Fit gemacht- Die 5 W für den Online- Handel mit Fernost

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Ziel dieses threads soll es sein, aufzuklären, zu informieren und zu beraten. In den letzten Wochen kam und kommt es vermehrt zu einer richtigen Betrugslawine aus Fernost, speziell aus China.
Es war und ist zu beobachten, dass dort ausschließlich hochwertige Ware zu Schleuderpreisen angeboten werden und diese speziell im europäischen Raum einen beträchtlichen Käuferkreis findet.

Ware gibt es nach der Bezahlung nur in den seltensten Fällen!

Aufgabe dieses threads ist es nun, Betrugsauktionen zu beleuchten, nach welchen Optionen diese eingestellt werden und nach welchen Charakteristika man diese erkennt.

Erste Schritte

Wenn sie sich entschieden haben ein neues Navigationssystem, einen Plasma- Fernseher oder ein neues Handy zu kaufen, werden sie zwangsläufig über Angebote in den Suchseiten stolpern, die aus China, Taiwan, Singapur und den Philippinen angeboten werden.
Bevor Sie drauf los bieten beherzigen Sie zuvor folgende wichtige Punkte und Erläuterungen!

Nachfolgend als die 5 W bezeichnet.
Die 5 W des Handels mit Fernost

1.Überprüfen Sie Preis( Start- und Sofortkaufenpreis) und Währung!

Als erstes sticht sicherlich der sehr günstige Start- oder Sofortkaufenpreis ins Auge, wenn sie die Auktion angeklickt haben. Hier lauert bereits die erste Falle. Überlegen Sie logisch. Kann man ernsthaft ein solches Angebot einstellen und dann zu dem Preis, ohne nicht selbst einen massiven Verlust zu machen, wenn man die Artikel wirklich hätte? Wenn Sie hier Zweifel haben, dass man ein TomTom- Navigationssystem wohl kaum für einen Neupreis von 150 Euro bekommt, sind sie schon auf der sicheren Seite. Hier sollte bereits der Bietfinger in absolute Starre verfallen. Als nächstes überprüfen sie die Währung, in der man ihnen diese Produkte anbietet. Sie werden mit über 90 %- er Wahrscheinlichkeit die Währung der "modernen" Welt erspähen. Der Euro ist und bleibt das Zahlungsmittel für fernöstliche Betrugsaccounts. Aber auch in US Dollar, britischen Pfund, Singapur- Dollar, GBP und Schweizer Franken werden sie Angebote finden. Die chinesische Währung RMB finden sie meist in Betrugsaccounts, die sog. ID- geprüfte "Nuller" anbieten. Sie sind primär für den Handel im Reich der Mitte spezialisiert. Ab und an finden sich aber auch welche in Europa und Australien, die dann aber wiederum in Euro anbieten. Hier muss dann genauer nachgesehen werden, da nicht alle davon Betrugsaccounts sind.

2.Durchleuchten Sie das Bewertungsprofil!

Ihnen wird schon aufgefallen sein, dass die "Anbieter" meist accounts haben, die auf den ersten Blick in der ID- Karte ein makelloses Profil von 100% aufweisen. Dabei haben sie aber kaum mehr als 10 Bewertungspunkte. Hier sollten sie vorsichtig und vor allem skeptisch werden. Klicken sie das Profil an und untersuchen sie es genauer. Schauen sie sich die erhaltenen Bewertungen an und sie stellen fest, dass diese aus Billigartikeln oder 1 Cent- Artikeln stammen. Hellhörig sollten sie nun sein, wenn dieser account plötzlich hochwertige Ware anbietet. Ein Beispiel für einen typischen Betrugsaccounts mit einem sogenannten angefütterten Profil finden sie hier:

Betrugsbewertungsprofil

Als nächstes konzentrieren sie sich auf das Anmeldeland des accounts. Sie werden bei hochpreisiger Ware diverse Anmeldeländer finden. Allen voran Deutschland, Österreich, Niederlande, Schweden, Italien und Indien usw. Diese accounts sind mit falschen Daten angemeldet, was sie später, sollten sie tatsächlich Käufer sein, an der "Kaufabwicklung" feststellen werden. Deutschen und österreichischen accounts liegt aber meist eine Anmeldung mit echten Daten zu Grunde, die von real existierenden und verstorbenen Personen missbraucht werden.
Ziel der Anfütterung durch Bewertungen ist der schnelle Verkauf von Waren. Hier handelt man nach dem Motto "Masse statt Klasse".

3.Checken sie den Artikelstandort!

In Kombination mit dem Anmeldeland offenbart dieser schnell die wahre Absicht der Existenz des accounts. Hier werden sie folgende gängigen Abkürzungen und Artikelstandorte finden:
Beijing( Peking), Shanghai, Hongkong( HK), Guangzhou( GZ), Shenzhen( SH oder SZ) und selten mal andere wie Hubei oder China.
Wenn sie diese isoliert finden, dass heißt einzeln ohne Zusätze, sollten sie hier ebenfalls Abstand nehmen zu bieten, geschweigedenn zu kaufen. Inzwischen kommt es aber nun vor, dass man Artikelstandorte entsprechend des Anmeldelandes mit einbaut. In diesem Fall verweise ich auf die anderen W.

4. Studieren sie genau die Artikelbeschreibung!

Die Artikelbeschreibungen sind meist in englisch gehalten, werden aber zusehens nicht nur qualitativ besser, sondern man spricht auch schon perfekt deutsch. Oft finden sie in der Artikelbeschreibung Kontaktadressen in Form eines MSN- Messenger- accounts, einer email- Adresse( hotmail, yahoo, 126.com) oder sogar Telefonnummern. Um sich bestmöglich, auch vor späteren Spam- Attacken zu schützen, antworten sie niemals auf solche Kontaktoptionen. Sie dienen primär dazu, an ebay vorbei mit ihnen Geschäfte zu machen und Daten zu sammeln, die später benötigt werden können.
Manchmal verlinkt man sie in der Artikelbeschreibung direkt zu einem fake- shop, dessen Existenz ebenso darin besteht, fakes oder nicht existente Ware an ebay vorbei anzubieten.
Eine Liste für solche fake- shops ist im Sicherheitsforum eingestellt und kann bei Bedarf durch jedermann mit neuen Eintragungen ergänzt werden.

Fake shop Sammelliste

Auch hier gilt. Klicken sie niemals den link an. Dieser könnte genutzt werden, um an ihre Daten zu kommen bzw. diese abzuphishen.
Besonderes Augenmerk legen sie bitte auf gefälschte Einloggseiten, die in der Artikelbeschreibung verborgen sind. Zum Thema gehackte accounts werde ich weiter unten noch was schreiben.

5. Überprüfen sie die Zahlungsmethoden!

Am Ende einer jeden Artikelbeschreibung finden sie die angegebenen Zahlungsmethoden des accounts. Dort finden sie Optionen wie moneybookers, bank wire transfer, moneygram. Zur Zahlung von Western Union werden sie in der Artikelbeschreibung nicht aufgefordert. Diese Option erhalten sie meist erst nach Ende der Auktion und das mit gutem Grund. Es ist offiziell von ebay verboten, diese Zahlungsmethode in der Artikelbeschreibung zu fordern. Einen Treuhandservice finden sie so gut wie nie und wenn, dann soll dieser eine Sicherheit suggerieren, die es nicht gibt. Auch PayPal scheidet meist als Option aus. Zum einen ist die Zahlung per Western Union anonym und sehr schnell und außerdem erlaubt die chinesische RMB kein PayPal. Zumindest noch nicht.
Im übrigen ist ein Artikel, der mit Western Union bezahlt wurde nicht vom Käuferschutz abgedeckt.

Gewährung des Käuferschutzes

Deswegen:

Zahlen sie niemals mit Western Union an eine ihnen unbekannte Person!!!

Wenn sie diese 5 wichtigen Punkte beherzigen, können sie schon sehr gut selektieren und auch die wenigen seriösen Anbieter, die es zweifellos gibt, herausfiltern.

Was mache ich, wenn ich geboten habe und/ oder schon eine Zahlung veranlasst habe?

Wenn sie geboten haben und den Betrug erst später bemerkt haben, hoffen sie zunächst, dass sie überboten werden oder dass der Verkäufer nicht die Auktion vorzeitig zu ihren Ungunsten beendet. Sollte dies der Fall sein, antworten sie auf keine seiner mails, die sie bekommen werden. Egal was man ihnen verspricht, in diesem Fall ist "Schweigen Gold".
Auf keinen Fall nehmen sie eine Zahlung vor!

Dies gilt natürlich auch, wenn sie bis zum Ende Höchstbietender sind. Nach Ende der Transaktion können sie dann sehen, dass der vermeintliche Deutsche, Österreicher usw. Chinese ist, denn er verlangt eine Zahlung per Western Union oder eben den Banktransfer. Umschlagplatz für dieses Geld ist wie immer die "Bank of China".
Optional nehmen sie eine Meldung an ebay über das Kontaktformular vor.
Abschließendes und weiterführende Leküre

Es sind natürlich auch accounts anzutreffen, die nicht frisch gebacken wurden, sondern z. T. auch lange keinerlei Aktivität zeigten. Hierbei könnte es sich um accounts handeln, die von Chinesen gehackt wurden. Aber auch hier gelten obige 5 W, um das herauszufinden. Manchmal kann dies aber auch nicht weiter helfen. Dann empfiehlt es sich, dem Sicherheitsforum einen Besuch abzustatten und sich Meinungen von Spezialisten abzuholen.

Hierbei empfiehlt sich der Tageschat oder einer der vielen China- threads.
Zum Thema gehackte accounts, fake escrow und Internetplattformbetrug finden sie dort ausreichend Material.
Eine weitere informative Seite gibt es hier zum Studieren:

China connections

Abschließend muss noch zur Erwähnung gebracht werden, dass es sicherlich auch seriöse Händler aus China gibt, die unter diesem Betrug ebenso massiv zu leiden haben.
Sollten sie sich entschließen dort etwas zu kaufen, bedenken sie evtl. fakes, Zollgebühren und die anfallende Mehrwertsteuer in Deutschland. Ob sich dann ein Kauf noch lohnt, bleibt abzuwarten. Im Falle von fakes, die der Zoll beschlagnahmt hat, wird man ja dann keine Ware sehen, da diese bei Markenrechtsverletzungen vernichtet werden.

Ich hoffe, dieser Leitfaden hilft ihnen etwas, sich in der Flut des China- Betrugs besser zurecht zu finden.

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