Holzspalter - was brauche ich für eine Leistung ?

das-windrad-de
VonVeröffentlicht von
Hallo

Ich habe mich schon seit einigen Jahren mit dem Problem einer Anschaffung eines für mich richtigen Holzspalters befasst.

Nun, wer sich Informiert und etwas Bildet, der kommt letztendlich an sein Ziel. Ich habe jetzt einen sehr guten Holzspalter. Er leistet 16 Tonnen, die Leistung ist gerade noch so akzeptabel, man glaubt es kaum !

Eine kurze Geschichte dazu:

Vor einiger Zeit hatte ich im Baumarkt bei mir in der Nähe eine Spalter- Vorführung besucht. Dazu hatte ich verschiedene Holzsorten in unterschiedlichen Trockenheitsgrade mitgenommen. Als der vorführende "Spezialist" mich kommen sah, mit einer Schubkarre voller großer Stammabschnitte, verzog er sein Gesicht etwas. Ich konnte mir ein stilles lächeln nicht unterdrücken.

Die Stämme im einzelnen:
  1. Einen Eschenstamm frisch, ohne Äste, 45 cm Durchmesser, 33 cm lang
  2. Einen Eschenstamm, trocken, mit 2 Ästen, 50 cm Durchmesser, 33 cm lang
  3. Einen Buchenstamm, frisch, ohne Äste, 50 cm Durchmesser, 33 cm lang
  4. Einen Fichtenstamm, trocken mit vielen Ästen, 40 cm Durchmesser, 33 cm lang
  5. Sowie einen Eschenstamm, 45 cm Durchmesser und 1 Meter lang, frisch geschnitten (nass) ohne Äste
Den schwer beladenen Schubkarren stellte ich in Nähe der Vorführung und sah eine Weile dem Geschehen zu.

Der Vorführende "Spezialist" vom Herstellerwerk XXXX, (ich nenne hier keine Namen!) spaltete munter drauf zu. Zuerst einen Eichenstamm, 33 cm lang und 20 cm Durchmesser. ---Eiche geht besonders leicht zu spalten---

Dann kam ein Fichtenstück zum Einsatz, 30 cm Durchmesser und 33 cm lang. Der 7 Tonnen Spalter ächzte merklich, als er die wenigen dünnen Äste durchbrach. Aber er kam durch.

Ein Zuschauer hatte ein Stück stark geästete Kiefer (Föhre) dabei, etwa 35 cm im Durchmessser und etwa 33 cm lang. Der 7 Tonner konnte das Teil nicht in der Mitte spalten ! Der Vorführer musste vom Rand aus in den Stamm reinarbeiten!!
Das letzte Teilstück mit den Ästen blieb ungespalten !!!!

Der Holzspalter Mann nahm ein Stück dünne Fichte zur Hand und spaltete wieder munter drauf los, der 7-Tonner nahm dies mühelos hin.

----Ha---- Jetz kommt meine Zeit, dachte ich mir. Der Spalterfritze räumte den Spalttisch frei um das nächste Stück rauf zu stellen. Schwupps stellte ich meinen frisch geschnittenen Buchenstamm auf den Tisch. Der Buchenblock wog etwa 55 Kilogramm !!

Der Spalterfritze rückte den Stamm zurecht und wollte "spalten". --- Was ist los ?, riefen viele auf einmal, als der Spalter stehenblieb und nur etwa 1 cm ins Holz eindrang. Der Spaltkeil wurde hochgefahren und der Buchenblock hing am Spaltkeil fest. Auch treten half nichts. Ich hatte einen großen Hammer dabei, da ich wußte, das dies passieren würde. Ein satter Schlag auf den Stamm und der Stamm stand wieder auf dem Tisch.
Der Vorführer probierte es am Rand des Stammes, hm, auch Pech gehabt. Er bat mich, den Stamm wieder vom Tisch zu nehmen, was ich auch dann tat.
Raunen und Unmut in der Menge. Sichtlicher Ärger über mich vom Vorführenden !

Der 7-Tonner wurde weggefahren und ein 10 Tonner kam an seinen Platz. Anschließen des Kabels, den Zylinder ein paarmal runter und rauf gefahren, damit Luft aus dem System entweichen kann. Dann ging es los.
Der Spaltermann hob den schweren Buchenklotz von mir auf den Spalttisch und drückte drauf. Der Stamm sprang mit einem knacken in zwei Teile. Geschafft !
Er hat einen Fichtenstamm aufgelegt und munter drauf losgespalten. Ein Nachbar von mir hat dann selber Hand angelegt um den 10 Tonner zu testen. Natürlich mit meinem langen Eschenstamm. Der 10 Tonner packte den Stamm gerade noch so. Unter sehr lautem knacken ging der Stamm entzwei. Der Stamm triefte förmlich, so nass war er. Sollte eigentlich eine leichte Sache für einen 10-Tonner sein.
Mein Fichtenstamm konnte der 10 Tonner mühelos knacken. Dann holte ich den fast unspaltbaren Stamm, der trockene Eschenstamm mit Ästen. Der Vorführer wusste scheinbar, das es nicht ging und wollte schon abbrechen, aber mein Nachbar legte schon los und ließ sich nicht beirren. Es kam was kommen musste: Der 10 Tonner blieb stehen. Ich schlug mit dem Hammer den Eschling vom Spaltkeil. 5 Schläge brauchte es, bis der Keil wieder frei war !
Am Rand angesetzt konnte der 10 Tonner ein wenig vom Stamm abspalten, aber das Groh des Stammes blieb ungespalten !
----------------------------------------------------------

FAZIT:

----------------------------------------------------------
Die Spaltleistung sollten Sie auf Ihr Brennholz anpassen.

Wenn Sie überwiegend kleine Fichtenstämmchen spalten, dann genügt wohl ein 7-Tonner.
Für stärkere Sachen sowie Hartholz soll es mindestens ein 10 Tonner sein oder darüber !
Besser wäre ein 16 Tonner, der reicht für den Hausgebrauch allemal.
Für überwiegend HARTHOLZ wie ESCHE ist ein Spalter mit 16 Tonnen sowieso ein MUSS !!
-
Ein echter Profispalter geht bei so 20 Tonnen an, es gibt Spalter bis etwa 40 Tonnen Spaltkraft.

INFO: Die Spaltkraft hat nichts mit der eingebrachten Leistung (KW, PS) in den Spalter zu tun. Die Spaltkraft ist abhängig vom Öldruck sowie Querschnitt des Hydraulikzylinders !
-
Bei entsprechend mehr Leistung des Antriebs und gleichem Druck kann eine größere Pumpe Verwendung finden und somit der Zylinder schneller bewegt werden!

Ich würde sagen, dass man ab 3 KW Leistung schon einigermaßen arbeiten kann. Darunter würde ich einen Spalter eher als "SPIELZEUG" einstufen.

In diesem Sinne--- Bis zum nächsten Mal-- weiter geht`s mit Holzspalterselbstbau
 
Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere erkunden
Wählen Sie eine Vorlage aus

Zusätzliches Navigationsmenü