Wie viele Daten kann ich auf meiner SIM-Card speichern?

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Wie viele Bilder, Videos und Rufnummern kann ich auf meiner SIM-Card speichern?

Die SIM-Card (Subscriber Identity Module) ist die Chipkarte, ohne die nichts funktioniert - sie ist der Schlüssel zu den verschiedenen Mobilfunk-Netzen und dient der Identifikation des jeweiligen Teilnehmers. Zum Zweck der Identifikation selbst ist auf der SIM-Card die sogenannte IMSI (International Mobile
Subscriber Identity) abgespeichert, nicht zu verwechseln mit der PIN, die man selbst eingeben und jederzeit verändern kann, um einen Missbrauch des Chips im Verlustfall zu verhindern.

Der Chip besteht dabei aus einem Prozessor sowie einem kleinen Speicher, auf dem einfache Informationen direkt abgelegt werden können wie etwa Kontakte und Kurzmitteilungen (SMS). Damit wäre zunächst die Eingangsfrage geklärt, ob und wie viele Bilder oder sogar Videos man darauf abspeichern kann - die Antwort lautet keine, denn dafür sind aktuelle SIM-Karten mit dem vorhandenen Speichervolumen nicht vorgesehen. Üblicherweise reicht die Kapazität in der Regel für bis zu 250 Rufnummern, was Sinn macht, wenn man etwa das Handy wechselt, aber die SIM-Card mitnehmen möchte, wobei dieser Sinn mehr und mehr in den Hintergrund tritt - Daten können mittlerweile bequem über verschiedene Wege gesichert, importiert oder exportiert werden (dazu später mehr).

Auf SIM-Cards können mit Hilfe von Seiten der Anbieter noch weitere Funktionen gespeichert werden, wie etwa bei Verwendung einer Homezone oder verschiedene Infoservices wie Wetter und Nachrichten. In Verbindung mit dem abgeschlossenen Handy-Vertrag wird auch die Geschwindigkeit bei der Übertragung von Daten über das gewählte Mobilfunk-Netz mit bestimmt: Im Prinzip wird zwischen GSM- und UMTS-Fähigkeit unterschieden, hier gibt es jedoch noch weitere Stufen, auf die Sie achten sollten:

  • GMS (Global System for Mobile Communications)
  • GSM in Verbindung mit GPRS (zweite Generation)
  • GMS in Verbindung mit EDGE
  • UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) als dritte Generation
  • UMTS mit HSPA und/oder HSDPA
  • LTE als vierte Generation auf UMTS aufgesetzt

Je nachdem, für welche Option der Vertrag sowie die SIM-Card vorgesehen sind, ist die Geschwindigkeit für die Verbindung in das verfügbare Mobilfunk-Netz vorgegeben. Achten Sie vor Vertragsabschluss vor allem darauf, welches Netz an Ihrem Hauptstandort zur Verfügung steht.

Die Anfänge des mobilen Telefonierens

Der eine oder andere Leser wird sich vielleicht noch an das erste Mobilfunk-Netz in Deutschland erinnern - das A-Netz, das im Jahr 1958 seinen Dienst aufnahm und von der Deutschen Bundespost betrieben wurde - parallel dazu folgte das B-Netz im Jahr 1972. SIM-Karten in der heutigen Form gab es damals natürlich noch längst nicht, vielmehr wurde nach Prüfung der korrekten Inbetriebnahme des Handys von einem Mitarbeiter des Fernmeldeamtes ein Modul an dem dafür vorgesehenen Slot (Streckplatz) in das Gerät gesteckt. Im A-Netz erfolgte die Vermittlung von Gesprächen übrigens noch von Hand - durch das berühmte Fräulein vom Amt. Im B-Netz war dann die Selbstwahl möglich, allerdings mit Einschränkungen: Man musste den Standort des Partners in Relation zum nächstmöglichen erreichbaren Funkmast kennen, um diesen mit der passenden Vorwahl anrufen zu können.

Zum Einsatz kamen zunächst nur fest eingebaute Auto-Telefone. Mobile Telefone zum täglichen Mitführen waren noch viel zu groß und unhandlich. Die ersten Modelle mit Empfangs- und Sendestation wogen gut und gerne so um die 20 Kilogramm, zudem war der Anschaffungspreis mit anfänglich über 10.000 DM sehr hoch und nicht gerade massenkompatibel. Wer sich für ein Mobilfunk-Gerät aus dieser Zeit interessiert, wird bei eBay regelmäßig unter der Rubrik Mobilfunk in der Kategorie Sammeln & Seltenes fündig.

Die nächste Dekade wurde im Mai 1985 durch das C-Netz eingeläutet: Telefonnummern sollten erstmals nicht mehr an das Gerät, sondern an die Nutzer gebunden sein, sprich: Jeder, der sie beantragte, erhielt eine eigene Nummer, und zwar aufgrund der Annahme, dass zukünftig nicht nur Autotelefone produziert würden, sondern auch portable Geräte, was ja auch eintrat. Erstmals diente also eine Karte dafür, den Nutzer zu identifizieren, sobald er diese einschob. Die notwendigen Informationen befanden sich auf einem Magnetstreifen, der sich allerdings als nachteilig erwies, da die Karten sehr anfällig für Störfelder waren und daher viel zu oft kaputt gingen. Um Abhilfe zu schaffen, wurde die bei EC-Karten bereits verwendete Chip-Technik eingeführt - diese tatsächlich ersten SIM-Cards im heutigen Sinne hatten auch die Scheckkarten-Größe.

Endgeräte und SIM-Cards - kleiner und kleiner lautet die Devise

Auch wenn heutige Smartphones wieder größer geworden sind, vor allem, um die Funktion des Displays als Touchscreen möglichst effektiv in Szene zu setzen, sind Handys im Vergleich zu den Anfängen wahre Winzlinge. Entsprechend verhält es sich mit den dazu gehörenden SIM-Cards, aktuell sind diese in folgenden Größen-Klassifizierungen erhältlich:

  • Micro SIM-Card
  • Nano SIM-Card

Die Micro SIM-Card hat den Vorläufer, die Mini SIM-Card inzwischen abgelöst und weist eine Größe von nur noch 15 x 12 Millimeter auf gegenüber den vorhergehenden 25 x 15 Millimeter bei einer Stärke von 0,76 Millimeter. Noch eine Besonderheit ist die Nano SIM-Card, die aktuell nur im iPhone 5 von Apple Verwendung findet, kann aber auf Wunsch praktisch von allen Providern geliefert werden, sofern benötigt. Die Maße liegen bei 12,3 x 8,8 x 0,67 Millimeter, wodurch mitunter die filigrane Bauweise des äußerst beliebten Apple-Handys mit ermöglicht wird.

Geliefert werden die SIM-Karten allerdings nach wie vor in Scheckkarten-Größe und müssen vor der Verwendung vorsichtig aus der Plastikummantelung herausgebrochen werden, damit sie nicht beschädigt werden. Mit Hilfe verschiedener Adapter wird die Kompatibilität der Karten für die Slots gewährleistet, sollten Sie etwa eine Nano-Card für ein Handy mit Micro-Slot verwenden wollen. Ähnliches gilt auch für Kartenleser, wenn es darum geht, die Daten auszulesen und per Back-up für alle Fälle zu sichern.

Eine interessante Alternative sind bei der Hardware sogenannte Dual-SIM-Handys, die Slots für zwei SIM-Cards haben, was mehr Flexibilität für Sie bedeutet: Eine Karte für den privaten Gebrauch und eine für das Business um nur ein Beispiel zu benennen.

Und wohin jetzt mit Bildern, Videos, Rufnummern und anderen Daten?

Wie bereits zu Beginn erwähnt, sind SIM-Karten nicht als Massenspeicher-Medien gedacht, diese Rolle übernimmt die sogenannte SD-Karte als Flash-Speichermedium in einem recht kompakten Format. Für ein besseres Verständnis macht auch hier ein kleiner historischer Rückblick Sinn:

Die ursprüngliche SD-Card (die komplette englische Bezeichnung: Secure Digital Memory Card) wurde im Jahr 2001 durch das in Kalifornien ansässige Unternehmen SanDisk auf den Markt gebracht. Diese erste Version wird durch ein Konsortium auf maximal 1 GB definiert, dazu nachfolgend noch mehr Infos. Inzwischen gibt es auf jeden Fall noch zwei weitere Versionen, die wesentlich mehr Speicherkapazität bieten, um dem wachsenden Datenvolumen gerecht zu werden, dass weder vor Smartphones noch vor MP3 Playern, MP4 Playern oder Digitalkameras haltmacht. Folgende Variationen stehen zur Verfügung, die beide mit dem Zusatz Micro versehen sind, was auf die minimalistischen Maße von 11 x 15 x 1 Millimeter hinweist:

  • Mini SD
  • Micro SDHC = Secure Digital High Capacity
  • Micro SDXC = Secure Digital eXtended Capacity

Die erstgenannten Micro SDHC Cards ermöglichen ein Speichervolumen bis zu maximal 32 GB, was schon einmal sehr ordentlich ist und reichlich Platz für Bilder und Videos bietet. Allerdings steigt der Bedarf nach wie vor, zumal häufig noch zahlreiche Apps und Widgets dazu kommen, die Platz benötigen wie auch das Betriebssystem selbst. Die notwendigen Konsequenzen wurden mit dem nächsten Standard, dem Micro SDXC Cards gezogen, diese bieten eine Kapazität bis zu 2 TB (TerraByte), was letztlich gewaltigen 2048 GB (GigaByte) entspricht - alles in etwa auf Fingernagelgröße, um eine bessere Vorstellung zu bekommen.

Wie auch bei der SIM-Card lassen sich die unterschiedlichen Baugrößen durch Adapter anpassen, um etwa ein Micro auf das Mini Format zu bringen oder auf das ursprüngliche SD-Format - bei den aktuellen Modellen sind es Micro-Slots oder fest verbauter Speicher (siehe nachfolgender Abschnitt).

Augen auf beim Handy-Kauf sowie bei der Nutzung von Cloud & Co.

In Zusammenhang mit den SD-Cards ist wie angedeutet erwähnenswert, dass die meisten Handys über einen Slot verfügen, über den die Speicherkarte in der Regel problemlos ausgetauscht werden kann. Es gibt jedoch einige (vor allem) Top-Modelle, bei denen dies nicht der Fall ist, wie etwa beim iPhone oder beim HTC One X, was kein Manko sein muss, man sollte beim Kauf nur darauf achten, dass genügend fest verbauter Speicher vorhanden ist – Minimum 32 GB sind da Pflicht.

Wer sich mit der Materie auskennt, wird zudem auf das große Angebot an Clouds zurückgreifen, externen Speicherplatz also, der jederzeit über das Internet erreichbar ist, was gleich zwei Vorteile bietet: Man spart Platz auf dem eigenen Handy und kann zugleich regelmäßige Updates machen, um sich vor Datenverlusten durch Hardware-Schäden oder durch den Verlust des Gerätes selbst zu schützen. Eine weitere bequeme Möglichkeit ist, die Daten über USB oder Bluetooth auf den eigenen Rechner zu übertragen, um Speicher wieder freizumachen, etwa für neue Videos, Musikstücke oder Bilder.

Der Faktor Geschwindigkeit bei Speichermedien

Neben der Kapazität ist ein weiterer wichtiger Faktor das Tempo bei der Datenverarbeitung: Wie bei einem PC, Notebook oder Tablet ist die CPU (Central Processing Unit) der Taktgeber für die Geschwindigkeit, die bei neuen Geräten längst im GigaHz Bereich liegt. Entscheidend ist jedoch das Zusammenspiel zwischen dem Prozessor (CPU), dem vorhandenen Arbeitsspeicher (RAM) sowie dem zuvor erwähnten Flash-Speicher. CPU und RAM lassen sich beim Handy übrigens nicht so ohne Weiteres austauschen, von daher bleibt im Prinzip nur die SD-Karte übrig, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Zur besseren Orientierung gibt es mehrere Klassen, in die die SD-Cards unterteilt werden, interessant wird es ab Class 6 für alle, die größere Datenmengen verarbeiten, speichern oder übertragen möchten.

Was die nähere Zukunft wann bringen wird, bleibt dabei abzuwarten.

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