Ladegeräte am Motorrad - was Sie darüber wissen müssen

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Ladegeräte am Motorrad - was Sie darüber wissen müssen

Die richtige Hege und Pflege für Motorradbatterien

Für eine lange Lebensdauer der Motorradbatterie sind Wartung und Pflege unerlässlich. Das gilt besonders für die kalten Wintermonate. Sicher abgestellt im Winterlager sorgt das passende Ladegerät für genügend Kapazität. Die Batterie entlädt sich somit nicht und das Motorrad springt im Frühjahr ohne Probleme wieder an. Dabei lässt sich nicht jedes Ladegerät für jede Batterie verwenden. Die kleinen Energiespender sind sehr empfindlich und benötigen ausreichend Pflege. Ist der Ladestrom zu stark, beispielsweise bei einem Ladegerät für Autobatterien, funktioniert danach nicht mehr. Das Ladegerät muss perfekt auf die Motorradbatterie abgestimmt sein. Eine wichtige Regel dafür: Der Ladestrom darf nur etwa 10 Prozent der Kapazität betragen. Besitzen Sie eine Batterie mit 12 Ah Kapazität, so sollte der Ladestrom nicht höher als 1,2 Ampere liegen. Ein geringerer Ladestrom schadet nicht.
Die meisten Motorradladegeräte besitzen einen Ladestrom von 0,8 Ampere und eignen sich für Batterien mit 8 Ah Kapazität. Professionelle Ladegeräte erkennen die Kapazität der Batterie automatisch und fährt den Ladestrom entsprechend herunter. Sie benötigen beim Laden deutlich länger, da sie den Ladestrom stetig den Bedürfnissen der anpassen und nicht konstant lassen. In den nächsten Abschnitten erfahren Sie mehr über die verschiedenen Ladegeräte. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Ladegerät richtig am Motorrad anschließen und was bei der Überwinterung der Maschine zu beachten ist.

So finden Sie das passende Ladegerät für Ihr Motorrad

Die einfachsten Ladegeräte auf dem Markt sind nicht automatische Varianten. Alle Standard-Batterien lassen sich bei einem Kapazitätsverlust an diese Ladegeräte anschließen. Auch hier gilt die Regel, dass der maximale Ladestrom nur maximal 1/10 der Batteriekapazität betragen darf. Wichtig: Errechnen Sie vorher die Ladezeit und beobachten Sie die Batterie. Da es sich hier um sehr günstige Ladegeräte handelt, fehlt meist der Schutzmechanismus. Die Batterie könnte zu lange aufgeladen und muss vor dem Erreichen der Kapazität vom Netz getrennt werden. Ein wichtiger Hinweis hierfür sind kleine Bläschen in der Säure.

Geeignete Ladegeräte für kalte Winter

Für den Ladeprozess über die Wintermonate benötigen Sie ein hochwertigeres Gerät. Das Fahrzeug befindet sich in einer Ruhezeit von mehr als drei Monaten, in der die Batterie die volle Kapazität nicht halten kann. Es gibt spezielle Motorradbatterie-Ladegeräte, die zum Erhaltungsladen vorgesehen sind. Sie vermeiden Schäden an ihrer Batterie und verhindern dadurch die Tiefentladung. Die Batterie hängt die komplette Ruhezeit über an dem Ladegerät. Experten raten von einfachen Baumarkt-Ladegeräten oder gar Ladegeräten für Autos ab. Motorradbatterien sind deutlich kleiner und empfindlicher. Bei einem überdimensionierten Ladegerät könnte die Batterie deutliche Schäden nehmen. Bestens bewährt haben sich Automatikladegeräte, die mit einer Regelelektronik ausgestattet sind. Sie passen sich selbst auf die Größe und den Ladezustand der Batterie an. Besitzen Sie eine neuere Maschine mit Gel- oder Microvlies-Batterie, sind Sie auf ein derartiges Ladegerät zwingend angewiesen. Der Hintergrund: Die neueren Batterien besitzen keine Sichtkontrolle mehr für die Batterieflüssigkeit. Sie können das Gasen der Flüssigkeit nicht mehr überprüfen und müssen sich auf ein selbst regulierendes Ladegerät verlassen können. Nur so vermeiden Sie eine zu starke Aufladung des Speichers.

Vorteile hochwertiger Ladegeräte

Hochwertige Ladegeräte sind zusätzlich mit einer Be- und Entlade-Funktion ausgestattet. Der Vorteil hierbei: Sie simulieren den täglichen Einsatz des Motorrads. Gerade über die langen Standzeiten im Winter bieten sich diese Ladegeräte an. Ist die Batterie bei voller Kapazität, sorgt das Ladegerät wieder für eine Entladung und stellt dabei einen normalen Fahrbetrieb mit dem Motorrad nach. Die Lebensdauer verlängert sich, wenn die Zellen der Batterie im regelmäßigen Abstand durch diesen Prozess formiert werden. Neben den langen Standzeiten im Winter bieten sich die Ladegeräte auch für Wenigfahrer oder andere Fahrpausen an. Viele Oldtimer-Fans oder Sammler von Motorrädern greifen auf die Varianten zurück, um an den Zweirädern einen regelmäßigen Fahrrhythmus zu simulieren.

Schritt für Schritt: Das Ladegerät richtig an der Motorradbatterie anschließen

Über längere Standzeiten erweist es sich als praktisch, die Batterie zum Laden aus dem Motorrad auszubauen. Hierfür muss die Zündung abgeschaltet sein. Sie finden das Batteriefach meist unter der Sitzbank oder unter einem Seitendecken. Bei manchen Modellen ist die Batterie unter den Tank montiert. In der Betriebsanleitung finden Sie den richtigen Ort. Schrauben Sie dann den Minuspol und anschließend den Pluspol ab. Nun können Sie das Sicherungsband lösen und die Batterie komplett herausnehmen. Je nach Grad der Verschmutzung bietet sich eine Reinigung unter fließend warmem Wasser an. Wichtig: Die Polanschlüsse sind nachher gut zu trocknen und mit einer Messingbürste bei starken Ablagerungen blank zu putzen.
Direkt neben den Polen erkennen Sie, ob es sich um einen Pluspol oder einen Minuspol handelt. Sie dürfen keinesfalls vertauscht werden, da Sie sonst einen Kurzschluss provozieren. Schließen Sie danach den Pluspol und darauf den Minuspol an. Handelt es sich um eine Bleisäure-Batterie, sind alle Stopfen vorher zu entfernen. Erst dann schalten Sie das Ladegerät mit der richtigen Ladespannung ein. Achten Sie auf das Einhalten der Ladeströme und Ladezeiten. Wichtige Informationen dazu finden Sie entweder auf der Batterie selbst oder im Beipackzettel einer neuen Batterie. Halten Sie sich nicht an diese Daten, so könnte die Batterie großen Schaden nehmen. Bei einmaliger Aufladung beträgt die Ladezeit zwischen fünf und zehn Stunden. Ein langsames Laden zeigt sich deutlich schonender als eine Schnellladung.

Beim Abklemmen entfernen Sie zuerst den Minuspol und dann den Pluspol. Sie dürfen die Batterie nicht sofort wieder in das Motorrad einbauen und losfahren. Experten empfehlen eine Ruhephase von mindestens 30 Minuten nach dem Ladevorgang. Im Motorrad selbst sollte die Batterie aus Schutz vor Vibrationsschäden auf einem säurefesten Gummi gelagert werden. Ist der Gummi defekt oder nicht vorhanden, sollten Sie diesen nachrüsten. Prüfen Sie auch die Batterie-Anschlüsse am Motorrad. Ein Abschmirgeln mit feinem Schleifpapier reinigt die Pole und entfernt korrodierte Rückstände. Bevor Sie die Batterie in den Kasten setzen, vermerken Sie das Ladedatum mit einem wasserfesten Stift. Ein kleiner Tipp: Schmieren Sie die Kontakte mit etwas Kupferpaste ein. Sie schützt vor Korrosion und erhöht die elektrische Leitfähigkeit. Beim Anschluss im Motorrad selbst folgt zuerst der Pluspol und danach der Minuspol. Verlegen Sie die Anschlusskabel möglichst exakt ohne Knick oder zu starker Reibung. Jetzt fehlen noch die Schutzkappen und der Deckel des Batteriekastens.

Fehler bei der Ladung – das sollten Sie vermeiden

Viele Motorradfahrer begehen in der Winterpause einen großen Fehler. Sie lassen die Maschine in regelmäßigem Abstand im Leerlauf starten, um die Batterie zu laden. Tests haben bewiesen, dass dieser Zustand nichts an der Ladekapazität der Batterie ändert. Die Komponenten des restlichen Motorrads könnten durch den Kaltstart jedoch beschädigt werden. Nur ein passendes Ladegerät kann über die Winterzeit Abhilfe schaffen und die Batterie korrekt und sicher laden.

Die richtige Lagerung und Batterie und Motorrad im Winter

Einen großen Einfluss auf die Lebensdauer der Batterie nimmt die Standzeit über den Winter. Aus Platzgründen sind die Batterien in Motorrädern recht klein gehalten und damit noch empfindlicher. Wartung, Lagerung und Pflege sind deutlich intensiver, als bei einer Auto-Batterie. Experten raten vor dem Winter, die Batterie auszubauen und an einem kühlen Ort zu lagern. Etwa zehn Grad Celsius erweisen sich als ideal. Bei einer kürzeren Fahrpause von bis zu drei Monaten ist die Batterie mindesten einmal an ein Ladegerät zu schließen. Sie erhält hierbei ihre volle Kapazität und lässt das Zweirad nach der Standzeit gut und sicher anspringen. Zur Sicherheit bietet sich auch am Ende der Standzeit ein solcher Ladevorgang an. Im Gegensatz zur Lagerung der Batterie sollte sie an einem wärmeren Ort geladen werden. Räume mit einer Temperatur von etwa 20 °C gelten als ideal.
Wichtig: Laden Sie die Batterie nie in Schlaf- oder Wohnzimmern. Beim Ladevorgang können sich Gase in der Säure bilden und in das Zimmer gelangen. Laden Sie die Batterie im eingebauten Zustand am Motorrad, dürfen Sie keinesfalls die Zündung einschalten. Hier entstehen Schäden am Motorsteuergerät. Das Laden mit eingebauter Batterie bietet sich allerdings nur an, wenn das Fahrzeug in einem Raum mit ca. 10 °C abgestellt ist. Stellen Sie für den Ladevorgang sicher, dass sich kein Dauerverbraucher mehr an der Batterie befindet. Viele Alarmanlagen sind mit der Motorradbatterie verbunden und ziehen Strom. Ist das Gerät nicht abzuschalten, trennen Sie die Kabel zur Batterie.

Je nach Maschine kann die Batterie ungünstig montiert sein. Der Anschluss an das Ladegerät ist dann nur mit zusätzlichen Kabelverbindungen möglich. Für diesen Fall erweist sich der Ausbau als schneller und einfacher. Zusätzlich zum Ladevorgang ist bei einfachen Batterien der Säurestand zu prüfen. Fehlende Flüssigkeit lässt sich mit destilliertem Wasser auffüllen. Die Kontrolle darf jedoch nur nach dem Ladevorgang stattfinden, wenn die Batterie ihre volle Kapazität erreicht hat. Das Volumen der Säure vergrößert sich beim Laden, sodass der Pegel steigt. Ebenso wichtig: Laden Sie ihre Batterie immer voll auf. Ein vorher abgebrochener Ladevorgang oder ein teilweises Laden ist schädlich für den empfindlichen Energiespeicher.

Weitere Tipps zur Pflege und Wartung

In Winter kann eine Motorradbatterie auch einfrieren, beispielsweise wenn die Säuredichte nicht stimmt und zu viel Wasser in der Flüssigkeit enthalten ist. Sorgen Sie vor dem Ladevorgang dafür, dass die Batterie komplett aufgetaut ist. Je höher die Temperatur, desto höher fällt die Selbstentladung aus. Lagern Sie die Batterie deshalb immer kühl. Für das Putzen der Kontakte eignen sich angefeuchtete Baumwolltücher. So verhindern Sie ein elektrostatisches Aufladen des Bauteils. Schützen Sie die Batterie grundsätzlich vor Feuchtigkeit. Hier können sonst Kriechströme zu einer ungewollten Entladung führen. Befindet sich das Motorrad in den Wintermonaten in Benutzung, sollten Sie die Batterie trotzdem regelmäßig nachladen. Starke Kälte entzieht dem Energiespeicher deutlich schneller die Kapazität.

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