Will nicht in den Schatten gestellt werden: Die Aloe liebt die Sonne!

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Will nicht in den Schatten gestellt werden: Die Aloe liebt die Sonne!

Die echte Aloe, die auch unter dem Namen Aloe vera wesentlich bekannter ist, gehört zu der Gattung der Aloen. Die echte Aloe ist die arzneiliche Stammpflanze der Aloe. Der Zusatz vera stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wahr. Wer dem Gewächs die optimale Pflege zukommen lässt, kann sehr bald den Erfolg verbuchen, dass die Pflanze sich relativ einfach und zuverlässig vermehrt. Auf diese Weise erhält der Liebhaber von Zierpflanzen als willkommene Zugabe ein dauerhaftes Heil- und Pflegemittel im eigenen Haus. Die bittere Flüssigkeit der Blätter ist ein Hausmittel, das sich auf vielfache Weise bewährt hat. Unter anderem ist der Saft schmerz- und krampflindernd. Daneben wird die Aloe vera auch als Wundheilmittel eingesetzt und lindert in erster Linie Verletzungen wie Brand- und Schnittwunden. Allerdings ist es nicht zu empfehlen, ohne Rücksprache mit dem Arzt eine solche Behandlung durchzuführen, da die Aloe nicht von allen Patienten vertragen wird.

Eigenschaften der Aloe vera

Die Aloe vera wächst meist ohne oder nur mit einem kurzen Stamm. Die Pflanze bildet dichte Gruppen und ist sprossend. Wenn ein Stamm vorhanden ist, erreicht dieser einen Umfang von bis zu 30 Zentimetern. Die meist 16 Laubblätter, die lanzettförmig verjüngt wachsen, sind dicht rosettenförmig am Stamm angeordnet. Die Blattspreite, die sechs bis sieben Zentimeter breit und 40 bis 50 Zentimeter lang ist, weist eine graugrün und manchmal rötlich überhauchte Färbung auf. An der Oberfläche sind die Blätter glatt. Im Abstand von 10 bis 20 Millimetern befinden sich an den leicht rosafarbenen Rändern etwa 2 Millimeter lange feste und bleiche Zähne. Der getrocknete Saft der Blätter ist gelblich.

Der Blütenstand, der einfach oder ein- bis zweimal verzweigt ist, weist eine Länge von 60 bis 90 Zentimetern auf. An dieser zeigen sich zylindrisch spitz zulaufende Trauben von fünf bis sechs Zentimeter Breite und von 30 bis 40 Zentimeter Länge. Die zurückgeschlagenen, spitzen Tragblätter in der Form eines Eies sind 10 Millimeter lang und drei bis fünf Millimeter breit. Die gelben Blüten befinden sich an den etwa fünf Millimeter langen Blütenstielen. Diese Blüten, die etwa 28 bis 30 Millimeter lang sind, haben eine leicht bauchige Form und sind an ihrer Basis gerundet. Der Durchmesser auf der Höhe des Fruchtknotens beträgt 7 Millimeter. Oberhalb davon sind sie erweitert und an der Mündung verengt. Ihre äußeren Blätter der Blütenhülle sind auf einer Länge von etwa 20 Millimetern nicht miteinander verwachsen. Der Griffel und die Staubblätter ragen drei bis fünf Millimeter aus der Blüte heraus.

Verbreitung der Aloe-Arten

Experten gehen davon aus, dass die ursprüngliche Heimat der Aloe vera auf der arabischen Halbinsel liegt. Als Kulturpflanze ist sie in sämtlichen tropischen und subtropischen Gebieten der Erde bekannt. Mittlerweile gilt die Art in vielen Regionen als eingebürgert, wie in Indien, in der Mittelmeerregion, in Mexiko, auf den westindischen und den Kanarischen Inseln. Zum ersten Mal wurde die Pflanze Aloe perfoliata var. vera 1753 von Carl von Linné wissenschaftlich beschreiben. 1768 wurde die Varietät von Nicolaas Laurens Burman in den Rang einer Art erhoben. Im gleichen Jahr schlug der Botaniker Philip Miller die Bezeichnung Aloe barbadensis vor und bezog sich hierbei auf den von schon 1620 von Caspar Bauhin benutzten Begriff Aloe vulgaris. Der Name Aloe vera hat wegen einer späteren Publikation Millers Priorität vor der Bezeichnung Aloe barbadensis.

Wie wird die Aloe verwendet?

Die Aloe vera ist pharmazeutisch betrachtet die Stammpflanze der „Aloe“. Aus dem Saft ihrer Blätter wird durch Eindampfen ein pharmazeutisches Mittel gewonnen. Der Saft tritt, nachdem die Blätter an der Basis der Pflanze entfernt worden sind, spontan aus. Durch behutsames, schonendes Eindampfen im Vakuum oder an der Sonne entsteht der sogenannte Aloe-hepatica-Typ von einer mattbraunen Farbe. Wenn die Pflanzenteile schnell und forciert eingedampft werden, entsteht der glasige, tiefbraune Aloe-lucida-Typ, der glänzende Bruchflächen aufweist. Aus der echten Aloe wird die sogenannte Curaçao-Aloe gewonnen, der als wichtigsten Inhaltsstoff zu 25 bis 40 Prozent den 1,8-Dihydroxyanthracen-Abkömmling Aloin enthält. Dieser stellt ein Diastereomeren-Gemisch aus Aloin A und B dar. Darüber hinaus sind die Chrysophanol, Anthranoide Aloeemodin sowie das bittere Polyketid Aloeresin enthalten. Charakteristisch vorhanden sind 7-Hydroxyaloin A und B, welches zur Abgrenzung gegenüber der Kap-Aloe herangezogen werden kann. Dabei fehlen weitgehend Aloinoside.

Auf die Dosis kommt es an

Die Wirkung des Aloins, das in der Aloe enthalten ist, ist stark abführend. Aus diesem Grunde kann standardisierte Aloe oder die daraus gewonnenen Zubereitungen für die kurzfristige Behandlung von Zeit zu Zeit auftretender Verstopfungen eingesetzt werden. Eine längerfristige Behandlung mit Aloe kann es Störungen im Elektrolyt- und Wasserhaushalt führen, vor allem zu Kaliumverlusten. Wenn die Aloe überdosiert wird, kann dies Vergiftungserscheinungen hervor rufen, die zu schweren Durchfällen und krampfartigen Schmerzen führt. Hierbei kann der Patient durchaus in lebensbedrohliche Zustände geraten. Selbst Nierenentzündungen sind als Folgeschäden einer Überdosierung der Aloe bekannt. Nachdem die Öffentlichkeit wahrgenommen hat, dass es verträglichere Stoffe gibt, hat die therapeutische Bedeutung der Aloe abgenommen.

Die pharmazeutische Wirkung des Aloe-Gels

Die sonnenliebende Aloe vera wird wegen ihrer Heilwirkung sehr geschätzt. Eine pharmazeutische Anwendung, die aus der echten Aloe gewonnen wird, ist das sogenannte Aloe-vera-Gel, welches aus dem wasserspeichernden Gewebe der Pflanzenteile erzeugt wird. Das Produkt weist eine schleimartige Beschaffenheit auf. Wenn das Gel entsprechend vorsichtig gewonnen wird, ist es frei von dem abführend wirkenden Aloin, das auch in der gelben Flüssigkeit unter der Blattrinde vorkommt. Das Gel, das aus Aloe vera gewonnen wird, ist in einer Reihe von heilmedizinischen und kosmetischen Anwendungen enthalten. Dem Gel werden wundheilende, entzündungshemmende und immunstimulierende Wirkungen nachgesagt.

Hinweise zur Pflege der Aloe

Die Aloe vera Pflanze selbst ist relativ anspruchslos in ihrer Pflege und der Pflanzenliebhaber kann viele Jahre seine Freude an ihr haben. Unter normalen Verhältnissen kann das Gewächs bis zu zehn Jahre alt werden und im Haus über viele Jahre hinweg geerntet und kultiviert werden. Die richtige Pflege der Pflanze ist Voraussetzung, wozu es nur weniger Hinweise bedarf, damit das Ziergewächs seine volle Schönheit und Wirkung erreichen kann. Zunächst ist zu beachten, dass sie nur sparsam gegossen wird und lange Trocken- oder Sonnenperioden verträgt. Sie sollte nicht zu stark gegossen werden, weil ansonsten ihre Wurzeln faulen könnten. Im Sommer gedeiht die Pflanze im Topf an einem vollsonnigen Ort im Garten oder auf der Terrasse und sollte im Haus überwintern, da sie keinen Frost verträgt. Im Laufe der Zeit vollzieht die Aloe Blütephasen und Farbwechsel. Ein Besitzer der Aloe sollte diese kennen, um richtig einschätzen zu können, wie er damit umgehen sollte. Der Wirkungsgrad der Inhaltsstoffe wie die Farben der Pflanze ändern sich je nach Jahreszeit und Standort.

Wie Sie ihre Aloe vermehren können

Nach etwa drei Jahren treiben erwachsene Pflanzen immer wieder sehr schöne, leuchtend orange-rote oder gelbe Blüten aus. Entgegen dem, was bei anderen Agaven üblich ist, stirbt die Aloe nach der Blüte nicht ab. Dieses gilt nicht nur für erwachsene Pflanzen, sondern auch für deren Ableger. Die neuen kleinen Sprösslinge entziehen der sogenannten Mutterpflanze Wirkstoffe und Energie. Daher sollten diese fachgerecht voneinander getrennt und umgetopft werden. Danach ist es zu empfehlen, die neuen Zöglinge in einem Top oder auf einem Feld mit lehmhaltigem und sandigem Boden neu anzupflanzen.

Erst ab einem Alter von 3 Jahren entfaltet die Aloe ihre volle Heilkraft

Die Aloe vera Pflanze enthält überhaupt erst ab einem Alter von ca. drei Jahren ausreichend Wirkstoffe, um auch als Heilpflanze verwendet werden zu können. Diese Zeitspanne entspricht etwa der Zeit bis zu ihrer ersten Blüte. Normalerweise hat das Gewächs bis dann eine Höhe von mindestens 15 bis 20 cm erreicht. Als Wüstenpflanze bevorzugt die Aloe nährstoffarme Böden und gedeiht auf diesen am besten. Eine entsprechende Mischung des Untergrunds gewährleistet einen Wasserspeicher im Boden und darüber hinaus ein zügiges Abfließen der überschüssigen Feuchtigkeit. Damit soll Wurzelfäule vermieden werden. Die Pflanze kann unmittelbar nach dem Ein- oder Umpflanzen die Farbe in das Bräunliche verändern und dünnere Blätter austreiben. Verstehen Sie das als ganz normalen Eingewöhnungsprozess und nicht als Zeichen dafür, dass die Pflanze abgestorben ist. Die Aloe erzeugt in diesem Zeitraum ihre Wurzeln, passt sich an die neuen Verhältnisse an und schließlich erstrahlt das saftige frische Grün in den neu gebildeten Blättern.

Die Aloe als Topfpflanze

Die volle Wirkung entfaltet die Pflanze am besten in einer sandigen Mischung oder in Kakteenerde. Für ein optimales Wachstum empfehlen Gartenbauexperten folgende Mischungen: zum einen 50 Prozent Sand und 50 Prozent herkömmliche Gartenerde, zum anderen 33 Prozent Sand, 33 Prozent herkömmliche Gartenerde 33 Prozent Blumenerde. Im Topf trocknet herkömmliche Mutterrede sehr schnell aus. Aus diesem Grunde muss sie öfter gegossen werden. Im Freien bevorzugt die Heilpflanze sandige und nährstoffarme Böden. Hobbygärtnern können allerdings beruhigt werden, denn die Pflanzen können ohne Probleme im Garten gepflanzt werden. Die Aloe wird sich an die neuen Verhältnisse unkompliziert anpassen. Wie bei fast allen Pflanzen kommt es auch bei der Aloe Vera darauf an, wie sie untergebracht wird und wie sich die Witterungsbedingungen darstellen. Unter anderem ist es auch wichtig, zu beachten, wie viel sie gegossen werden muss.

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