Quittung/Rechnung lt § 368 BGB auch bei Privatverkäufen

Aufrufe 137 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Private Verkäufer dürfen grundsätzlich die Bitte eines Käufers nach einer Rechnung oder Quittung nicht ablehnen!! Dies ist in § 368 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) gesetzlich geregelt.

Inhaltlich lautet § 368 BGB wie folgt: "Der Gläubige (= gemeint ist der Verkäufer) hat gegen Empfang der leistung auf Verlangen ein schriftliches Empfangsbekenntnis (= Quittung oder rechnung) zu erteilen. Hat der Schuldner (= gemeint ist der Käufer) ein rechtliches Interesse, dass die Quittung in anderer Form ersteilt wird, so kann er die Erteilung in dieser Form verlangen."

In den meisten Fällen wollen private Verkäufer keine Rechnung ausstellen, weil sie unter Berufung auf ihren Status eben als solcher privater Verkäufer, sich nicht in der Verpflichtung zur Ausstellung einer Rechnung sehen. Sie fürchten, in die Schiene der gewerblichen Verkäufer zu rutschen.

Hinter der Ablehnung steckt aber zusätzlich noch die Unwissenheit, wie man überhaupt die geforderte Rechnung ausstellt.

Zu diesen Themen kursieren zahlreiche schriftliche wie mündlich weitergegebene Fehlinformationen.

Hier ein paar hilfreiche Fakten in Kürze, damit Sie in Zukunft, bei Aufforderung zur Rechnungs- bzw. Quittungsstellung gelassener bleiben können und wissen, wie was zu tun ist:

- Wird man mit Ausstellung einer Rechnung zum gewerblichen Verkäufer? NEIN!

- Muss man eine Gewährleistung geben, obwohl man diese als privater Verkäufer ausdrücklich in seinem Auktionstext ausgeschlossen hatte? - NEIN!

- Darf ein Privatmensch Rechnungen ausstellen? - JA - aber ohne die Mehrwertsteuer auszuweisen, da diese ja bei Privatverkäufen nicht anfällt.

Falls der Käufer eine Rechnung fordert, dürfen Sie dies nicht ablehnen.

Wie sollte die Rechnung aussehen?

Es reicht ein formloses Schreiben (handschriftlich oder getippt). Es müssen die Namen und Adressdaten von Käufer und Verkäufer, Menge und Bezeichnung des verkauften Artikels (z.B. 1 PC XY), der Preis (z.B. 450 Euro), Datum und Unterschrift (handschriftlich) angegeben werden.

"Hiermit stelle ich für den Verkauf von "PC XYZ"  450 Euro in Rechnung."

Zudem sollte eine Satz wie "Zahlung dankend erhalten am 13.8.08" hinzugefügt werden, da dies für beide Seiten nachweislich den Zahlungseingang quittiert.

Für wen macht die Rechnung aus einem Privat-Verkauf Sinn und warum kann sie ausdrücklich von einem privaten "Normalo-Ebayer" verlangt werden?

Selbständige, Ich-AGler, Gewerbetreibende, Freiberufler, Künstler, Geschäftsleute können unter bestimmten Voraussetzungen (hier nicht näher genannt - sprengt den Rahmen) Käufe von Privatleuten  steuerlich absetzen. Die sgilt auch für gebrauchte Ware, deren Erwerb vom Finanzamt anerkannt wird (unter bestimmten Voraussetzungen, die wenn genannt den Rahmen sprengen).

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Ratgeber dazu beitragen, dass Thema "Rechnungen bei Privatverkauf" ein wenig klarer darzustellen und die Veunsicherung nehmen, bei Privatverkäufen eine Rechnung auszustellen.

Nach dem Lesen sagen Sie doch hoffentlich auch: Eine Rechnung auszustellen? Für mich kein Problem! Oder??

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber