Ab wann ist man Gewerblicher Verkäufer

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(NOCH EINE BAUSTELLE - Ich bitte alle Leser mir dazu noch anmerkungen zukommen zu lassen, damit ich diese einarbeiten kann ).

Ab wann ist man nicht mehr Privatverkäufer?

Das ist ein gute Frage, die NICHT einfach zu beantworten ist. Aber es gibt Indizien, ab wann andere Gestalten meinen, Ihre Verbraucherrechte mit der Begründung einklagen zu können, dass der Verkäufer eben NICHT als Privatverkäufer anzusehen ist. Und das ist die Masche der Abmahner. Sie suchen aus der Fülle von Indizien das heraus, was sie brauchen, um Konkurrenten (oder den, der als solcher angesehen wird), ahnungslose Anbieter oder auch nur Privatpersonen abzumahnen, die gegen das Sammelsurium von Richtlinien/Gesetzten/Auflagen verstossen haben.

1.) Der Verkäufer ist SHOP - Besitzer...

Hier wird ganz klar unterstellt, dass man ein gewerblicher Verkäufer ist. Das geht auch vor Gericht so durch. Unabhängig davon, wie viel und was und in welchem Zeitraum angeboten wird. Wer einen Shop hat MUSS sich rechtlich als gewerblicher Verkäufer behandeln lassen.

2.) Verkäufer mit mehr als 40 Punkten...

Es gibt Gerichte, die Personenm, die mehr als 40 Punkte bei ebay haben als gewerbliche Verkäufer betrachten!

3.) Regelmäßiges Anbieten von Artikeln...

Das reicht aus, damit man eine Gewinnabsicht unterstellen kann. Wer nach Gewinn strebt (was immer das ist und wie man das definieren will) ist gewerblicher Verkäufer!

4.) Gewinnabsicht an sich...

Das ist die klassische Definition für einen gewerblichen Verkäufer. Wer Gewinne machen will, handelt gewerblich und MUSS sich einen Gewerbeschein holen, da solch unerhörtes Streben den Feind aller Kapitalisten auf den Plan ruft: Den Fiskus!

Hier aber ein Tip: Wer etwas kauft, 12 Monate behält (1 Jahr) handelt nicht, sondern spekuliert. Spekulationsgewinne sind nach dieser Zeit aber steuerfrei! Und was Spekulationsobjekt ist oder nicht, ist NICHT einwandfrei geregelt. Sicher ist, dass das NICHT nur Gold, Münzen, Häuser, Oldtimer und Gemälde sind...

5.) ...

Was muss ein gewerblicher Verkäufer dann beachten?

Ebay sagt dazu:  http://pages.ebay.de/verkaeuferportal/legalobligations.html (kopiere es in die Explorerleiste) da sind auch weiterführende links, die bestimmt weiterhelfen und Euch klarmachen, in was für einen Mist Ihr nun geraten seid.

Er muss dem Kunden nun Widerufsrechte und Garantierechte einräumen und hat gewisse Formalitäten zu beachten.

Ebay schreibt dazu:  http://pages.ebay.de/help/sell/your-return-policy.html (kopiere es in die Explorerleiste)

a.) Widerufsbelehrung: Einen Monat (andere Formulierungen wie 4 Wochen oder 30 Tage sind nicht erlaubt) ab Erhalt der Belehrung (wann das GENAU ist ist umstritten) kann der Käufer die Ware ohne Gründe zurückschicken oder den Kaufvertrag widerufen. Bis 40 Euro Warenwert trägt der Käufer die Versandkosten. Darüber immer der Verkäufer. Es ist in den AGBs zu regeln WIE die Rücksendung stattfindet (Widerufsfolgen)!

b.) Erreichbarkeit des Verkäufers: Name, Adresse, Telefonnummer und eMail-Account angeben - explzit!

c.) Das Ende der Widerufsbelehrung ist mit ENDE DER WIDERUFSBELEHRUNG zu kennzeichnen!

d.) Garantie: 12 Monate auf gebrauchte Waren und 24 Monate auf Neuwaren. Bastelartikel (im Sinne von kaputt) haben keine Garantie! Müssen aber so gekennzeichnet sein.

e.) AGBs: Diese können nun nach Belieben ausgearbeitet werden. Unterliegen aber selbst dem AGB - Gesetzt....

 

Ergo: Wer als gewerblicher Verkäufer eingestuft werden kann hat ein Problem: Er ist nun ZIELSCHEIBE für alles und jeden OHNE selbst unbedingt mehr Ahnung zu haben als seine Käufer. Darum: Finger weg oder Anwalt fragen.

Vorteile: Wer einen Shop bei ebay aufmacht, bekommt auch einen Gewerbeschein. Gewerbebeschreibung: Auktionshandel mit gebrauchten Gütern im Internet. Inzwischen fragt der Fiskus gerne nach, was denn für Gewinne (super was?) erwartet werden.

Antwort: Ich hoffe davon leben zu können!

Warum ist das wichtig? Weil diese Gestalten sonst annehmen, dass keine Gewinnabsicht dahintersteckt und das dann für den Staat ausser erhöhtem Verwaltungsaufwand auch noch fehlende Einkünfte bringt. Die wollen an Dir VERDIENEN. Sonst nichts. Und wenn sie Dir unterstellen, dass DU mit Deinem GEWERBE kein Geld verdienen WILLST, dann erkennen sie Dir das auch nicht an. Dann hast Du ausser erhöhtem Risiko und Kosten noch nicht einmal die Möglichkeit den Verursacher der Miesere zu beteiligen.

Aber dann!!!

Jetzt kann man den Fiskus an der Sache beteiligen. Wareneinkauf, PC- und Softwarekostenanrechnung (über 3 Jahre abschreiben, wenn Wert über 400 Euro, sonst ein Jahr, was ab 2009 nun auf 150 Euro reduziert wurde..), Büroartikel, Kosten für Rücksendungen und Rechtsstreitigkeiten, Lager- und Arbeitsflächen (Zimmer) u.s.w. stellen Kostenfaktoren da, die dem Gewinn gegengerechnet werden.  Sollte der nicht da sein, dann dem Einkommen an sich. DAS kann gewaltige Vorteile bringen. Sprecht mit Euren Steuerberatern. Dann ist da der Trick mit der Umsatzsteuer! Ihr müsst Euch nur bemühen Gewinne zu machen, damit das Gewerbe fiskalisch anerkannt wird. Und die ersten 3 Jahre macht man immer Verluste. Das ist halt so, wenn man ein Geschäft aufbaut. Und wenn es dann immer noch nichts wird? Ja wer hat denn so einen Mist wie einen gewerblichen Verkäufer bei ebay unter solchen Definitionen gewollt? Der Gesetzgeber doch...und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Also: Bedenkt das alles gut. Redet mit Eurem Anwalt und dem Steuerberater. Und DANN entscheidet, ob sich der Aufwand für Euch lohnt. Vertarut auch nicht nur in eine Ratgeber oder einen Text. Immer alles querlesen und vergleichen. Ganz wichtig.

Meinen Widerufstext habe ich mir aus 17 anderen zusammenkopiert und dann auch noch absegnen lassen. Wer ihn haben will kann ihn haben. Alles ohne Garantie meinerseits aber mit der ausdrücklichen Erlaubnis ihn zu verwerten (Kopie, Ausdruck und Abschrift jeder Art, in jedem Umfang und so oft Ihr wollt).

 

Gruss

 SASCHA

Ich danke hellercd-2412 für seine Unterstützung und Berichtigung!

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