Welcher Ladeluftkühler passt in Ihr Auto? Ein kleiner Ratgeber

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Welcher Ladeluftkühler passt in Ihr Auto? Ein kleiner Ratgeber

Gehören Sie auch zu denen, die Tag für Tag mit dem eigenen Auto zur Arbeit fahren? Wohnen Sie vielleicht sogar etwas abgelegen auf dem Land, wo ein eigenes Fahrzeug die eigene Mobilität erst sicherstellt? Dann dürfte es Ihnen wie die vielen anderen Millionen Deutsche gehen, die jeden Morgen Ihr Auto für den Weg zur Arbeit nutzen oder sonstige Erledigungen damit vornehmen.

Sicherlich geben Sie auf Ihr Auto auch acht und nehmen regelmäßige Termine zur Wartung wahr? Die kosten zwar Geld, garantieren aber das frühzeitige Erkennen von Schäden. Denn wenn ein Auto eines ist, dann ein Komplettsatz von vielen Verschleißteilen.

In manchen Autos sind sogar noch zusätzliche Teile verbaut, die den Verschleiß - und damit die Kosten für Wartung und Reparatur - erhöhen können. Ein gutes Beispiel sind via Turbo oder Kompressor zwangsbeatmete Motoren. Die erfreuen ihre Besitzer zwar mit mehr Leistung, aber beinhalten leider auch das eine oder andere zusätzliche Ersatzteil, das ausgetauscht werden muss. Bei der Verwendung von Turbo oder Kompressor gilt das beispielsweise für den Ladeluftkühler. Und genau um den dreht sich dieser kleine Ratgeber.

Mehr Kühlung muss her: Sinn und Zweck des Ladeluftkühlers

Sinn und Zweck eines solchen Ladeluftkühlers sind schnell erklärt. Aufgrund einiger zusätzlich verbauter Komponenten - nämlich Turbolader oder Kompressor - benötigt Ihr Motor ganz einfach mehr Kühlung. Eben die soll der genannte Ladeluftkühler garantieren. Der kommt ganz gezielt dem Ansaugtrakt zugute.

Eingebaut ist der Ladeluftkühler daher zwischen Turbo beziehungsweise Kompressor sowie dem Einlassventil oder vielmehr der Ventilsteuerung. Damit ist der Ladeluftkühler eigentlich hinter dem Verdichter verbaut, was jedoch genau so gewollt ist. Denn statt dem Turbo oder Kompressor kalte oder zumindest gekühlte Luft zuzuführen, wird erst hinter dem Verdichter warme Luft abgeführt. Streng genommen ist der Ladeluftkühler somit kein Kühler, sondern ein Luft-Luft-Wärmetauscher.

Das Ziel dieser Maßnahme und damit des Ladeluftkühlers ist jedenfalls die Steigerung der Leistung sowie außerdem des Wirkungsgrades. Mit anderen Worten: Der Motor soll dank Ladeluftkühler noch mehr Pferde auf die Räder Ihres Wagens stemmen. Neben der Abfuhr von warmer Luft erzeugt der Ladeluftkühler obendrein eine größere Luftmasse. Durch diesen Effekt kann der Motor mehr Kraftstoff verbrennen und somit noch mal mehr Leistung erzeugen, wobei quasi nebenbei auch noch mehr Drehmoment abfällt. Im Fazit dient der Ladeluftkühler also allein der Leistungssteigerung, wobei diese selbstredend nur bei aufgeladenen Verbrennern erzielt werden kann und nicht bei herkömmlichen Saugern.

Allerdings geht es hierbei nicht immer nur um mehr PS unter der Haube. Auch - und sogar gerade - beim Downsizing spielt der Ladeluftkühler eine nicht unwesentliche Rolle.

Downsizing: Mehr Leistung dank Ladeluftkühler

Der aktuelle Trend der Motoren- und Autobauer sind vor allem kleinere Motoren. Gewaltige V8-Maschinen mit 500 oder 600 PS sind regelrecht außer Mode, was ganz einfach mit dem stetig steigenden Kraftstoffpreisen zusammenhängt. Tatsächlich reicht ein Blick auf die nächste Tankstelle, um jeden Autofahrer das Blut gefrieren zu lassen. Benzin- und Dieselpreise kennen seit Jahren nur noch einen Weg, nämlich den nach oben.

Jeder Zwist, Konflikt oder Krieg in den Erdölstaaten drosselt prompt die Erdölförderung, ebenso prompt wird der Sprit um einige Cent teurer. Außerdem reichen die weltweiten Vorkommen des schwarzen Goldes nur noch Jahrzehnte, weswegen die Branche quasi vorsorgen muss. Beispielsweise mit alternativen Kraftstoff auf Bio-Basis. Oder mit alternativen Autos wie Hybrid und Elektromodellen. Oder mit kleineren Motoren.

Genau das nennt sich Downsizing und ist seit einiger Zeit der ganz große Trend unter den Autobauern. Kleinere Motoren mit weniger Zylindern und weniger Hub bedeuten nämlich weniger Verbrauch, ebenso weniger Emissionen und wieder weniger Umweltbelastung. Tatsächlich ist auch der letztgenannte Punkt alles andere als unwesentlich, schließlich schreibt die EU immer härtere Abgasnormen und CO2-Obergrenzen vor, um unsere Umwelt auch langfristig zu schützen.

Motoren müssen zum einen also effizienter werden und sollen weniger verbrauchen sowie weniger Schadstoffe emittieren. Zum anderen verlangen die Käufer aber trotzdem Leistung. Eben hier kommt nun der Ladeluftkühler ins Spiel.

Zukunftstrend: Ladeluftkühler garantiert Leistung und weniger Durst

Denn um die verlorene Leistung zurückzuholen, setzen die Hersteller seit Jahren immer mehr auf Turbo oder Kompressoren, wobei die erste Variante wohl um einiges beliebter ist. Beide Ideen verdichten jedenfalls die Luft und erlauben somit mehr Druck und damit im Fazit mehr Leistung. Mit anderen Worten: Der Leistungsverlust der kleineren Motoren wird mit der Zwangsbeatmung via Abgasturbo oder Kompressor wettgemacht.

Die zusätzlichen Teile und Nebenaggregate erzeugen jedoch wieder Hitze, die der Ladeluftkühler minimieren soll. So trägt der Ladeluftkühler dank seiner Funktion ungemein zum Leistungsplus bei, womit sich der Autofahrer auch weiterhin über 100, 150 oder 200 PS unter seiner Motorhaube freuen kann. Bei weniger Verbrauch wohlgemerkt.

Der Trend zum Downsizing und aufgeladenen Motoren geht mittlerweile sogar so weit, dass mancher Autobauer nur noch Turbos führt. Der Volkswagen-Konzern samt Premium-Tochter Audi bietet beispielsweise gar keine herkömmlichen Saugmotoren mehr an, sondern einzig und allein Turbobenziner oder Turbodiesel. Statt auf Hub und Zylinder setzt die Branche ganz gezielt auf kleinere Antriebe, die dafür mit einem Turbo oder Kompressor wieder hochgezüchtet und einem Ladeluftkühler gekühlt werden.

Damit erfüllen die Hersteller nicht nur gesetzliche CO2-Vorgaben und den Wunsch der Käufer nach einem geringeren Brennstoffverbrauch, sondern können auch weiterhin die gleiche oder zumindest annähernd gleiche Leistung zur Verfügung stellen. Im Endeffekt können mit dem Ladeluftkühler zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Um übrigens mal einige Zahlen zu nennen, senkt der Ladeluftkühler die Temperatur von 140 auf 90 Grad Celsius runter, was sicherlich immer noch ein hoher Wert ist, aber vor allem 50 Grad Celsius Unterschied. Der Effekt des Ladeluftkühlers ist somit mehr als deutlich und nicht zu unterschätzen.

Tuning: Spezielle Ladeluftkühler steigern die Leistung

Für einen Motor mit Turboaufladung ist der Ladeluftkühler daher unverzichtbar, wobei einige findige Tüftler weitaus mehr in jenem Bauteil sehen. Tuner machen sich nämlich den Ladeluftkühler gern zunutze, um noch ein paar Pferdchen mehr aus dem Turbo-Motor zu kitzeln.

Tatsächlich ist die Faustregel recht einfach: Je kühler die Luft, desto mehr Power bringt der Motor auf die Straße. Um wieder einige Zahlen zu nennen, bedeuten zehn Prozent weniger Temperatur rund drei Prozent mehr Leistung. Viel ist das zugegeben nicht, aber bekanntlich macht auch das sprichwörtliche Kleinvieh Mist. Im Tuning kommt es sowieso auf die Gesamtheit an, weswegen am Ende nicht nur drei oder sechs Prozent mehr Leistung erzielt sind, sondern vielleicht sogar ganz 15, 20 oder 30. Selbstverständlich nicht allein mit einem neuen und speziellen Tuning-Ladeluftkühler, sondern vielleicht auch mit etwas Chiptuning und anderen Möglichkeiten.

Trotzdem ist der Ladeluftkühler unter Tunern ein recht beliebtes Mittel für ein paar Extra-PS. Zumal sich der Einsatz in Grenzen hält, denn der ab Werk verbaute und eher kleine Ladeluftkühler wird kurzerhand gegen einen größeren ausgetauscht. Damit wird auf ganz einfache Weise mehr Kühlung erzeugt und die Leistung gesteigert, wenn auch - wie gesagt - eher minimal. Die Kosten für einen solchen Tuning-Ladeluftkühler halten sich ebenfalls halbwegs in Grenzen und belaufen sich im Schnitt auf 200 bis 400 Euro.

Defekt: Was kostet ein neuer Ladeluftkühler

Damit sind wir schon beim nächsten Stichwort. Denn geht der Ladeluftkühler einmal kaputt, muss ein entsprechendes Ersatzteil her. Was also kostet ein regulärer Ladeluftkühler? Je nach Hersteller und Modell müssen Sie mit etwas über 100 bis rund 250 Euro kalkulieren. Wichtig ist natürlich, dass das Ersatzteil zu Ihrem Wagen passt. Achten Sie auf das Baujahr Ihres Fahrzeugs. Eine gute Hilfe ist außerdem Ihr Fahrzeugschein beziehungsweise dessen KBA- oder Schlüsselnummern. Allein mit diesen Nummern finden Sie Ersatzteile, die mit Garantie exakt zu Ihrem Auto passen.

Tipps zum Einbau eines Ladelüftkühlers

Selbst der Einbau eines Ladeluftkühlers ist nicht wirklich schwer, was so manchen Hobbyschrauber sicherlich freuen dürfte. Allerdings wäre eine Hebebühne oder zumindest Rampe hilfreich, denn am besten ist der Kühler von unten erreichbar. Die einzelnen Schritte zur Reparatur sind schnell aufgezählt: Schrauben Sie die Motorabdeckung ab, worauf Sie schon die Schlauchschellen lösen und betreffende Schläuche abziehen können. Nun müssen Sie nur noch die Schrauben des Ladeluftkühlers lösen und gegen den neuen austauschen. Dass Sie danach die Schläuche wieder anstecken, die Schellen neu festziehen und zuletzt außerdem die Motorabdeckung wieder anschrauben, versteht sich von selbst.

Je nach Modell kann der Wechsel des Ladeluftkühlers natürlich etwas anders ausfallen, in der Regel dürfte aber jeder Amateurschrauber mit etwas Interesse am Auto die Arbeit erledigen können. Spezialwerkzeug benötigen Sie ebenfalls nicht, jede Garage müsste die nötigen Werkzeuge hergeben. Ansonsten ist damit alles Wesentliche zum Thema Ladeluftkühler gesagt.

Wenn Sie übrigens ein paar PS mehr wollen, könnte sich bei der Reparatur der Kauf eines größeren Kühlers lohnen. Hier gilt jedoch eine gewisse Vorsicht, wenn auch weniger mit Blick auf den Motor, sondern eher auf den Platz. Schauen Sie daher vorher, ob Sie einen größeren Ladeluftkühler verbauen können. Mit Blick auf den höheren Preis eines Tuning-Ladeluftkühlers haben Sie sonst leider 200 oder sogar 300 Euro umsonst ausgegeben. Schauen Sie also vorher nach und sichern sich vor bösen Überraschungen ab. Trotzdem dürfte kaum allzu viel schief gehen können. Viel Glück und noch mehr Spaß mit Ihrem neuen Ladeluftkühler.

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