Wohnmobil gebraucht oder neu kaufen – Auswahl nach Größe und Ausstattung

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Wohnmobil gebraucht oder neu kaufen – eine Auswahl verschiedener Größen und Ausstattungen

Ein Wohnmobil bedeutet für seinen Besitzer Reisefreiheit und Spontaneität im Urlaub. Mit dem Zuhause auf Rädern ist der Weg bereits das Ziel und die Fahrt zum Ankunftsort ist eine Tour voller aufregender und unvergesslicher Erlebnisse. Allerdings ist eine Anschaffung in der Regel sehr kostspielig und bedarf einiger Überlegungen und Planungen. Bevor Sie sich ins Abenteuer stürzen, sollten Sie daher genau wissen, was Sie von Ihrem neuen Fahrzeug erwarten und was Sie bereit wären, an Geld und Mühe zu investieren.

So zahlreich die Hersteller sind, so unterschiedlich sind auch die Modelle und Typen der bewohnbaren Wagen. Die Angebotsvielfalt ist mitunter unübersichtlich und die Auswahl gestaltet sich schwer bis unmöglich. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf achten müssen und welche Fehler Sie besser vermeiden.

Teil- und vollintegrierte Wohnmobile – das unterscheidet sie

Wenn Sie sich nicht nur in der Theorie mit Wohnmobilen beschäftigen, sondern bereits aktiv auf der Suche nach einem sind, werden Sie schnell auf die beiden Begriffe teil- und vollintegriert stoßen. Sie stellen zudem rasch fest, dass Exemplare der zweiten Gruppe in der Regel deutlich mehr kosten. Die beiden Fahrzeugausführungen sind aufgrund ihrer Bauweise unterschiedlich und haben jeweils sowohl Vor- als auch Nachteile.

Ein teilintegriertes Reisemobil verfügt über das gleiche Fahrerhaus, wie das Basis-Modell des zugehörigen Herstellers. Das bedeutet, dass die Wohneinheit daran befestigt ist und das Fahrzeug aus zwei Teilen besteht. Ein vollintegriertes Exemplar wird dagegen in einem Stück gefertigt. Das sogenannte Windlauffahrgestell beherbergt im hinteren Teil den Motor, das Getriebe, Sitze und den Rest der Einrichtung.

Das zweiteilige Fahrzeug ist weitaus günstiger in der Anschaffung sowie Instandhaltung. Das ist der maßgebliche Vorteil dieses Modells. Allerdings ist es schlechter isoliert und kühlt vor allem nachts schnell aus. Der laufende Motor gibt während der Fahrt kontinuierlich Wärme ab, die zum Heizen benutzt werden kann. Ist dieser jedoch aus, wird den Insassen schnell kalt, da der Wärmeverlust über die Frontscheibe und die Türflächen enorm ist. Mit etwas Aufwand und Isoliermaterial können Sie jedoch etwas dagegen tun und den Wohnraum vor ungünstigen Wetterbedingungen zusätzlich abschirmen.

Weitaus besser vor Wind und Kälte geschützt sind die vollintegrierten Wohnmobile. Aufgrund ihrer Bauweise sind sie geräumiger und durch ihre ergonomische Form effizienter beim Kraftstoffverbrauch. Der Nachteil sind die hohen Anschaffungs- und Folgekosten. Vor allem für Wartungen und Reparaturen kommen schnell große Summen zusammen. Dieser Umstand hat einen bestimmten Grund: Einige der wartungsrelevanten Teile sind nicht uneingeschränkt erreichbar und müssen mit viel Mühe freigelegt werden. Bei der Entwicklung der neueren Modelle wird der Fokus inzwischen stärker auf diese Problematik gelegt. Wenn Sie sich jedoch für ein älteres Exemplar entscheiden, sollten Sie beachten, dass die Arbeiten an dem Fahrzeug in der Regel viel Zeit in Anspruch nehmen und sich diese Tatsache im Endpreis widerspiegelt.

Weitere Wohnmobil-Modelle für jeden Geschmack

Neben den bereits vorgestellten, gibt es weitere Ausführungen der besonderen Automobile, für die Sie sich je nach Budget und Vorliebe entscheiden können. Die einfachste Art des Reisemobils stellt die sogenannte Wohnkabine dar. Als Zugfahrzeug dient normalerweise ein Pritschenwagen oder ein Pick-up. Auf die Ladefläche wird die eigentliche Kabine montiert, die Platz für höchstens zwei Insassen bietet. Diese Konstruktion hat den Vorteil, dass die relativ kleine Wohneinheit unkompliziert abgebaut und gelagert werden kann, wenn Sie sie nicht mehr brauchen. Verzichten müssen Sie dagegen auf Komfort und Bewegungsfreiheit, da sich im Inneren nur die nötigsten Einrichtungsgegenstände befinden.

Bei einem Kastenwagen handelt es sich um ein Serienfahrzeug, dessen Innenraum mit einer Schlaf- und Wohneinrichtung ausgestattet ist, von außen jedoch wie ein gewöhnliches Auto aussieht – wie ein VW-Bus zum Beispiel. Um den knappen Raum optimal auszunutzen, verfügen diese Modelle häufig über ein festes oder bewegliches Hochdach, das zumindest bequemes Stehen ermöglicht. Sie sind leichter manövrierbar als die geräumigen Exemplare, bieten allerdings weniger Platz.

Vor allem bei Familien sind die Alkoven-Wohnmobile besonders beliebt. Sie haben über der Fahrerkabine einen zusätzlichen Raum, der als Schlafplatz genutzt werden kann. Zudem sind sie, gemessen an ihrer Größe, verhältnismäßig günstig.

Das sollten Sie über den Kraftstoffverbrauch von Wohnmobilen wissen

Bei der Frage nach dem richtigen Wohnmobil ist neben dem Modell ein weiterer Aspekt entscheidend: der Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge. Auf besonders langen Strecken kann ein Liter mehr auf Dauer einen großen Unterschied ausmachen, wenn es um die Planung des Reisebudgets geht. Pauschal lässt sich sagen, dass sich die Menge des Benzins vor allem nach der Art des Motors und der Größe des Gefährts richtet. Nicht unerheblich sind ebenfalls das Gewicht des Gepäcks und die Anzahl der Passagiere.

Außerdem spielt die Streckenbeschaffenheit eine Rolle sowie Ihr Fahrverhalten. Beim Reisen auf geraden, ebenen Straßen müssen Sie seltener Tanken als bei Abschnitten mit langen Steigungen und engen Kurven, hinter denen Sie aufs Neue beschleunigen müssen. Und dass vorausschauendes Fahren und eine angemessene, konstante Geschwindigkeit für eine umweltschonende Fahrweise unerlässlich sind, wissen Sie bereits seit der Fahrschule.

Diese Grundausstattung sollte ein Wohnmobil haben

Auch wenn es sie in allen möglichen Formen und Größen gibt, in einigen Dingen ähneln sich alle Reisemobile. Damit die Fahrt möglichst angenehm und kurzweilig verläuft, sind einige Dinge unerlässlich, die Ihnen auf langen Routen ein gewisses Maß an Komfort und Hygiene gewährleisten. Selbstverständlich unterscheiden sich die Ausstattungen der Fahrzeuge je nach Fläche, Alter und Preisklasse, doch eine Grundeinrichtung enthält jedes von ihnen.

Definieren Sie zunächst, wie Sie in Zukunft reisen werden. Wollen Sie regelmäßig Campingplätze nutzen oder verbringen Sie viele Stunden fernab der Zivilisation? Werden Sie sich vorwiegend in Gegenden aufhalten, in denen Sie es nicht weit zum nächsten Supermarkt haben oder befahren Sie die schier unendlichen Weiten Australiens oder Nordamerikas? Diese Fragen müssen Sie sich stellen, bevor Sie sich für die Ausstattung Ihres Wohngefährts entscheiden. So können Sie sicher sein, dass Sie das optimale Exemplar für Ihre Bedürfnisse wählen.

Einerseits wäre zum Beispiel die Toilette zu bedenken. Damit Sie nicht immer wieder halten oder sich aus Mangel an Alternativen mit Büschen begnügen müssen, ist jedes Wohnmobil mit einer WC-Kabine ausgestattet. Es handelt sich dabei um sogenannte Kassettentoiletten, weil alles was hineingelangt, in einem verschließbaren Kasten landet. Dieser ist entweder mit chemischen Zusätzen gefüllt oder verfügt über eine Entlüftungsfunktion. Das chemische WC ist günstiger, doch darf der Inhalt nur als Sondermüll entsorgt werden. Vorrichtungen mit einem Abluftsystem kommen ohne weitere Hilfsmittel aus, da sie Gerüche nach draußen leiten.

Andererseits ist eine Dusche in vielen Fahrzeugmodellen vorhanden, sie gilt dennoch eher als Luxus, da für den Betrieb große Wassertanks und ein zusätzlicher Boiler für das Erwärmen benötigt werden. Außerdem sind auf den meisten Campingplätzen Einrichtungen zum Waschen vorhanden, sodass eine Duschkabine sich nur auf langen Fahrstrecken auszahlt.

Üblicherweise verfügen die meisten Wohnfahrzeuge über eine zweite Batterie, mit der die Stromversorgung gewährleistet wird. Überlegen Sie im Vorfeld, wie viele elektrische Verbraucher Sie benötigen werden, und wählen Sie dementsprechend die passende Kapazität der Energiequelle. Wenn Sie eine lange Zeit ohne Zugang zu Stromnetzen reisen, ist es ratsam, Reservebatterien zu besitzen, da in diesem Fall zu viel besser als zu wenig ist. Inzwischen gibt es Wagenmodelle mit eingebauten Fotovoltaik-Anlagen, über die Sie die Batterie aufs Neue aufladen. Häufig ist die Verwendung eines sogenannten Wechselrichters erforderlich, damit Sie alle Arten von Geräten an das Bordstromnetz anschließen können.

Wie in vielen anderen Bereichen unterscheidet sich die Ausstattung der Küche je nach Fahrzeug und Modell. Die Spannbreite reicht von einem zweiflammigen Gaskocher bis hin zu einer Kompletteinrichtung mit geräumigem Kühlschrank und großzügigem Herd. Machen Sie sich Gedanken darüber, worauf Sie verzichten können und was Sie unbedingt benötigen – jedes Elektrogerät verbraucht Strom oder Gas und stellt durch das Gewicht eine Zusatzbelastung für den Motor dar. Dies kann sich auf dessen Leistung und den Kraftstoffbedarf auswirken.

Neue und gebrauchte Wohnmobile – das sind die Vor- und Nachteile

Nachdem Sie sich eingehend über die Eigenschaften der unterschiedlichen Fahrzeugausführungen informiert haben, stellt sich nur noch eine Frage: Soll es ein neues oder besser ein gebrauchtes Modell sein? Zunächst hängt die Entscheidung von Ihrem finanziellen Spielraum ab - ein Neuwagen ist fast immer teurer, als ein älteres Exemplar. Neuwertige Motoren sind zudem sparsamer im Verbrauch und häufig auch leistungsfähiger. Zu antik sollte Ihr neuer Begleiter ebenso nicht sein, da sich die Beschaffung von Ersatzteilen schwierig gestalten könnte. Hersteller einer bestimmten Baureihe sind nämlich nicht verpflichtet, einen zeitlich unbegrenzten Nachschub an Zubehör zu gewährleisten. Die unterschiedlichen Wagenkomponenten werden von Zulieferern bezogen, die im Laufe der Zeit von der Bildfläche verschwinden können. Es gibt die Möglichkeit, einzelne Teile nachzubauen - allerdings ist diese Lösung sehr kostspielig und zeitaufwendig. Informieren Sie sich also bereits vor dem Kauf über die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und sparen Sie im Nachhinein viel Geld und Zeit.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle ebenfalls die Versicherung Ihres Gefährts. Je nach Motor und technischer Ausstattung kann die Höhe der Beiträge stark schwanken. Die älteren Jahrgänge kosten in der Regel mehr, weil sie häufiger repariert werden müssen und einen höheren Abgasausstoß haben. Lassen Sie sich in jedem Fall vor dem Kauf von einem Experten beraten, der den Wagen gründlich untersucht, oder werfen Sie bei ausreichender Sachkenntnis selbst detaillierte Blicke unter das Fahrzeug. So können Sie sicher sein, dass besonders auf langen Fahrten nichts Unerwartetes passiert und Sie sich in einem fremden Land nicht um die Reparatur kümmern müssen.

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