Walzen-, Messer oder lieber Turbinenhäcksler ?

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Hinweis: Dieser Ratgeber bildet keinen Test / keine Kaufempfehlung spezifischer Modelle sondern soll einen ersten Überblick über die Grundlagen bilden.

Prolog:

Man(n) kennt das, es ist Sommer, alles grünt und blüht bzw. wuchert und man kommt mit dem zurückschneiden nicht mehr nach. Doch wohin mit dem ganzen Zeug ? Der Kompost quillt über und die Bio Tonne ist stets randvoll. Also muss man den Müll irgendwie reduzieren. Da vorab genannter Man(n) weder die Zeit noch die Lust hat, alles in stundenlanger feinarbeit per Hand klein zu schneiden, denkt er über die Anschaffung eines Häckslers nach.

Hier gibt es grundsätzlich drei Arten zu unterscheiden (professionelle Benzin getriebene Benzinhäcksler lassen wir hier mal außen vor ;-):

- Den Messerhäcksler
- Den Walzenhäcksler
- Den Turbinenhäcksler

Was mich an allen drei Typen stört:  Hauptsächlich der Trichter, aus Sicherheitsaspekten und / oder die Funktionsweise der Häcksler sorgen dafür, das man hier bei weitem nicht alles reinstecken kann was man gerne reinstecken möchte. Der Trichter verfügt meisten auf der einen Seite über ein größeres Loch in das Äste mit der maximal empfohlenden Stärke (z.b. 40 mm) passen. Von diesem Loch geht ein schmaler Schlitz zur Seite weg. Äste mit stärkeren Seitentrieben müssen also vorher zerlegt werden. Grünschnitt lässt sich nur durch "hineinstopfen" einfüllen....... wer das nicht hinnehmen möchte muss nach einem entsprendem Häcksler suchen bzw. auf einen Benzinhäcksler zurückgreifen.

Welche der drei Typen man nun bevorzugt hängt stark davon ab, was man damit machen will bzw. was man im Garten für Pflanzen stehen hat.
Grundsätzlich würde ich bei allen drei Typen nur darauf achten, dass sie über eine Rücklauffunktion (Automatisch oder Manuell - hauptsache Rücklauf), ansonsten "frisst" sich das Schnittgut irgendwann fest und man hat Mühe den Häcksler wieder zum laufen bringen.


Der Messerhäcksler:

Funktionsweise: Schnelle rotierende Messer schnippeln alles klein, was in sie hinein gedrückt wird.

Vorteile: Günstigste Modelle, Oftmals feineres Schnittbild
Nachteile: Weniger geeignet für Hartes Holz, kein automatischer Einzug, Messer werden stumpf

Der Messerhäcksler ist grundsätzlich das günstigte Modell, hier gilt es natürlich nicht Erbsen mit Bohnen zu vergleichen (z.b. Messerhäcksler von Atika mit Messerhäcksler von Gardena).

Er eignet sich am besten für frisches Schnittgut welches noch grün und eben weich ist, daher eigent er sich am besten für Gärten die nicht oder nicht viel "verholzen". Warum ? Die Schnittleistung (bis zu 45mm ) ist doch oftmals genauso gut wie beim Walzenhäcksler ? Stimmt ! Aber wie alle anderen Messer, nutzen sich auch die Messer des Häckslers ab und müssen ersetzt werden. Ich würde also so selten wie irgend möglich Hartholz häckseln.

Das Schnittbild ist in den meisten Fällen etwas feiner als beim Walzenhäcksler. Aufgrund der Schnitttechnik ist ein automatischer Einzug hier eher selten, das heisst, man muss das Schnittgut immer nachdrücken.

Oftmals liefert der Produzent des Häckslers hier einen geeigneten Stopfen aus Kunststoff mit, der in vielen Fällen aber schlichtweg zu lang ist (siehe Testberichte "Messerhäcksler" im Web. Das führt dazu, dass der mietgelieferte Stopfen vom Häcksler beschädigt wird und irgendwann ist er dann kaputt.

Meine Empfehlung: Von Anfang an auf den Stopfen verzichten und ein ausgedientes Brett oder eine kleine Holzlatte zum nachstopfen nutzen - das senkt auch nicht den Wert bei einem eventuellen Wiederverkauf :o).



Der Walzenhäcksler (dafür habe ich mich entschieden):

Funktionsweise: Eine langsam rotierende mit angeschärften Kanten rotierende Walze presst das Schnittgut gegen eine Metallplatte und zertrennt es so.

Vorteile: Automatischer und kräftiger Einzug, dauerhaft Scharf
Nachteile: Weniger geeignet für "Grünzeug, etwas teurer, gröberes Schnittbild, Schnittgut stapelt sich in Fangbox

Der Walzenhäcksler ist an und für sich ein Allesfresser, die angeschärften Kanten sorgen in vielen Fällen (auf Produktbeschreibung achten) für einen automatischen Einzug, der gnadenlos alles einzieht. Er ist oftmals etwas teurer als der Messerhäcksler, dafür verfügt er meistens über eine mitgelieferte Fangbox die in den Häcksler eingesetzt und verriegelt wird (Ohne die eingesetzte Fangbox kann man den Häcksler in den meisten Fällen nicht in Betrieb nehmen).

Diese Fangbox bildet meine Meinung nach in manchen Fällen auch ein Manko, welches aber vernachlässigbar ist. Die Fangbox ist oftmals nicht durchsichtig, dadurch, dass der Häcksler einen festen Stand hat sammelt sich das Schnittgut an einer Stelle an und rutscht nur wenig zur Seite. Wenn man nun "etwas mehr" am Stück häckselt, kann sich der "Turm" bis zu Walze sammeln und verstopf diese.

Eine durchsichtige Fangbox ist hier also wirklich von Vorteil !

Besonders gut eignet er sich für eher trockenes Schnittgut, da er dieses einwandfrei  häckselt. Mit frischen Ästen hat er zwar in der Regel keine Einzugsprobleme, kann sie aber nicht immer einwandfrei zerkleinern - in diesen Fällen wird das Schnittgut oft nur zerdrückt (was aber die Kompostierung beschleundigt). Zuviel Laub im Häcksler sorgt gerne für eine Verstopfung der Walzen. Dies kann man vermeiden in dem man abwechselnd frisches (grünes) Schnittgut und dann trockene Äste häckselt. Alternativ kann die Blätter natürlich vorher entfernen.

Als Beispiel: Ich habe Fliederäste (komplett mit Blattwerk und Blüten) gehäckselt. Die Äste wurden beim Eintritt in den Trichter komplett entlaubt, die Blüten und Blätter sammelten sich im Trichter und verstopften die Walze. Die Rücklauffunktion sorgte dafür, dass das Grünzeug wieder aus der Walze herauskam. Als ich zwei bis drei trockene Äste einer Tanne hinzu gab löste sich die Verstofung und das "Grün" wurde zerkleinert.


Der Turbinenhäcksler (Der teure)

Funktionsweise: Der Turbinenhäcksler ist ein relativ neues von Gardena erdachtes Konzept, welches Vor aber leider auch teilweise Nachteile der beiden anderen Modelle verbindet. Auf einer Walze sind einzelne schräg angeordnete Messer angeordnet. Durch diese Technik wird das Schnittgut eingezogen und im selben Schritt zerkleinert.

Vorteile: Durch die Kombination beider Techniken ergibt sich ein sehr gutes Schnittbild, der Häcksler eignet sich (bedingt) für Weich und Hartholz
Nachteile: Neue Technik dadurch mangelnde Konkurrenz und ein recht stolzer Preis - zwischen 400 und 500 EUR, die Messer werden wie beim Messerhäcksler irgendwann stumpf.

Der Turbinenhäcksler ähnelt vom Aufbau her am meisten dem Walzenhäcksler, da er ebenfalls mit einer Auffangbox aufwartet und ebenfalls über eine Walze (auch wenn diese anders aufgebaut ist und sich schneller dreht) verfügt.

Den Turbinhäcksler gibt es aktuell nur von Gardena, Stiftung Warentest bewertete einen Turbinenhäcksler als gut und überreichte ihm das Krönchen für den Testsieg. Als einzigstes Manko wurde hier angegeben, dass die Messer recht schnell stumpf werden.

Ich hoffe mit dieser Übersicht etwas weiter geholfen zu haben und wünsche viel Spass beim schnippeln :)