Lavendel – wir riechen es gern, die Motten nicht!

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Lavendel – wir riechen es gern, die Motten nicht!

Lavendel zählt zu einem der beliebtesten Kräuter überhaupt und ist vielseitig einsetzbar. Die lila blühende Pflanze wird sowohl in der Küche als auch zu Heilzwecken und für die Herstellung von Kosmetik verwendet. Auch zur Abwehr von Motten erweist sich Lavendel als ein wirksames und zudem natürliches Mittel. Dieser Ratgeber stellt ihnen die Pflanze vor und zeigt Ihnen, wie Sie Lavendel im eigenen Haushalt effektiv nutzen können.

Die Geschichte des Lavendels

Lavendel war schon bei den alten Römern ein sehr beliebtes Kraut, das auf verschiedenen Gebieten Verwendung fand. So nutzte man die Heilkraft des Lavendels gegen Kopfschmerzen und erstellte wohlduftende Badezusätze aus der Pflanze. Zur Verbesserung der Raumluft streute man die Blüten des stark duftenden Lavendels auf den Fußboden. Die aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze wird auch schon seit jeher zur Herstellung von Parfum genutzt und betört den Menschen mit ihrem würzig-aromatischen Duft. Der starke Duft sollte gegen Läuse helfen und wird heute noch als Mottenbekämpfungsmittel eingesetzt. Die bekannte Benediktinerin und Pionierin der natürlichen Heilkunde Hildegard von Bingen empfahl Lavendel unter anderem zur Mäßigung des Sexualtriebs und nannte die Pflanze Mutterkraut. Heute wird der Lavendel besonders wegen seiner beruhigenden, harn- und galletreibenden und krampflösenden Eigenschaften geschätzt.

Die besonderen Merkmale des Lavendels

Der Echte Lavendel gehört zur Familie der Lippenblütler und wird auch Echter Speik genannt. Der wissenschaftliche Name des Echten Lavendels lautet Lavendula angustifolia. Der Halbstrauch wird 40 bis 100 cm groß und besitzt schmale, behaarte silberfarbene Blätter. Die Blätter erreichen eine Länge von 40 bis 50 mm. Die Blüten des Lavendels bilden sich ab Juli an langen, stängeligen Ähren. Die Farbe der Blüten ist violett und sie verströmen einen starken würzigen Duft. Die Inhaltsstoffe des Echten Lavendels sind hauptsächlich Saponinen, Gerb- und Bitterstoffe und ätherisches Öl. Eine verwandte Art ist der französische Duftlavendel, der vor allem in der Provence angebaut wird. Die jährlich auf den Feldern erscheinenden violetten Blütenmeere des Duftlavendels sind weltweit bekannt und bezaubern mit ihrem Anblick und dem betörenden Duft Reisende wie Einheimische. Dieser Duftlavendel mit dem lateinischen Namen Lavendula x intermedia wird hauptsächlich zur Herstellung von Parfum- und Seifenproduktion verwendet. Die Blütezeit des Lavendels ist Juni bis August. Der Echte Lavendel wurde vom Naturheilverein NHV Theophrastus 2008 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Der richtige Standort für den Lavendel

Der Lavendel benötigt zum optimalen Gedeihen einen sonnigen Standort, der zudem windgeschützt sein sollte. Zur Ausbildung des vollen Aromas der Pflanze setzen Sie die Pflanze am besten auf einen kalkhaltigen Boden, der eher trocken und nicht zu feucht sein sollte. Pflanzen Sie die Jungpflanzen in ausreichendem Abstand und achten Sie darauf, das Lavendelbeet möglichst unkrautfrei zu halten, damit die Pflanzen nicht erstickt werden.

Aussaat und Kultur des Lavendels

Für die Aussaat des Lavendels bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Sie können die Samen des Lavendels ab dem Frühjahr direkt aussäen oder im Haus vorziehen und die Pflanzen dann ab Mai in den Garten setzen. Einfacher ist es, Jungpflanzen beispielsweise bei eBay zu kaufen und sie direkt in einen Kübel oder ins Beet zu pflanzen. Um einen buschigen Wuchs zu erreichen, empfiehlt es sich, den Lavendel nach der Blüte auf zwei Drittel zurückzuschneiden. Sie können die Pflanze in diesem Stadium auch gut teilen oder Stecklinge ziehen. Zum Schutz vor Frost sollten Sie den Lavendel zusätzlich abdecken. Der Handel bietet entsprechende Frostsicherungen für Kübel- und Gartenpflanzen an. Sie können den Lavendel zum Schutz vor Kälte aber auch mit Reisig bedecken.

Die Ernte des Lavendels

Wenn Sie Lavendel in der Küche verwenden möchten, sollten Sie die jungen und zarten Triebe vor der Blüte ernten. Die Blüten sollten Sie abschneiden, wenn sich der mittlere Teil der Ähren geöffnet hat. Danach hängen Sie die Lavendelblüten an einem trockenen Ort, zum Beispiel auf dem Dachboden, auf. Luftdicht verschlossen hält sich der getrocknete Lavendel recht lange.

Woher kommt der Lavendel?

Die Küstenregionen des Mittelmeergebietes sind die eigentliche Heimat des Lavendels. Mittlerweile findet man den Lavendel in ganz Südosteuropa. Bekannt für den Anbau und große Vorkommen der violetten Pflanze ist die Provence. Lavendel ist winterhart, deshalb hält sich die Pflanze in Mitteleuropa bei milden Wintern recht gut. Auch in den Alpen findet man die Pflanze, die dort von Benediktiner-Mönchen eingeführt wurde. In der Schweiz und an vereinzelten Orten in Deutschland gibt es ebenfalls Vorkommen von Lavendel.

Die Gewinnung von Lavendelöl

Für die Herstellung von Lavendelöl nutzt man die Stängel der Pflanze mit den Blüten. Der Lavendel wird entweder per Wasserdampfdestillation oder Schleppdestillation hergestellt, oder man legt die Blüten direkt in Öl ein. Bei der Einlage in Öl gewinnt man allerdings ein Öl, das nicht so intensiv ist wie solches, das durch Destillation gewonnen wird. Die Ernte erfolgt meist in den frühen Morgenstunden oder einige Zeit, nachdem Regenschauer abgeklungen sind und der Lavendel wieder trocken ist. Dieser Erntezeitpunkt des Lavendels verspricht einen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen.

Die Verwendung des Lavendels in der Küche

Lavendel gehört mit den Kräutern Ysop, Rosmarin, Thymian, Basilikum, Oregano, Fenchel, Bohnenkraut und Salbei zu der berühmten Kräutermischung „Kräuter der Provence“, die in den Küchen der ganzen Welt zur Zubereitung der feinsten Gerichte benutzt wird. Vor allem die französische und italienische Küche verwendet Lavendel häufig. Das Aroma des Lavendels lässt sich am ehesten mit dem des Rosmarins vergleichen. Der Lavendel hat einen würzigen Geschmack, der zum Teil etwas bitter ist. Mit Lavendel können Sie Fleisch- und Fischgerichte, Salate, sowie Eintöpfe verfeinern. Auch Süßspeisen lassen sich mit dem würzigen Kraut delikat abschmecken.

Die Nutzung des Lavendels als Heilmittel

Zur Heilung und Linderung der verschiedensten Beschwerden verwendet man den Lavendel als Tee, als Duftzusatz oder als Öl. Für die Zubereitung von Lavendeltee nehmen Sie einen Teelöffel des getrockneten Lavendels auf eine Tasse Wasser. Trinken Sie zwei Tassen Tee am Tag, davon eine am Abend vor dem Zubettgehen. Einen Aufguss bereiten Sie mit einer Mischung aus 100 Gramm getrocknetem Lavendel auf zwei Liter Wasser zu. Zur Inhalation geben Sie einige Tropfen Lavendelöl in heißes bis kochendes Wasser und atmen den Wasserdampf ein. Wenn Sie einen Badezusatz herstellen möchten, nehmen Sie dafür 1 Liter Wasser und 100 Gramm getrockneten Lavendel. Zur äußeren Anwendung verteilen Sie 2-5 Tropfen Lavendelöl auf die zu behandelnden Körperstellen. Lavendel zeigt eine Unverträglichkeit mit Jod und Eisen. Die Blüten des Lavendels und damit zubereitete Tees können Sie unbesorgt genießen. Lavendelöl kann jedoch, wenn Sie es innerlich verwenden, zu Störungen und Reizungen des Magen-Darm-Trakts führen und unter Umständen sogar Störungen des Bewusstseins oder Benommenheit hervorrufen. Achten Sie deshalb vor allem im Falle einer Schwangerschaft darauf, Lavendel nicht in zu hoher Dosierung zu sich zu nehmen.

Die Heilwirkung des Lavendels

Der Lavendel ist bekannt dafür, dass er vor allem bei Kopfschmerzen sehr wirksam ist. Bei extrem starken Kopfschmerzen sollen vor allem Auflagen aus Lavendelblüten sehr lindernd sein. Bei Schlafstörungen, nervöser Unruhe und einer allgemeinen Abgeschlagenheit ist die Verwendung von Lavendel als Tee, Öl oder Duftkissen sehr wirksam. Auch die Neigung zum starken Schwitzen oder starken Körpergeruch wird durch Lavendel verringert. Kocht man Lavendel in Essig und spült man damit regelmäßig den Mund und den Rachenraum, so werden Zahnfleischentzündungen und Zahnschmerzen gelindert. Inhalationen mit Lavendel helfen bei Erkrankungen der Atemwege. Äußerlich angewandt können Sie das Öl zur Behandlung von Gelenkzerrungen, Blutergüssen oder Verstauchungen einsetzen. Lavendel als Badezusatz verfügt über eine beruhigende und entkrampfende Wirkung. In Aromalampen verwendet, vertreibt Lavendelöl Kopfschmerzen und Stresssymptome. Zur Verbesserung Ihrer Konzentration können Sie einen Lavendelwein ansetzen. Hierfür kochen Sie einen Esslöffel Lavendel mit einem halben Liter Wein kurz auf und trinken von dem abgekühlten Getränk jeweils vor und nach dem Essen ein kleines Glas.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten des Lavendels

Duftsäckchen aus Lavendel sind ein altbekanntes Mittel gegen Motten, die den Duft der Pflanze verabscheuen und meiden. Legen Sie mit Lavendel gefüllte Kissen in Ihren Kleiderschrank – und Sie sind die lästigen und schädigenden Tierchen los. Der Duft des Lavendels ist die Grundlage für Badezusätze, Parfums, Seifen und Öl und damit ein wichtiger Bestandteil der Kosmetikindustrie. Das bekannte Duftwasser Eau de Cologne 4711, das hierzulande auch als Kölnisch Wasser bekannt ist, basiert auf Lavendelöl als eins der Hauptbestandteile. Bienen werden vom Geruch des Lavendels geradezu magisch angezogen, deshalb leistet jeder der Lavendel, den Sie im eigenen Garten pflanzen, einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser so wichtigen Insekten. Da Lavendel bei Bienen so beliebt ist, wird auch Lavendelhonig im Handel angeboten. Nicht nur im Kräutergarten, sondern auch im Ziergarten macht der Lavendel eine gute Figur. In vielen heimischen Gärten nutzt man die violett blühende Pflanze als wohlriechende Randbepflanzung. Besonders gut steht Lavendel neben Rosen, denn er vertreibt mit seinem starken Geruch Blattläuse und andere Schädlinge. Auch als Kübelpflanze ist der Lavendel sehr beliebt. Mit seinem hübschen Aussehen und dem betörenden Duft verschönert er so Balkone und Terrassen.

Der Lavendel besticht nicht nur durch seine wunderschöne Blüte in den verschiedenen Violetttönen und seinen ganz eigenen Duft, sondern er ist auch eine beliebte Heilpflanze, die auch in der Küche gerne verwendet wird. Bei eBay finden Sie Kräuter aus aller Welt wie Lavendel, Rosmarin oder Zitronengras. Hier erhalten Sie sowohl Samen als auch Jungpflanzen für den eigenen Garten und viele Produkte wie Seife oder Duftkissen mit den wohlriechenden Düften der beliebtesten Kräuter.

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