Welche Kriterien sollte eine Auspuffanlage erfüllen?

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Auspuff - Volles Rohr
Welche Kriterien sollte eine Auspuffanlage erfüllen?

Die Dimensionierung von Rohren und Schalldämpfern sollte dem Gasdurchsatz des Motors entsprechen (eine 1000er-Auspuffanlage funktioniert selten an einem 600er-Motor). 

  • Die Länge der Krümmerrohre sollte möglichst gleich sein
  • Die ausreichende Freigängigkeit der Auspuffrohre zu Motor, Fahrwerk, Rahmen und Anbauteilen sollte gewährleistet sein
  • Schweißnähte im Strömungsbereich müssen glattflächig (ohne Tropfen) mit möglichst wenig Querschnittsverengung ausgeführt sein.
    Zu enge Biegeradien sollten vermieden werden
  • Krümmer- und Sammelrohre sowie Schalldämpfer sollten mit Federn zu sichern und einzeln steckbar sein.


Die Auspuffanlage setzt sich aus folgenden Teilen zusammen: Krümmer, Sammelrohre und Schalldämpfer. Eine Racing-Anlage hat die Aufgabe, einen hohen Gasdurchsatz mit geringstem Strömungswiderstand und möglichst hoher Leistungs- und Drehmomentsteigerung zu ermöglichen. Wie funktioniert eine Racing-Auspuffanlage? Das durch die Anlage mit hoher Geschwindigkeit strömende Abgas verhält sich im Prinzip wie eine Schallwelle. Betrachten wir diesen Weg der Schallwelle einmal in Zeitlupe: Das unter hohem Druck und Temperatur stehende Abgas entweicht zunächst aus dem Brennraum in das zylindrische Krümmerrohr, um danach in das Sammelrohr und von dort aus in den Schalldämpfer zu gelangen. Dort angekommen, wird nicht alles ausgestoßen sondern ein Teil der Gase als Schallwelle reflektiert, worauf diese reflektierte Welle daraufhin in Richtung Zylinder zurückläuft. Kommt die rückläufige Welle im Krümmerrohr an, werden vor allem bei Racing-Motoren durch die langen Ventilöffnungszeiten die noch unverbrannten Frischgasanteile durch das noch offene Auslassventil wieder in den Brennraum zurückgedrückt, dadurch wird eine bessere Zylinderfüllung erreicht. Um diesen "Aufladeeffekt" besser nützen zu können, besitzen viele Racing-Krümmer konische Rohre. Das Gas entweicht aus dem Zylinder in das kurze zylindrische Rohr, um danach in den größeren konischen Teil einzuströmen. Diese Dimensionsänderung bewirkt eine Beschleunigung der Strömung und somit eine bessere Entleerung des Zylinders. Um die bereits erwähnten unverbrannten Frischgasanteile, die durch die scharfen Steuerzeiten hervorgerufen werden, nicht nutzlos aus dem Auspuff entweichen zu lassen, ist die Dimensionierung des Sammelrohres sowie Größe und Form von Schalldämpfer und Schalldämpferrohr für die Leistungsabgabe ausschlaggebend.

Im Gegensatz zum ABE-Dämpfer, der meistens als Reflektionsdämpfer verbaut wird, wird der Racing-Dämpfer als Absorptionsdämpfer verbaut (siehe Zeichnungen). Der Absorptionsdämpfer ermöglicht im Gegensatz zum Reflektionsdämpfer einen höheren Gasdurchsatz, den wir ja auf der Rennstrecke durch den permanenten Volllastbetrieb benötigen.

Arbeitsweise Reflektionsdämpfer (siehe Zeichnung): Aufgrund des Mehrkammer­systems bessere Schallreflektierung und -Dämpfung. Dies unterstützt eine positive Drehmomentabgabe durch eine fülligere Aufladung im unteren und mittleren Drehzahlbereich. Der Racing-Dämpfer funktioniert im Prinzip genau andersherum: Bei diesem Dämpfer ist die Drehmoment- und Leistungsabgabe im unteren Bereich unwichtig. Interessant ist hier nur der mittlere und hohe Drehzahlbereich. Hier kann es häufig vorkommen, dass es beim Umbau von ABE- auf Racing-Dämpfer ohne eine Neuabstimmung der Vergaser- bzw. Einspritzanlagen, mitunter zu stärkeren Drehmoment- und Leistungseinbrüchen kommen kann.

Bei der Zweitakt-Auspuffanlage ist das Abgasverhalten wie folgt: Das unter hohem Druck dem Auslassschlitz entweichende Gas (3) strömt zunächst durch das kurze zylindrische Rohr und erreicht den Anfang der konischen Erweiterung der Expansionskammer. Diese Erweiterung bewirkt einen Unterdruck, der einen Anteil Frischgas (2) in das Auspuffrohr mit ansaugt. Diese "Saughilfe" darf nicht zu lange dauern, sonst entweicht ein zu hoher Teil des Frischgases in den Auspuff und geht damit verloren. An der nun folgenden auslassseitigen konischen Verengung der Expansionskammer wird ein Teil der Druckwelle reflektiert und läuft so (5) in Richtung Auslassschlitz zurück. Dadurch wird das ausströmende Frischgas gestoppt und durch den noch nicht ganz geschlossenen Auslasskanal wieder in den Brennraum zurückgedrückt Durch diesen Umkehreffekt entsteht eine Art Rückladung, wodurch eine bessere Füllung des Zylinders erreicht wird. Hierbei ist die richtige Abstimmung der Rohrlängen und die Dimensionierung der Expansionskammern entscheidend.

Durch die offensichtliche Komplexität der Systeme sollte bei evtl. Abänderungen einer Auspuffanlage nach Möglichkeit ein Fachmann zu Rate gezogen werden

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