Der Chevy C10: Der Ur-Pickup aus den USA

In Europa ist der sogenannte Kombi – ein Kfz mit voluminösem Gepäckteil und großer Heckklappe – eines der meistgesuchten Fahrzeugmodelle. Bei VW ist der Passat Variant gleich hinter dem Golf das am zweithäufigsten verkaufte Modell. Ein US-Amerikaner kann darüber nur den Kopf schütteln. In den USA sind Kombis nahezu verpönt, stehen sie dort doch sinnbildlich für Familien, die mehr Kinder haben, als sie sich finanziell eigentlich leisten könnten.

In der amerikanischen Modellfamilie haben die Kinder ihr eigenes Auto – und der Vater fährt einen Pickup. Darüber wiederum schüttelt der Europäer den Kopf, denn ein Pickup ist hierzulande ein Arbeitsgerät für Förster, Landwirte oder Bauarbeiter.

In den USA gibt es zwei Größenordnungen für Pickups. Die großen, oft über fünf Tonnen schweren Pickup-Trucks, angeführt vom millionenfach verkauften Ford F200, bilden die Oberklasse. Darunter sind die normalen Pickups, Fahrzeuge im Format einer größeren Limousine, mit etwas größeren Rädern und einer Ladefläche statt des bei Autos üblichen Kofferraums. Die C-Serie von Chevrolet wurde von General Motors in den Jahren 1960 bis 1998 hergestellt und stellte in dieser Zeit den klassischen, zeitlosen US-Pickup dar.

Wie war der C10 motorisiert?

Die Pickups waren in der Regel mit großvolumigen V8-Benzinmotoren ausgestattet. Nicht selten hatten diese Motoren einen Hubraum von über sieben Litern. Die großen Motoren dieser Art werden gemeinhin Big Block genannt. Die Modellvariante C10 der Chevy C-Serie hatte einen vergleichsweise kleinen Motor mit 350 Kubikzoll. Das sind nur 5,7 Liter Hubraum, weshalb dieser Motor in den USA Small Block genannt wird.

Wer braucht überhaupt so ein Gefährt?

Ein Benzinmotor mit 5,7 Litern Hubraum und entsprechendem Spritverbrauch ist unter umweltbewussten Europäern nicht gerade beliebt. Den alten US-Autos wohnt aber ein gewisser Charme inne, der auch hierzulande eine große Fangemeinde hat.

Wo bekomme ich einen Chevy C10 her?

So banal es klingt, aber mit einem großen Pickup-Truck wie dem Ford F200 bekäme man in Europa ein simples Problem: die Straßen, vor allem die Parkplätze, sind einfach zu klein. In der Zeit der amerikanischen Besatzung brachten viele amerikanische Soldaten ihre kleineren Pickups mit nach Europa. Die Chevy C-Serie gehörte daher auch im Deutschland der siebziger und achtziger Jahre zum Straßenbild, vor allem in Gegenden mit amerikanischer Militärpräsenz. Dank dieses Umstandes sind auch hierzulande viele C10 erhalten geblieben. Auf Gebrauchtwagenmärkten, aber auch online, gibt es auch heute noch eine reichhaltige Auswahl an Fahrzeugen und Ersatzteilen. Händler, die sich auf US-Autos spezialisiert haben, führen häufig auch gebrauchte Fahrzeuge, und nicht zuletzt bei eBay kommt immer mal wieder ein C10 unter den virtuellen Hammer.