Laphroaig und Ardberg.

Lowlands & Highlands

Der Süden Schottlands, von der Grenze zu England bis knapp nördlich von Glasgow und Edinburgh, bezeichnet man als die Lowlands. Traditionell werden die hier produzierten Whiskys oft zur Herstellung von Blended Whiskys verwendet. Ballentines oder Johnny Walker sind nur zwei der großen Blended Whiskymarken, die Teile ihre Whiskys von Lowland-Brennereien beziehen. Da Torfmoore im Süden Schottlands rar sind und das Klima gemäßigter als in den nördlichen Regionen ist, haben die hier gebrannten Whiskys einen milderen Geschmack und sind wohl die schottischen Whiskys mit den geringsten Torfaromen. Mit 25 aktiven Brennereien nach Speyside die wichtigste Whisky-Region, umfassen die Highlands alle Gebiete nördlich von Dundee mit Ausnahme der Region um den Fluss Speyside. Gleichzeitig sind die Highlands flächenmäßig die größte Region und ihre Whiskys sind bekannt als einige der komplexesten und vielseitigsten Single Malts Schottlands.

Irland – kleine aber feine Unterschiede

Der irische Whiskey ähnelt in vielerlei Hinsicht seinen schottischen Nachbarn, es gibt neben Blended-Whiskey auch Single-Malt-Whiskey und Gerste bildete die Grundlage zur Produktion. Die Unterschiede liegen im Detail, verändern die Aromen des Whiskeys aber grundlegend. So verwenden irische Betriebe traditionell keinen Torf beim Mälzen der Gerste, sondern nur Heißluft. Dadurch fehlt dem irischen Whiskey die rauchige Note, die so typisch ist bei schottischen Whiskys. Auch der Prozess der Destillation unterscheidet die beiden Nachbarn: Während in Schottland der Whisky in zwei getrennten Vorgängen destilliert wird, verwendet man in Irland einen dreistufigen Brennvorgang. Dies bringt einen sehr malzigen und milden Whiskey hervor, bekannte Vertreter sind zum Beispiel Jameson und Tullamore Dew. Irischer Single-Malt-Whiskey ist eher selten, außer der großen Marke Bushmills Malt sind nur noch Locke´s oder Tyrconnell nennenswerte Produzenten.

Auf Whisky-Weltreise: Japan, Frankreich & Deutschland

Auch wenn das Produkt Whisky unbestritten mit Schottland verknüpft ist, sind es nicht nur die Schotten, die die Kunst der Whiskyherstellung beherrschen. Vor allem in den letzten Jahrzehnten mehren sich weltweit die Produzenten, die bemüht sind, qualitativ hochwertige Whiskys zu fabrizieren, die sich auch mit ihren schottischen Vorbildern messen können.  Auch zu uns gelangen Whiskys aus aller Welt, die oftmals von beachtlicher Qualität sind und mehr als nur ein Nischendasein fristen. Hervorheben muss man zunächst die japanischen Brennereien, deren Ursprünge bis 1920 zurückreichen und sich sehr stark an den schottischen Single Malt Whiskys orientieren. Die Brennereien befinden sich größtenteils im kühlen Norden des Landes, wo sowohl die klimatischen Gegebenheiten als auch das Bergquellwasser den schottischen Bedingungen sehr nahe kommen.

Auch aus Frankreich kommt Single-Malt-Whisky nach schottischem Vorbild, erwähnenswert ist hier der Armorik aus der Bretagne, bei dem es sich um einen fruchtigen Whisky handelt, den man am ehesten mit einem schottischen Lowland-Single-Malt vergleichen kann. In Deutschland haben sich vor allem in den letzten 20 Jahren zumeist kleine, lokale Brennereien an der Whiskyproduktion versucht und herausgekommen sind zum Teil sehr interessante Produkte. Inzwischen gibt es über ein Dutzend Betriebe, die ihre Whiskys zum Großteil direkt über das Internet oder über den Fachhandel vermarkten. Besonders bekannte Produkte sind die Glen Els-Serie aus dem Harz und die Slyrs-Whiskys aus Bayern. Beide Brennereien produzieren Single-Malt in limitierten Auflagen und orientieren sich, was Brennvorgang und Fasslagerung angeht, an den schottischen Malt-Whiskys.

Nordamerika – Bourbon, Tennessee und Canadian Whiskey

Wie gesagt, gelangte die Tradition der Whiskyproduktion mit europäischen Auswanderern nach Nordamerika. Heutzutage sind die kanadischen und amerikanischen Whiskeys eigenständige Produkte, die sich weder im Geschmack noch in der Herstellungsweise mit den schottischen Whiskys vergleichen lassen – daher auch der Unterschied in der Schreibweise. Tennessee Whiskey, wie zum Beispiel Jack Daniel´s, wird vor der Fasslagerung durch Zucker-Ahorn-Holzkohle gefiltert und besteht zu mindestens 51% aus Mais. Das Ergebnis ist ein sehr milder, süßlicher Whiskey. Ein Bourbon-Whisky muss ebenfalls aus mindestens 51% Mais bestehen und darf ab einer Lagerzeit von zwei Jahren in den Handel gebracht werden. Die Fasslagerung muss in frischen Eichenfässern, die von innen ausgekohlt werden, vorgenommen werden. Der wohl bekannteste Vertreter der Bourbon-Whiskeys ist Jim Beam aus Kentucky. Kanadischer Whiskey verwendet als Grundlage hingegen zu einem großen Teil Roggen, da dies in den nördlichen Breitengraden die vorherrschende Getreidesorte mit dem besten Wachstum ist. Bei den meisten kanadischen Whiskeys handelt es sich jedoch um Blends, sprich es werden verschiedene Getreidesorten wie Mais und Roggen zur Produktion verwendet. Die bekanntesten Whiskeys aus Kanada, die in den Export gehen, sind Black Velvet, Seagram´s und Crown Royal.

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