Das sagt das Spiel mit Bauklötzen über den Entwicklungsstand Ihres Kindes

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Das sagt das Spiel mit Bauklötzen über den Entwicklungsstand Ihres Kindes

Kinder entdecken ihre Welt im Spiel und lernen dabei auf eine vielfältige und individuelle Weise. Mit Sicherheit konnten Sie bereits beobachten, dass oft selbst ein einfacher Gegenstand das Interesse Ihres Kindes erwecken kann, der schließlich stundenlang und ausgiebig bestaunt, ertastet und erkundet wird. Je nach Entwicklungsstand des Kindes wird dieser im Spiel sogar in Funktionen dienen, an die Sie möglicherweise noch gar nie gedacht haben. In Fachkreisen wird dies als das Lernen auf Basis intuitiven Wissens bezeichnet. Kinder trainieren mit ihrem ureigenen Forscherdrang spielerisch ihre Denkfähigkeiten. Sie entwickeln selbstständig das Wissen, Gegenstände zu differenzieren und Objekte für unzählige Möglichkeiten zu gebrauchen.

Daraus ergibt sich, dass mit entsprechendem Spielzeug verschiedenste Entwicklungsprozesse Ihres Kindes zusätzlich unterstützt werden können. Das Überangebot am Spielzeug-Markt jedoch macht Eltern eine vernünftige Auswahl meist gar nicht leicht. Das geeignete Spielzeug sollte natürlich auch Freude bereiten und Ihrem Kind, egal welchen Alters, vor allem viel Raum für die eigene Kreativität und Fantasie offen lassen. Bei Ihren Überlegungen kann es sich deshalb als hilfreich erweisen, eine gedankliche Reise in die eigene Kindheit zu unternehmen. Ein ganz einfaches Spielzeug, das all diese großen Ansprüche erfüllen kann, wird nämlich bereits über Generationen bespielt und kann zu Recht als Klassiker bezeichnet werden: Bauklötze, auch Bausteine genannt.

Bauklötze in allen Materialien und Formen

Als Bauklötze wurden früher fast ausschließlich die einfachen geometrischen Formen aus Holz bezeichnet, die Kinder im Spiel zum Bauen und Konstruieren verwendeten. Heute wird diese Bezeichnung meist auf sämtliche Gegenstände, die nur gestapelt werden können, angewandt. Sie dienen jedoch demselben Nutzen. Bauklötze sind mittlerweile in unterschiedlichen Materialen, Formen, Farben und Größen erhältlich. Bereits im Babyalter können Bauklötze für die Schulung der Motorik sowie Feinmotorik und selbstverständlich zum ausgiebigen Spielvergnügen eingesetzt werden. Auch wenn womöglich erst die Schachtel alleine oder das Ausleeren der Schachtel interessanter ist als die Bauklötze selbst, so ist auch das zum Entwicklungsprozess eines Kindes zu zählen. Lernen beginnt immer im Kleinen. Irgendwann werden Sie mit Sicherheit staunend vor einem hohen, selbstgebauten Turm im Kinderzimmer stehen. Darüber können Sie sich freuen und haben nun Gewissheit, dass Ihr Kind sich bereits grundlegendes physikalisches, in diesem Fall statisches, Wissen aneignen konnte. Wie sich aus diesen Beispielen ableiten lässt, können Sie durch das Spiel mit Bauklötzen leicht auf den aktuellen Entwicklungsstand Ihres Kindes schließen, es bewusst fördern, aber auch fordern. Welche vielfältigen intuitiven Fähigkeiten Ihres Kindes im Spiel mit Bauklötzen geschult werden können, sollen Ihnen, nach einer kurzen Begriffsdefinition, die folgenden Ausführungen vermitteln.

Bauklötze, eine Bezeichnung und zahlreiche Interpretationen

Im ursprünglichsten Sinne sind Bauklötze also aus Holz gefertigte geometrische Körper, wie Würfel, Quader, Zylinder, Prismen oder Pyramiden, aber auch Balken, die in ihrer Grundidee Kindern seit jeher als Spielzeug zum einfachen Bauen und Konstruieren dienen. Diese Bausteine können dabei in bunten Farben bemalt sein, ganz naturbelassen oder auch mit schlichtem Klarlack überzogen sein. Oft werden diese Bauklötze in übersichtlichen Boxen oder Kästen zusammengefasst. Auch Holz-Bauklötze sind mittlerweile in unzähligen Varianten sowie in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erhältlich.

Für Babys oder Kleinkinder werden Bausteine aus Stoff oder sogenannte Erkundungs- oder Geduldbausteine, wie zum Beispiel von Haba, angeboten, die in der Mitte mit Löchern versehen wurden, in denen Kugeln, Zylinder oder Rasseln Platz finden. Auch z.B. die Grimm-Stufenpyramide eignet sich bereits zum spielerischen Lernen für Kleinkinder. Sie besteht aus 100 Holz-Würfeln und Quadern in unterschiedlichen Längen und Farben, die in einem Holzrahmen gestapelt werden können. Mit ihr sollen nicht nur motorische Fähigkeiten geübt oder physikalisches Wissen erworben werden. Sie dient für Kinder, ab in etwa zwei Jahren, auch zum Lernen der Farben, im Vorschulalter zum Lernen der Zahlen, aber auch als Unterstützung bis zum Beherrschen der Grundrechnungsarten.

Andere Hersteller, zum Beispiel Baukids oder Kapla, setzen wiederum auf naturbelassene Holzklötze in einheitlichen Größen. Diese Holzbausteine haben meist kleinere Dimensionen und sind daher für ältere Kinder eher geeignet. Mit ihnen soll die Kinderfantasie zum Bauen von Türmen, Burgen, Häusern, aber auch von Landschaften besonders angeregt werden. Auch die großen einzelnen Puzzle-Teile aus Holz oder Domino-Steine werden mitunter als Bauklötze bezeichnet. Bauklötze können auch aus Hartplastik oder Schaumstoff hergestellt sein. Im weiteren Sinne sind daher auch Lego-Steine oder allgemein Bausteine mit Steckvorrichtung zur Familie der Bauklötze zu zählen.

Bauklötze fördern die Motorik und Feinmotorik sowie die räumliche Wahrnehmung von Kleinkindern

Wurden die einzelnen Formen bereits ausgiebig durch das Kinderzimmer geworfen, die Bauklotz-Box nach dem Einräumen wieder und wieder ausgeleert und ist das Greifen der Bausteine schließlich möglich, wird Ihr Kind möglicherweise langsam beginnen, die unterschiedlichen geometrischen Formen zu differenzieren. Spezielle Bausteinkästen, bei denen eine jeweilige geometrische Form nur durch eine bestimmte Öffnung passt, unterstützen diese Schulung. Mit diesen Kästen, wie zum Beispiel von Eichhorn, werden mit der Zeit und Geduld nicht nur die Formen, sondern auch die Beziehungen groß oder klein, eng oder weit, also die Proportionen, leichter begriffen. Dabei erfolgt außerdem die Übung der Koordination zwischen Auge und Hand sowie den Händen untereinander, die als Feinmotorik bezeichnet wird. Die bereits ausgeprägten feinmotorischen Fähigkeiten sind dann besonders wichtig, wenn zu malen oder zu schreiben begonnen wird, oder die Schere, zum Beispiel für Bastelarbeiten im Kindergarten, benutzt werden soll. Auch räumliche Zusammenhänge, wie nah oder fern, innen oder außen, oben oder unten, werden zum Erreichen eines Spiel-Zieles immer und immer wieder geübt.

Beim Spiel mit Bauklötzen physikalische Grundsätze entdecken

Irgendwann wird Ihr Kind schließlich von selbst seine ersten Versuche im Bauen und Konstruieren wagen. Im Kleinkindalter werden sich diese natürlich mehr auf das Umwerfen von Türmen, die von Erwachsenen gebaut wurden, beschränken. Dennoch vermitteln diese Versuche Ihrem Kind bereits erste Ideen, wie es mit den Bauteilen umgehen muss, um schließlich zum Ziel zu gelangen. Das Gesetz der Anziehungskraft, also das erste physikalische Wissen, ist Ihrem Kind dann mit Sicherheit bereits geläufig. Wenn Sie eines Tages freudig bemerken, dass Ihr Kind bereits zumindest zwei Bauklötze aneinanderfügen kann, sei es nun neben- oder übereinander, können Sie davon ausgehen, dass Ihr Kind auch bereits weiß, dass es Bauklötze ruhig zu halten und zu führen hat, damit diese zwei oder mehrere Bauklötze über- oder nebeneinander auch wirklich liegen bleiben. Die Feinmotorik wurde bereits eingehend geschult. Es sollte hier angemerkt werden, dass es ganz unterschiedlich und unwesentlich ist, in welchem Lebensmonat das letztlich passiert. Ganz sicher ist, dass Ihr Kind seine erworbenen Fähigkeiten immer weiter auszubauen versucht. Es werden nach und nach erst kleinere Stapel und in weiterer Folge höhere Türme entstehen. Der hohe Turm wird gelingen, wenn Ihr Kind erkannt hat, dass es mit den größeren Teilen die Basis des Turms bilden muss und kleinere Teile eher für die Spitze verwendet werden sollten. Im Entwicklungsprozess bedeutet dies dann, dass grundsätzliches Wissen über die Statik abgerufen werden kann.

Mit Bauklötzen wird die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes trainiert

Kinder sind dafür bekannt, dass sie ein Scheitern zwar oft schwer hinnehmen, aber es doch immer und immer wieder versuchen, manchmal auch und gerade aus Trotz. Sei es nun beim Laufenlernen, oder eben im Spiel, beim Turmbau. Dem Bau wird mit zunehmenden Erfolgserlebnissen als natürliche Reaktion mehr Aufmerksamkeit und Konzentration zuteil. Es soll ja schließlich verhindert werden, dass dieser nicht noch einmal umfällt. Ihr Kind wird außerdem die Steine immer bedächtiger und ruhiger stapeln. Die dabei geschulte Konzentrationsfähigkeit und Geduld sind wichtige Eigenschaften, die Ihr Kind für die Schule und sein gesamtes späteres Leben mit Sicherheit gut gebrauchen kann.

Abstraktes Denken spielerisch erlernen

Vor allem im Spiel mit Steckbausteinen muss Ihr Kind funktionale Verbindungen erkennen und herstellen, damit der weitere Spielerfolg gesichert ist. Ihr Kind lernt dabei, in Zusammenhängen zu denken. Nach eingehender Übung wird es wissen, welchen Stein es verwenden kann, damit auch der nächste oder der übernächste Baustein seinen richtigen Platz im Gesamtbauwerk erhält.

Fantasie und Kreativität beim Spielen mit Bauklötzen

Nicht minder erwähnenswert sind natürlich die Fantasie und Kreativität, die ein Kind im Spiel mit Bauklötzen entwickelt. Ihr Kind wird schnell entdecken, dass mit Baukötzen nicht nur gebaut, sondern zum Beispiel auch Musik gemacht werden kann. Im freien Spiel bekommen die Bauernhof-Tiere vielleicht eines Tages ein Gehege aus Bauklötzen; falls bereits Häuser oder Burgen gebaut werden können, werden an einem anderen Tag vielleicht vorhandene Lego-Spielfiguren die Festung verteidigen. Möglicherweise fahren auch die Matchbox-Autos einmal auf einer Rennbahn aus Bauklötzen um die Wette. Ältere Kinder werden viel Freude daran finden, immer kompliziertere Türme, Häuser, Burgen, Brücken oder Landschaften zu bauen. Auch im Spiel mit Domino-Steinen im herkömmlichen Sinn oder als Bausteine sind Fantasie und Kreativität von Vorteil. Für die berühmte Kettenreaktion, den Domino-Effekt, kann Ihr Kind zum Beispiel sämtliche Domino-Steine quer durch das ganze Kinderzimmer verbauen. Auch die Zahlen sind selbstverständlich mit Domino-Steinen spielerisch erlernbar. Bauklötze, die mit Buchstaben versehen wurden, eignen sich auch zum Erlernen des Alphabets.

Baustein-Systeme - Spielzeug, das mitwächst

Bauklötze, oder vor allem Baustein-Systeme sind eine Gruppe von Spielzeugen, mit denen sich Kinder von den ersten Lebensmonaten bis ins Schulalter oder auch länger beschäftigen werden. Durch das frühe Spiel mit geometrischen Formen und das Verstehen einfacher physikalischer Gesetzmäßigkeiten ist es durchaus möglich, dass Ihr Kind später das Schulfach Mathematik leichter bewältigen wird. Seine räumliche Vorstellungskraft wird bestens entwickelt sein. Natürlich sind für ältere Kinder auch komplexere Baukasten-Systeme erhältlich, die sie erneut fordern und in ihrer weiteren Entwicklung unterstützen.

Ein Wort zu Schadstoffen in Bauklötzen

Gerade bei Kleinkindern ist es nicht auszuschließen, dass Bauklötze auch einmal in den Mund genommen werden. Da Eltern dieses Verhalten nicht immer verhindern können, ist es ratsam, vor der Auswahl von Bauklötzen im Internet zu recherchieren und auf Tests von Verbraucherschutz-Organisationen zu achten. Besonders bei lackiertem Holz kann es vorkommen, dass Farbe absplittert oder die Farbe mit Schadstoffen belastet ist. Beides kann sich auf die Gesundheit Ihres Kindes negativ auswirken. Demjenigen, der auf Nummer sicher gehen will, sind naturbelassene Holzbausteine zu empfehlen. Falls Sie auch den Umweltschutz in Ihre Überlegungen einbeziehen wollen, finden Sie mit Sicherheit Bauklötze, die aus Holz von heimischen, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern hergestellt wurden.

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