Schwäbisch lernen für Anfänger!

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Wenn Sie mal von Norden kommend Würzburg (oder von Westen kommend Mannheim und Heilbronn) hinter sich gelassen haben, beginnt auch sprachlich der wilde Süden. 

"Mir kennet alles - außer hochdeitsch"

Zu deutsch heißt das: "Wir können alles - außer hochdeutsch".
So sind sie, die Schwaben: selbstbewußt und etwas querköpfig.
Und sie beharren auf ihre eigene Sprache.

Schwäbisch ist eine im Raum Schwaben, das heißt im heute mittleren und südöstlichen
Bereich von Baden-Württemberg sowie in südwestlichen Teilen Bayerns gesprochene
Gruppe von Dialekten. Linguistisch gehören sie zu den alemannischen Dialekten und
damit zu der oberdeutschen Dialektgruppe.

Innerhalb der schwäbischen Dialekte gibt es erhebliche Unterschiede. Eine Möglichkeit
ist die Unterscheidung nach den Formen des Partizips Perfekt von „sein“ in gweä
(gewesen) und gsai (gewesen). Die Gsai-Gruppe ist sprachgeschichtlich näher mit
dem niederalemannischen und dem hochalemannischen gsi verwandt.

Bitte, ganz wichtig: die Badener und die Schwaben sind zwar in einem Bundesland zusammengepfercht (wenn man mal von den bayrischen Schwaben absieht, die ja unter bajuwarischer Fremdherrschaft leiden, ab Ulm östlich), doch die Badener sind eher Franzosen, deswegen mögen die Württemberger sie gar nicht. Und die Württemberger, die Hohenloher sind natürlich noch mal was ganz anderes als nur "Schwaben".

Der Württemberger sagt übrigens zum Badener " Badenser", was ein Schimpfwort ist.
Noch schlimmer ist die Bezeichnung "Gelbfiaßler" (Gelbfüßler).
Der rächt sich dafür mit dem Spruch (weil er auf SEINEN Wein mehr hält als auf den württembergischen):

Über Baden lacht die Sonne,

über Württemberg die ganze Welt!


Na ja.


Im Zug

Hierzu - zu "gsi" und "gwä" - gibt es einen herrlichen Witz, den man vermutlich übersetzen muß:


En Schwob en Schweizer ond en Nordeitscher sitzed em Zug.
No frogt dr Schweizer da Nordeitsche:"Sinds auch schon z'Züri gsi?"
Der verschtoht aber nix.
Der Schweizer wiederholt: "Sinds auch schon z'Züri gsiiii?"
Aber s hilft nix.
Der Schwob hilft aus:" Er moint gwä". 


Ein Schwabe, ein Schweizer und ein Norddeutscher sitzen im Zug.
(Norddeutsch fängt aus schwäbischer Sicht nördlich des Mains an!)
Da fragt der Schweizer den Norddeutschen: "Sind sie auch schon in Zürich gewesen?"
("zu" Zürich!)
Der versteht aber nichts.
Der Schweizer wiederholt: "Sind sie auch schon in Zürich geweeeeeeeesen?"
Doch es hilft nichts.
Der Schwabe hilft: "Er meint ' gewesen'!"

Damit Sie dort, im Schwäbischen"  nicht sprachlich Schiffbruch erleiden, hier eine ganz kurzgefaßte Einstiegshilfe.


Besonderheiten

  • Die Semmel (Brötchen) heißt hier Wegg oder Weggle
  • Brödle meint Kekse, nicht etwa Brötchen!
  • heben und halten ist dasselbe: "da, heebsch des emol" = Hältst Du das bitte mal (fest)"
  • lehren gibt es nicht, lernen reicht aus: "mir lernet unsere Kinder" = "wir lehren unsere Kinder"
  • 16.45 Uhr heißt DREIVIERRDEL finnf


Das sollte fürs erste reichen! 

Und wenn Sie das alles verdaut haben, geht's dort weiter:  "meine Füße tun mir weh!"



Prost!


("Brooschd!")




Wenn Sie Interesse haben, hier meine anderen Erfahrungsberichte über Hotels / Restaurants / Gastronomie:
  • Fleisch in bester Qualität (3): "bœuf de Hohenlohe"!
(demnächst mehr)

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