IBM THINKPAD 600E : auch 2007 noch zu allem gut

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Ich habe mir hier ein ThinkPad 600E mit 300MhZ ,288 MB RAM ,6 GB HDD, 24x CDROM für 189,- inklusive 1 Jahr Garantie( ausser auf den Akku ) von einem Händler per Sofortkauf gegönnt und bin so positiv überrascht, dass ich dieses Teil gerne weiterempfehlen möchte.

Überlegungen was man von einem Laptop erwartet:

Wichtig war mir ein Laptop, auf dem auch noch das aktuelle Windows XP und mindestens irgendein Linux mit grafischer Oberfläche laufen würde.Das waren die Hauptkriterien, dazu das Hintergrundwissen dass Billig-Laptops Marke Gericom,Vobis Targa etc meistens ihren Erstbesitzer nicht überleben, sollte es schon ein Marken Business-Laptop sein, also beschränkt sich die Suche auf Siemens,Toshiba und natürlich allererste Wahl eben IBM ( nicht umsonst statten Banken und Versicherungen Ihre Mitarbeiter teils heute noch mit Thinkpads aus - und jetzt weiss ich auch warum.. ).

Optik:

Die 600er Baureihe ist extrem flach und leicht für damalige Klotz&Klobig-Verhältnisse und bietet ein Riesengrosses klares Display mit brillianten Farben ( 1024x768 bei 24bit Farben ).

Das Gehäuse ist sehr solide, magnesium-Titan verstärkt,alles ist verschraubt  also auf gar keinen Fall  ein klappriges Plastiklaptop, dass nur nett lackiert wurde.

Leider hat diese mattschwarze Beschichtung die dumme Angewohnheit, extrem schnell Schweissflecken zu bilden, wenn man die Handballen beim Schreiben abstützt,aber das lässt sich mit einem feuchten Tuch auch sofort wieder beseitigen.

Die Tastatur ist exakt analog der einer normalen Desktoptatstatur angeordnet und das Schreiben auf dieser ist eine Wohltat, selbst für Menschen, die 10-Finger blindschreiben möchten.

Besonders positiv ist, dass die Richtungspfeiltasten etwas abgesetzt liegen, so dass man diese nicht aus Versehen benutzt.

Als Mausersatz dient beim Thinkpad nicht ein Touchpad, sondern ein Stick, der zwischen den Buchstaben G H und B eingebettet liegt, und direkt unter der Leertaste befinden sich drei Tasten ( linke und rechte Maustaste sowie eine dritte, die gedrückt gehalten das Mausrad simuliert )

Das ganze ist zunächst gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber tatsächlich besser als das Touchpadsystem. Es ist ohne Probleme möglich, die Hände niemals von der Tastatur nehmen zu müssen, und trotzdem gleichzeitig zu tippen und den Mauszeiger zu benutzen, wenn man mit den Daumen die tasten der "Maus" steuert.

Hört sich nach Verrenkung an, funktioniert aber wirklich sehr bequem.

Die Kappe für den Stick wird leider schnell dreckig, also sollte man sich ein paar Ersatzkappen besorgen - einfach abziehen und neue draufstecken, fertig.

Wer keine Ahnung hat, dass das Notebook schon 6-7 Jahre auf dem Buckel hat, würde es glatt für ein aktuelles halten, denn IBM hat am Design seither nicht viel verändert.

Das ThinkPad 600E (nicht mit dem 600 ohne E verwechseln!) bietet für sehr wenig Geld folgendes, was man heutzutage benötigt :

 Unterstützung für jedes denkbare Betriebssystem ( auf der Homepage von IBM gibt es selbst für uralt-konfigurationen und exotisches wie OS/2, aber natürlich auch für Windows XP alle nötigen Treiber )

Ein Bios-Update ist anzuraten, wenn man Windows 2000 XP oder höher installieren möchte, aber nicht unbedingt zwangsweise nötig - bitte bei IBM nachlesen.Es ist jedenfalls erfreulich unkompliziert und "idiotensicher", im Gegensatz zu diversen anderen Herstellern, die den Kunden da sonstwas zumuten.Überhaupt ist der Service und Support für dieses Modell noch heute Gold wert.

Der Hauptspeicher lässt sich problemlos bis 540 MB RAM aufrüsten - suchen Sie mal ein 7 Jahre altes Billignotebook dass solches mitmacht!, und eignet sich schon alleine aufgrund dieser Tatsache sehr für diverse Linux ( Suse 9.3 und 10.0 und Ubuntu 5.10 zB laufen ohne grössere Probleme auf diesem Modell ).Möglich wird das durch zwei Steckplätze auf der Unterseite, die 2x 256MB SO-DIMM mit 66/100 und 133 MhZ aufnehmen können.Zudem hat das Gerät 32MB RAM bereits fest auf dem Mainboard installiert, die werden immer noch auf das zusätzliche RAM dazugerechnet und vom Betriebssystem miterkannt.

Die interne Festplatte hat meistens eine Standardgrösse von 6GB - genug für ein System mit Office etwa, aber natürlich wird der Platz schnell knapp und man sollte eine Aufrüstung nicht nur deswegen ins Auge fassen.

Denn die damals verbauten Festplatten haben nur eine Umdrehungszahl von 4200 R/Minute und sind zudem unerfreulich laut. Ich habe in mein Thinkpad eine nagelneue 40GB Platte eingebaut mit dem heutigen Mindeststandard von 5400 R/PM und das machte sich auf der Stelle bemerkbar.

Besonders Windows XP läuft und arbeitet wesentlicher schneller im Betrieb seit es auf der neuen Platte liegt. Eine Grenze bei der Festplattenaufrüstung ist mir nicht bekannt - ich denke dass alle jetzt erhältlichen Platten laufen werden, zumindest kenne ich Jemnden, der auch eine 80GB Platte in sein 600E eingebaut hat.

Der Austausch geht ebenso flink vonstatten wie die RAM Aufrüstung. Es ist nur eine Schraube auf der Unterseite zu loesen, dann lässt sich vorne aus dem Notebook die Festplatte entnehmen.Die alte aus der Halterung schrauben,neue rein - wieder reinschieben, Klappe zu,Schraube rein - Einschalten und das Bios meldet eine neue Platte.

Das Notebook unterstützt den sogenannten PCMCIA CardBus Standard und damit wird es möglich, sämtliche auf dem Markt erhältlichen PCMCIA-Adapterkarten zu benutzen, also zB externe Festplatten,TV-Karten,USB2.0-Adapter,WLAN-Karten usw usw.. Das Notebook wird all diese Erweiterungen erkennen.

Auch das ist bei Laptops bis 1999 nicht unbedingt immer ohne Probleme möglich, da ältere Modelle oft nur 16bit-Karten erkennen und damit wird eine Erweiterung durch moderne Karten für diese armen Modelle leider unmöglich.Nicht so beim 600E - ich selber habe ihm eine Wireless LAN Karte spendiert,und surfe seitdem drahtlos - wenns sein muss auf dem Klo ohne Strom dank Erweiterungsakku im SlimBay-Schacht.

ein USB1.1 Steckplatz hat das Gerät auch, was zusätzliche Erweiterungen möglich macht und allerlei sinnvolles Zubehör oder Spielereien wie Notebook-Lampen,Kaffeewärmer usw.. möglich macht.

Die eingebauten Lautsprecher sind gut genug, mal ein Musikstück anzuhören.

Wer vorhaben sollte, mit dem Notebook zu spielen - bei allen modernen Dingen,die es noch mitmacht, aber DirectX und 3D-Grafikmässig ist schluss mit lustig, und so laufen nur ältere Spiele wie zB Simcity3000,Age of Empires 1 & 2 und alles, was harmlos in den Grafikanforderungén ist, denn 3D-Anwendungen macht die interne Grafik mit lächerlichen 2,5MB VRAM nicht mit,aber wie bereits angedeutet - welcher Versicherungsvertreter will seine Excel-Tabellen in 3D haben ?

Fazit :

Wer einen unschlagbar günstigen zuverlässigen und soliden und extrem mit Zubehör(USB,Cardbus,Zusatzakkus,Diskettenlaufwerke,DVD-Brenner,ZIP,Dockingstationen etc etc ) erweiterbaren Laptop haben möchte, der auch noch heutige Anwendungen mitmacht ( ich habe diesen hier auf eine 400MhZ CPU aufgerüstet und es läuft sogar das neueste MSOffice 2007 Beta, obwohl als Minimum dafür laut MS 500MhZ angegeben sind ! ) und nicht bei 256 MB RAM aufhören muss, dessen Festplatte sich ohne weiteres aufrüsten lässt, der sollte sich wirklich überlegen einen solchen zu kaufen.

Ich hätte sicherlich auch für weniger als 200 Euro einen bekommen, aber da ich misstrausisch bin, wenn es um solche Artikel geht, habe ich mich von der 1Jahres Garantie überzeugen lassen.

Das ganze Zubehör habe ich ebenso hier ersteigert für gradezu lächerliche Preise - die grosse Dockingstation für nen 10er, die bessere CPU für 1 Euro,ein externes Diskettenlaufwerk für 1,99, einen Zusatzakku für 8 Euro usw.. Das Teuerste war ganz klar natürlich die 40GB Platte, die mit 60Euro zu Buche schlägt, dafür aber auch 2 JAhre Garantie und flink wie der Windhund.

Ausserdem sollte man nicht aus Geiz einer alten und lahmen Festplatte seine Daten anvertrauen - denn Festplatten leben schliesslich auch nicht ewig und sterben meistens mitten im Betrieb...

Und seien wir ehrlich - 200 Euro sind auch nicht zuviel, für ein Gerät, dass ich seit dem KAuf fast jeden Tag ohne Probleme benutze, finde ich.Mein allererster Laptop hat 4000,- DMark gekostet und war nach zwei Jahren nur noch Müll - dieser hier ist steinalt und macht noch heute einen erstklassigen Eindruck. Das ist eben wirklich der Unterschied zwischen NoName und Markenartikeln. Auch wenn ich sonst kaum sowas etwas geben würde - beim Laptop ist es wahr.

Inzwischen also hat mich diese Anschaffung etwa knapp dreihundert gekostet - dafür habe ich aber denselben Komfort und die gleichen Möglichkeiten, als wenn ich mir für tausend einen neuen gekauft hätte, ich abe nun einen mobilen DVD-Player, eine Schreib und Surfmaschine, einen MP3-Player etc - alles in Form dieses Notebooks, nur meine geliebten 3D-Spiele , auf die muss ich eben unterwegs verzichten - das ist aber auch die einzige wirkliche Beschränkung.

 

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