Stalking

Aufrufe 25 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Unter Stalking (deutsch: Nachstellung) wird im deutschen Sprachgebrauch das willentliche und wiederholte (beharrliche) Verfolgen oder Belästigen einer Person verstanden, deren physische oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und geschädigt werden kann.

Begriffsgeschichte


Das englische Wort to stalk bedeutet ursprünglich „jagen, hetzen, steif gehen, stolzieren“ (aus dem Gälischen „stalc“ oder dem Substantiv „stalcaire“ = Jäger, Falkner). Im Englischen bedeutet to stalk: 1. heranpirschen, jagen; daraus: 2. verfolgen; 3. steif dahergehen, staken; weiterhin: 4. umgehen (Krankheiten, Geister). Wie ein „guter“ Jäger sammelt ein Stalker alle Informationen über sein Opfer, um es zu jeder Zeit stellen zu können. „Stalking“ bedeutet in der deutschen Sprache „Nachstellen, Verfolgen, Psychoterror“. Dabei sind aber nicht nur die einzelnen, nachstellenden Handlungen des Täters von Bedeutung, sondern im Besonderen das psychologische Verhältnis zwischen Täter und Opfer. Das unterscheidet das Stalking von anderen, die Selbstbestimmung eines Menschen einschränkenden Handlungen. Mit dem Begriff Cyberstalking wird die Belästigung und das beharrliche Nachstellen einer Person unter Anwendung und Zuhilfenahme der modernsten technischen Hilfsmittel wie Handy oder Internet beschrieben.[1]

In den Blickpunkt der Öffentlichkeit ist das Stalking aufgrund einiger betroffener und medial präsenter Prominenter gekommen. Prominente Stalking-Opfer sind beispielsweise Agnetha Fältskog, Steffi Graf, Madonna, Jil Sander, Steven Spielberg oder Sharon Gless. Erst später wurde wahrgenommen, dass auch Privatpersonen betroffen sein können.

Das Bundesjustizministerium verwendet anstatt des Begriffs „Stalker“ das Wort „Nachsteller“.

Mögliche Stalking-Handlungen


    * häufige Telefonanrufe/SMS (zu jeder Tages- und Nachtzeit)
    * häufiger Schriftkontakt per Brief oder E-Mail
    * penetranter Aufenthalt in der Nähe (Herumtreiben)
    * Verfolgen durch zum Beispiel Hinterherlaufen oder -fahren
    * Kontaktaufnahme über Dritte, auch am Arbeitsplatz
    * unerwünschtes Zusenden von Geschenken, Blumen
    * Verbreitung von Diffamierungen und Unwahrheiten auf jegliche Art
    * Hinterlassen von Nachrichten an Haustür, Auto etc. des Opfers
    * Erkunden der Tagesabläufe des Opfers
    * Betreiben gleicher Freizeitaktivitäten
    * Bestellung von Waren oder Dienstleistungen auf Namen des Opfers
    * Eindringen in die Wohnung des Opfers
    * Zerstören von Eigentum des Opfers    
    * Verfolgung/Aufspürung des Opfers in Internetforen und dessen Diffamierung
    * Provozieren "zufälliger" Zusammentreffen, Auflauern
    * Aushorchen von Dritten, um an Informationen über das Opfer zu gelangen
    * Sich als eine andere Person ausgeben zwecks Aushorchens des Opfers

Körperliches Attackieren oder die Ausübung von körperlicher Gewalt kommen, nach einer Analyse der Technischen Universität Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Weißen Ring, in jedem fünften Fall vor. Seit dem 31. März 2007 wird das Nachstellen durch § 238 StGB unter Strafe gestellt und durch andere Gesetze, wie dem Gewaltschutzgesetz, ergänzt. Häufig sind es die eher leichten Stalking-Handlungen, wie etwa das Telefonieren oder das Sich-Aufhalten in der Nähe des Opfers, die den überwiegenden Anteil der Gesamtheit aller Handlungen ausmachen. Aber bereits diese "leichten" Formen des Stalkings können beim Opfer psychische und physische Reaktionen hervorrufen, die sich im Verlauf des Stalkings entsprechend steigern und individuell zu ernsthaften Erkrankungen führen, und sich sogar bis zur Arbeitsunfähigkeit entwickeln können. Häufig lautet die Diagnose bei Stalking-Opfern PTBS (posttraumatische Belastungsstörung).

Quelle: Wikipedia
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden