So findet man den passenden Elektrosatz für die Anhängerkupplung

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So findet man den passenden Elektrosatz für die Anhängerkupplung

Sie haben sich eine Anhängerkupplung gekauft, einen passenden Anhänger gefunden und wollen nun losfahren. Aber da fehlt noch etwas. Für Fahrten bei Nacht muss der Hänger über eine eigene Beleuchtung verfügen, denn er verdeckt in den meisten Fällen die Rücklichter Ihres Wagens. Um dies zu gewährleisten, benötigen Sie einen Elektrosatz für Ihre Anhängerkupplung. Man nennt ihn im allgemeinen Sprachgebrauch auch schlicht E-Satz.

Unter den E-Sätzen gibt es ein großes Angebot an verschiedenen Ausführungen, 7-polige oder 13-polige Steckerverbindungen, universelle und fahrzeugspezifische E-Sätze, Relais- und Datenbus-Elektrosätze. Um Ihnen bei der Auswahl zu helfen, und Sie darüber zu informieren, welche Ausführung die passende und Beste für Sie ist, möchte der folgende Ratgeber Ihnen einen Überblick geben. Damit Sie künftig ordentlich verkabelt und beleuchtet mit Ihrem Anhänger unterwegs sind und auch alles funktioniert.

Gesetzliche Regelungen zur Beleuchtung von Anhängern: StVZO und Co

Nicht nur Pkws selbst, sondern auch Anhänger an einem Pkw oder anderen Fahrzeugen unterliegen einer Kennzeichenbeleuchtungspflicht. Das heißt auch ein Anhänger muss im Straßenverkehr über ein amtliches Kennzeichen und Rückleuchten verfügen. Das Kennzeichen muss im Dunkeln oder nachts auf 20 m Entfernung noch lesbar sein und benötigt daher eine eigene Kennzeichenbeleuchtung. Ausnahmen sind nur selbst leuchtende Nummernschilder, nicht zu verwechseln mit reflektierenden Nummernschildern, die trotzdem eine separate Beleuchtung haben müssen.

Rückleuchten sind ebenfalls Pflicht. Zudem gibt es noch eine Sonderregelung für Anhänger, deren Außenkanten mehr als 40 cm über die Begrenzungsleuchten am Pkw herausragen. Dann benötigt der Anhänger zwei weitere Leuchten an der Vorderseite. Auch wenn Sie Ihren Anhänger nachts in einer geschlossenen Ortschaft auf der Straße abstellen, müssen Sie einen zusätzlichen Paragrafen der StVO beachten. Der Anhänger ist dann ebenfalls mit eigener Lichtquelle auszustatten.

Sollten Sie gar keinen Anhänger haben, sondern einen Heckträger am Auto (für Fahrräder, Gepäck oder andere Sportutensilien), gelten ebenfalls ein paar Sonderregelungen. Denn Heckträger verdecken oft die Sicht auf die Rückbeleuchtung Ihres Autos, dann müssen Sie laut Gesetzgeber eine Beleuchtung am Heckträger anbringen. Das gleiche gilt wiederum für das Kennzeichen, welches am Heckträger sowieso wiederholt werden muss und wiederum beleuchtet sein soll. Rückstrahler, Nebelschlussleuchten und Bremsleuchten sind unbedingt zu wiederholen, wenn Sie vom Heckträger verdeckt werden.

Um in allen diesen Fällen eine Stromzufuhr der zusätzlichen Leuchten am Heckträger oder am Anhänger zu gewährleisten, benötigen Sie also einen E-Satz an der Kupplung. Er verfügt über eine Steckverbindung zwischen Auto und Anhänger.

Die beiden mechanischen Systeme: 7-polige und 13-polige E-Sätze

Bei den E-Sätzen für Anhängerkupplungen gibt es zwei standardmäßige und entsprechend genormte Ausführungen. Zum einen die 7-poligen Steckverbindungen und zum anderen die 13-poligen Steckverbindungen. 7-polige Stecker sind nach der ISO-Norm 1724 geregelt. Dazu gehören auch 7+6-polige Stecker nach Multicon. Sie werden durch Drücken bzw. Ziehen ein- und ausgekoppelt, und zwar in Kontaktstiftrichtung. Die 7 Kontakte bestehen aus großen Kontaktstiften mit Schlitzen. Um eine Ablösung zu verhindern, gehört außerdem ein Deckel dazu, der drehfederbelastet ist und mit Zinken hinter dem Stecker für sicheren Halt sorgt. Meist bestehen die Gehäuse von 7-poligen Steckern aus Kunststoff mit Glasfaserverstärkung oder aus Metall im Druckguss. 7-polige Elektrosätze werden zumeist nur für den Betrieb kleiner Lastenanhänger verwendet, weil ein Anschluss von Rückscheinwerfern damit nicht möglich ist.

13-polige Stecksätze sind dagegen nach ISO 11446 geregelt und verfügen über einen sogenannten Bajonettverschluss. Sie verfügen ebenfalls über den drehfederbelasteten Steckdosendeckel, haben aber keine Zinken wie der 7-polige Stecker. Der Stecker ist mit einer angespitzten Ronde ausgestattet, die beim Zuklappen des Deckels schon für genügend Halt sorgt und ein Verdrehen verhindert. Der 13-polige Stecker besteht immer aus glasfaserverstärktem Kunststoff und wird durch eine Vierteldrehung eingesteckt und ausgesteckt. Vorteil von 13-poligen Steckern ist ihr effektiver Schutz vor eindringendem Wasser und ihre einfache Handhabung. 13-polige Elektrosätze sind besonders für Heckträger und große Anhänger wie Pferdeanhänger oder Wohnwagen geeignet, weil sie den Anschluss von Rückfahrscheinwerfern erlauben, den Betrieb mit Dauerstrom und eine Ladeleitung am Anhänger (wichtig z.B. für Innenbeleuchtung oder Kühlschrank).

Kontaktbelegung für Steckdosen an Anhängern und E-Sätze nach Typ N oder Typ S

Wenn Sie einen E-Satz kaufen und diesen einbauen, sollten Sie wissen, dass die Belegung der Kontakte ebenfalls genormt ist und nicht geändert werden darf. Sie regeln nämlich jeweils bestimmte Beleuchtungen, wie Bremslichter, Nebelschlusslichter. Sowohl für 7-polige als auch für 13-polige Steckverbindungen gelten zudem bestimmte Kabelfarben als Richtlinien, die nach Möglichkeit einzuhalten sind, auch wenn dies im Einzelfall übergangen werden darf. Die ersten sieben Kontakte sollten folgendermaßen aussehen:

  • Kontakt 1: Gelb
  • Kontakt 2: Blau
  • Kontakt 3: Weiß
  • Kontakt 4: Grün
  • Kontakt 5: Braun
  • Kontakt 6: Rot
  • Kontakt 7: Schwarz

Für 13-polige Stecker werden für die restlichen Kontakte weitere Farben empfohlen. Rosa für Kontakt 8, orange für Kontakt 9, dunkelgrau für Kontakt 10, schwarz-weiß für Kontakt 11, hellgrau für Kontakt 12 und rot-weiß für Kontakt 13.

Neben der Belegung der Kontakte sollten Sie noch wissen, dass es für 7-polige Stecker eine geänderte Kontaktbelegung geben kann, wenn es sich um eine Zusatzsteckverbindung nach ISO 3732 handelt. Man bezeichnet diese Zusatzsteckverbindungen als Typ S im Gegensatz zu den normalen vom Typ N. Zu erkennen sind sie an einem weißen Gehäuse. Im Inneren befindet sich eine abweichende Kontaktanordnung.

Adapter für siebenpolige Stecker und dreizehnpolige Steckverbindungen

Für den Fall, dass Sie einen siebenpoligen Stecker verwenden wollen, aber eine dreizehnpolige Steckverbindung haben, können Sie einen Adapter verwenden, um die beiden Systeme kompatibel zu machen. Vor allem wenn Pkw und Anhänger bereits inkompatibel gekauft wurden, empfiehlt sich diese Lösung. Beim sogenannten Kurzadapter kann dann der Abstandswarner des Zugfahrzeugs das Nebelschlusslicht deaktivieren, wenn Sie rückwärtsfahren. Dies wird ermöglicht, indem im 13-poligen Stecker der Kontakt 12, der für die Anhängererkennung zuständig ist, mit dem Massekontakt 3 verbunden wird.

Beachten Sie aber, dass es vorkommen kann, dass der Adapter selbst versehentlich von der Elektronik im Zugfahrzeug als angesteckter Anhänger erkannt wird.

Universelle und fahrzeugspezifische E-Sätze an der Anhängerkupplung

Bevor Sie sich einen E-Satz kaufen, sollten Sie auch wissen, dass es universelle und fahrzeugspezifische E-Sätze gibt. Fahrzeugspezifische sind nur für ein bestimmtes Fahrzeugmodell verwendbar, lassen sich dadurch aber vor allem für Laien einfacher installieren und sind damit nutzerfreundlicher. Dadurch können Sie es vermeiden einen Anschlussfehler zu machen, der Sie sonst Zeit und Nerven kosten würden.

Wenn Sie einen E-Satz, der speziell für Ihr Fahrzeug geeignet ist, suchen, achten Sie darauf nicht nur die Marke Ihres Fahrzeuges anzugeben. Es reicht nicht aus nur nach E-Sätzen für Opel, Audi oder Hyundai zu suchen. Auch die einzelnen Automarken können je nach Autotyp unterschiedliche E-Sätze benötigen. Ein E-Satz für einen VW Passat passt also nicht zwangsläufig auch an eine VW Golf. Alternativ können Sie aber auch nach einem passenden E-Satz für die Plattform Ihres Wagens verwenden, wenn Ihnen diese bekannt ist. Diese werden in vielen Fällen markenübergreifend verwendet und können dann an ganz verschiedenen Wagen passen, ohne universelle E-Sätze zu sein.

Universelle E-Sätze sind, wie der Name schon besagt, im Prinzip für alle Fahrzeuge adaptierbar. Für Laien kann die Installation aber eventuell eine Herausforderung darstellen. Jedoch findet sich natürlich eine Einbauanleitung zu solchen Universal-E-Sätzen, wenn Sie sich selbst mit dem Einbau beschäftigen möchten.

Die Universalelektrosätze unterteilt man übrigens noch einmal in Relais-Elektrosätze und Modul-Elektrosätze.

Zwei Typen universaler E-Sätze: Relais-Elektrosätze und Modul-Elektrosätze

Bei den universalen Elektrosätzen werden Sie oft auf zwei verschiedene Begriffe stoßen. Zum einen gibt es die Relais-Elektrosätze und zum anderen die Modul-Elektrosätze. Bei Letzterem ist ein Modul zwischengeschaltet, welches für die Anhängesteuerung und Funktionsüberwachung übernimmt, bei Fahrzeugen mit CAN-Datenbus-Technik.

Relais-E-Sätze arbeiten mit Relais (auch Anhängersteuergeräte genannt), die die Nebelschlussleuchte und teilweise auch die Rückfahrsensoren des Zugfahrzeugs ausschalten können, wenn Bedarf dazu besteht, weil der Anhänger angekuppelt ist. Auch überwacht ein spezielles Blinkerrelais oder ein Anhängersteuergerät die Blinker des Anhängers. Zu einem Relais-Elektrosatz gehört auch eine Kontrollleuchte oder C2-Leuchte, welche dem Fahrer erlaubt über den aktuellen Status des Anhängerblinkersystems informiert zu sein.

Top-Tronic und Datenbus-Elektrosätze und worin sie sich unterscheiden

Weil Ihnen der Begriff „Top Tronic“ auffallen wird, wenn Sie nach E-Sätzen suchen, erklären wir kurz, worum es sich dabei handelt. Zum Top Tronic gehört immer ein Anhängersteuergerät, also ein Modul, das die Blinker des Anhängers überwacht und einen defekten Blinker anzeigt. Ganz wichtig für den Betrieb von solchen Modulen ist die Ausstattung mit 12 Volt Dauerstrom. Wechselstrom oder andere Voltzahlen können für Beschädigungen sorgen oder verhindern, dass der E-Satz einwandfrei funktioniert.

Sie werden auch öfter den Begriff Datenbus vorfinden. Dieser Datenbus wird an das Datenbus-System in Ihrem Fahrzeug angeschlossen und kann dadurch einen Defekt direkt über das bereits vorhandene System im Auto anzeigen. Daher muss hier keine extra Kontrollleuchte verbaut werden. Es muss allerdings freigeschaltet werden, damit Sie andere Systeme wie die PDC-Abschaltung oder Gespannstabilisierung verwenden können.

Bekannte und renommierte Hersteller von E-Sätzen für Anhängerkupplungen

Vor dem Kauf einer Anhängerkupplung können Sie sich schon einmal mit den Herstellern vertraut machen, die solche Geräte verkaufen. Wir stellen Ihnen kurz die bekanntesten und beliebtesten Marken vor, die E-Sätze für Anhängerkupplungen herstellen und vertreiben: dazu gehören u. a. die Firma Jaeger, die Firma ECS und die Firmen Thule und Westfalia. Aber auch Master, Bosal und MB sowie viele andere Hersteller bieten Ihnen E-Sätze in unterschiedlichen Ausführungen. Den passenden Elektrosatz werden Sie mithilfe unseres vorliegenden Ratgebers leicht finden können.

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