iMac Core Duo im Test: Apples erster Intel-Bolide

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Apple und der Intel Umstieg:: Von vielen Mac-Usern kritisch beäugt, hatte Apple doch bis dato immer darauf geschworen, dass die PowerPC-Architektur das Nonplusultra der CPU-Technologie sei. Der iMac Core Duo, ausgestattet mit einem Intel Dual-Core-CPU mit zwei Kernen, beweist das Gegenteil: Wer Geschwindigkeit möchte, muss auf die x86-Architektur setzen.

Der iMac ist Apples Prestige-Rechner. Nach Steve Jobs' Rückkehr zu Apple 1997 wurde mit dem iMac G3 die Strategie des vom Pleitegeier umkreisten Unternehmens vollkommen geändert. Apple sollte künftig die Innovationsschmiede der Computer-Branche werden. Das gelang vortrefflich: Trotz des hohen Preises von rund 2000 Dollar gefiel der bunte iMac auf Anhieb. Sein Alleinstellungs-Merkmal: In einem Gehäuse, nicht größer als ein 15 Zoll-Bildschirm, war ein kompletter Computer untergebracht. Das All-in-One-Konzept kam bei den Kunden an und der iMac G3 wurde ein voller Erfolg.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - oder doch?
2001 folgte das iMac-Modell mit TFT-Bildschirm und G4-Prozessor, auch liebevoll "Stehlampe" genannt. Sein Design war gewöhnungsbedürftig, weshalb der G4-iMac nicht so erfolgreich war wie sein Vorgänger. Apple reagierte 2004 mit dem iMac G5, der an alte Erfolge anknüpfte: In einem Gehäuse, kaum größer als ein handelsüblicher 17 Zoll-Flachbildschirm, war wieder ein kompletter Rechner untergebracht. Die Käuferschaft dankte es Apple, der G5-Prozessor war endlich erschwinglich geworden und der Preis des iMac G5 war mit rund 1450 Euro nicht sonderlich hoch für einen derart innovativen Tischrechner.Mit dem iMac Core Duo überraschte Apple die Fachwelt. Erst zwei Monate zuvor war eine komplett überholte Version des iMac G5 vorgestellt worden, flacher und mit eingebauter Webcam, weshalb niemand damit gerechnet hatte, dass Apple sich zuerst um diesen Rechner kümmern würde. Die Kraft der zwei Herzen in Form des Intel Core Duo-Prozessors mit 1,83 Gigahertz soll den Rechner laut Apple doppelt so schnell machen wie den unwesentlich höher getakteten G5-iMac mit einem Kern.

32 statt 64 Bit
Gleichzeitig bedeutet der Intel-Umstieg auch die Abkehr von der 64-Bit-Architektur des G5-Prozessors, beim Core Duo handelt es sich um den 32-Bit-Nachfolger des Pentium-M-Prozessors, im iMac Core Duo ist also ein Mobilprozessor verbaut. Der "Yonah" läuft mit zwei Kernen, die die Rechenleistung brüderlich untereinander aufteilen. Von einem Rückschritt kann also nicht gesprochen werden. Ansonsten hat sich gegenüber dem iMac G5 1,9 nicht viel geändert, der Rechner ist weiterhin flach, hübsch anzuschauen und steht massiv auf seinem Alu-Standbein.
Auspacken, aufstellen, fertig
Mighty-Maus, Anleitung und Software-DVDs sind in der oberen Styropor-Hülle versteckt. Die Packung unterscheidet sich nur durch ein Intel-Core-Duo-Logo und das fehlende G5-Label von der des G5-Vorgängers, der wenige Tage nach der Core-Duo-Präsentation eingestellt wurde. Doch genug der kruden Theorie. Schon das Auspacken des iMac Dual Core ist ein Erlebnis, bereits die Verpackung ist - Apple-typisch - ein Design-Wunder. Der iMac ruht zwischen zwei Styropor-Halbschalen, umhüllt von einer Schutzhülle. Tastatur, Front-Row-Fernbedienung,

Von dem sauberen Verpackungs-Material befreit und aufgebaut, nimmt der iMac nur wenig Platz auf dem Schreibtisch weg. Die Tastatur lässt sich unter dem Bildschirm auf dem Standfuß parken, wenn der Rechner nicht benötigt wird. Dank der auf der Rückseite angebrachten Anschlüsse für Firewire (2x), USB 2.0 (3x), Gigabit-Netzwerk und Mini-DVI wird Kabelsalat von vornherein ein Riegel vorgeschoben. Der Anwender sieht nichts von den angesteckten Geräten, wenn er vor dem Rechner sitzt.
Arbeitsspeicher ist Pflicht
Beim Testgerät handelt es sich um einen iMac Core Duo 17 Zoll in Standard-Ausstattung mit ein wenig zusätzlichem RAM. Das heißt: 1,83 Gigahertz Intel-Core-Duo-Prozessor, 160 Gigabyte Festplatte, ein Superdrive-DVD-Brenner, Radeon HD2400XT oder Radeon HD2600Pro mit 128 MB bzw. 256MB DDR3-Speicher und ab Werk 512 Megabyte DDR2-Arbeitsspeicher. Die allerdings sind erfahrungsgemäß etwas knapp bemessen, weshalb der 512-Megabyte-Riegel direkt durch einen Riegel mit einem vollen Gigabyte ergänzt oder ersetzt werden sollte. Mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher, Typ DDR2 SD-RAM, arbeitet der iMac jedoch erstaunlich flüssig. Bis zu 4 Gigabyte sind möglich, zwei Arbeitsspeicher-Bänke lassen auch wilde Bestückungs-Fantasien Wirklichkeit werden. Eine dritte Bank wäre jedoch wünschenswert. Dank eingebautem Bluetooth und Apples WLAN-Technik mit dem Namen "Airport" nimmt der iMac Core Duo mit WLAN-Netzwerken und dem Handy Kontakt auf. Wer kein WLAN hat, darf den iMac per Gigabit-Ethernet ins Netz bringen. Der Mini-DVI-Anschluss kommt leider ohne notwendigen Adapter, um den iMac an einen zweiten Bildschirm anzuschließen. Der Adapter kostet bei Apple rund 30 Euro, allerdings verfügt der iMac, anders als seine Vorgänger, über eine vollwertigen DVI-Ausgang mit Screen-Spanning, das heißt, dem Einsatz am Fernseher oder mit einem zweiten Bildschirm steht nichts im Wege. Ältere Geräte durften an Fernseher und Zweitbildschirm nur gespiegelt werden. Mit dem iMac Core Duo ist diese lästige Beschränkung nun endlich vorbei, der Desktop lässt sich auf das Zweitgerät erweitern.

Designmerkmale Marke Apple
Der Anschalt-Knopf befindet sich auf der Rückseite des Rechners. Dieses Design-Merkmal hat sich Apple bereits in den älteren iMacs, im eMac und im mac mini erlaubt und richtet damit ein klares Signal an den Anwender: Ausgeschaltet wird nicht mehr, der iMac soll schlafen gelegt werden. Da Apples Standby-Modus jedoch verglichen mit diversen PC-Standby-Modes perfekt und sauber funktioniert, ist das keine Einschränkung. Zumal das schicke Design des Rechners auf diese Weise nicht von einem Startknopf verschandelt wird. Apropos Design: Über Design-Fragen ist der iMac natürlich erhaben, sein formschönes, in glänzendem Weiß gehaltenes Äußeres ist nicht nur extrem elegant, sondern auch absolut zeitlos. An den immer noch beliebten G3-iMacs ist ersichtlich, dass Apple bewusst auf den VW-Käfer-Effekt setzt und das Design so führt, dass die Rechner auch in Jahren noch eindeutig als Apple-Rechner mit schönem Design erkannt werden. Der iMac ist kein Rechner, der iMac ist ein Einrichtungs-Gegenstand, eine Skulptur, die man sich auch ohne Funktion in die Wohnung stellen würde.

Wunderhübsch und funktional
Nichts stört das Auge des Betrachters, sieht man vom kleinen, rund einen Quadratzentimeter großen Kamera-Auge an der Oberseite des Bildschirms ab: Hier hat die iSight-Kamera ihren Platz, bereit für allerlei Spielereien mitPhoto-Booth oder für den nächstenVideochat via iChat oder Skype. Allerdings hat das strahlende Weiß des Rechners einen Nachteil: Es handelt sich um das gleiche Material, das auch beim iPod Verwendung findet, was zu Problemen mit Kratzern führen kann. Wer den Rechner also lange schön halten will, sollte in seiner Nähe nicht rauchen und darauf achten, keine aggressiven Reinigungsmittel oder kratzige Lappen zu verwenden. Der Bildschirm des iMac Core Duo ist im Breitbild-Format. Das heißt, dass er eine Kino-Leinwand simuliert. Anders als die im PC-Bereich üblichen Bildschirme mit 4:3-Format besitzt der iMac einen 16:10-Bildschirm. Der ist erstaunlich gut, löst mit seinen 1440x900 Pixeln auch ordentlich hoch auf, wodurch sich bei Bild- und Filmbearbeitung keine Platzprobleme ergeben dürften. Auch künftigen Anforderungen ist der Rechner damit gewachsen, die Fenster lassen sich ordentlich verteilen, wodurch nie die Übersicht verloren geht.

Switchen für Einsteiger
Wie bei Apple-Rechnern üblich, ist der iMac bereits von Apple vorinstalliert. Ein Menü leitet den Anwender durch die erste Anwendung. Erklärungsbedarf besteht an dieser Stelle nicht, alles ist wie bei Apple üblich leicht verständlich und selbst für absolute Computer-Neulinge nachvollziehbar. Ein Umstiegs-Assistent bringt die Daten vom alten Mac via Firewire auf den neuen Rechner, Programme, Benutzerordner und Daten werden komplett übertragen, für knapp 60 Gigabyte brauchte der Assistent etwa zweieinhalb Stunden. Danach lässt sich der Rechner nutzen wie der alte, alles ist übertragen und läuft einwandfrei mit Mac OS X.4.4.
Rosige Erfahrungen mit Rosetta
Nun gut, nicht wirklich einwandfrei. Denn dank der neuen Architektur muss der iMac bei noch nicht angepasster Software die Rosetta-Emulation anwerfen. Rosetta, das ist Apples Technologie, die dafür sorgt, dass alte PowerPC-Anwendungen auch auf der Intel-Plattform lauffähig bleiben. Da es sich jedoch um eine Emulation handelt, sollte man sich keine Geschwindigkeits-Wunder erhoffen. Native PowerPC-Applikationen laufen nicht angemessen schnell, weil der Emulations-Modus viel Leistung frisst. Allerdings ist diese Einschränkung nicht allzu tragisch, Programme, die noch nicht an die Intel-Architektur angepasst wurden, laufen in etwa mit der Performance eines G4 mit 1,25 Gigahertz und einem Gigabyte Arbeitsspeicher - für Anwendungen wir Photoshop, Office, Google Earth oder den Open-Source-Weltraum-Simulator "Celestia" durchaus ausreichend, für Spiele reicht die Performance nicht, hier sollte auf entsprechende Universal-Binary-Updates vom Hersteller gewartet werden.Interessant an der Rosetta-Emulation ist die Tatsache, dass sie nicht nur den Prozessor, sondern vor allem den Arbeitsspeicher in Anspruch nimmt. Hier stößt der Anwender schnell an die Grenzen des Machbaren, selbst wenn der Rechner mit einem oder sogar zwei Gigabyte RAM ausgestattet ist: Man kann einen Arbeitsspeicher-Bedarf in etwa als drei- bis vierfachen einrechnen, Programme, die auf G4-Macs mit 512 MB ordentlich laufen, benötigen in der Rosetta-Emulation rund ein bis anderthalb Gigabyte für die gleiche Leistung. Das dürfte jedoch halb so tragisch sein, zumal auf PowerPC-Macs viel RAM vom System geschluckt wird - RAM, den Rosetta nicht benötigt. Die Performance von Anwendungsprogrammen ist jedoch erstaunlich gut, von Rosetta selbst bekommt der Anwender nichts mit, außer, dass die Prozessor- und Speicher-Last stärker in die Höhe schnellt als bei Universal-Applikationen.

Universelle Binaries - noch nicht überall!
Apropos Universal-Binaries: Alle seriösen Mac-Entwickler arbeiten bereits an einer Portierung ihrer Programme, sodass sie nativ auf der Intel-Plattform laufen. Bei den Apple-eigenen Programmen der Consumer-Schiene ist dieser Umbau bereits abgeschlossen, bei den meisten namhaften Software-Produkten aus der Free- und Shareware-Szene ebenfalls. Ein Update hilft in den meisten Fällen. Noch nicht portiert hingegen sind zahlreiche Profi-Applikationen, darunter Microsoft Office oder die Produkte aus dem Hause Adobe. Ebenfalls noch nicht angepasst sind die Pro-Apps von Apple, also Programme wie Aperture, Final Cut oder DVD-Studio, die interessanterweise den Dienst verweigern. Entsprechende Updates sind, kostenpflichtig, wie bei Apple üblich, bereits in der Mache und sollen bis Mitte des Jahres Verfügbar sein.Anwender von Mac OS 9 und dem Classic-Mode sollten allerdings vom Kauf eines Intel-Macs Abstand nehmen: Apple hat mit Mac OS X.4.4 den Classic-Mode gestrichen, der Emulationsaufwand wäre zu hoch, neben der anderen Prozessor-Architektur auch noch ein anderes Betriebssystem zu emulieren. Deshalb sind OS 9-Anwendungen nicht mehr ausführbar, das ist zwar schade, allerdings arbeiten die wenigsten Anwender noch mit OS 9-Apps. Wer sie unbedingt braucht, kann sich ja immer noch seinen alten Mac auf PowerPC-Basis mit OS 9 daneben stellen. Mit Sicherheit werden auch bald einige findige Programmierer einen OS 9-Emulator zur Verfügung stellen, schließlich war es ja auch kein Problem, die Intel-Architektur mit VirtualPC auf dem PowerPC zur Verfügung stellen - warum also nicht auch umgekehrt?

Native Applikationen: Ungeahnter Performance-Schub
Mit nativen, also für die Intel-Architektur angepassten Applikationen, läuft der iMac Core Duo mit einer beachtlichen Leistung. Endlich können sich Macs auf einem vernünftigen Niveau mit PCs und Mac OS X auf gleicher Basis mit Windows messen. Das Ergebnis ist nicht unbedingt positiv für Windows, Mac OS X ist flott, flotter, als es je auf einem PowerPC-Prozessor war, vielleicht einmal abgesehen von den G5-Prozessoren. Und es ist flotter als Windows und Linux, zumindest in Sachen Systemstart. Nach knapp 25 Sekunden steht der iMac bereit zur Arbeit.
Standard-Prozeduren wie das Starten von Programmen und deren Nutzung fällt ohne die bei G4-Macs übliche Verzögerung aus. Hier hilft die schnelle Festplatte mit 7200 Umdrehungen pro Minute. Ein Blick auf die Prozessor-Last beweist: Der iMac Core Duo kommt nur selten ans Limit, selbst die Kodierung eines Dreiminuten-Films vom DV- ins iPod-Format benötigt nicht die volle Rechenleistung und erfolgt schneller als in Echtzeit - wohlgemerkt, um einen 750-Megabyte-Film im DV-Format auf 15 Megabyte zusammenzustauchen. Im Test ließ sich parallel dazu in iTunes und iPhoto mit riesigen Datenbanken herumspielen und ein Office-Dokument bearbeiten, ohne dass der iMac auch nur ansatzweise ins Stocken geriet - auf einem G4-Mac undenkbar!

Prozessor ans Limit bringen? Fast unmöglich!
Auch andere Spielereien sind problemlos möglich, Mac OS X verteilt die Rechenleistung optimal an die zwei Kerne des Dual-Prozessors. Selbst mit Speicher- und Rechenleistungs-intensiven Programmen im Hintergrund erreicht die Last beider Prozessoren zusammen selten mehr als 50 Prozent von rechnerisch 200 möglichen Prozentpunkten, was bedeutet, dass jeder Kern nur zu einem Viertel ausgelastet ist. Prozessor-technisch ist der Core Duo also zukunftssicher - ein für Apple-Anwender völlig neuer, unbekannter Zustand, zumindest in der Consumer-Ecke. Einzige Voraussetzung: Die Anwendungen müssen per Universal Binary an die Intel-Architektur angepasst sein, sonst ist's Essig mit dem Performance-Vorteil.Der Lieferumfang des iMac Core Duo ist wie üblich reichhaltig, allerdings nicht so reichhaltig, wie bei bisherigen Rechnern der iMac-Linie. Auf das obligatorische Videospiel musste Apple verzichten, wohl weil es bisher nur wenige an die Intel-Architektur angepassten Spiele gibt. In der Not griff Apple zu einem Spielepaket namens "Big Bang Board Games", wobei es sich um 3D-Versionen bekannter Brettspiele handelt.

Reichhaltige Software-Ausstattung
Um so reichhaltiger ist die Ausstattung in Sachen Anwendungs-Software: Neben dem Betriebssystem samt iChat, Mail und Safari-Internet-Browser liegt das iLife '06-Paket bei, bestehend aus dem allseits bekannten und beliebten iTunes-Musikplayer, dem Foto-Archiv-Programm iPhoto, dem Videoschnitt-Tool iMovie, dem DVD-Editor iDVD und dem neuen iWeb-Webeditor. Mit letzterem lassen sich einfach und bequem Websites erstellen. Wie üblich arbeiten alle Programme der iLife-Suite übergangslos miteinander zusammen.
Weitere Software-Dreingaben sind das Tool "Comic Life", eine Test-Version von Microsoft Office sowie eine Testversion von Apples Office-Derivat "iWork". Comic Life ist eine witzige Anwendung zur Erstellung von Comic-Strips aus Fotos und integriert sich vollständig mit Apples iPhoto. Kein besonders anspruchsvolles Programm, aber durchaus amüsant, um Party-Erlebnisse zu verwerten oder jemandem ein attraktives Geschenk zu machen.

30 Tage kostenlos testen
Die Testversionen der beiden Office-Programme sind nicht weiter der Rede wert, wenn auch von Apple explizit beworben: Beide Testversionen laufen nach 30 Tagen Nutzung ab, Microsoft Office nervt zudem noch mit Registrier-Hinweisen. Insofern kein "Geschenk" von Apple, sondern eine Werbe-Maßnahme. Gut geeignet, immerhin, um die beiden Office-Suiten auszuprobieren und sich eine Meinung zu bilden, welches Programm man bevorzugt. Zumal Apple auf die Dreingabe des obligatorischen, aber völlig veralteten Apple Works verzichtet hat. Natürlich ist iWork wesentlich schwachbrüstiger als MS Office, doch wer auf Excel verzichten kann, findet in der Software eine praktische und benutzerfreundliche Textverarbeitung samt Präsentationsprogramm im Stil von Powerpoint. Das Argument für iLife ist der Preis: 79 Euro sind ein Wort gegen die rund 550 Euro teure Office X-Lizenz.

Übrigens bringt der iMac Core Duo alles mit, um sich als Media-Center-PC zu etablieren. Zusammen mit dem Apple-Tool Front Row, das den schnellen Zugriff auf Mediendaten erlaubt, und der Apple-Remote-Fernbedienung lässt sich der iMac problemlos fernsteuern. Die Apple-Remote funktioniert auch mit dem aktuellen iPod Universal Dock und wer sich jemals darüber gewundert hat, wo die weiße Oberfläche des iMacs seinen Infrarot-Empfänger für die Remote versteckt, sei an dieser Stelle aufgeklärt: Der Empfänger versteckt sich im Apple-Logo auf der Vorderseite, wie Tests mit vorgehaltener Hand ergeben haben.
Dicker iMac als Fernseher-Ersatz
An dieser Stelle sei über die Anschaffung eines iMac Core Duo als 20 Zoll-Version nachgedacht. Zusammen mit einemEyeTV-DVB-T Empfänger von Elgato lässt sich der Fernseher komplett ersetzen. Mittels Airport-Express lässt sich zudem die Musik kabellos auf die Stereo-Anlage streamen. Allerdings hat der iMac zwischendurch gewisse Probleme mit der Basisstation. Warum das so ist, konnte nicht herausgefunden werden. Dafür ist der iMac überaus leise: Selbst unter Volllast gibt er keinen Mucks von sich.

Fazit
Der iMac Core Duo ist der beste Apple-Rechner, der jemals seine Aluminium-Füße in die netzwelt-Redaktion gestellt hat. Das Gerät ist leistungsstark und überzeugt durch sein einzigartiges Design. Auch die technischen Daten können überzeugen. Die leistungsstarke Grafikkarte mit PCI-Express-Anbindung ist überaus spieletauglich, was noch fehlt, sind passende Spiele für die Intel-Architektur. Weniger schön ist die schwache RAM-Bestückung ab Werk und die mangelnde Ausbaufähigkeit in diesem Bereich. Hier muss Apple nachlegen.
Der Breitbild-Bildschirm ist eines Tischrechners würdig, Leuchtkraft und Blickwinkelabhängigkeit sind gut, jedoch nicht Spitzenklasse. Die Media-Center-Funktionalität samt Fernbedienung, Front-Row und dem endlich frei belegbaren Ausgang für einen Zweitbildschirm machen den iMac zum besten iMac aller Zeiten und lässt künftige Apple-Rechner in einem ganz anderen Licht dastehen als noch vor einem Jahr. Wenn auch die restliche Produktpalette derart leistungsstark ist, dürften sich Apple-Nutzer für alle Zeiten die lästernden Kommentare aus der Windows-Welt vom Hals schaffen.

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