Aurea mediocritas - Wissenswertes über imperatorische Prägungen

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Aurea mediocritas - Wissenswertes über imperatorische Prägungen

Für viele Sammler, die sich mit imperatorischen Prägungen beschäftigen, ist es das Erleben einer Geschichte, die in einer Zeit weit vor Christus beginnt. Bis heute ist nicht bekannt, wie viele imperatorische Prägungen es gibt. Für Sie als Sammler von Münzen wird jede Prägung eine neue Erkenntnis über die Ereignisse und Menschen dieser historischen Epoche vor Christus bieten. Auf diesen Münzen finden Sie Motive beispielsweise von Tieren, Persönlichkeiten, Göttern und Gegenständen. Weitere Motive kommen ständig hinzu, wenn diese bei Ausgrabungen gefunden werden. Jede imperatorische Prägung und Münze sieht unterschiedlich aus, da jede Einzelne nicht wie heute mit einer Maschine gefertigt, sondern per Hand mit dem Hammer bearbeitet und in Form gegossen wurde. Jedes Exemplar entstand in sehr harter Arbeit.

Die Geschichte der imperatorischen Prägungen

Früher unterschieden die Menschen, als es noch keine Währung gab, zwei Wertformen. Zum einen lebende Rinder und zum anderen unregelmäßig, individuell geformte Bronzestücke. Diese wurden auch aes rude genannt. Da diese etwas eigenartigen Geldstücke unterschiedlich in der Größe und im Gewicht waren, wurde der Wert in Form von Wiegen ermittelt. Die Menschen kannten zu diesem Zeitpunkt noch keine einheitliche Münznominale. Es ist bis heute unklar, zu welchem Zeitpunkt Geld in Umlauf kam. Schriftlich belegt soll dieses seit der Belagerung von Veji im Jahre 406 v. Chr. der Fall sein, da die Soldaten der römischen Armee mit aera rudia bezahlt wurden. Dies war eine kleinere Menge des bereits verwendeten aes rude, was übersetzt so viel bedeutet wie Gussbrocken. Die ältesten Fundstücke stammen aus der Frühbronzezeit, etwa in der Zeit 2000 bis 3000 v. Chr. Eine genaue Eingrenzung des Datums ist bis heute leider nicht möglich, da viele Gussbrocken bei Grabräubern gefunden wurden und so die genaue Herkunft nicht ermittelt werden konnte. Die Gussbrocken wurden aus sogenannten Gusskuchen (Rohmetallbarren) hergestellt. Das Alter der ältesten Stücke liegt um den Beginn der Kupferverhüttung in den österreichischen Alpen, hier wurde ungefähr 3.000 v. Chr. Kupfererz abgebaut und verhüttet.

Die Römer begannen ab etwa 280 v. Chr. die Zahlungsmittel zu standardisieren, mit der Einführung der aes signatum. Dabei handelte es sich um einen aus Bronze gegossenen Barren mit einem Motiv zur Festlegung eines einheitlichen Wertes. Als Motive dienten die Profile von großen Feldherren und Imperatoren. Etwas später folgten die aes grave Münzen. Dies waren schwere Kupfer- und Bronze-Münzen, mit einem Anfangsgewicht von zirka 300 Gramm, welches im Laufe der Zeit auf etwa 12 Gramm reduziert wurde. Die aes grave Münzen lösten im Verlauf die Gussbrocken ab.

Die erste römische Münze

Ein Konsul namens Pomponius, der während des zweiten Jahrhunderts v. Chr. lebte, überlieferte, dass die ersten Münzmeister im Jahr 289 v. Chr. eingestellt wurden. Die Münzmeister waren verantwortlich für das Schlagen von Bronze, Silber und Gold. Die römische Münzstätte befand sich in Rom im Tempel der Iuno Moneta auf dem Kapitol. Das Prägen der Münzen wurde durch drei Münzmeister kontrolliert. Diese wurden durch den Quaestor bestimmt. Seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. ist das Amt des Münzmeisters nachweisbar. Caesar beschäftigte während seiner Amtszeit vier und Augustus drei Münzmeister. In dieser Zeit wurden in den Münzstätten große Mengen an Bronzemünzen gefertigt, jedoch verhältnismäßig wenige Silbermünzen. Die imperatorische Prägung dieser Zeit war der Denar. Zunächst wurden römische Götter auf die Münzen geprägt, später auch der bekannte Julius Caesar, der um die Motive der Götter beizubehalten als Gottheit dargestellt wurde.

Der Denar war über vier Jahrhunderte lang die Leitwährung des Römischen Reiches und wurde im Jahr 211 v. Chr. eingeführt. Das für die Herstellung benötigte Silber stammte aus der Plünderung von Syrakus im Jahr 210 v. Chr. Der Denar hatte etwa ein Gewicht von 4,5 Gramm und war mit der Wertzahl „X“ gekennzeichnet. Das entsprach zehn Assen, auch aes grave genannt.

Weitere Münzen werden in Rom eingeführt

Im Jahr 211 v. Chr. wurde eine zweite Münze, der Quinarius nummus (Silberquinar) neben dem Denar eingeführt. Der Silberquinar trug die Wertzahl „V" und hatte somit einen Wert von 1/2 Denar bzw. 5 Assen. Als nächste Münze folgte der Sesterz, der auch gleichzeitig die Hauptrecheneinheit in der römischen Republik und Kaiserzeit bis zum Kaiser Diocletian blieb. Sein Wert betrug zweieinhalb Asse und hatte die Wertzahl „IIS". Neben dem Sesterz wurde der Dupondius im Wert von zwei Assen herausgegeben. Der Dupondius hatte anfangs ein Gewicht von 655 Gramm, welches später auf 17 Gramm reduziert wurde. Der Follis war eine römische Münze, die im Jahr 294 v. Chr. im Rahmen der Währungsreform eingeführt wurde. Der Name Follis bedeutete Beutel, der in der Antike eine bestimmte Anzahl von Münzen enthielt und einen festen Wert hatte. Die Victoriatus war eine der ersten römischen Münzen in Silber. Der Name der Münze leitet sich von der Siegesgöttin Victoria ab. Diese Liste könnte jetzt unendlich weitergeführt werden, weil es zu viele und verschiedene imperatorische Prägungen gibt.

Aufbau der imperatorischen Prägungen

Sobald Sie sich intensiver mit der Geschichte der imperatorischen Prägungen beschäftigen, werden Sie feststellen, dass die Währungen aufeinander aufbauen oder in anderen Ländern oder Gebieten übernommen wurden. Die griechische Goldmünze Stater wurde etwa 200 v. Chr. herausgegeben und zählte zu der wichtigsten Münze in Griechenland. Sie wurde im Jahr 215 v. Chr. einfach von den Römer übernommen. Der Aureus war eine der bedeutendsten Münzen des Römischen Reiches. Auf dieser Münze wurde immer das Porträt des aktuellen römischen Kaisers geprägt. Später wurde der Aureus abgesetzt und für ihn die Goldmünze Solidus veröffentlicht. Diese ging als Währung weit über die Grenzen der Römer hinaus und wurde zu einer der wichtigsten Münzen in dieser Zeit. Für Sammler von imperatorischen Prägungen ist der Solidus sehr attraktiv, da er einen Sammlerwert von weit über 500 Euro hat. Wenn Sie sich für den Aureus als Goldmünze begeistern, müssen Sie bei Anschaffung einen weitaus höheren Betrag bezahlen. Hier liegt der aktuelle Sammlerwert bei über 5.000 Euro.

Wertvolle und bekannte imperatorische Prägungen

Wenn Sie sich mit dem Sammeln von Währungen beschäftigen, wird Ihnen der Name Drachme im Zusammenhang mit Griechenland bekannt vorkommen. Der Drachme war auch in der Antike um 240 v. Chr. eine der wichtigsten Silbermünzen, die in Griechenland und Rom für den internationalen Handel in der ganzen Welt genutzt wurde. Später wurden noch Abwandelungen, wie die Didrachme oder die Tetradrachme, in den Handel gegeben. Von Sammlern werden beispielsweise sehr gut erhaltene Tetradrachme Münzen mit einem Sammlerwert von mehr als 2.500 Euro angeboten.

Was Sie beim Sammeln von imperatorischen Prägungen berücksichtigen sollten

Ob als angehender oder bereits passionierter Sammler von imperatorischen Prägungen, die aus einer Zeit mindestens 2.000 Jahren v. Chr. stammen, benötigen Sie ein gewisses Know-how. Dadurch können Sie sich vor dem Kauf von im Umlauf befindlichen Fälschungen von Münzen und Prägungen aus dieser Zeit schützen. Informationen finden Sie in speziellen Katalogen oder erkundigen Sie sich beim Numismatiker Ihres Vertrauens. Alle imperatorischen Prägungen und antiken Münzen waren im Gebrauch und jedem Wetter ausgesetzt. Es gibt keine Prägung und Münze aus dieser Zeit, die nicht benutzt wurde. Je älter die Gegenstände sind, umso wertvoller ist der Sammlerwert. Dieser wird nicht nur nach dem Alter und der Qualität ermittelt, sondern auch nach dem Gesichtspunkt die Rarität. Wenige Exemplare erzielen derzeit einen sehr hohen Sammlerwert, hauptsächlich, wenn sie aus Gold gefertigt sind. Ziehen Sie vor jedem Kauf einen Fachmann hinzu, der Sie unabhängig berät, gerade dann, wenn Sie eine größere Summe für ein Einzelstück oder in mehrere Münzen investieren wollen. Da die meisten imperatorischen Prägungen und antiken Münzen sehr kostenintensiv sind, ziehen diese Geschäfte mitunter Personen an, die Fälschungen in Umlauf bringen. Es wäre sehr schade, wenn Sie aufgrund eines Vorfalls die Lust an dieser Sammelleidenschaft verlieren würden.

Die Reinigung von imperatorischen Prägungen

Beim Erwerb von imperatorischen Prägungen gibt es für Sie als Sammler zwei verschiedene Besonderheiten zu berücksichtigen. Entweder Sie erhalten eine nicht gereinigte Münze mit Erdanhaftungen oder eine, die schon durch eine Reinigung bzw. eine Erstkonservierung behandelt wurde. Nicht gereinigte Münzen haben einen Farbton, der von Gelb, Braun bis Grün reicht. Konservierte Münzen sind sehr dunkel bis Schwarz. Beachten Sie bei der Reinigung der Münze, die Sie erworben haben, dass diese viele hundert Jahre alt ist. Aus diesem Grund dauert es einige Zeit, um die anhaftende Schmutzschicht zu entfernen. Dabei dürfen Sie die Münze nicht beschädigen, sondern sollten sie wieder in den Urzustand versetzen. Dafür brauchen Sie eine ruhige Hand und die nötige Geduld und Ausdauer.
Als Grundwerkzeug für die Reinigung benötigen Sie beispielsweise eine Pinzette mit beschichteten Spitzen, eine Lupe mit mindestens acht Dioptrien, eine starke Lichtquelle, Zahnstocher, Baumwoll- oder Leinenlappen, unterschiedlich große Behältnisse aus Plastik und eine Flasche Olivenöl. Das Öl besitzt die Eigenschaft, dass es die Münze von innen her konserviert, gleichzeitig aber auch reinigt, da es schwach säurehaltig ist. Die Münze ist aus ihrer natürlichen Schutzhülle (Dreck) befreit worden, was bewirkt, dass sie sich durch die Lufteinwirkung nach und nach zersetzen kann. Das Öl aber wirkt dem entgegen, da es in die feinsten Poren und Öffnungen gelangt und dort seine Wirkung entfalten kann. Ein breit gefächertes Sortiment von Büchern, wie Sie Ihre imperatorischen Prägungen reinigen oder über Hilfsmittel, die Ihnen bei der Reinigung antiker Münzen helfen, sind im Handel erhältlich.

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