Trinken mit Stil – der Walzenkrug

Das Bier ist einer der Exportschlager Deutschlands und gehört fest zur hiesigen Kultur. Da ist es auch kaum verwunderlich, dass dem Genuss des flüssigen Goldes ein eigener Trinkbecher gewidmet wurde – der Walzenkrug. Ihn gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und zu sehr unterschiedlichen Preisen.

Was ist ein Walzenkrug?

Sie alle verbindet, dass sie im Gegensatz zum herkömmlichen Bierkrug aus Fayence hergestellt werden. Diese Bezeichnung geht auf Faenza zurück, eine Stadt in Italien. Es handelt sich dabei um Keramik, das kunsthandwerklich produziert wurde. Die Krüge werden zudem mit schönen, fein aufgetragenen Verzierungen versehen, die Muster oder teils auch ganze Gemälde darstellen. Der Grundton ist meist rötlich oder bläulich. Etwas seltener finden sich Trinkbecher, die überhaupt nicht oder lediglich einfarbig bemalt sind. Besonders alt sind sie teils auch. Exemplare, die bereits 200 Jahre und älter sind, finden sie in der Rubrik bis 1800.

Welche Vorteile bieten Fayencebecher?

Durch den Deckel bleibt das Bier länger frisch. Denn da es nicht der Luft ausgesetzt ist, schmeckt es selbst nach mehreren Stunden nicht schal. Der Deckel wirkt darüber hinaus isolierend. Und gerade, wenn man draußen trinkt, muss man nicht befürchten, dass Bienen oder Wespen im Becher landen und aus Versehen verschluckt werden. Der offensichtlichste Vorzug des Walzenkruges ist natürlich sein Design. Durch die hübsche Aufmachung macht er optisch viel her und ist auf Festen ein Blickfang. Und da die Becher oft auch sehr alt sind, erinnern sie an lange vergangene Jahrhunderte, was sie gerade für Geschichtsfanatiker interessant macht. Besonders alte Exemplare sind zudem Sammlerstücke, die, eine sorgsame Behandlung vorausgesetzt, gute Geldanlagen sind und über die Jahre im Wert steigen.

Seit wann gibt es den Walzenkrug?

Die ersten Walzenkrüge datiert man auf das Jahr 1600. Damals gab es jedoch nur wenige Fayencen. Erst mit dem Aufkommen von Manufakturen, die in Arbeitsteilung und in Serie fertigten, entstanden vom 17. bis zum 18. Jahrhundert etliche Werkstätten. Die Produkte dieser Fertigungen lagen dem Landesherrn sogar dermaßen am Herzen, dass er sie finanziell unterstützte und Materialien bereitstellte. Zudem erhielten die Fayencen Zollerleichterungen. Um 1800 schien jedoch das Ende der Walzenkrüge gekommen, da das Material nicht mehr mit dem technischen Fortschritt mithalten konnte. Die Leute bevorzugten nun das qualitativ hochwertigere Porzellan oder das günstigere Steingut. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zu einem Revival der Fayence und zahlreiche Manufakturen stellten wieder mit dem Material her. Modelle aus dieser Zeit finden Sie übrigens bei eBay in der Kategorie bis 1960.