Eduard Bargheer: Expressionistische Wandlungskraft

Radierungen, Ölgemälde und Drucke: Die Werke des hanseatischen Malers Eduard Bargheer beeindrucken in jeglicher Form. Ob helle, fast schwerelos erscheinende Aquarelle oder geradlinige Federzeichnungen, Landschaften oder abstrakte Lithographien: Kunstkenner schätzen das umfangreiche Oeuvre in seinen persönlichen und geschichtlichen Kontexten. Öffentliche Kunst schuf Bargheer vor allem in seiner späteren Werkphase. Ein bekanntes Objekt ist das Glasmosaik mit dem Titel Sport, das am Hannoveraner Fußballstadion zu bewundern ist. Wer sich weitere Werke Bargheers im Original anschauen will, hat seit 2017 die Möglichkeit, das Eduard-Bargheer-Museum im Hamburger Jenischpark zu besuchen.

Wer war Eduard Bargheer?

Eduard Bargheer wurde 1901 in Finkenwerder bei Hamburg geboren. In den Zwanzigerjahren begann er eine Kunstausbildung in einer Hamburger Kunstgewerbeschule, führte parallel zu seiner künstlerischen Entwicklung aber auch ein Selbststudium durch. Als Maler und Grafiker unternahm Bargheer gemeinsam mit der befreundeten Malerin Gretchen Wohlwill ausgedehnte Kunstreisen durch Europa; seine besondere Liebe galt jedoch zeitlebens Italien. In den späten Zwanzigern war Bargheer Mitglied des Künstlervereins Hamburger Secession, der sich allerdings bereits 1933 wieder auflöste, da die Künstler sich weigerten, auf nationalsozialistischen Druck jüdische Mitglieder auszuschließen. Der epochale Einfluss von Edvard Munch und eine Begegnung mit Paul Klee im Jahr 1935 dürften prägenden Einfluss auf Bargheer ausgeübt haben. Während der Kriegsjahre emigrierte Bergheer nach Ischia und setzte dort sein künstlerisches Schaffen fort. In den Fünfzigerjahren entstanden zahlreiche figürliche Lithografien und künstlerische Aquarelle, außerdem nahm Bargheer mehrfach an der documenta in Kassel teil. Im Laufe seines Schaffens entstanden viele Werke für öffentliche Räume. Eduard Bargheer starb 1979 in Hamburg-Blankenese.

Was zeichnet die Kunstwerke von Eduard Bargheer aus?

Bargheer wird vor allem in seiner künstlerischen Frühzeit zu den Vertretern des Expressionismus gezählt. Er entwickelte seinen eigenen Stil jedoch künstlerisch darüber hinaus weiter. Stilprägend sind neben den Radierungen Bargheers Aquarelle, die oft in Form luftiger Mosaike gestaltet sind. Das Spiel mit Farbe, Licht und die Darstellung des Motivs zusammengesetzt aus kleinen geometrischen Elementen machen die Bilder unverwechselbar. Als Gegengewicht zu den Aquarellen beinhaltet Bargheers Werk Ölgemälde, die in ihrem Aufbau strenger und mächtiger wirken als die leichten Mosaikkompositionen und zu denen er ein besonders respektvolles künstlerisches Verhältnis pflegte. Als Grundlagen für die Werke dienten häufig meisterhafte Rohrfederzeichnungen.

Welchen Einfluss hatte Eduard Bargheer auf die Malerei der Gegenwart?

Nicht nur in gestalterisch-stilistischer Hinsicht zählt Eduard Bargheer zu den bedeutenden Künstlern des zwanzigsten Jahrhunderts. In den Dreißigerjahren setzte er sich mit zeitbezogenem, metaphorischem Ausdruck auch mit den politischen Entwicklungen in Deutschland und Europa auseinander. Die Motive seiner Graphiken und künstlerischen Malereien gelten unter Kulturwissenschaftlern als wichtige historische Dokumente der Epoche.