Komforttelefone der Telekom (80er Jahre)

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Komforttelefone der Telekom

Version 1.0 (05. 12. 2006)

Dieser Ratgeber liefert einen Überblick über die Modellreihe Komforttelefone der Telekom aus den 80er Jahren, die auf dem Grundmodell „Telefon 75" basieren. Die Texte dürfen unter Angabe der Quelle für Artikelbeschreibungen verwendet werden.

Als Nachfolger des Telefons 61 (A-Modell) gedacht, erschien 1977 ein neues Gehäusedesign in der Modellpalette der damaligen Bundespost, die Fernmeldeapparate des T-Modells. Da sie mehrheitlich mit der Ziffer „7" beginnende Typenbezeichnungen trugen, werden sie in Fachkreisen auch als „7er-Serie" bezeichnet. Ihre jüngsten Versionen waren die Typen 01 (FeTAp 0111), 01 bilingual (FeTAp 0162, fast nur an TK-Anlagen verwendet) und 01 LX (FeTAp / FeWAp 0164, der nach dem Mauerfall rasch gesamtdeutsche Verwendung fand).

Bald nach Einführung des T-Modells stellte sich eine zunehmende Nachfrage nach aus heutiger Sicht bescheidenen Komfortmerkmalen ein. Die damalige Post reagierte darauf mit einer in den frühen 80er Jahren begonnenen Reihe von Komfortmodellen. Dieser Ratgeber beschäftigt sich mit den „Geschwistern" alpha, beta, capella, delta E (Wega) und Junior, die im Gegensatz zu den „Geschäftstelefonen" der Typen Düsseldorf und Frankfurt auf anspruchsvolle Privatkunden zielten und technisch auf einem sogenannten Volumenmodell aufsetzen.

Gemeinsamkeiten

Den Apparaten dieser Serie ist gemeinsam, daß sie auf dem „Telefon 75", also dem Tastwahl-Grundmodell der 7er-Serie, basieren. Ebenso beherrschen sie alle nur das Wahlverfahren IWV (Impulswahl). Selbst eine temporäre Umschaltung auf MFV wie beim späteren Typen 01 LX sucht man bei ihnen noch vergebens. Ebenso funktioniert die bei einigen Typen vorhandene Signaltaste auch nur als Erd-, nicht jedoch als Flashtaste. Dafür bieten sie alle das Leistungsmerkmal „Wahlwiederholung" sowie einen Kurzwahlspeicher für 10 Ziele zuzüglich Notizspeicher / erweiterte Wahlwiederholung. Die Palette der Farben bestand aus beige, farngrün, hellrotorange und weinrot. Basis des neuen Komforts war die Innovation, an die Stelle der im bisher standardmäßig verwendeten IWV-Tastwahlblock TwB75 funktionslosen Tasten „*" und „#" zwei neue Funktionstasten treten zu lassen und deren Funktionssteuerung in den Tastwahlblock zu integrieren. Der dabei entstandene „Kurzwahltastenblock" KTB91 wurde in den Komforttelefonen Junior, beta, capella und delta E (Wega) verwendet. Der TwB82 des alpha integriert darüberhinaus auch das Sperrschloß sowie die Lautsprecher- wie auch die Signaltaste. Der Ersatz der Raute-Taste (auch „Doppelkreuz" genannt) durch die Wahlwiederholungstaste findet sich später auch im FeTAp 0111, der den 751 als Basismodell ersetzt.

Speicherfunktionen

Die Speichertaste mit dem auf den Punkt zeigenden Pfeil links der Ziffer 0 bietet in der Hauptsache den Zugang zum Kurzwahlspeicher für zehn Ziele (unter jeder der Tasten 0 bis 9 kann eine bis zu 16stellige Rufnummer gespeichert werden).

Wahlwiederholung

Die Taste mit dem „Ehering" rechts der Ziffer 0 wiederholt die Wahl der zuletzt eingegeben Rufnummer.

Erweiterte Wahlwiederholung

In Zusammenwirkung dieser beiden Funktionstasten kann eine Rufnummer für eine spätere Wiederwahl gespeichert werden, falls man zwischendurch noch andere Nummern wählen will (die ja derweil als jeweils zuletzt gewählte Nummern den eigentlichen Wahlwiederholspeicher überschreiben).

Notizbuchfunktion

Ebenfalls durch Kombination der beiden Funktionstasten gelangt man zur sogenannten Notizbuchfunktion. Diese bedeutet, in den erweiterten Wahlwiederholspeicher anstelle einer bereits gewählten Nummer eine Nummer einspeichern zu können, die man während des laufenden Gespräches genannt bekommt.

Junior

Das Einsteigermodell in den damals modernen Komfort bietet nur die bei „Gemeinsamkeiten" erwähnten Funktionen. Als einziges Modell dieser Reihe klingelt es mit einem Zweischalenwecker. Ebenfalls ist nur dieses auch als Wandversion (FeWAp) gebaut worden. Die Typen FeTAp / FeWAp 911 und 912 unterscheiden sich nur darin, daß – wie bei den A- und T-Modellen üblich – die Endziffer 2 für das Vorhandensein einer Erdtaste zur Amtsholung an Nebenstellenanlagen steht.

alpha

Das Komforttelefon alpha weist im Gegensatz zu den anderen „Geschwistern" einen 16er-Tastwahlblock auf. In diesen sind ein mechanisches Schloß, eine Lautsprechertaste und eine Erdtaste integriert. Wegen letzterer heißt dieser Typ immer FeTAp 822. Desweiteren findet sich in diesem Tastwahlblock auch eine Blindtaste als möglicher Einbauplatz für ein Schauzeichen. Der eingebaute Lautsprecher ermöglicht das Lauthören ohne eine Mithörmuschel (Fachjargon „ZFH" = Zweitfernhörer) anschalten zu müssen. Er strahlt seinen Schall durch Lamellen im Gehäuseunterteil ab und ermöglicht die Wahl bei aufliegendem Hörer, nicht jedoch ein Freisprechen. Das Schloß bietet neben dem Abschließen der Wähltaststur gegen unbefugte Benutzung auch die Möglichkeit eines sogenannten Babyrufes. Dabei wird nach Einspeichern einer Rufnummer der Modus „abgeschlossen" aktiviert. Dann wird ungeachtet der getippten Zifferntasten nur diese eine Nummer gewählt, sodaß die wählende Person noch keine Zahlen zu kennen braucht. Die Rufsignalisierung des alpha geschieht mittels Tonruf, der je nach Version zuweilen auch im Klangbild regelbar ist.

beta

Das Komforttelefon beta ähnelt mit seinem 12er-Tastwahlblock dem Junior. Äußere Unterschiede sind ein Display zwischen Tastatur und Hörer sowie ein Schloß. Dieses ist im Gegensatz zum alpha links neben dem Tastwahlblock plaziert. Auch dieses Schloß bietet neben dem Abschließen der Wähltaststur gegen unbefugte Benutzung auch die Möglichkeit eines sogenannten Babyrufes. Dabei wird nach Einspeichern einer Rufnummer der Modus „abgeschlossen" aktiviert. Dann wird ungeachtet der getippten Zifferntasten nur diese eine Nummer gewählt, sodaß die wählende Person noch keine Zahlen zu kennen braucht. Außerdem gewährt es bei der verbreitetsten Version „FeTAp 881 (mit Erdtaste: 882) GbAnz" den Zugang zur Programmierung und Rückstellung des Gebührenanzeigers. Ansonsten bietet das Display die Kontrolle über die eingetippte bzw. aus dem Speicher gewählte Rufnummer, jedoch grundsätzlich keine Identifikation der Rufnummer des Anrufers. Als Rufsignalgeber dient auch beim beta ein Dreiklangtonruf.

capella

Äußerlich am links neben dem 12er-Tastwahlblock eingebauten Lautsprecher zu erkennen, bietet das capella wie auch das alpha eine Mithörfunktion auch ohne eine Mithörmuschel (Fachjargon „ZFH" = Zweitfernhörer) anschalten zu müssen. Beim capella ist jedoch die Lautsprechertaste raffinierter gebaut und ermöglicht ein Ein- und Ausschalten des Lautsprechers bei regelbarer Lautstärke mit mechanischer Memory. Diese Taste befindet sich in einem 2er-Block mit der Signaltaste rechts neben der Wähltaststur. Eine Abschließbarkeit bietet das capella dafür nicht, und damit ebenso keinen Babyruf. Es ist baugleich mit dem häufiger zu findenden Siemens comfoset 150 (152).

delta E (Wega)

Der unter zwei Bezeichnungen zu findende Apparat besitzt rechts neben der Wähltastatur noch eine abgesetzte vertikale Tastenreihe. Hierin befindet sich die Steuerung eines seitlich im Gehäuseunterteil eingebauten Moduls. Dieses funktioniert als Hinweiseinrichtung, also quasi wie eine Art eingebauter Anrufbeantworter ohne Aufzeichnungsfunktion. Eine fest eingespeicherte Ansage, die den Anrufer um einen späteren Wiederanruf bittet, kann ein- und ausgeschaltet sowie in ihrem Text erweitert werden. Die Erweiterung besteht dabei aus der Ansage des Wochentages und / oder der Uhrzeit, ab wann man wieder erreichbar ist. Diese Optionen werden als festgelegte Bausteine ebenfalls über Schalter eingestellt. Ansonsten bietet das delta E (Wega) nur die unter „Gemeinsamkeiten" genannten Grundfunktionen wie das Junior. Eine Version dieses FeTAp 84 mit Signaltaste ist dem Autor jedoch nicht bekannt.

   Abb.: Tastenfeld des alpha

Copyright by Thies Joachim Hoffmann

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