Was Sie beim Kauf eines Verstärkers & Vorverstärkers beachten sollten

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Was Sie beim Kauf eines Verstärkers & Vorverstärkers beachten sollten

Der Verstärker ist die Schaltzentrale der Hi-Fi-Anlagen. Grund genug, den sagenumwobenen Geräten die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie innerhalb der Hi-Fi-Anlage verdienen. Beim Verstärker laufen alle Komponenten der Anlage zusammen. Aus diesem Grund nimmt ein guter Verstärker für das klangliche Endergebnis eine Schlüsselposition ein. Doch was genau muss ein Verstärker können? Wo liegen die Unterschiede zwischen einem Vollverstärker, einem Vorverstärker und einem Endverstärker? In diesem Ratgeber wollen wir Ihnen die Antworten zu allen Fragen rund um das Thema Verstärker liefern.

Leistungsträger: das alles leisten Ihre Verstärker

Der Verstärker hat die Aufgabe, die Signale der Klangquelle so aufzubereiten, dass sie von den Lautsprechern in Schallwellen umgewandelt werden können. Die Klangquelle ist dabei variabel. Ob es sich dabei um einen CD-Player, einen DVD-Player oder um analoge Übertragungsmedien wie Kassettenrecorder oder Schallplattenspieler handelt, spielt für die Wahl des Verstärkers eine Rolle. Denn dieser muss die richtigen Anschlüsse für die jeweiligen Geräte und Übertragungsarten aufweisen.

Der Verstärker wandelt da Signal, das er aus der Signalquelle erhält so um, dass die Lautsprecher das Signal in Schalldruck wiedergeben können. Die Qualität des Signals hat also einen großen Einfluss auf die gesamte Klangqualität. Denn ist das Signal nicht akkurat oder fehlerhaft, so ist dies über gute Lautsprecher schnell zu hören.

Verstärker und Vorverstärker – eine Einführung zum Thema Amps

Was verbirgt sich hinter den Begriffen Vorverstärker, Vollverstärker und Endverstärker? Im Alltag der meisten Menschen spielen diese Begriffe kaum eine Rolle. Der Grund: Sogenannte Vollverstärker sind besonders weit verbreitet. Diese beinhalten alle Komponenten, die man zur Verstärkung von Audio-Signalen benötigt.

Ein Verstärker besteht in jedem Fall aus zwei Komponenten: einer Vorstufe und einer Endstufe. Die beiden Stufen sind für unterschiedliche Signalmodellierungen zuständig, die im Folgenden beschrieben werden sollen. In sogenannten Vollverstärkern sind diese beiden Arbeitsschritte in einem Gerät vereint. Ist dies nicht der Fall, spricht man von einem Vorverstärker und einem Endverstärker.

Was geschieht in den einzelnen Verstärker-Stufen?

Der Vorverstärker bildet eine Art Schaltzentrale. Hier sind alle Soundquellen, wie DVD-Player, CD-Player oder MP3-Player angeschlossen. Im ersten Schritt werden die elektronischen Signale so weiterverarbeitet, dass die zweite Verstärkerstufe mit den Signalen arbeiten kann. Das bedeutet, der Vorverstärker bringt die Signale in den passenden Spannungs- und Wechselstromwiderstandsbereich, der mit dem Endverstärker kompatibel ist. Die elektrische Spannung, die die Vorstufe dadurch erzeugen kann, ist sehr gering. Um einen Lautsprecher in einer gut hörbaren Lautstärke zu betreiben, würde sie nicht ausreichen.

Aus diesem Grund wird ein weiterer Verstärker benötigt, der das eingehende Signal aus der Vorstufe so verstärkt, dass die Spannung für den Betrieb von mehreren Lautsprechern ausreicht. Bei Aktiv-Lautsprechern ist bereits ein Endverstärker innerhalb der Lautsprecher integriert. Diese Art von Lautsprechern kann ohne Endverstärker betrieben werden. Während Aktiv-Lautsprecher im Computer-Bereich bereits sehr verbreitet sind, sind im größeren Hi-Fi-Bereich passive Lautsprecher nach wie vor an der Tagesordnung.

Vollverstärker vereinen die beiden Elemente der Vor- und Endstufe in einem gerät. Diese haben den Vorteil, dass sie kleiner und kompakter sind, als die zweigeteilte Lösung. Durch die hohe Nachfrage und die weite Verbreitung der Vollverstärker sind diese auch preislich deutlich attraktiver als Vor- und Endstufe in separaten Geräten.

Die Unterteilung auf zwei Verstärker ist jedoch gerade bei High-End Kunden immer noch beliebt. Der Grund ist vor allem darin zu sehen, dass zwei Verstärker dem Hörer die Möglichkeit geben, unterschiedliche Verstärker und Technologien miteinander zu verbinden. Klang ist wie so vieles im Leben eine Geschmacksache. Wer sich also seinen individuellen Hi-Fi-Klang selbst zusammenstellen möchte, ist mit zwei Geräten besser beraten. Sound-Experimente mit unterschiedlichen Verstärkerkomponenten sind hier einfacher möglich, als bei einem Vollverstärker. Es ist außerdem möglich, die einzelnen Geräte bei Bedarf auszutauschen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie gerne größere Gesellschaften in Ihren eigenen vier Wänden beschallen möchten. Hier können Sie Ihren Vorverstärker mit einer kraftvollen Endstufe und PA-Lautsprechern kombinieren.

Dream-Team gesucht: Verstärker und Lautsprecher müssen aufeinander abgestimmt sein

Verstärker bilden einen zentralen Faktor für den Sound einer Anlage. Doch nur im Zusammenspiel mit den anderen Elementen der Hi-Fi-Anlage kann der Sound sein volles Potenzial entfalten. Neben dem Verstärker gehören zur Anlage eine hochwertige Soundquelle und qualitativ passende Lautsprecher. Es wird generell empfohlen, die einzelnen Komponenten aus demselben Preissegment zu wählen.

Ein hochwertiger Verstärker wird aus einem schlechten Lautsprecher keine Wunderleistung herausholen können. Umgekehrt können besonders empfindliche Lautsprecher die Schwachstellen eines suboptimalen Verstärkersignals noch deutlicher zum Vorschein bringen. Hier muss das Verhältnis zwischen Lautsprechern und Verstärkern ausgewogen sein.

Beim Kauf eines neuen Verstärkers muss außerdem auf die Angabe des Widerstandes der bereits vorhandenen Lautsprecher geachtet werden. Der elektrische Widerstand, im Bezug auf Lautsprecher auch Impedanz genannt, wird in der Einheit Ohm gemessen und angegeben. Die Lautsprecher verfügen meistens über einen Widerstand von entweder vier oder acht Ohm. Beim Verstärker bezieht sich der Widerstandswert auf den Ausgang des Verstärkers. Je höher der Widerstand des Lautsprechers ist, desto mehr Energie muss der Verstärker aufwenden, um den Lautsprecher zu betreiben. Es ist daher besonders wichtig, dass Lautsprecher und Verstärker den gleichen Widerstand aufweisen.

Ist der Widerstand des Lautsprechers geringer als der des Verstärkerausgangs, muss der Verstärker mehr leisten, als er technisch kann. Die Überbelastung des Verstärkers kann auf lange Sicht schwere Folgen für den Verstärker haben. Durch die Überhitzung des Gerätes wird die Elektrik des Verstärkers stark belastet und kann Schaden nehmen. Auch für die Lautsprecher kann dieses Verhältnis zum Verhängnis werden. Bei der Überbelastung der Verstärkerleistung sind Störgeräusche und Fehlsignale an der Tagesordnung. Diese Geräusche können die empfindlichen Hochtöner der Lautsprecher dauerhaft beschädigen.

Andersherum ist die Kombination weniger problematisch. Ist die Verstärkerleistung größer als das, was der Lautsprecher umsetzen kann, ist für den Verstärker keine Gefahr vorhanden. Bei leiseren Lautstärken ist auch bei den Lautsprechern nichts zu befürchten. Kritisch wird es, wenn der Verstärker voll aufgedreht wird. In diesem Falle werden die empfindlichen Lautsprecher durch die physische Überlastung zerstört.

Diese Angaben spielen bei der Wahl eines Verstärkers und Vorverstärkers wirklich eine Rolle

Neben der Watt-Angabe finden sich auf Verstärkern oft weitere technische Daten, wie der Frequenzgang und der Klirrfaktor angegeben. Was sich hinter diesen begriffen verbirgt und welche Zahlen wirklich von Bedeutung sind, möchten wir Ihnen im Folgenden erklären.

Watt ist nicht gleich Watt – die elektrische Leistung des Verstärkers

Die erste Zahl, die bei Verstärkern und Lautsprechern gleichermaßen übertrieben beworben wird, ist die Watt-Zahl . Watt bezeichnet die elektrische Leistung, die der Verstärker an die Lautsprecher weitergeben kann. Im weitesten Sinne hat die Watt-Zahl also etwas mit der Lautstärke zu tun. Im weitesten Sinne deshalb, weil im Heimbereich bereits ein- bis zweistellige Watt-Zahlen für den Betrieb eines guten Lautsprechers ausreichen. Da die Fehlinformation „viel Leistung bedeutet viel Lautstärke“ weit verbreitet ist, bemühen sich viele Hersteller, diese Zahlen durch sehr spezielle Messmethoden in die Höhe zu treiben. Diese großen Wattunterschiede sollen beeindruckend klingen, sind aber im Heim-Bereich völlig nebensächlich. Bei einer PA-Anlage für Konzerte spielt die Leistung hingegen eine große Rolle, da hier die Lautstärke-Dimensionen ganz andere sind.

Welche Leistung ein Verstärker abgeben muss, hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen von der Größe des Raumes, den er beschallen muss. Zum anderen spielen die Qualität und Größe der Lautsprecher eine entscheidende Rolle. Bei den Lautsprechern ist der Wirkungsgrad entscheidend. Er beschreibt, welcher Anteil der durch den Verstärker eingespeisten Signale in tatsächlichen Schalldruck umgewandelt werden kann. Je höher der Wirkungsgrad der Lautsprecher, desto weniger Energie muss aufgewendet werden, um ansehnliche Lautstärken zu erreichen.

Keine verzerrten Darstellungen: Der Klirrfaktor warnt vor verzerrten Tönen

Der sogenannte Klirrfaktor zeigt, wie weit der Verstärker die Töne verzerrt. Was bei Gitarrenverstärkern und anderen Instrumentenverstärkern beliebte Effekte sind, ist für Verstärker  im Hi-Fi-Bereich ein großes Defizit. Je niedriger der Klirrfaktor ist, desto weniger verzerrt wirkt der Ton. Im besten Falle sollte der Klirrfaktor bei unter 0,1 Prozent liegen. Für die meisten modernen Verstärker im Mittelklasse-Segment ist dies selbstverständlich. Vorsicht bei einem Klirrfaktor von über einem Prozent. Dies ist für das menschliche Ohr bereits eindeutig vernehmbar und wirkt sehr störend.

In Höhen und Tiefen: Der Frequenzgang steht für gleichmäßige Töne in allen Lagen

Der Frequenzgang gibt Aufschluss darüber, ob hohe und tiefe Töne bei gleichbleibender Lautstärke oder verfälscht wiedergegeben werden. Der Frequenzgang zeigt also das Verhalten eines Verstärkers bei einem Frequenzwechsel. Ändert sich die Lautstärke bei verschiedenen Signalfrequenzen nicht, ist dies ein weiteres Qualitätsmerkmal für den Verstärker.

Die Kontroverse zum Schluss: Röhre und Transistor – so finden Sie den richtigen Verstärker für Ihre Ansprüche

Neben der eigenen Ausstattung mit Lautsprechern, CD-Playern und Co. sind auch räumliche Begebenheiten von großer Bedeutung bei der Wahl eines Verstärkers. Ein größerer Raum benötigt so eine stärkere Musikanlage als ein kleines Wohnzimmer. Wer seine Verstärker in allen Bereichen einsetzen möchte, ist mit dem zweigeteilten System bestehend aus einem Vorverstärker und einem Endverstärker gut beraten.

Nicht unerwähnt bleiben darf das wohl kontroverseste Streitthema in der Verstärker-Welt: Transistor oder Röhre? Daran scheiden sich die Geister. Während Röhrenverstärker immer mehr Liebhaber gewinnen, sind sie in puncto Stromverbrauch und Robustheit ihren modernen Nachfolgern um Längen hinterher. Dennoch wird der Klang von vielen Menschen rein subjektiv bevorzugt. Andere hören hingegen kaum bis keinen Unterschied. Für welche Art von Verstärker Sie sich entscheiden, liegt an Ihren ganz persönlichen Vorlieben. Wichtig ist, egal ob Röhre oder Transistor, dass der Verstärker und Vorverstärker sowohl in ihre Hi-Fi-Anlage, als auch in ihre Hörgewohnheiten passt.

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