Wissenswertes zum sicheren Umgang mit Reservekanistern

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Wissenswertes zum sicheren Umgang mit Reservekanistern

Warum der Kauf eines Reservekanisters sinnvoll ist

Für längere Fahrten eignet sich ein Reservekanister im Auto. Sicher abgestellt im Kofferraum bewahrt er vor einem leeren Tank in sehr abgelegenen Gebieten. Nicht in jedem Land gibt es ausreichend Tankstellen für ein regelmäßiges Befüllen des Fahrzeugs. Ein Kanister verlängert die Fahrten und befüllt den Tank schnell und einfach unterwegs. Bei der Mitnahme eines solchen Reservekanisters sind einige Regeln zu beachten, die von Land zu Land unterschiedlich sind. Oftmals ist die gestattete Menge begrenzt oder es darf gar kein zusätzlicher Kanister im Auto mitgeführt werden. Bei Grenzübergängen spielen die Zollbestimmungen eine wichtige Rolle. Viele Autofahrer trotzen den hohen Benzinpreisen in Deutschland und tanken ihr Fahrzeug hinter der Grenze. Damit sich die Fahrt in die Grenzgebiete lohnt, kommen Reservekanister zum Einsatz. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die sichere Verwahrung des Kanisters und über die gesetzlichen Bestimmungen an der Grenze.

Reservekanister in Deutschland – wie viel Sprit ist erlaubt?

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Regelung zur Mitnahme eines Reservekanisters. Demnach sollte er nur sicher im Auto verwahrt sein und der DIN-Norm 7274 oder 16904 entsprechen. Das bedeutet, er lässt sich fest verschließen, ist rundum dicht und bruchsicher. Der beste Aufbewahrungsort ist der Kofferraum. Hier findet der Kanister fernab der Insassen Platz und hält die Gefährdung gering. Der mitgeführte Kraftstoff dient nur der Reserve und nicht zum komplett neuen Befüllen des Tanks. Die Reserve ist in diesem Fall so definiert, dass Sie das Fahrzeug sicher noch bis zur nächsten Tankstelle steuern können. Für PKW ist eine Menge von 20 Litern ausreichend, während LKW bis zu 60 Liter problemlos mitführen dürfen. Automobilclubs und Experten warnen vor einer zu hohen Menge an Sprit. Aus Sicherheitsgründen ist die Mitnahme von schnell entzündbaren Kraftstoffen auf 10 Liter zu begrenzen. Befestigen Sie den Kanister grundsätzlich so, dass er während der Fahrt nicht umfallen kann. Ein Gummiband oder ein festes Spannband sorgen für den optimalen Halt. In manchen Fahrzeugen finden Sie im Kofferraum eine entsprechende Vorrichtung für einen Kanister. Wichtig: Jeder Kraftstoff besitzt ein Haltbarkeitsdatum. Auch Reservesprit lässt sich nicht ewig lagern und sollte schnell aufgebraucht werden. Zu altes Benzin verliert mit der Zeit seine Zündfähigkeit und lässt das Fahrzeug während der Fahrt stocken.

Kunststoff oder Metall: die besten Materialien für einen Reservekanister

Die älteren Kanister aus Metall haben ausgedient und wurden durch moderne Kunststoff-Kanister ersetzt. Die Fertigungsrichtlinien der Kanister sehen bereits einen späteren Transport von Kraftstoffen vor und folgen bestimmten Sicherheitsmaßnahmen. Sie bestehen im Vergleich zu einfachen Wasserkanistern aus deutlich dickeren Materialien und sind fest verschlossen. Der molekulare Aufbau des verwendeten Kunststoffs ist unempfindlich gegenüber ätzenden Inhalten. Deshalb entstehen bei den neueren Kanistern im Vergleich zu älteren Blechmodellen keine Materialveränderungen oder Auflöseerscheinungen. Je länger die Kanister aus Stahlblech stehen, desto eher treten Benzindämpfe und andere Substanzen aus den Behältnissen aus. Außerdem können die Kanister rosten. Viele Modelle verfügen über einen Drehverschluss, der sich über einen zusätzlichen Ring sichern lässt. So geht Ihnen während des Füllvorgangs der abgedrehte Deckel nicht verloren. Sie verschließen den Kanister nachher wieder fest und sicher. Nur so schützen Sie sich und ihr Fahrzeug im Umgang mit brennbaren und hoch explosiven Stoffen. Viele Besitzer sortieren die alten Blechkanister aus Gründen des Gewichts aus. Dabei sollten die Sicherheitsaspekte im Vordergrund stehen.

Achten Sie nicht nur auf das Alter des eingefüllten Kraftstoffs, sondern auch auf das Alter der Kanister. Auf jedem Modell ist das Datum der Herstellung angegeben. Experten raten zu einer maximalen Verwendung von etwa zehn Jahren. Danach ist das Material zu alt und der Kanister fachgerecht zu entsorgen. Je älter die Behälter werden, desto schneller dringt Kraftstoff-Geruch durch Verschluss und Materialien. Gerade bei Hitze zeigt sich der Geruch von Diesel oder Benzin im Auto penetrant.

Kanister mit Dosiervorrichtung und Belüftung – so klappt das Einfüllen

Jeder neue Kanister verfügt über ein passendes Einfüllrohr, um den Kraftstoff problemlos in die Tankvorrichtung zu kippen. Für die Entnahme kleinerer Mengen ist eine zuverlässig abdichtende Vorrichtung zum Dosieren vorteilhaft. Bedenken Sie immer, dass Sie mit einer brennbaren und leicht entzündlichen Flüssigkeit arbeiten. Kleinste Tropfen auf dem Boden können eine Gefahr darstellen. Mit der passenden Dosiervorrichtung ausgestattet erfolgt die Entnahme deutlich leichter und der Untergrund in Garage oder Werkstatt bleibt trocken. Selbst geringe Mengen Kraftstoff lassen sich sicher auskippen und aus dem Kanister tropfsicher und brandfrei entnehmen. Zum Verschluss steht grundsätzlich eine Schraubvorrichtung zur Verfügung. Diese lässt sich je nach Bedarf gegen die passende Dosierungseinheit austauschen, um ein sicheres Befüllen zu gewährleisten. Neben der Kraftstoffentnahme aus dem Modell kommt es auch auf ein sicheres Befüllsystem am Kanister selbst an. Hierfür benötigen Sie eine extragroße Öffnung, um den Stutzen an der Tankstelle in den Kanister stecken zu können. Alle neuen Modelle sind standardisiert und dafür ausgelegt. Kombi-Kanister verfügen über ein besonderes Befüllsystem. Beim Volltanken kann nichts daneben laufen und der Kanister ist vor einem zu vollen Füllstand geschützt. Dafür sorgt eine zusätzliche Dichtung.

Modelle für zusätzliche Sicherheit

Noch sicherer und sauberer sind die Benzinkanister mit Belüftung. Sie gelten als hochwertige Transportkanister und verfügen über einen Zapfhahn, der sich selbst schließt. Spezielle Schrauben am Kanister sorgen für die entsprechende Belüftung und regeln die Luftzufuhr. Sie erhalten mit diesem Modell nicht nur Vorteile beim Befüllen. Auch während der Lagerung ist eine gute Belüftung ein wichtiger Sicherheitsaspekt. In Benzinkanistern entsteht nach langer Standzeit ein gewisser Innendruck. Gerade bei warmen Temperaturen ist der Transport derartiger Kanister gefährlich und die Explosivität steigt. Über die Lüfter entsteht ein Ausgleich des Innendrucks und der Benzinkanister kann problemlos mitgeführt werden. Je nach Modell lässt sich diese Sorte auch mit einer entfernbaren Flammensicherung bestellen.

Gesetzliche Regelungen: Reservekanister im Ausland mitführen

Die Regelungen zum Mitführen eines Benzinkanisters unterscheiden sich von Land zu Land. Dies betrifft generell die Erlaubnis zum Transport des Kanisters sowie die mitgeführte Menge. In Ungarn, Rumänien, Luxemburg, Griechenland oder Kroatien darf aus Sicherheitsgründen kein Reservekraftstoff in einem Wagen mitgeführt werden. Andere Länder in Europa begrenzen die Menge. Während in Polen, der Slowakei oder Litauen 20 Liter erlaubt sind, dürfen in Österreich, Portugal oder Tschechien nur 10 Liter zusätzlich im Wagen mitgeführt werden. Eine großzügige Grenze gibt es in der Schweiz, Liechtenstein oder in der Türkei. Hier sind 25 Liter im Reservekanister erlaubt. Ähnlich, wie in Deutschland, regelt es Spanien, Belgien oder Dänemark. In den gesetzlichen Vorschriften ist nur von einer angemessenen Menge die Rede. Aus Sicherheitsgründen sollten nicht mehr als 10 Liter Kraftstoff im Auto verfahrt und transportiert werden.

Andere Vorschriften gibt es beim Grenzübergang und bei der Nutzung von Fähren. Obwohl in Europa die Grenzen geöffnet sind, liegen hier zollrechtliche und Sicherheitsbestimmungen vor. Auf Fähren nach Zypern, Großbritannien oder Island sind Kanister im Fahrzeug nicht erlaubt. Nach Norwegen, Schweden oder Dänemark ist die jeweilige Reederei für die Erlaubnis verantwortlich. Vor einer Reise sollten Sie sich mit den Inhabern in Verbindung setzen und die Mitnahme abklären.

Im Ausland tanken fahren – wie viel Kraftstoff darf man einführen?

Viele Autofahrer nutzen die Grenzgebiete, um die teuren Spritpreise in Deutschland zu umgehen. In der EU selbst bestehen hier keine Zollgrenzen mehr und die Kontrollen erfolgen willkürlich durch die Grenzpolizei. Wer im Ausland tankt, darf maximal 20 Liter in einem Reservekanister mit nach Deutschland nehmen. Jeder weitere Liter unterliegt der Mineralölsteuer, die zusätzlich zu entrichten ist. Dabei kommt es nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Art des Kraftstoffs an. Wird in einem Benziner ein Reservekanister für Diesel mitgeführt, ist dieser zu verzollen. Die Beamten werten die Fahrt als gewerblich und fordern dafür die fehlenden Steuern ein. Bei der Ausreise aus anderen Staaten, die nicht Mitgliedstaaten der EU sind, ist der Kraftstoff grundsätzlich zu verzollen. Reisen Sie in diese Staaten ein, liegt die obere Grenze bei 10 Litern, die mitgeführt werden dürfen.

Benzinkanister lagern und reinigen, um Rückstände zu entfernen

Benzin sollte dunkel und kühl in der Garage gelagert werden. Von einer Lagerung in der Wohnung ist durch den möglichen Geruch abzuraten. Als Mieter einer Wohnung oder einer Garage ist das Aufbewahren von Kraftstoff grundsätzlich mit dem Vermieter zu klären. Ältere Kanister sind vor der nächsten Benutzung gründlich zu reinigen. Mit einfachen Mitteln lassen sich die Rückstände problemlos entfernen und der Kanister ist wieder einsatzbereit. Kleine Reste im Kanister lassen sich schnell in Gartenmaschinen umfüllen, die mit einem Kraftstoff-Antrieb funktionieren. Danach geben Sie Splitt oder Kies in den Kanister, bis er zur Hälfte damit befüllt ist. Nach dem Verschließen schütteln Sie dann Kanister mehrfach und drehen ihn um. Sie bemerken hier gleichzeitig, ob der Verschluss des Kanisters noch fachgerecht funktioniert. Der Splitt verteilt sich im Inneren und bindet die Reste des Kraftstoffs. Der Kanister muss nach diesem Vorgang ruhen, bevor Sie das Schütteln wiederholen. Nachdem die Steine entfernt wurden, spülen Sie den Kanister gut mit Wasser aus. So verbleibt kein Schmutz im Inneren.

Bei festgesetzten Partikeln ist eine gründlichere Reinigung ratsam. Schmierseife oder Fettlöser sind das optimale Reinigungsmittel für alte Öl- oder Benzinrückstände. Befüllen Sie den Kanister mit warmem Wasser und mit dem jeweiligen Reinigungsmittel. In geschlossenem Zustand schütteln Sie den Kanister, damit sich alle Rückstände im Inneren gut lösen können. Danach ruht der Kanister und lässt die Reinigungsmittel wirken. Bevor das Wasser zu kalt wird, schütteln Sie den Kanister erneut. Vor dem Einfüllen des neuen Kraftstoffs ist der alte Kanister restlos auszuspülen.

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