Wilhelm Wagenfeld – zeitloses Design für den Alltag

Um das Jahr 1920 entwickelten junge Künstler den Stil des Bauhaus. Er verband erstmalig Gebrauchsgüter und Kunst. Wilhelm Wagenfeld war einer dieser Pioniere und noch heute sind seine Entwürfe beliebt und werden hoch gehandelt. Bei eBay zeigt sich die ganze Vielfalt seiner Arbeit für verschiedene Anwendungsbereiche.

Wer war Wilhelm Wagenfeld?

Der Künstler wurde am 15. April 1900 in Bremen geboren. Er war das älteste von drei Kindern seiner Eltern Wilhelm und Elisabeth. Schon früh zeigte sich sein künstlerisches Talent. Er machte eine Lehre zum Industriezeichner und besuchte die Hanauer Zeichenakademie. Anschließend wurde er für einige Monate Mitglied der Künstlerkolonie Worpswede. Nach einigen weiteren beruflichen Stationen landete er 1924 schließlich in der Bauhaus-Metallwerkstatt. Dort entstanden unter anderem die Entwürfe seiner Sauciere und die Leuchten MT 8 und MT 9. Diese Tischleuchten sind bis heute unter dem Namen „Wagenfeld-Leuchte“ bekannt und gelten als seine bekanntesten Entwürfe. 1925 bestand Wagenfeld seine Gesellenprüfung zum Ziseleur und Silberschmied. Ein Jahr später wurde er Assistent in der Metallwerkstatt der Bauhochschule Weimar, 1928 übernahm er dort die Leitung.

Nach Schließung der Bauhochschule Weimar 1930 wurde er freier Mitarbeiter beim Jenaer Glaswerk Schott & Gen. Nun widmete er sich verstärkt Entwürfen, die Glas enthielten. So entstand beispielsweise das Teeservice aus feuerfestem Glas. Um seine Erzeugnisse zu bewerben, schrieb er unter Pseudonym Beiträge für verschiedene Zeitschriften. Mit dem Zweiten Weltkrieg brachen auch für Wilhelm Wagenfeld düstere Zeiten an, da er sich gegen den Rechtspopulismus stellte. Er weigerte sich, in die NSDAP einzutreten und wollte einen Designauftrag der SS nicht annehmen, wofür er in ein Strafbataillon an der Ostfront geschickt wurde. Mitte 1945 kehrte er aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft zurück und trat eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin an. 1954 gründete er schließlich die Werkstatt Wagenfeld, in der er bis 1978 für namhafte Hersteller wie Braun, WMF oder Rosenthal Entwürfe für Gebrauchsgüter anfertigte. Er verstarb 1990 in Stuttgart.

Was entwarf Wilhelm Wagenfeld?

Im Bauhaus-Stil entwarf Wagenfeld unzählige Entwürfe für Gebrauchsgüter wie Vasen, Gläser und Metallobjekte, aber auch profanes wie Butterdosen oder Aschenbecher. Dieser Stil wird geprägt von Pragmatismus, die fertigen Gegenstände sind also schlicht und ohne Verzierungen, dafür aber zeitlos und stets modern. Im Gegensatz zu vielen anderen Kunstgegenständen haben Bauhaus-Gegenstände auch meist einen praktischen Nutzen. So eignen sich vor allem Einzelstücke besonders gut als Geschenk. Der Stil der Wagenfeld-Entwürfe passt auch in moderne Wohnräume. Farbiges Glas und abgerundete Ecken sind eines der typischen Merkmale für Wagenfeld.