Rennräder für Retrofans: gut in Schuss

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Mit dem Frühling fängt die Radfahrsaison wieder an. Schlank, elegant und besonders schnittig sind Rennräder. Darauf fahren zunehmend auch Amateur- und Stadtradler ab. Sei einiger Zeit im Aufwind: Vintage-Rennräder. Zu wissen, welche Marken angesagt sind, ist das eine. Guter Rat zum richtigen Umgang mit dem Second-Hand-Bike das andere.
 


Vor dem Kauf eines Rennrads: passende Rahmenhöhe ausrechnen

 

Achten Sie beim Kauf eines Rennrad-Klassikers auf die passende Rahmenhöhe. Sie wird international unterschiedlich beschrieben. In Deutschland bezieht sich die Angabe der Rahmenhöhe auf die Sitzrohrlänge von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattelrohrs.

Sie wollen es ganz genau wissen? So ermitteln Sie Ihre Schrittgröße und leiten daraus die geeignete Rahmengröße ab:

1. Sie brauchen: eine Wasserwage oder ein mittelgroßes Buch mit festem Einband, einen Zollstock und einen Helfer zum Messen.

2. Ziehen Sie Hose und Schuhe aus und stellen Sie sich mit dem Rücken gerade an eine Wand.

3. Klemmen Sie die Wasserwage oder das Buch im rechten Winkel direkt unter den Schritt zwischen Ihre Oberschenkel ein.

4. Ihr Helfer misst nun die Höhe vom Boden bis zur Oberkante der Wasserwaage oder des Buches.

5. Nach der Messung multiplizieren Sie die Schritthöhe mit 0,665. Beispiel: Ihre Schritthöhe beträgt 83 cm. 83 x 0,665 = 55,195. Heißt: Die für Sie passende Rahmenhöhe beträgt 55 cm.

Einfacher geht's mit der Größen-Tabelle:

Körpergröße

Rahmenhöhe des Rennrads

Unter 155 cm

Maßanfertigung - 48 cm

155 - 165 cm

48 - 51 cm

165 - 170 cm

51 - 53 cm

170 - 175 cm

53 - 55 cm

175 - 180 cm

55 - 57 cm

180 - 185 cm

57 - 60 cm

185 - 190 cm

60 - 62 cm

190 - 195 cm

62 - 64 cm

ab 195 cm

64 - Maßanfertigung

 

Rennrad-Klassiker aus Italien: Bianchi

 

Bianchi gehört zu den ältesten Fahrradherstellern in Europa und zählt bis heute zu einer der ganz großen Marken im Profiradrennsport. Die Fahrräder erkennt man schon an der Farbe: Das strahlende, helle Türkisblau - Celeste - ist eng mit der Marke verbunden und Kultfarbe für alle Bianchi-Liebhaber.

Die Modelle sind Rennräder in Reinform: Schlank, funktional und ohne Schnickschnack kommt man mit einem Bianchi schnell in Fahrt. Auch preislich kann es flott nach oben gehen. Wer nicht gleich viel Geld auf den Tisch legen will, sollte sich auf der Suche nach Schnäppchen Zeit nehmen.


Tour de France: Rennräder von Peugeot und Motobécane

 

Frankreich gehört zu den Radsportnationen par excellence. Kein Wunder also, dass namhafte Hersteller von dort kommen, wo jährlich eines der härtesten Radrennen der Welt stattfindet. Zu den absoluten Top-Favoriten im Vintage-Look gehören Rennräder von Peugeot und Motobécane.
Während Peugeot bis heute Fahrräder produziert, hat Motobécane die Herstellung 1984 eingestellt - diese Rennräder sind also immer voll und ganz "retro". Die Modelle beider Hersteller bestechen durch funktional-elegante Sportlichkeit. Der Lack ist noch lange nicht ab - Metallic oder Hochglanz macht sich in vielen Farben gut.
Tipp: Stöbern lohnt sich, da man das ein oder andere französische Schmuckstück gut zum günstigeren Preis finden kann.


Flink unterwegs: Gazelle aus den Niederlanden

 

Der Name passt: Die Gazelle ist ein graziles Rennrad. Der niederländische Hersteller ist heute mehr für seine Hollandräder bekannt, hatte aber auch sportliche Rennräder im Programm. Im Vergleich zu Bianchi, Peugeot oder Motobécane ist die Auswahl an Angeboten eher begrenzt, was den durchschnittlich höheren Preis für gut erhaltene Gazelle-Klassiker erklärt.


Rennräder aus Deutschland: Diamant und Hercules

 

Ob sich der Name "Diamant" von dem Edelstein ableitet oder dem Diamantrahmen, bei dem das Oberrohr horizontal oben verläuft, ist nicht bekannt - dass Diamant viel Erfahrung in der Fahrrad-Produktion hat, schon. Lange Jahre hat der Hersteller Rennräder für den Radsport in der DDR entwickelt.

Heute sind diese Modelle Kult und relativ günstig zu haben - vor allem für Bastler.
Ähnlich: Retro-Räder von Hercules aus Bayern.


Im Damensitz: Rennrad mit Trapezrahmen

 

Das sogenannte Damen-Rennrad unterscheidet sich vor allem durch die Form des Gestells vom klassischen Rennrad: Der sogenannte Trapezrahmen verfügt über ein abgesenktes Oberrohr. Dadurch ist die Aufstiegshöhe bei diesem Rennradtyp im Unterschied zu den Modellen für Herren niedriger - Frau kann also auch bequem in Kleid oder Rock radeln.
Eine beliebte Variante ist das Damen-Rennrad mit Berceau-Rahmen - er ist mit einem doppelten und geschwungenen Oberrohr versehen.


Austauschbar: Zubehör und Ersatzteile

 

Gebrauchte Rennräder benötigen ab und zu Erneuerung. Liebhaber sind natürlich auf der Suche nach Original-Ersatzteilen; günstiger und besser geht es in manchem Fall mit Neuteilen im Retro-Design.


Teile des Rades mit hohem Verschleißfaktor, die von Zeit zu Zeit überholt oder ersetzt werden sollten, sind: Kette und Kettenrad (auch: Ritzel), Bremsen und natürlich die Gangschaltung.
Ebenso zeigt ein Sattel nach unzähligen Runden auf dem Rad Abnutzungserscheinungen. Manchmal empfiehlt es sich jedoch, aus rein optischen Gründen den Sattel zu wechseln. Während Lenker ebenso wie der Rahmen und die Pedale normalerweise nicht aus Verschleißgründen getauscht werden, steht ein Lenkerband-Wechsel häufiger an: Die Auswahl ist farbenfroh und das Material reicht von Textil (echt Old-School!) über Kork bis zu Echt- oder Kunstleder. Wer mit dem Rennrad vor allem in der Stadt unterwegs ist, sollte auf eine Klingel nicht verzichten.

Tipp: Wenn Sie nicht selbst Hand anlegen wollen, suchen Sie eine Fahrradwerkstatt auf, die Ersatzteile und Zubehör fachmännisch anbringt. Am besten ein paar Wochen bevor die Radsaison losgeht, sonst sind die Wartezeiten lang.


Zur Sicherheit: LED-Fahrradlicht und Fahrradschloss

 

Gerade dann, wenn Sie mit Ihrem Rennrad durch die Stadt cruisen, sollten Sie LED-Fahrradlichter immer dabei haben. Üblicherweise sind Rennräder nämlich nicht mit Licht ausgestattet. Sind Sie abends im Dämmerlicht oder bei Dunkelheit noch unterwegs sind, einfach anstecken und Sie werden von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen. Aber Vorsicht: Nicht alle Fahrradlichter, die sich einfach am Fahrrad befestigen lassen, sind für den Straßenverkehr offiziell zugelassen!
Wenn Ihnen Ihr Rennrad am Herzen liegt, schützen Sie es vor Langfingern. Ein gutes Fahrradschloss ist das A und O, um das das Fahrrad sicher an öffentlich zugänglichen Plätzen abzustellen.


Damit es rund läuft: Reifen brauchen Luft

 

Mit gut aufgepumpten Reifen vermeiden Sie platte Schläuche und teure Reparaturen an beschädigten Felgen. Der Reifendruck bei Rennrädern ist abhängig von der Reifenbreite (in der Regel sind Rennradreifen zwischen 22 und 25 mm breit) und dem Gewicht des Fahrers. Ein grober Richtwert für die richtige Bar-Zahl errechnet sich aus Körpergewicht geteilt durch 10. Hier sollte jedoch unbedingt der jeweilige Hersteller-Hinweis beachtet werden, da der Reifenluftdruck bei Rennrädern zwischen 5 und 10 bar liegen kann.
Tipp: Mit Standluftpumpen wird die Luft mit mehr Kraft in die schmalen Reifen gepresst - das geht schneller und ist weniger anstrengend.


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