Geht auch ohne Affen: Samen, Anzucht und Vermehrung von Bananenpflanzen

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Geht auch ohne Affen: Samen, Anzucht und Vermehrung von Bananenpflanzen

Die Bananen, lateinisch Musa, sind eine Gattung in der Familie der Bananengewächse innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen, botanisch auch Monokotyledonen. Die Gattung weist rund 100 verschiedene Arten auf. Einige dieser Arten und der daraus gezüchteten Hybriden bringen essbare Früchte hervor, von denen die der Dessertbanane teilweise für die Herstellung von Nahrungsmitteln unter wirtschaftlichen Bedingungen angebaut werden. Die essbaren Bananen enthalten einen eher durchschnittlichen Vitamingehalt - 20 Mikrogramm Folsäure pro 100 Gramm und 12 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm - und enthalten Mineralstoffe, hier vor allem Magnesium und Kalium, Eisen, Phosphor, Kupfer und Mangan, Ballaststoffe und Zucker.

Herkunft und Verbreitung der Banane

Das ursprüngliche Herkunftsgebiet der Banane ist die Inselwelt Südostasiens. Auf den afrikanischen Kontinent kam die Banane wohl mit den austronesischen Einwanderern, die vom heutigen Indonesien aus neben dem Reis auch die Banane nach Madagaskar brachten. Sie gelangte von den Kanarischen Inseln, wo die Spanier sie kultiviert hatten, nach Amerika. Portugiesische Siedler legten die ersten Plantagen 1502 in Mittelamerika und der Karibik an. Großbritannien erreichten die ersten Bananen im Jahr 1633 aus Bermuda.
Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Gros Michel die wichtigste Sorte, die exportiert wurde. Diese Bananen waren größer, wesentlich unempfindlicher und geschmackvoller als die Bananen, die sich heutzutage im Handel befinden. Die Gros Michel gelangte in ganzen Stauden zu den Verbrauchern. Die Kultivierung dieser Sorte in Monokulturen wurde durch die Panama-Krankheit derart eingeschränkt, dass sie im heutigen Export kaum noch eine Rolle spielt. In unseren Tagen wird in erster Linie die Sorte Cavendish von den Erzeugerländern exportiert. Die Cavendish ist erheblich druckempfindlicher, daher wird sie stoß- und druckgeschützt in Kartons transportiert. Die Panama-Krankheit ist seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekannt und greift auch diese Sorte an. Heilung ist nicht in Sicht und Experten gehen davon aus, dass auch die Cavendish in absehbarer Zeit nicht mehr in Monokulturen angepflanzt werden kann.

Botanische Besonderheiten der Bananenpflanze

Die Banane ist eine immergrüne, ausdauernde und krautige Pflanze. Die Pflanze weist unterirdisch ein Rhizom auf, aus dem Ausläufer hervor kommen. Die Sprossachse selbst bleibt bis zur Zeit der Blüte sehr kurz. Der Stamm besteht aus Blattscheiden und wird botanisch als nicht verholzender Scheinstamm eingeordnet. Er erreicht mindestens eine Länge von einem halben Meter, oft wird er jedoch drei bis zehn Meter hoch, und kann an der Basis verdickt sein. Die einfachen, recht großen und ganzrandigen Laubblätter sind in Blattspreite und Blattstiel unterteilt. Die Blattspreiten sind länglich-elliptisch oder länglich geformt und erreichen einer Breite von 30 bis 60 Zentimetern und eine Länge von zwei bis drei Metern. Ausgewachsene Blätter sind in der Regel mehrfach bis zur Mittelrippe eingerissen.

Blütenstand

Der endständige Blütenstand beugt sich oft dem Boden entgegen, gelegentlich steht er allerdings auch aufrecht. Er ist mit einer ganzen Reihe von braunen, grünen oder rot-violetten Hochblättern versehen, die im Laufe der Zeit abfallen. Jedes Hochblatt bildet an der Unterseite mehrere Blüten in einer oder zwei Reihen aus. Die eingeschlechtigen oder zwittrigen Blüten bestehen aus zwei spiegelgleichen Hälften und gefingerten Blättern mit drei Blättchen. An der Basis des Blütenstands ist das Geschlecht der Blüten weiblich mit verkümmerten Staubblättern oder zwittrig. Männliche Blüten befinden sich am Ende des Blütenstandes, die Blüten mit fünf Staubblättern bilden. Fünf der sechs verwachsenen Blütenhüllblätter ähneln einer Röhre, die an einer Seite bis an die Basis aufreißt.

Fruchtstand

Der Fruchtstand der Pflanzen wird Bananenbüschel genannt. Ein Büschel besteht in der Regel aus 6 bis 20 sogenannten Händen, die die einzelnen Reihen eines Büschels umfassen. Jede Hand eines Büschels enthält ca. acht bis 20 Finger. Die Früchte gehören botanisch betrachtet zu den Beeren. Sie werden normalerweise 20 bis 35 Zentimeter lang und Finger genannt. Ihre Form ist länglich und oft gekrümmt. Im Querschnitt sind die Früchte leicht kantig und enthalten zahlreiche rundliche oder flache Samen, wobei Plantagenbananen meist überhaupt keine Samen enthalten.

Die Banane als Zierpflanze

Neben der Nutzung als Nahrungsmittel setzt sich die Banane besonders in der jüngsten Zeit in Mitteleuropa mehr und mehr auch als Zimmerpflanze durch. Wegen ihrer Größe wird sie allerdings jedoch vornehmlich in Wintergärten kultiviert. Die Angebotspalette umfasst dabei verschiedenste Arten, reine Zierpflanzen oder auch Fruchtpflanzen. Zu den Sorten mit essbaren Früchten, die auch als Zierpflanzen verwendet werden, gehören Zwergzüchtungen der Cavendish, die teilweise lediglich eine Höhe von einem Meter erreichen (Super Dwarf Cavendish).

Zur Kultivierung im Freien eignen sich Bananenpflanzen nur sehr bedingt. Die bekannteste winterharte Art einer Bananenpflanze ist die Japanische Faserbanane. Von dieser Art sind verschiedene Sorten mit erhöhter Frostresistenz gezüchtet worden, weitere vielversprechende Freilandbananen-Arten, die aus asiatischen Hochgebirgsgegenden stammen, in denen sie auch gelegentlich Frost und Schnee ausgesetzt sind. Einige spezialisierte Händler bieten diese Sorten bereits an. Die Früchte der Bananen reifen in Mitteleuropa aufgrund der zu kurzen Vegetationsperiode nicht mehr aus. Daher sind sie nicht genießbar. Obstbananen, die in unseren Breiten essbares Obst hervor bringen, gibt es noch nicht.

Pflege der Bananenpflanze in der Wohnung

Unsere mitteleuropäischen Breiten lassen es oft nur zu, dass die Bananenpflanzen als Kübel- oder Topfpflanzen kultiviert werden, obwohl es zunehmend auch ausgepflanzte Exemplare gibt. Beide Möglichkeiten sind praktikabel, wenn der Pflanzenbesitzer nicht in einer Region mit ausgeprägten Wintern lebt. Bananenpflanzen können eine beträchtliche Größe erreichen, was oft zu Schwierigkeiten führt. Die Bananenpflanze kann schnell die Zimmerdecke erreichen und auch der Umfang kann in einem durchschnittlichen Wohnzimmer zum Problem werden. Wer eine Bananenpflanze erwirbt, sollte bei deren Pflege einige grundlegende Regeln berücksichtigen, damit entstehen bei der Kultivierung keine Probleme.

Den richtigen Standort auswählen

In den meisten Fällen werden Zwergbananen im Blumentopf als Zimmerpflanzen angeboten, darüber hinaus gibt es allerdings noch weitere Sorten, die sich hierfür eignen. Der Käufer sollte darauf achten, dass der genaue Name der Pflanze bekannt ist. Auf diese Weise ist es möglich, recht genaue Informationen über die spezielle Art zu bekommen. Um das Gedeihen einer Bananenpflanze zu gewährleisten, ist es wichtig, den richtigen Standort auszuwählen. Das betrifft vor allem die Umgebung in der kälteren Jahreszeit. Der Standort sollte so hell wie möglich gewählt werden, wobei die Pflanze im Sommer auch gern im Freien aufgestellt werden kann. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Banane einen möglichst luftigen Standort erhält, der jedoch vor stärkerem Wind geschützt ist, damit die Blätter keine Risse bekommen. Am Standort der Pflanze sollte die Luftfeuchtigkeit relativ hoch sein, sie sollte mindestens 50 Prozent betragen.

Gießen, Düngen und Umtopfen der Bananenpflanze

An das Pflanzsubstrat stellt die Bananenpflanze keine besonderen Ansprüche. Das Gewächs kommt mit fast jeder normalen Erde für Kübelpflanzen aus. Der Besitzer sollte lediglich darauf achten, dass die Erde nur nicht zu viel Wasser speichert. Staunässe ist der Tod jeder Banane. Da die Bananenpflanzen sehr schnellwüchsig sind, sollten sie in regelmäßigen Abständen umgetopft werden. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass in der Weise gepflanzt wird, dass das überschüssige Wasser ablaufen kann. Darüber hinaus sollte die Banane nicht zu tief in die Erde gesetzt werden. Außerdem sollte kein zu großes Gefäß verwendet werden, wobei es wichtig ist, dass die Pflanze nach dem Umtopfen einen festen Stand hat. Ferner sollten die Ableger der Banane nicht zu groß werden, besser ist es, diese rechtzeitig abzutrennen und getrennt einzutopfen.

Auf die richtige Dosierung kommt es an

Beim Gießen der Bananenpflanzen kommt es auf die richtige Dosierung an. Es darf weder zu üppig, noch zu wenig gegossen werden. Hierzu ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Wichtig ist vor allem, dass stehende Nässe vermieden wird. Bei der Bewässerung ist darauf zu achten, dass ausschließlich kalkfreies Wasser verwendet wird. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso größer ist die Verdunstung. Wichtig zu wissen ist auch, dass Trockenheit der Wurzel schadet. Die Düngung der Pflanze sollte nicht zu intensiv vorgenommen werden, sie sollte stattdessen über das ganze Jahr verteilt werden. Während im Frühjahr und Herbst wöchentlich gedüngt werden sollte, empfiehlt es sich, im Herbst und Winter monatliche Intervalle zu wählen. Experten empfehlen die Anwendung von Flüssigdünger nach Packungshinweisen.

Krankheiten und Schädlinge der Bananenpflanze

Grundsätzlich ist die Bananenpflanze wenig empfindlich gegenüber Schädlingen oder Krankheiten. Bei falscher Pflege - in erster Linie im Winter - treten aber doch gelegentlich Probleme auf. Wichtig ist, die Pflanze regelmäßig zu kontrollieren und die Fehler abzustellen. Es sollte durchaus als normal angesehen werden, dass die Pflanze dann und wann ein Blatt verliert. In vielen Fällen ist die Banane zu retten. Dann sollte sie stark zurückgeschnitten und die Wundflächen mit Asche bestreut werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Umtopfen, oft treibt sie dann wieder aus. Wenn Wollläuse oder Spinnmilben auftreten, steht die Pflanze meist zu trocken oder zu kühl. Braune oder trockene Blattränder deuten auf Wassermangel und/oder eine zu geringe Luftfeuchtigkeit hin. Gelbe Blätter lassen auf Nährstoffmangel schließen, Blattverlust auf zu dunklen und/oder auf einen zu nassen Standort. Ab einem bestimmten Alter stirbt die Mutterpflanze ab, was meist recht schnell vor sich geht. Nun sollte umgetopft werden, um eine neue Bananenpflanze zu kultivieren.

Der richtige Standort für die Bananenpflanze im Freien

Bei der Bananenpflanze ist der richtige Standort für ein gutes Gedeihen ausschlaggebend. Wenn die Banane richtig steht, kann sie selbst einen normalen deutschen Winter überstehen. In jedem Fall sollte sie nicht direkt stürmischer Witterung ausgesetzt werden. Bei zu viel Wind reißen die Blätter ein und sehen zerfleddert aus. Jungpflanzen sollten nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden.

Bananenstauden, ob als Zimmerpflanzen oder für die Kultivierung im Freien, werden hierzulande bei Pflanzenfreunden immer beliebter.

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