Achtung vor Medikamenten - Fälschungen!!!

Aufrufe 5 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Fälschungen erkennen:

 

Dubiose Internetanbieter haben Produkte fast aller renommierten Arzneimittelhersteller im Visier. Davon betroffen ist auch Bayer HealthCare und sein Arzneimittel Levitra® (das der Behandlung der erektilen Dysfunktion, landläufig Impotenz, dient). Fälschungen des Medikaments sind auch in Deutschland aufgetaucht. Diese waren aber leicht zu erkennen: Zwar waren die falschen Tabletten äußerlich vom Laien kaum noch vom Original zu unterscheiden, allerdings wurden sie lose in Plastikbeutelchen gefüllt an die Kunden ausgeliefert. Die fadenscheinige Begründung für diese Art der „Verpackung": In einigen Fällen war eine schriftliche Notiz beigefügt, dass die Gefahr bestünde, die Tabletten könnten auf dem Weg zum Kunden andernfalls gestohlen werden. Bei anderen wurde eine Kopie des Originalbeipackzettels beigefügt. In keinem der Fälle wurde von den Patienten ein ärztliches Rezept verlangt. Zudem lag der Preis der gefälschten Tabletten teilweise sogar über dem der Originale. Hinter den Webseiten (angeblich geht es um ca. 400 miteinander verknüpfte Internetseiten) steht ein international operierendes kriminelles Netzwerk, über das vor allem so genannte „Lifestyle"-Medikamente (Potenzmittel, Präparate gegen Haarausfall und zur Gewichtsreduzierung) sowie vermeintliche Naturheilmittel angeboten werden. Tausende deutsche Patienten wurden bereits geschädigt.

Bayer HealthCare hat deshalb das Potenzmittel Levitra® mit auch dem Laien erkennbaren Merkmalen ausgestattet. In der legalen deutschen Vertriebskette (im Gegensatz zu dubiosen Internetangeboten) sind Fälschungen aber nach unserer Kenntnis noch nicht aufgetaucht. Fälschungen unseres Bluterpräparates KOGENATE® Bayer sind uns, auch außerhalb der legalen Bezugsquellen, noch nie bekannt geworden. Da es sich aber um ein Medikament für eine besonders schwere Erkrankung handelt, haben wir uns entschieden, auch zu diesem Arzneimittel nähere Informationen zu veröffentlichen.

Beim Kauf auf Auslandsreisen sollten Sie sich der Seriosität Ihrer dortigen Bezugsquelle vergewissern. Am Besten, Sie stellen sich noch in Deutschland nach dem Rat Ihres Arztes oder Apothekers eine persönliche Reiseapotheke zusammen.

 

Wie schütze ich mich vor Fälschungen?

Patienten sind Fälschungen nicht schutzlos ausgeliefert. Sie können sich am besten schützen, wenn sie kritisch mit dubiosen Angeboten umgehen. Die maßgebliche Frage ist: Kann ich dem Anbieter vertrauen?

Im Grundsatz sind Arzneimittel in Deutschland apothekenpflichtig (d. h. sie können vom Patienten nur in Apotheken bezogen werden). Viele Medikamente dürfen zudem vom Apotheker nur gegen ärztliche Verschreibung (Rezept) abgegeben werden. Dies können Sie den Hinweisen auf der Verpackung entnehmen (apothekenpflichtig bzw. verschreibungspflichtig). Damit ist die Apotheke, bei der Sie Ihr Medikament beziehen, der wichtigste Ort Ihres Vertrauens. Deutschland kann zu Recht stolz auf die Sicherheit und Qualität seiner Arzneimittelversorgung sein.

Bietet Ihnen aber etwa eine Privatperson apothekenpflichtige Medikamente an (beispielsweise über eBay, in der Disco, im Bodybuilding-Studio oder gar im „Rotlichtmilieu"), sollten Sie solche Angebote nicht nur ablehnen, sondern auch die zuständigen Behörden informieren.

 

Vorsicht im Internet und auf Reisen

Viele Menschen in Deutschland kaufen über das Internet verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne ein Rezept vorlegen zu müssen. Oftmals enthält das gelieferte Medikament noch nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Verpackung inklusive der aktuellen Packungsbeilage (Gebrauchsinformation). So viel Leichtsinn darf man sich nicht erlauben! Bedenken Sie, dass Original und Fälschung oftmals auf den ersten Blick nur schwer zu unterscheiden sind. Und auch wenn die Tablette (oder gar die Verpackung) genauso aussieht wie immer, ist das noch keine Garantie für das Original – die Fälscher sind Profis! Sie sind in der Lage, ein Produkt herzustellen, das der Laie ohne nähere Informationen äußerlich nicht mehr vom Original unterscheiden kann.

Sollten Sie verdächtige Arzneimittel in den Händen halten, heißt es auf jeden Fall: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt insbesondere, wenn Sie meinen, dass das eingenommene Mittel andere Wirkungen auf Sie hat, als Sie dies bislang gewohnt waren, oder Ihnen die Verpackung nicht ordnungsgemäß erscheint.

Hauptquelle für gefälschte Arzneimittel scheint in Deutschland das Internet zu sein. Zwar gibt es legale und zuverlässige Internetapotheken, doch tummelt sich im Netz leider auch eine Vielzahl unseriöser Anbieter.

 

Parallelimporte

Bitte beachten Sie, dass es aufgrund zwingender rechtlicher Vorgaben so genannte Parallelimporte geben kann. Hier hat der Importeur die Möglichkeit, die von ihm aus einem anderen Land des Europäischen Wirtschaftsraumes importierte Original-Faltschachtel gegen eine eigene Verpackung auszutauschen oder entsprechende Aufkleber anzubringen, um sie im Importland verkehrsfähig zu machen. Vertreibt der Parallelimporteur Levitra® in einer von ihm hergestellten Faltschachtel, können wir zur Echtheit derartiger Produkte anhand der Faltschachtel naturgemäß nicht mehr Stellung nehmen. Gleichwohl muss auch parallel eingeführtes Levitra® den Original-Blister beinhalten. In jedem Fall des rechtmäßigen Umverpackens von parallel eingeführten Arzneimitteln muss auf der (neuen) Verpackung angegeben werden, von wem das Arzneimittel umgepackt worden ist. Nähere Auskünfte gibt Ihnen Ihr Apotheker.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden