Alter Besteckkasten – ein Stück Tradition aus vergangenen Tagen

Es ist kaum zu glauben, dass vom Holzlöffel der Steinzeit, bis hin zu einem 150-teiligen Besteck Ensemble einige Jahrhunderte vergangen sind. Den Franzosen ist es zu verdanken, dass Ende des 18. Jahrhunderts, prächtige Tafeln gedeckt wurden und eine glamouröse Zeit begann. Das Essinstrument wurde schnell zum Statussymbol der Reichen. Es gab zu jedem Anlass und jeder Kulinarik einen eigenen, hochwertig verarbeiteten Besteckkasten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Kostbarkeit mit wertvollem Silberbesteck als Aussteuer und Hochzeitsgeschenk verschenkt, verschwand dann wieder und ist heute als Antiquität bei eBay in vielen Variationen und Modellen wiederzufinden.

Welche Arten von Besteckkästen gibt es?

Die Schachteln werden in verschiedenen Größen angeboten, oft sehr massiv und eckig oder grazil und leicht abgerundet. Auch ovale oder runde Formen sind sehr beliebt. Die Besteckkästen sind mit zwei oder drei getrennten Etagen oder Einlegeböden für ca. 48 – 72 Teile ausgestattet. Ebenso wurden Platzhalter für sehr große Sets, wie 100 bis 150 Teile oder im kleinen Stil von zwei, vier oder acht – 24 Teilen für vier – sechs Personen vorgeformt. Es gibt die Klassiker wie Vorlage Besteck, Kinder-, Kaffee- oder Kuchenbesteck, Besteck für Meeresfrüchte, und sehr exklusiv das Schneckenbesteck. Der edle Metallverschluss an der Oberseite der Kiste wurde immer mit hochdekorierten Schlössern, mit oder ohne Schlüssel, versehen.

Welche Materialien wurden verwendet?

Es ist nicht zu übersehen, dass es sich um wahre Kostbarkeiten handelt. Bis ins Detail wurde hier nicht an hochwertigen Materialien gespart. In England wurden meist Oberflächen aus edlen Hölzern wie Nuss oder Mahagoni verarbeitet, in Italien, Deutschland und Österreich fand man Wildleder, Kunst- oder auch exotisches Krokodilleder. Das Innenfutter zeichnete sich durch eine sehr genaue Passform des jeweiligen Besteckes aus. Jeder, der die kleine Truhe öffnete, war von der Schönheit und Eleganz begeistert. Purpurfarbener Saum, königsblauer Samt, Goldbrokat und zartrosa Stoffe sorgten für ein perfektes Innenleben und kürten die Schatulle zu einem wahren Kunsthandwerk.

Wie wird der Kasten gereinigt?

Grundsätzlich muss man sehr vorsichtig mit antiken Möbeln und echter Handwerkskunst umgehen. Mit einer einfachen Seifenlauge und einem sehr weichen Schwamm können Sie die Außenseite komplett reinigen und danach sofort trocken wischen. Vermeiden Sie Wassertropfen und kleine Überschwemmungen! Die Metallverschlüsse sind meist leicht verrostet und lassen sich mit einem Spritzer Essigwasser und einem Wattestäbchen gezielt wieder klar und sauber erstrahlen lassen. Vorsicht aber beim Innenfutter, das sollte nicht nass werden, da sonst der Restkleber seine Wirkung verliert und sich komplett auflöst. Einfach ein paar Tage im Freien durchlüften lassen, danach mit einem Säckchen Kaffeepulver oder Backpulver neutralisieren.