Eignen sich T-Shirts und Tops mit Glitzer und Perlen für Babys?

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Sind T-Shirts und Tops mit Glitzer und Perlen bereits für Babys geeignet?

Früher trugen Babys oftmals selbst genähte Kleidung oder trugen die Kleidung der größeren Geschwister auf. Über das Aussehen von Pullovern, Hosen & Co. für Babys machte sich noch vor wenigen Jahrzehnten kaum jemand Gedanken. Applikationen mit Glitzer, Perlen oder Strasssteinchen waren auf Alltagskleidung kaum zu finden. Heute können schon Neugeborene wie kleine Stars angezogen werden. Bunte Drucke, Applikationen und verschiedene Accessoires dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Doch werden in den letzten Jahren auch immer mehr besorgniserregende Testergebnisse veröffentlicht, die die Schadstoffbelastung von Kinderkleidung untersuchen und Sicherheitsrisiken bemängeln. Daher stellt sich bei Babykleidung die Frage, ob T-Shirts und Tops mit Glitzer und Perlen wirklich altersgerecht sind.

Verschiedene Applikationen auf Baby-Shirts

Grundsätzlich können verschiedene Arten von Dekoration auf Kinderkleidung aufgebracht werden - diese nennt man Applikationen. Wichtig dabei ist, sie halten einem Waschgang in der Waschmaschine stand und können ordentlich befestigt werden, sodass das gewünschte Motiv nicht schon nach kürzester Zeit zerstört wird. Beispiele für gängige Applikationen sind:

  • kleine Kunstperlen
  • Glitzerstaub
  • Zierknöpfe
  • Pailletten
  • Aufnäher
  • Drucke
  • Stickereien

Natürlich ist es eine reine Geschmacksfrage, welche Verzierungen Ihnen am besten gefallen. Achten Sie allerdings bei der Auswahl von T-Shirts und Tops für Ihr Baby darauf, dass die Applikationen altersgerecht sind.

Gefahr des Verschluckens und Einatmens: Applikationen auf Baby-Shirts

Alle Verzierungen auf einem Baby-Shirt haben eines gemeinsam: Sie sehen nicht nur hübsch aus, sie ziehen auch garantiert die Aufmerksamkeit des Babys auf sich. Genau darin liegt jedoch das Problem, denn was einem Baby gefällt, wird zum Spielen genutzt. Wird dabei des Öfteren an nur mit wenigen Stichen angenähten Applikationen gezupft, können diese sich vom T-Shirt lösen. Insbesondere kleinere Verzierungen wie Perlen, Knöpfe oder Pailletten können dann vom Baby verschluckt oder gar eingeatmet werden. Je kleiner eine Applikation ist, desto größer ist die Gefahr des Verschluckens oder Einatmens.

Wird ein Kleinteil verschluckt, muss gründlich abgewogen werden: Handelt es sich um ein Stück, das kleiner ist als eine 20 Cent-Münze, beispielsweise eine kleine Perle, kann dies unkritisch sein. Solange das Kind nicht über Schmerzen klagt, kann im Regelfall abgewartet werden, bis sich das Teil über die Verdauung seinen Weg nach draußen bahnt. Falls jedoch Schmerzen auftreten, sollte unverzüglich ein Arzt konsultiert werden.

Problematischer ist hingegen das Einatmen von Kleinteilen. Falls das Kind unter Atemnot leidet, besteht höchste Lebensgefahr. In diesem Fall sollte sofort der Notarzt verständigt werden. Zusätzlich können Eltern lebensrettende Maßnahmen ergreifen. Hierzu legen sie ihr Baby so über die eigenen Beine, dass der Oberkörper nach unten hängt. Anschließend kann ein Schlag mit der flachen Hand in den Bereich zwischen den Schulterblättern dafür sorgen, dass der Fremdkörper wieder nach oben befördert wird.

Welche Applikationen auf T-Shirts eignen sich für welches Alter?

Für Babys und Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren sind kleine Applikationen wie Pailletten, Zierknöpfe oder Perlen aufgrund der Gefahr für die Sicherheit nicht geeignet. Glitzerstaub hingegen ist im Regelfall kein Problem. Hierbei handelt es sich um kleinere Partikel. Diese können zwar eingeatmet werden, doch befördert die Lunge diese über den Husten selbst wieder nach draußen, sodass hierbei nicht von einer Gefahr ausgegangen werden muss.

Für T-Shirts für Babys jeden Alters geeignet sind Aufnäher und andere aufgenähte Applikationen aus Textilien. Diese sind mit zahlreichen Stichen fest vernäht und selbst wenn sie sich lösen sollten, besteht weder die Gefahr des Verschluckens noch des Einatmens. Dasselbe gilt für Stickereien und Drucke, bei denen keine Gefahr für das Baby besteht.

Der Unsicherheitsfaktor Knöpfe bei Kinderkleidung

Bis einschließlich Kleidergröße 86 sind die meisten T-Shirts, Bodys oder Pullover für Babys mit einer Knopfleiste an der linken Schulter ausgestattet. Dadurch wird der Halsausschnitt vergrößert, sodass der Kopf hindurchpasst. Bei den meisten Produkten wird hierbei auf Druckknöpfe zurückgegriffen, die fest und sicher im Stoff befestigt sind. Wenn bei einem Baby-Shirt normale Knöpfe angenäht wurden, sollten Sie regelmäßig prüfen, ob diese noch fest sitzen. Häufig werden sie nur wenig sorgfältig angenäht und lösen sich schon nach den ersten Wäschen ab. In diesem Fall kann es dazu kommen, dass Ihr Baby den abgelösten Knopf verschluckt oder einatmet. Bevorzugen Sie daher Kleidung mit alternativen Verschlussarten oder fixieren Sie die Knöpfe zusätzlich.

Oft unterschätztes Risiko: die Schadstoffbelastung in Drucken auf Baby-Shirts

Süß sehen die kleinen T-Shirts für Babys aus, auf denen bunte Drucke mit beliebten Figuren und Motiven aus Zeichentrickfilmen oder Comicbüchern prangen. Meist sind die Kleidungsstücke bei Kindern wie Eltern sehr beliebt. Dabei wird jedoch die Gefahr verkannt, die von Chemikalien in den Drucken ausgeht. Für die Aufdrucke werden Kunststoffe verwendet, die oft stark mit Schadstoffen belastet sind. Sie können eine Vielzahl negativer Auswirkungen hervorrufen. Unter anderem wurden in Tests von unabhängigen Instituten die folgenden gefährlichen Stoffe in Kinder-T-Shirts nachgewiesen:

  • zinnorganische Verbindungen
  • Phthalate (Weichmacher)
  • Diisononylphthalat (Weichmacher)
  • Triphenylphosphat (phosphororganische Verbindung)
  • Formaldehyd
  • optische Aufheller
  • Azo-Farbstoffe
  • Schwermetalle

Sie sollten bedenken, dass die T-Shirts oft direkt auf der Haut getragen werden. Dadurch gelangen die Stoffe in den Körper, besonders wenn Ihr Kind im T-Shirt schwitzt. Dort können sie je nach Art und Dosierung des Gefahrstoffes negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. So können bestimmte Phthalate die Fortpflanzungsorgane schädigen. Die zinnorganische Verbindung Dioctylzinn steht im Verdacht, das Immunsystem zu beeinträchtigen. Formaldehyd kann ebenso wie optische Aufheller und die phosphororganische Verbindung Triphenylphosphat Allergien auslösen, wenn es in Kontakt mit der Haut gelangt. Hinsichtlich des Formaldehyds wird zudem davon ausgegangen, dass es krebserregend wirken kann.

Problematisch sind insbesondere die Phthalate, für deren Verwendung in Kinderbekleidung keine Grenzwerte bestehen. Diese wurden nur für Babyspielzeug und spezielle Babyartikel festgelegt, doch Babykleidung wird von diesen Kategorien nicht erfasst. Deshalb müssen Sie eventuell damit rechnen, dass bedruckte T-Shirts und Tops mit verschiedenen Schadstoffen kontaminiert sind.

Augen auf beim T-Shirt-Kauf: die Aussagekraft von Ökolabels

Natürlich bedeutet all das nicht, dass Sie zukünftig keine T-Shirts mit Drucken mehr kaufen dürfen. Allerdings sollten Sie mit offenen Augen durch das Geschäft gehen und darauf achten, was Sie kaufen. Viele Hersteller erhalten inzwischen Zertifizierungen und Auszeichnungen hinsichtlich der Textilökologie. Diese Labels schaffen Vertrauen – doch nicht immer sagen sie tatsächlich etwas über die Schadstoffbelastung aus. Unter anderem finden Sie am Markt folgende Öko-Labels:

  • Öko-Tex 100: Der Öko-Tex 100-Standard ist sehr einfach zu erreichen, weshalb Sie die entsprechenden Labels inzwischen auch bei den meisten Herstellern finden. Geprüft wird dabei die Konzentration einiger gesundheitsgefährdender Stoffe. Allerdings sind die Anforderungen nur minimal höher als die des deutschen Gesetzgebers - die Aussagekraft des Labels ist damit nicht besonders groß.
  • Global Organic Textile Standard (GOTS): Dieses Label schließt nicht nur die schadstofffreie Produktion ein, sondern auch die Verwendung von Naturmaterialien und die Umsetzung fairer Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Als eines der wenigen Labels definiert der Standard eine Positiv-Liste mit Chemikalien – es dürfen also nur diese „erlaubten" Stoffe eingesetzt werden, damit das Label zugesprochen werden kann.
  • IVN Best: Das Label IVN Best ist sehr anspruchsvoll und erwartet, dass 100 Prozent der verwendeten Materialien aus natürlichen Quellen stammen. Auch hier gibt es eine Positivliste sowie Verbote für bestimmte Veredelungsverfahren.
  • Blauer Engel: Auch der Blaue Engel setzt sich für bessere Umweltstandards im Rahmen der Herstellung ein. Im Gegensatz zu anderen Labels gibt es hier aber keine Positivliste für Chemikalien und die Einhaltung der Standards wird nicht geprüft.

Nicht immer geben Ökosiegel Aufschluss darüber, ob die Schadstoffbelastung wirklich kindgerecht ist, zumal auch viele Grenzwerte vom Gesetzgeber eher zu hoch gewählt wurden. Allerdings können Sie durch den Kauf von Produkten mit Ökosiegeln zumindest verhindern, dass Grenzwerte extrem überschritten werden und Ihr Kind dementsprechend mit einer sehr starken Schadstoffbelastung konfrontiert wird.

Tipps für mehr Sicherheit für Ihr Baby: So reduzieren Sie die Schadstoffbelastung

Außer dem Kauf schadstoffarmer Produkte gibt es zusätzliche Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um die Schadstoffbelastung zu reduzieren. Zunächst sollten Sie sich nicht zu sehr auf den Preis eines T-Shirts oder gar auf einen bestimmten Markenhersteller konzentrieren. Schadstoffbelastete Baby-Shirts finden Sie im hochpreisigen Segment ebenso wie bei Discountern. Verlassen Sie sich stattdessen mehr auf die hier genannten Punkte und zuverlässige und geprüfte Ökosiegel.

Wesentlich wichtiger ist allerdings, dass Sie die Kleidung nach der Anschaffung und vor dem Tragen mindestens einmal, besser zweimal in der Waschmaschine waschen. Dadurch kann zumindest ein Teil der Schadstoffe aus den Textilien gespült werden. Im Optimalfall greifen Sie insbesondere bei Kinderkleidung auf gebrauchte Kleidung zurück, denn diese wurde bereits wesentlich häufiger gewaschen. Mit jedem Waschgang sinkt die Schadstoffbelastung. Bei eBay finden Sie beispielsweise eine riesige Auswahl aus Einzelstücken oder auch ganzen Bekleidungspaketen, die nach wie vor schön anzusehen sind und ihren Zweck erfüllen.

Auch selbst gemachte Kleidung ist für immer mehr Eltern eine Option. Mit etwas Geschick im Bereich der Näh-, Strick- oder Häkelkunst können Sie schöne Stücke selbst zaubern. Insbesondere beim Nähen haben Sie zudem die Möglichkeit, Ihre eigene alte Kleidung, die Ihnen nicht mehr optimal passt, zu verwerten. Aus der alten, zu groß gewordenen Jeans ist im Handumdrehen eine neue Jeans genäht und aus dem T-Shirt des Vaters entsteht mit nur wenigen Handgriffen ein neues T-Shirt oder Kleid für den Nachwuchs. Die verwendeten Stoffe wurden schon häufig gewaschen und sind daher vergleichsweise schadstoffarm. Zudem können Sie dabei Geld sparen, denn abgesehen von einigem Zubehör für die jeweilige Handarbeitskunst und ein wenig Zeit müssen Sie in solche selbst gemachte Mode nichts investieren.

Bei eBay finden Sie übrigens nicht nur passende Schnittmuster und Nähzubehör, sondern auch schöne Stoffe, wenn es Ihnen an der passenden Auswahl mangelt. Je nachdem wie alt Ihr Kind ist, können Sie auch selbst genähte Kleidung ganz einfach mit ein paar Applikationen aufpeppen, sodass ein echtes Designerstück daraus wird.

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