TG-UV2

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Ein starker Duobänder unter Vielen, der nach internationalen (positiven) Kritiken von Funkamateuren seine Daseinsberechtigung haben sollte.

Heute habe ich meine Quangsheng TG-UV2 beim hiesigen Zollamt abgeholt und mit knapp über 25 Euro (Märchensteuer), ließ sich der deutsche Staat fürs Nichtstun die Einfuhr bezahlen. - aber egal!

Daheim angekommen, habe ich zuerst die Kartons auf Vollständigkeit geprüft. Mit wenigen Handgriffen wurde Akku, Antenne und Gürtelclip montiert. überrascht war ich, als der Akku mir beim Einschalten einen vollständig geladenen Zustand anzeigte und dieser über zahlreiche Stunden meiner Spielereien und Tests keine Ermüdung zeigte. Auch rund 4 Tage später hat der Akku noch nichts von seiner Leistung eingebüßt (unglaublich).- da sollte sich Alinco mit ihren standardmäßigen 700 mAh Akkus am HFG mal eine Scheibe von abschneiden!

Weil sich der Hersteller in seinen Technische-Daten nur zu den wichtigsten Angaben äussert, überlasse ich es den Technikfreaks mit ihren hochwertigen Messgeräten im Labor die technischen Details herauszufinden und beschränke mich auf den Part, die dem User von Interesse sein können.

Als dann nahm ich mir zuerst die Anleitung (english/chinesisch) vor und studierte die wichtigsten Eckpunkte und Untermenüs, um den ersten Betrieb sachgerecht durchzuführen. Sprich einschalten, Frequenz wählen (simplex/semiduplex), Ablage, Shift, Speichern und wie man den Power verändert. Meine ersten Stationen (DC- und DO-Call) bestätigte mir eine gute Verständlichkeit. Wie üblich bei den China-Geräten, könnte der Hub etwas kräftiger sein und die Modulation ist auch durchschnittlich. Aber am Preisleistungsverhältnis gemessen, darf man keine Yaesu-, Icom- oder Kenwood-Qualität erwarten. Jedoch auch als Zweitgerät muss das TG-UV2 nicht auf der Ersatzbank sitzen. Im Simplex-Betrieb (quer durch die Stadt) zeigte sich das Gerät durchaus brauchbar. Selbst mit kleiner Leistung überbrückte ich locker 15 KM in gut verständlicher Sprache. Im Relais-Betrieb fiel das TG-UV2 auch nicht negativ auf. Das Gehäusematerial ist wie bei der Wouxun simpler Kunststoff. Interessant fand ich den Code-Scan, der in Windeseile den analogen oder digitalen Pilotton entschlüsselt. Wer immer mit einem VFO-Regler gearbeitet hatte, der wird ihn hier vermissen. Die einzelnen Frequenz-Schritte oder Speicherkanäle werden mit einer Up- and Down-Taste gewählt. Es ist gewöhnungsbedürftig und nichts für dicke Finger. Auch eine integrierte Taschenlampe findet im Dunkel jedes Schlüsselloch. Ein kleines Manko ist der fehlende DTMF-Ton. Aber dies kann man verschmerzen, weil auch nicht jeder in seiner Nähe einen Echolink-Einstiegs hat. Ich zum Beispiel habe den nächsten Einstieg (DB0SIF-L) in 30 KM Entfernung stehen und dieser ist selbst mit hochpreisigen (DTMF) Qualitätshandgeräten nicht zu erreichen!

Die Verbindungen über diverse Relaisstationen, ebenso im Simplexbetrieb, bestätigten mir den richtigen Kauf, wenn man bedenkt, dass vergleichbare Geräte mit weniger Leistung mehr Geld kosten.

Interessant auch, dass dieses Gerät von 350 - 390 MHz sendet und sogar über die Kreuzbandfunktion und Sprachverschleierung verfügt, die so manch andere Duobänder nicht haben. Der Bandbereich (350-390 MHz) muss bei einzelnen Geräten manchmal mit einem kleinen Trick freigeschaltet werden (ganz einfach)! Wenn man kann, sollte man sich gleich ein PC-Kabel mit bestellen, da die manuelle Einstellung sehr zeitintensiv sein kann. - geht halt per PC schneller.

Das Gerät verfügt (lt. Hersteller) über zahlreiche Fetures:

- 1 VHF-Band: 136 - 174 MHz (TX/RX)

- 3 UHF-Bänder: 350 - 520 MHz RX (350 - 470 MHz TX)

- 1 FM-(UKW-Radio)-Band: 88 - 108 MHz (nur RX)

- Doppelte Frequenzanzeige (Main einzel wählbar)

- CTCSS/DCS sowie Suchlauf für codierte Signale

- Voice-Scrambler und VOX-Schaltung

- Kreuzbandfunktion (UU, VV, UV oder VU) - können nicht viele!

- 3 Stufen-Power gemessen (vswr 1:1):

* VHF: ca. 0,5 Watt / 2 Watt / 4,9 Watt

* UHF: ca. 0,5 Watt / 1,8 Watt / 3,9 Watt

- 1750 Hz-Ton für Relais (nacheinander F-Taste und PTT-Taste)

- 1500 mAh.Li-Ion Akku (7,4 V) / Ladezeit ca. 4 Stunden (+/-)

- Per PC und Tastatur zu programmieren

Und viele andere unerwähnten Fetures, wie sie andere auch haben!

Alles in Allem betrachtet, hat sich der Kauf gelohnt und ich habe mir gleich zwei Geräte gegönnt. Insbesondere, weil die TG-UV2 im Vergleich mehr können, als das teurere Wouxun, Comtex oder Baugleiche. Typisch für alle chinesischen Funkgeräte ist der verzögerte Träger (halbe Sekunde) beim Loslassen der PTT. Sprich Yaesu, Kenwood, Motorola, Icom, Alinco, Albrecht, Stabo, etc. (also keine cinesischen Bauten), lösen den Träger schon beim Loslassen.

Die Quangsheng TG-UV2 ist meines Wissens nicht im deutschen Handel erhältlich, erfüllt aber offensichtlich doch die CE-Norm ! - jedenfalls sind sie so gekennzeichnet (kein China-Export Zeichen).

Beim Bestellen bitte beachten, dass der deutsche Zoll mit 19% Mehrwertsteuer beteiligt wird. Steigt der Warenwert über den zulässigen Grenzwert, kommen zusätzliche Einfuhr-Steuerabgaben drauf und dann rechnet sich der Kauf nicht mehr. Übrigens, pro Lagerungstag kassiert der Zoll zusätzlich 3 Euro! Also ganz schnell abholen, sonst wirds teuer.

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