Wissenswertes über Old- und Youngtimer

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 b So müssen Sie nicht lange nach einem Old- & Youngtimer suchen /b

Wer kennt sie nicht, die beeindruckenden Wagenkolonnen, liebevoll restaurierter Oldtimer, die im Sommer auf den Straßen zu sehen sind und nicht nur den Fahrern und Klubmitgliedern Freude machen, sondern allen, die Sie sehen. Auch die Youngtimer, die als Liebhaberfahrzeuge manchmal im Straßenbild zu sehen sind, werden immer beliebter und machen vielen Lust auf mehr. Sie gelten zwar noch nicht als Oldtimer, stellen aber trotzdem eine kleine Zeitreise dar.

Mit dem eigenen Oldtimer im Sommer durch Wiesen und Felder zum Oldtimertreffen zu fahren, ist auch Ihr Traum? Oder Sie wollen selbst einen Oldtimer oder Youngtimer wieder original aufbauen und lackieren und suchen nach einem gebrauchten Bastlermodell? Oder Sie wollen gar ein US Car kaufen? Dann sollten Sie einiges zum Thema wissen, um nicht lange suchen zu müssen, sondern schnell ein passendes Modell für sich zu finden.

Wir geben in diesem Ratgeber einen Überblick was genau als Oldtimer und Youngtimer gilt, welche Zulassungsarten es gibt, wie der Erhaltungszustand bewertet wird und wie Sie am schnellsten das passende Exemplar finden.

Ab wann gilt ein Auto als was? Der Unterschied zwischen Oldtimern und Youngtimern

Jeder hat sicher schon einmal den Begriff Oldtimer gehört und kann sich darunter etwas vorstellen. Die Bezeichnung Youngtimer dagegen ist eher nur denen bekannt, die schon ein Faible für die „jungen Klassiker“ haben und einen besitzen oder besitzen möchten. In Deutschland gelten Autos erst dann als Oldtimer, wenn Sie mindestens 30 Jahre alt sind und einige Hürden bei der Zulassung überwunden haben.

Bei Youngtimern ist die Einteilung etwas schwammiger, es gibt keine genauen Grenzen, meist werden jedoch Autos, die ungefähr 20 Jahre alt sind als solche bezeichnet. Es gibt aber auch erheblich jüngere oder ältere Fahrzeuge, die Youngtimer genannt werden und auf dem Markt Liebhaberpreise erreichen. Der wesentliche Unterschied zwischen Oldtimern und Youngtimern liegt in Ihrer Alltagstauglichkeit. Mit Oldtimern fährt niemand zum Bäcker, mit einem Youngtimer dagegen schon.

Ein Tipp übrigens, wenn Sie im englischsprachigen Ausland nach Old- oder Youngtimern suchen: Die Begriffe Oldtimer und Youngtimer sind sogenannte Scheinanglizismen, das heißt Sie sehen zwar so aus, als seien sie englische Wörter, sind aber in Wahrheit gar keine. Wer auf Englisch nach Oldtimern oder Youngtimern sucht, muss die dort üblichen Begriffe „classic car“ und „modern classic“ verwenden, um fündig zu werden. Das Wort „old-timer“ bezeichnet nämlich nur Rentner und Veteranen.

Ab wann ist ein Oldtimer ein Oldtimer? Gesetzliche Regelungen und mehr

Oldtimer sind im groben Sinne Kraftfahrzeuge, die ihre Zeit überlebt haben und normalerweise im Alltag nicht mehr gebraucht werden oder manchmal sogar verboten sind. Sie sind Liebhaberstücke, die aus ideellen Gründen und zum Spaß gesammelt werden und sich oft in gutem technischem Zustand befinden (restauriert oder gut erhalten) oder sogar wie bei Werksauslieferung funktionieren. Aber auch unrestaurierte, abgenutzte Modelle im Originalzustand gehören dazu. Die ersten Fanklubs für Oldtimer entstanden schon um das Jahr 1900, als die Automobilwelt noch sehr jung war. Damals nannte man Oldtimer häufig „Schnauferl“ (vom Geräusch des typischen Schnüffelventils) oder „Veteran“.

Ganz genaue Abgrenzungen was als Oldtimer gilt existieren zwar nicht, in Deutschland besagt aber das Gesetz, dass es sich bei Oldtimern um Fahrzeuge handelt, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr kamen und die dem „kraftfahrzeugtechnischen Kulturgut“ dienen, also dem Originalzustand entsprechen oder dem nahekommen und gepflegt werden. Wenn Ihr Auto nach einer technischen Untersuchung als Oldtimer gilt, erhalten Sie ein Kfz-Kennzeichen mit einem „H“ am Ende und genießen steuerliche Vorteile für dieses Fahrzeug und oft auch niedrigere Versicherungskosten.

Wenn Sie ein Auto kaufen möchten, welches später als Oldtimer eingestuft werden soll, achten Sie also auf einen guten Originalzustand.

Was gilt als ein Youngtimer? Zwischen neuem Auto und Oldtimer

Sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und warten mit erschwinglichen Preisen auf. Ganz grob gesagt sind Youngtimer Liebhaberfahrzeuge, die noch keine Oldtimer sind - also jünger als 30 Jahre alt. Oft sind es Fahrzeuge die zwischen 20 und 30 Jahren alt sind, die so bezeichnet werden. Beliebt sind vor allem Sportwagen und Oberklasse-Fahrzeuge aus den Achtzigern. Doch es gibt auch Abweichungen von dieser Regel. Teilweise werden selbst Pkw aus den Siebzigern, die längst als Oldtimer gelten dürften, so genannt: weil sie im Straßenbild noch nicht als Oldtimer erkannt werden. Andererseits werden auch manche erst 10 oder 15 Jahre alten Autos bereits als Youngtimer gehandelt, weil sie schon Liebhaberpreise erreichen und zum Beispiel nur in geringer Stückzahl produziert wurden.

Der Gesetzgeber sieht seit 2007 keine offizielle Gesetzgebung für Youngtimer mehr vor, denn sie sind häufig als Alltagsfahrzeuge gedacht und werden im Gegensatz zu Oldtimern oft ganz normal gefahren. Deshalb gibt es auch keine speziellen Kennzeichen für Youngtimer.

Wenn Sie einen Youngtimer suchen, lohnt es sich also zu unterscheiden, ob Sie das Fahrzeug im Alltag nutzen möchten und auch modernere Ausstattung, wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Ähnliches vorhanden sein, darf - oder ob es in möglichst originalem Zustand erhalten werden soll, um es später als Oldtimer gesetzlich registrieren zu können.

Youngtimer: Eine große Auswahl an Fahrzeugen zu günstigen Preisen

Stil haben die Youngtimer auf jeden Fall, denn moderne Autos können mit solcher Design-Individualität nicht mehr aufwarten. Youngtimer sehen nicht aus, als seien sie alle vom gleichen Band gelaufen. Auch das Fehlen jeglicher Bordelektronik, gefällt jedem Bastler und ist Teil des Charmes von Youngtimern. Ebenso wie die Nostalgie, die bei so manchem Käufer Kindheitserinnerungen an lange Urlaubsfahrten weckt, die man von der Rückbank aus erlebte. Aus diesem Grund sind diese Autos auch immer beliebter geworden. Sie sind dem Zeitgefühl noch näher als richtige Oldtimer und preislich in äußerst erschwinglichen Bereichen unterwegs. Sind Oldtimer oft vor jedem Regentropfen sorgfältig geschützte Sammlerstücke, werden viele Youngtimer so viel genutzt, dass der Kopf des Besitzers regelmäßig unter der Motorhaube steckt, um kleine Reparaturen für die Alltagstauglichkeit vorzunehmen – und nicht etwa zu Restaurierungszwecken für den Originalzustand.

Wenn Sie zu den Youngtimer-Nostalgikern mit Bastellaune gehören und einen Youngtimer suchen, werden Sie sich über die Preislage freuen können. Sie sind relativ günstig, weil oft die Auswahl unter diesen Autos groß ist. Haben Sie sich noch nicht auf ein bestimmtes Modell festgelegt und wünschen sich einen schönen Youngtimer für den kleinen Geldbeutel? Dann suchen Sie am besten eine Baureihe mit eher großer Stückzahl, denn dann sind einzelne Modelle fast als Schnäppchen erhältlich.

Worauf achten beim Kauf von Oldtimern?

Die internationale Klassifizierung des Fahrzeugzustands

Damit Sie den technischen und optischen Zustand eines Oldtimers einschätzen können, bevor Sie zum Kauf schreiten, ist es gut, wenn Sie die internationale Klassifizierung des Erhaltungszustands kennen. Dieser hat sich in der Oldtimer-Szene verbreitet und wird von Besitzern, Händlern und Werkstätten häufig verwendet um zu beschreiben, in welchem Zustand ein Oldtimer sich befindet.

Es handelt sich dabei um ein Notensystem von 1 bis 5, welches Ihnen bei der Suche nach einem Oldtimer helfen kann, einzuschätzen, in welchem Zustand sich das Fahrzeug befindet, und ob der vorgeschlagene Kaufpreis angemessen ist.

Das bedeuten die einzelnen „Noten“:

  • Note 1: Sehr guter Zustand

Diese Note kommt nur selten vor und bedeutet der Wagen ist wie neu oder sogar besser als bei Werksauslieferung. Ein absolut makellos restaurierter Zustand mit z.B. exakt demselben Motor, der ursprünglich eingebaut war.

  • Note 2: Guter Zustand

Diese Note bekommen Wagen, die wie komplett restauriert nach drei Jahren Gebrauch sind. Es dürfen nur leichte Gebrauchsspuren aber keinesfalls Rost vorhanden sein.

Diese Note erhalten Wagen für restaurierten Zustand mit 10 Jahren Gebrauch. Die meisten Oldtimer fallen in diese Kategorie. Es darf Rost vorhanden sein, das Fahrzeug muss aber gebrauchstauglich und verkehrssicher sein.

  • Note 4: Verbrauchter Zustand

Ein Wagen der Note 4 ist fahrbereit, hat aber erhebliche Mängel und sichtbaren Verschleiß und muss restauriert werden.

  • Note 5: Restaurierungsbedürftiger Zustand

Wagen in diesem Zustand sind nicht fahrbereit und verkehrssicher und können nur mit hohem Aufwand restauriert werden. Oft fehlen einzelne Teile. Der Wert hängt entscheidend von der Verfügbarkeit eventueller Ersatzteile ab.

Anhand dieser Noten, können Sie gut einschätzen, in welchem Zustand ein Oldtimer sich befindet und wie viel Geld er wirklich wert ist.

Die Klassifizierung nach Baujahr: Vom „Ancestor“ zum „Post War“-Oldtimer

Wenn Sie nach Oldtimern suchen, ist es auch hilfreich, dass Sie die Begriffe kennen, die für bestimmte Jahrgänge von Oldtimern verwendet werden. International werden diese von Organisationen wie FIA, FIVA und anderen Automobilklubs verwendet.

Es gibt die Klasse A bis G, wobei A die älteste und G die jüngste Klasse ist.

  • Ancestor (Klasse A) vor 1904
  • Veteran (Klasse B) von 1905 bis 1918 (auch „Kaiserzeit“ genannt)
  • Vintage (Klasse C) von 1919 bis 1930
  • Post Vintage (Klasse D) von 1931 bis 1945
  • Post War (Klasse E) von 1946 bis 1960

Klasse F und G haben keine Namen und gelten jeweils für 1961-1970 und ab 1970 bis zur 30-Jahres-Grenze.

Wenn Sie einen Oldtimer oder Youngtimer suchen, dann beachten Sie einfach unsere Hinweise in diesem Ratgeber und Sie werden schnell zum Erfolg kommen. Die Einschätzung eines Oldtimers oder Youngtimers ist über das Notensystem ganz einfach und die gezielte Suche nach z.B. Jahrgang 1960 ist mithilfe der richtigen Begriffe ebenso leicht gemacht.

Dann können auch Sie bald stolzer Besitzer eines motorisierten Klassikers sein.

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