Wissenswertes rund um Web- und Publishing-Programme

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Web- und Publishing-Programme: Wer braucht was?

Bei der Suche nach Web- und Publishing-Programmen fällt schnell auf, dass es scheinbar keine zuverlässig definierten Abgrenzungen zwischen diesen beiden Bereichen gibt. Das sogenannte Cross Media Publishing hat hier eine übergreifende Funktion eingenommen. Gemeint ist damit, dass Informationen zu einem Thema über verschiedene Print-, AV- (audiovisuelle) und Web-Medien möglichst zeitnah oder zeitgleich publiziert werden. Der Begriff Publishing steht für "veröffentlichen" oder "herausgeben". Ausgabemedien können zum Beispiel das Internet, Fernsehen, Kataloge oder Broschüren sein, wenn es etwa um die Unternehmenskommunikation geht.

Professionelle Software in diesem Bereich richtet sich aufgrund der hohen Anschaffungskosten zunächst vor allem an Menschen, die beruflich mit dem Publishing zu tun haben – dabei können die Arbeitsbereiche völlig unterschiedlicher Natur sein. Dies trifft natürlich auch auf die rein private Zielgruppe zu, allerdings mit anderen Schwerpunkten.

Unterschiede: Es gibt sie doch

Um diese nach wie vor vorhandenen Unterschiede besser verstehen zu können, bedarf es der Erläuterung einiger weiterer Fachbegriffe, mit deren Hilfe eine Unterscheidung leichter fällt. Zudem ergeben sich daraus auch die einzelnen Berufsfelder sowie die individuellen Anwendungsmöglichkeiten im privaten Bereich.

Desktop Publishing

Die Geschichte des Desktop Publishing (Kürzel DTP) reicht zurück bis in die frühen 1990er-Jahre. Damals ging es erstmals darum, Dokumente am Computer mithilfe entsprechender Programme zu gestalten, um sie im nächsten Schritt als Druckvorlage für die Produktion von Printerzeugnissen wie Bücher, Kataloge, Broschüren, Postkarten und Ähnliches zu verwenden. Diese Vorgehensweise hat die klassisch fotografische Druckvorlagenherstellung mittlerweile fast vollständig abgelöst. Zu den am weitverbreiteten Publishing-Programmen in diesem Bereich gehören:

  • InDesign von Adobe
  • PageMaker von Adobe
  • QuarkXPress

Mit diesen und weiteren DTP-Programmen können Dokument-Layouts inklusive Text und Bild komplett nach eigenen Wünschen gestaltet und erstellt werden. Es handelt sich dabei um mächtige Tools, bei denen Erfahrung im Umgang mit den zahlreichen Features benötigt wird, ebenso wie ein Minimum an Grundkenntnissen im Druckbereich und im Printdesign. Selbstverständlich kann man sich hier anhand von ausführlichen Dokumentationen und Handbüchern vieles selbst aneignen.

Das Desktop Publishing umfasst aber auch einfachere Anwendungen, wie zum Beispiel Dokumente, die direkt über den eigenen Drucker auf dem Schreibtisch ausgedruckt werden sollen. Hierfür eignen sich alle gängigen Office Pakete ebenso wie Software, mit der man spezielle Formate wie Visitenkarten, Fotokalender, Ordnerrücken, Einladungskarten, Etiketten und vieles mehr bequem gestaltet und druckt. Mit der Programm-Lizenz erwirbt man zumeist zahlreiche Vorlagen, die frei verwendbar sind.

Im Zusammenhang mit Desktop Publishing müssen grundsätzlich auch Bildbearbeitungsprogramme genannt werden, da diese fast schon zwingend benötigt werden, um vernünftige Druckvorlagen herzustellen. Dabei geht es nicht nur um die Beseitigung typischer Mängel und die Optimierung von Farbtönen, Kontrast oder Auflösung. Vielmehr können Bilder mit solchen Programmen auch komplett verändert werden, indem vorhandene Elemente wegretuschiert und/oder neue hinzugefügt werden.

Wie bei DTP-Programmen gibt es auch bei der Bildbearbeitung Angebote, die von Freeware für den privaten Gebrauch bis hin zu hochprofessioneller Software wie etwa PhotoShop von Adobe oder Photomatix von HDRsoft reichen. Einige Hersteller bieten ihre Programme auch als Shareware an: Anwender können die Software für einen begrenzten Zeitraum kostenfrei testen, bevor die Lizenz für eine dauerhafte Nutzung erworben wird.

Web Publishing

Bei Web Publishing-Programmen handelt es sich um Software, mit der man Dokumente und Daten speziell für die Veröffentlichung im Internet oder auch im firmeneigenen Intranet vorbereiten und erstellen kann. Die Erscheinungsformen dieser Veröffentlichungen sind sehr vielfältig und reichen von E-Mail-Newslettern über Weblogs und digitale Zeitschriften bis hin zu E-Books, Webseiten und Internetshops. Entsprechend den Einsatzgebieten unterscheiden sich die Anforderungen an die jeweilige Software.

Primär geht es darum, Informationen nach webspezifischen Vorgaben aufzubereiten, bevor diese publiziert werden. Hervorzuheben ist, dass es sich mittlerweile nur noch selten um rein statische Inhalte handelt – veränderliche Inhalte, meist multimedialer Art versehen mit interaktiven Elementen, sind heutzutage die Regel. Dabei richtet sich die Software zunächst vor allem an zwei unterschiedliche Zielgruppen:

Zum einen sind dies Personen mit Programmierkenntnissen in den gängigen Sprachen wie zum Beispiel in HTML (Hyper Text Markup Language), der weitverbreiteten Skriptsprache PHP, die meist serverseitig zur Verfügung gestellt wird, oder auch Java als objektorientierter Programmiersprache von Sun Microsystems. Sogenannte Editoren helfen bei der Programmierung. Umfangreiche Internetpräsenzen werden zumeist durch eng kooperierende Teams erstellt, denen neben den Programmierern auch Webdesigner angehören. Zur kontinuierlichen Veröffentlichung von neuen Inhalten eignen sich bei diesen Internetpräsenzen am besten sogenannte Content Management Systeme (CMS) wie joomla, Typo3 oder Drupal, die in der Basisversion jeweils als eigenständige Open-Source-Projekte kostenfrei im Internet zur Verfügung stehen. Ausgelegt sind diese Systeme darauf, dass es zwei oder mehr Redakteuren möglich ist, auf ein und derselben Präsenz unabhängig voneinander selbstständig Content zu publizieren. Zu den populären Beispielen für den Einsatz von Content Management Systemen zählen etwa die Portale großer Nachrichtenmagazine, verschiedener Fernsehzeitschriften oder Modemagazine, um nur drei Beispiele zu benennen.

Die zweite Zielgruppe sind Anwender, die sich ohne große Programmierkenntnisse um die Veröffentlichung von Inhalten selbst kümmern – von Texten und Bildern bis hin zu Videomaterial. Vor allem Blogger favorisieren hier Word Press als Content Management System. Dieses lässt sich in nur wenigen Schritten auf dem eigenen Server installieren und ist im Anschluss direkt einsatzbereit. Für die Gestaltung stehen zahlreiche sogenannte Templates als Layoutvorlagen zur Verfügung – kostenfreie wie auch kostenpflichtige. Das Internet ist hier eine schier unerschöpfliche Quelle. Das Gleiche gilt für sogenannte Plug-ins: Das sind kleine Hilfsprogramme, mit denen der Funktionsumfang der Content Management Systeme in den unterschiedlichsten Bereichen erweitert werden kann.

Bringt man das notwendige Know-how nicht selbst mit, entstehen Kosten genau dann, wenn man das verwendete CMS an individuelle Bedürfnisse anpassen möchte, denn hier sind Programmierkenntnisse in den zuvor genannten Sprachen vonnöten.

Grafik und Design beim Web Publishing

Für die Erstellung von Grafik und Design gibt es ebenfalls eine große Auswahl an Programmen. Bei der Suche nach dem passenden Produkt sollte man darauf achten, ob für die Bedienung HTML-Kenntnisse erforderlich sind oder nicht und seine eigenen Fähigkeiten hier einigermaßen objektiv einschätzen. Ohne jegliche Programmierkenntnisse muss man auf die vorgegebenen Standard-Funktionen der Programm zurückgreifen. Wer eine einfache Website erstellen möchte, kommt damit in aller Regel sehr gut ans Ziel. Für gehobenere Ansprüche wird professionelle Software in unterschiedlichen Preisklassen angeboten, bei der man mit einem grundlegenden Know-how auch den sogenannten Quellcode anpassen kann.

Ebenfalls eine Rolle im Internet spielen animierte Grafiken, die sich aus vielen Einzelbildern zusammensetzen, sowie 3D Abbildungen. Über bewegte Bilder kann man zum Beispiel komplizierte Prozesse veranschaulichen und leicht verständlich darstellen, zudem wecken sie die Aufmerksamkeit der Webseiten-Besucher, die sich für das entsprechende Thema interessieren. 3D-Grafiken eignen sich vor allem, um Produkte plastisch darzustellen. In einem nächsten Schritt könnten diese 3D-Bilder animiert werden, um so Ansichten von allen Seiten zu ermöglichen.

Shopsysteme für das Produktpublishing

Eine weitere Kategorie innerhalb des Web Publishing bilden Shopsysteme für die unterschiedlichsten Ansprüche. Wer handwerklich begabt ist, möchte vielleicht einen eigenen kleinen Shop eröffnen, um seine selbst hergestellten Produkte zu verkaufen. Dann ist ein Onlineshop praktisch, weil man keine teuren Verkaufsräume anmieten muss und sich die anfänglichen Investitionen in einem überschaubaren Rahmen halten. Durchdachte Shopsysteme sind dabei recht einfach in der Handhabung und verfügen in der Regel über geeignete Schnittstellen zu verschiedenen Zahlungssystemen. Zudem gibt es skalierbare Shopsysteme, die man bei einer wachsenden Zahl an Produkten sowie der Steigerung des Abverkaufs durch eine erweiterte Lizenz anpassen kann.

Wer einen Internet-Shop unter Eigenregie führt, sollte sich jedoch intensiv mit den rechtlichen Grundlagen beschäftigen, um nicht irgendwann in eine sogenannte Abmahnfalle zu geraten. Das geht von der Pflicht zum Erstellen eines Impressums und der Datenschutzerklärung über die Angabe der Lieferzeiten bis hin zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Sind diese Punkte berücksichtigt, sollte dem Erfolg nichts mehr im Wege stehen. Im Internet findet man zahlreiche Informationsquellen zum Thema Recht und Verbraucherschutz.

Statisches Webpublishing

Im Gegensatz zu dynamischen Websites zum Beispiel mit Anmeldeformularen, Kommentarfunktionen oder Suchfeldern werden beim statischen Webpublishing Dokumente veröffentlicht, die zumeist keine Interaktionen zulassen. Ziel ist es dabei einerseits, zum Beispiel die Anmutung eines gedruckten Zeitungsartikels nachzuempfinden, andererseits, um ein plattformunabhängiges Format zu schaffen. Aktuell am gängigsten ist hier das PDF-Format (Portabel Document Format), das von Adobe Systems entwickelt wurde. Obwohl ursprünglich für eine rein statische Ausgabe gedacht, kann man mit PDF-Editoren mittlerweile allerdings auch interaktive Elemente mit in das Dokument einfügen.

Am Beispiel der PDF-Dokumente zeigt sich deutlich, wie fließend die Grenzen zwischen Web Publishing und Desktop Publishing sind, denn: PDF-Dokumente können auch direkt ausgedruckt werden, anstatt diese im Internet zu veröffentlichen.

Die Software und das Betriebssystem

Wie bei jeder anderen Software auch, ist es wichtig zu wissen, ob das gewünschte Programm kompatibel mit dem eigenen Betriebssystem ist. Angaben darüber findet man in der Produktbeschreibung bei den jeweiligen Anbietern. An dieser Stelle noch ein zusätzlicher Hinweis: Besitzt man eine ältere Version einer Publishing-Software, besteht unter Umständen die Möglichkeit, auf eBay mit ein bisschen Geduld kostengünstige Upgrades auf die nächsthöhere Version zu finden.

Auf die Ausgabegeräte achten

Ein wichtiges Thema speziell beim Webpublishing sind die Ausgabegeräte der Empfänger: zum einen, weil sich die Bildschirmgröße bei mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets deutlich von Desktop PCs oder Laptops unterscheidet, zum anderen, weil mobile Endgeräte zumeist über einen Touchscreen verfügen. Die Folge ist ein verändertes Nutzerverhalten bei den Besuchern, auf das man sich gestalterisch wie auch in Bezug auf die Bedienungsart einstellen sollte. Egal ob privat oder kommerziell: Wer etwas veröffentlicht, möchte ja auch Leser und/oder Kunden finden und begeistern.

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