TEKA Keramikglas oder Fensterglas auf Kochfeldern?

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Vor einem Jahr habe ich mir mit einer neuen Kücheneinrichtung ebenfalls ein neues Induktionskochfeld bei Pocco für runde 6500€ angeschafft. Der Verkäufer hatte mir ein Produkt von der Fa. TEKA vorgeschlagen. Die Wahl fiel auf das Produkt Teka GKST 60 i4 Basic.

Dass die Küche mit einer Verzögerung von 1 Monat in einer neuen Wohnung geliefert wurde, konnte mit einer Interimslösung spartanisch überbrückt werden. Leider war nach der Installation der Küche die Herdplatte bereits verkratzt. Angeblich durch Bohrstaub. Egal - im Rahmen der Garantie wurde dann endlich nach weiteren 4 Wochen ein neues Kochfeld geliefert, das allerdings noch im ungeöffneten Verpackungszustand merkwürdige klirrende und gläserne Geräusche von sich gab. Nach dem Öffnen der Verpackung stellte sich dann heraus, dass das Glaskeramikkochfeld nicht einmal in der Originalverpackung den Transport schadlos überlebt und sich bereits in einen Scherbenhaufen aufgelöst hatte. Jetzt schon nicht mehr ganz so egal, denn nach 2 Monaten kann der Geduldsfaden ganz schön angespannt sein. Doch im Rahmen der Transportversicherung wurde dann nicht ganz so schnell wie zuvor nach weiteren 6 Wochen das dritte Kochfeld der Fa. TEKA angeliefert.

Und dieses Mal hielt die Platte ganze 4 Monate seine Form und Eigenschaften. Leider kam beim Versetzen eines Topfes dieser an den filigranen Facettenrand und schon hatte die Keramik einige kleine Sprünge und ein paar Glassplitter verloren. Einen Monat später fiel meiner Frau beim Würzen ein Gewürzglas aus einer Höhe von 15cm auf das Kochfeld und schon hatte die Platte weitere kleine Risse und einen unansehnlichen Krater. Zu guter Letzt hatte das Kochfeld zu Weihnachten beim Betätigen des Touchfeldes den Geist gänzlich aufgegeben und zerbrach in mehrere große Stücke. Das Weihnachtsessen wurde damit vertagt und landete in der Tonne.

Da sich weder die Fa. TEKA, für die es wohl keine Qualitätsansprüche für Herde mit Glaskeramik gibt in der Verantwortung sieht, sondern nur auf den Handelspartner Pocco verwiesen hatte, noch Pocco sich in der Verantwortung sieht zu recherchieren, welche Ursachen zu dem Bruch geführt haben, musste ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen, mir auf eigene Kosten Ersatz zu beschaffen.

Dass die TEKA-Glaskeramik nur die Eigenschaften eines billigen eingefärbten Fensterglases hat, ist wohl auch für Laien daran zu erkennen, dass bereits ein paar Staubkörnchen Kratzer verursachen und daran, dass sie nicht einmal in einer gesicherten Verpackung einen Transport übersteht. Und dass ein kleiner "Bumser" oder Stoß an den die Kante oder das Fliegengewicht eines kleinen Gewürzglases aus einer Höhe von 15 cm Glaskeramik zu Bruch bringt, macht nachdenklich. Gott sei Dank, ist sie ein knappes Jahr in der Lage wesen, den enormen Druck der Töpfe und  Pfannen schadlos zu überleben.

Irreführend fand ich darüber hinaus, das TEKA keine Scheu hat der Gebrauchs- und Montageanleitung eine Broschüre der Fa. Schott beizufügen, obwohl die Glaskeramikplatte in keiner Weise etwas mit Schott, sondern eher Schrott zu tun hat.

Nachdem ich mir zunächst nur über den Ersatzteildienst eine Glasplatte besorgen wollte, musste ich feststellen, dass die Fa. Küppersbusch den Ersatzteildienst für TEKA übernommen hat. Leider wollte man mir bei Küppersbusch nicht die Variante mit einem Edelstahlrahmen verkaufen und bot mir nur das Teil mit dem empfindlichen Facettenrand zu knapp 250€ an. Das günstigste ebay-Angebot liegt derzeit bei 329€. Nee-nee "mit Scheiße auch noch Geld verdienen wollen" hab ich mir nur gedacht und habe mir ein neues Produkt von NEFF zugelegt. Und siehe da sollte diese Platte jemals zu Bruch gehen, kostet sie bei NEFF im Ersatzteil-online-Shop mal gerade 184€. Und ein weiteres Plus auf dieser Platte steht auch SCHOTT CERAN darauf und nicht nur auf einer Beilage wie bei TEKA.

Im Zuge des laienhaften Einbaus habe ich u.a. feststellen müssen, dass die Platte im Rahmen ihrer ursprünglichen fachmännischen Montage durch ihre Befestigung mit 4 Halteklammern zu fest angezogen war und unter Spannung stand. Somit ist zumindest das Zerbersten durch Antippen des Touchfeldes ganz abgesehen von den vorausgegangenen Beschädigungen und der nach meiner Einschätzung minderen Qualität erklärbar. Dieses Problem hat man wohl bereits bei NEFF erkannt, da dieses Kochfeld nur durch Klemmen am Rahmen fixiert und spannungsfrei auf einer soliden Dichtung getragen wird.

FAZIT: Ein Facettenrahmen mag fürs Auge schön sein, die Gefahr, dass dabei etwas ins Auge gehen kann, ist jedoch nicht auszuschließen und wahrscheinlich. Bei der Wahl des "Herstellers" oder des "Vertreibers" sollten sie einem Elektrogerätehersteller, der die Produkte nach den Qualitätsanforderungen des deutschen Verbrauchers über Jahrzehnte entwickelt hat, dem eines unbekannten Blenders den Vorrang geben, auch wenn es anfänglich ein paar EURO mehr kostet. Es macht sich bezahlt, wie man am Beispiel der Ersatzteile sehen kann. 

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