Günther Uecker, die Avantgarde ZERO und die Ästhetik der Nägel

Günther Uecker zählt zu den bekannten deutschen Künstlern. Berühmtheit erlangte er mit seinem auf Nägel beschränkten Materialminimalismus. Heute sind seine reliefartigen Werke mit Nägeln begehrte Sammlerobjekte. Als Mitglied der Avantgarde-Bewegung ZERO beabsichtigte er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, gemeinsam mit Otto Piene und Heinz Mack Neues zu erschaffen. Zahlreiche Drucke, Objekte und Lichtinstallationen von Uecker finden Sie bei eBay in den Kategorien Uecker in sonstigen Originaldrucken (1950-1999), Uecker in sonstigen Originaldrucken (ab 2000), in den Original-Serigraphien (1950-1999) von Günther-Uecker und in den Original-Multiples (1950-1999) von Günther-Uecker.

Was prägte die frühen Jahre von Günther Uecker?

Der 1930 geborene Uecker wuchs auf der Halbinsel Wustrow an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern auf. Sein Vater arbeitete als Ingenieur auf einem Versuchsflugplatz der Luftfahrtindustrie. In Wustrow erlebte Uecker das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Anfangsjahre der ehemaligen DDR. In Wismar und in Berlin-Weißensee studierte er von 1949 bis 1953 Malerei. 1951 kam er erstmalig in Kontakt mit abstrakter Kunst, als er die Weltjugendspiele in Westberlin besuchte. 1953 verließ er die ehemalige DDR und blieb zunächst in Westberlin. Kennzeichnend für die 50er-Jahre war sein Interesse an Philosophie und religiösen Ritualen. Er beschäftigte sich mit dem Buddhismus und dem Taoismus und entwickelte eigene Rituale. Seine Ausbildung setzte er 1955 an der Kunstakademie in Köln bei Otto Pankok fort.

Was ist die Kunst der Nägel?

Reliefs mit Nägeln stellte Uecker seit 1956 her. Mit oftmals kreisförmig auf Holz oder Leinwand angebrachten Feldern aus Zimmermannsnägeln entstehen Objekte, die der unterschiedliche Lichteinfall verändert. Am Ende der 50er-Jahre befand sich Uecker in der puristischen Nagelphase. Alltagsgegenstände, wie beispielsweise Fernseher, Musikinstrumente und Möbel, verwandelte er mit Nägeln in Kunst. Nägel erzeugen für ihn Widerstände und lassen die Kunst in die Banalität des Lebens eindringen, indem sie die Blicke auf sich lenken. Dies betrachtet er nicht als Mittel zur Zerstörung. Wiederholt veränderte er den Effekt der Nägel mit weißer Farbe oder er verwendete sie für Prägedrucke auf handgeschöpftem Papier. Hierdurch entstanden Meditationsbilder. Uecker setzt sich ebenso gern selber in Szene. Beispielsweise erscheint er regelmäßig in weißen Maleranzügen mit wallenden Capes.

Was bewirkte die Gruppe ZERO?

Die Gruppe ZERO brachte Uecker zur kinetischen Lichtkunst. Bundesweites Aufsehen erregte er mit einer lärmenden Installation aus 20 Maschinen. 1970 vertrat er die deutsche Kunst bei der Biennale in Venedig. Von 1974 bis 1995 war Uecker Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. Zu Ueckers Werken zählt die Gestaltung des Andachtsraums im neuen Reichstagsgebäude in Berlin. Heute lebt der Künstler in Düsseldorf und St. Gallen.