Traumhafter Klang für jeden PC – interne Soundkarten für jeden Zweck

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Traumhafter Klang für jeden PC – interne Soundkarten für jeden Zweck

Es ist heute nahezu selbstverständlich, dass bei der Arbeit mit einem Personal Computer Töne, Sprache oder sogar Musik zu hören sind. Diese Fähigkeit existiert jedoch noch nicht all zu lange. Gaben die ersten PCs Ende der 70er Jahre nur einen bescheidenen Piepton von sich um den Anwender über ein Ereignis zu informieren, so erfolgt das heute mit der Klangfülle einer professionellen Stereoanlage oder auch mit glasklarer Sprachausgabe. Wie funktioniert nun diese Tonausgabe?

Grundlegende Funktion einer Soundkarte

Die hierfür verantwortliche Komponente nennt man im allgemeinen Sprachgebrauch „Soundkarte“. Hauptaufgabe einer solchen Karte sind Wandlungen von analogen Tonsignalen in digitale Daten bei der Aufnahme sowie die genau umgekehrt verlaufende Wandlung bei der Wiedergabe. Für beide Vorgänge gibt es jeweils eine elektronische Komponente, den Analog-Digital-Wandler (ADC) und den Digital-Analog-Wandler (DAC). Je hochwertiger diese beiden Komponenten sind, desto besser fällt das Klangergebnis aus. Für die Verbindung zur „Außenwelt“ weisen alle Soundkarten die folgenden standardisierten Anschlüsse auf:

  • Klinkensteckerbuchse 3,5 mm
  • Mikrofoneingang (mono) - Farbcodierung Rosa
  • Audioeingang (Stereo, auch Line-in genannt) - Farbcodierung blau
  • Audioausgang (Stereo, auch Line out genannt) - Farbcodierung grün

Soundkarten mit Mehrkanalsystemen bieten zusätzlich noch die folgenden Anschlussbuchsen:

  • Audioausgang (Stereo, hintere Lautsprecher) - Farbcodierung schwarz
  • Audioausgang (Stereo, seitliche Lautsprecher) - Farbcodierung silber
  • Audioausgang (mittlerer Lautsprecher und Subwoofer) - Farbcodierung orange

Technischer Aufbau

Man unterscheidet hierbei die sogenannten „on Board Lösungen“ von eigenständigen Zusatzkarten. Bei der ersten Variante ist der Ausdruck „Soundkarte“ irreführend. Es handelt sich nicht um ein Bauteil zur Erweiterung eines PCs, sondern um einen speziellen Baustein, der sich fest verbaut auf der Rechnerhauptplatine befindet. Die zweite Variante ist eine eigenständige elektronische Komponente, die in einen Erweiterungssockel auf der Hauptplatine eingesetzt wird. Sind nun alle Soundkarten gleich hinsichtlich der Technik, den Leistungsmerkmalen und auch der Anwendungsbereiche? Diese Frage ist mit einem klaren „Nein“ zu beantworten. Die folgende Zuordnung von Soundkarten und Anwendungsgebieten hilft Ihnen beim Kaufentscheid.

Das Arbeitstier für den Alltag: Weniger ist hierbei oft mehr

Zuerst soll der normale Arbeits-PC betrachtet werden. Bei dieser Rechnerart und dessen Anwendungsgebieten werden für gewöhnlich einfache Soundausgaben der gängigsten Multimediaformate (MP3-Musik, Internet-Videos, Hinweisklänge von Programmen und Betriebssystemen, Präsentation sowie einfache Sprachaufzeichnungen) zur Anwendung kommen. Für diese Zwecke reichen einfache Soundkarten mit Stereo-Wiedergabe (auch Ausgangsspezifikation 2.0 oder 2.1 genannt) und der Anschlussmöglichkeit von internen oder externen Lautsprechen vollkommen aus.

Kino-Sound: der PC als Mediacenter

Wenn Sie gern Kino-Filme anschauen und einen realistischen Sound schätzen, der Sie quasi mitten in das Geschehen versetzt, sollten Sie sich mit den Begriffen Dolby Digital und THX vertraut machen. Beim Format Dolby Digital kommen sechs Satellitenlautsprecher und ein Subwoofer zum Einsatz, die in einer speziellen Anordnung („6.1“) im Raum aufgestellt werden. Beherrscht die Karte zudem noch das THX-Verfahren (achten Sie auf das hierzu notwendige Zertifikat), kommt ein weiterer Lautsprecher zum Einsatz. Es wird dann vom sogenannten 7.1 –System gesprochen. Mit Dolby-Digital Karten können Sie auch Filme mit dem älteren Analogverfahren „Dolby Surround“ in toller Klangqualität genießen.

Realistische Geräuschkulisse gefordert: der Gamer-PC

Videospiele bieten heute äußerst realistische Geräuschkulissen. Annähernde Flugobjekte oder umherschleichende Angreifer versetzen den Spieler mitten in das Spielgeschehen. Für die räumliche Wahrnehmung der leisesten Geräusche ist eine weitere Soundkarten-Variante erforderlich: Die Gamer-Soundkarte. Soundkarten für Spiele könnten nun einfach mit Karten für den Kino-Sound verglichen werden, da das Klangszenario ähnlich anmutet. In Wahrheit werden Videospiele jedoch nicht für Dolby Digital oder THX konzipiert, da hierbei die Wahrnehmung von Geräuschen im Vordergrund steht. Sie können bereits mit „einfachem“ Surround-Sound eine tolle Spielkulisse realisieren. Solche Karten sollten zumindest den Standard EAX 2.0 beherrschen und werden vielfältig zum günstigen Kurs angeboten und benötigen lediglich vier Satellitenlautsprecher und einen damit gekoppelten Subwoofer. Für noch realistischere Spieleszenarien bieten sich technisch aufwendigere Lösungen mit 7.1-Sound an. Beachten Sie beim Erwerb einer solchen Karte, ob EAX Advanced HD 5. 0 und EAX Voice zur Verfügung stehen, da diese beiden Funktionen eine sehr detaillierte Geräuschzuordnung und die klangliche Einbindung gesprochener Spielerkommandos umsetzen.

High-End-Brillanz – Soundkarten für Hi-Fi-Enthusiasten

Sie sind Hi-Fi-Enthusiast und besitzen bereits eine hochwertige High-End Stereoanlage? Dann werden Sie auch an Ihren PC ein entsprechend hohes Anforderungsniveau stellen und benötigen dazu eine andere Kaufausrichtung als der Kinofreund oder der Spiele-Fan. Der zuvor genannte Surround-Sound ist hierbei eher zweitrangig, da sich beispielsweise bei der klassischen Musikproduktion der Zuhörer vor einer Bühne befindet und nicht mitten darin. In diesem Klangszenario reicht das gute alte Lautsprecherpaar aus, jedoch müssen sie zusammen mit der Soundkarte von sehr hoher Qualität sein. Nehmen Sie bei der Suche einer geeigneten Karte nur Modelle mit einem hohen Rauschabstand, einfache Karten können diesen Anspruch nicht erfüllen. Auch die Musikdatenauflösung sollte höher als der Standard von 16 Bit sein, suchen Sie nur nach Karten mit 24 oder 32 Bit. Ein weiteres Merkmal für hohe Klangqualität stellt eine hohe Abtastrate dar, hier sollten es mindestens 96 KHz sein. Wenn Sie eine Karte mit den genannten Anforderungen gefunden haben, müssen Sie sich um ein passendes Lautsprechersystem kümmern, da selbst die beste Karte Ihr volles Leistungsspektrum nur mit vergleichbar hochwertigen Ausgabemöglichkeiten entfalten kann.

Der Musiker-PC oder auch „Digital Audio Workstation“

Soundkarten für Musiker sind grundsätzlich mit den Karten für Hi-Fi-Enthusiasten zu vergleichen. Diese speziellen Karten weisen ebenfalls eine deutlich hochwertigere Hardware zur Signalabtastung und Signalwandlung auf. Ein weiteres Merkmal einer solchen High-End Karte sind Signalprozessoren (DSP), welche die CPU des verwendeten PCs durch eigenständige Audiobearbeitung entlasten. Sie sind im Gegensatz zu den einfachen Soundkarten in der Lage, gleichzeitig auf mehreren Kanälen aufzunehmen und wiederzugeben. Beispielsweise können mehrere Instrumente gleichzeitig eingespielt, einige andere zeitgleich abgespielt und das Ganze dann komplett aufgezeichnet werden. Wenn Sie über sehr unterschiedliche Musikgeräte verfügen, wählen Sie eine Karte mit einer externen Anschlussbox („Breakout-Box“ oder auch „Drive Bay“) aus. Diese Anschlussboxen übernehmen auch die Auslagerung von Hardware-Komponenten zur Reduzierung von Störsignalen (Stichwort EMV –Elektromagnetische Verträglichkeit), die in PC-Gehäusen häufig vorkommen und die Aufnahmequalität beeinflussen können. Zudem bieten Sie zumeist die folgenden Anschlussmöglichkeiten:

  • MIDI in /MIDI Out/MIDI Through: Schnittstellen zu externen Musikgeräten wie Keyboards, Sequenzer, Drumkits uvm.
  • TOSLINK Optical in and out: Schnittstelle für Lichtwellenleitertechnik via Spezialkabel. Die Signale werden optisch mit der Hilfe von Leuchtdioden übertragen. Mit dieser Übertragungstechnik werden störende Masseschleifen vermieden.
  • Fire Wire : ein Datenübertragungsanschluss, der noch häufig in der Musikindustrie vorkommt, jedoch von USB 2.0 und 3.0 im Rückzug ist

Die Verarbeitung der Eingangssignale erfolgt dann mit speziellen Softwarepaketen, die unter dem Begriff „DAW-Digital Audio Workstation“ zusammengefasst wird. Solche Softwarepakete beinhalten u. a. Komponenten wie Mehrspurrecorder, Midi-Tracker und Noteneditor, Mischpulte, Instrument- und Effektverwaltung. Die Aufzeichnung erfolgt auf einer separaten Festplatte oder besser noch auf einer Solid State Disc, hierfür steht der Begriff „Harddisc-Recording“. Bei diesem Verfahren verhält sich die Festplatte wie eine mehrspurige Bandmaschine, es wird jedoch digital statt analog aufgenommen.

„Der gute Ton“: passende Lautsprecher PC-Einbaulautsprecher

Diese Lautsprecher liefern eine sehr einfache Tonqualität in Mono und eigenen sich in der Regel nur für Hinweis-Signale vom Betriebssystem. Für Videofilm-Ton und Musikwiedergabe sind sie nicht geeignet.

Monitor-Lautsprecher

Mit diesen flachen Einbaulautsprechern erhalten Sie eine wesentlich bessere Tonqualität als bei den Einbau-Exemplaren, jedoch dürfen Sie hier keine Klangwunder erwarten. Durch die fehlenden Resonanzkörper fällt der Klang zumeist sehr mittig aus. Einige Monitore bieten Komponenten, die für die Filmton-Wiedergabe und einige Spiele ausreichen.

Externe Lautsprecher

Hier gibt es eine Vielzahl von Systemen, eine Auswahl lässt sich über den angestrebten Verwendungszweck treffen. Für einfache Klangwiedergabe reichen ein Paar Stereolautsprecher in kleinem bis mittlerem Format aus, die Sie in Monitornähe aufstellen. Für Kinofilme und Spiele gibt es größere Lautsprechersysteme, die mit bis zu acht Lautsprechern perfekten Raumklang liefern, aber hierzu eine exakte Raumpositionierung benötigen. Nicht alle Räumlichkeiten sind hierfür geeignet. Für Hi-Fi-Enthusiasten und Musiker sind wiederum Systeme mit weniger Komponenten, aber hochwertigen Lautsprecherboxen verfügbar.

Abschließende Hinweise zu Kauf und Installation:

Achten Sie beim Kauf einer Soundkarte generell auf die Kompatibilität zu Ihrem Rechner hinsichtlich der Hardware. Es gibt Kartentypen mit PCI und PCI-Expressanschluss, von Modellen mit ISA-Anschluss müssen Sie absehen, obwohl es gerade bei diesem Anschlusstyp noch hochleistungsfähige Versionen gibt. Bei PCI-Express müssen Sie abgleichen, ob Ihr PC über einen freien Sockel dafür verfügt. Oftmals ist nur ein Sockel vorhanden und dieser beherbergt bereits die Grafikkarte. Ihr Rechnerhandbuch kann Ihnen die nötigen Informationen liefern. Vor dem Kauf einer passenden Soundkarte müssen Sie sich auch über das im Einsatz befindliche Betriebssystem informieren. Passen die Treiber Ihrer Auswahlkarte zur Betriebssystem-Version? Schauen Sie auch auf der Herstellerseite nach dem Alter des jüngsten Treibers. Werden Treiber kontinuierlich verbessert?

Die richtige Installation

Wenn Ihr Rechner eine Onboard-Soundkarte hat, so müssen Sie diese vor der Inbetriebnahme der Zusatzkarte deaktivieren. Dies können Sie über das BIOS des Rechners ausführen, in Ihrem Handbuch finden Sie dazu die passenden Schritte. Trennen Sie dann Ihren Rechner vom Strom. Öffnen Sie im nächsten Schritt das Gehäuse und setzen Sie die neue Karte in den passenden Sockel ein. Gehen Sie hierbei behutsam vor und vermeiden Sie starken Druck, da ansonsten die Hauptplatine beschädigt werden kann. Verschließen Sie nun das Gehäuse und führen Sie auf der Rückseite (Slotblech) der Soundkarte die Verkabelung des Lautsprechersystems aus. Aktive Lautsprecher sollten hierbei ausgeschaltet sein. Nach der Verkabelung stellen Sie einen niedrigen Lautstärkepegel ein. Folgen Sie bei der Einspielung der mitgelieferten Software genau den Installationshinweisen des Herstellers. Gerade bei hochwertigen Kartenmodellen ist eine strikte Einhaltung der Installationsreihenfolge der Treiber- und Bedienersoftwarepakete notwendig.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden