Was tun bei Intrigen?

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Da neulich vom konstruktiven und kreativen   Umgang mit Gerüchten   die Rede war, könnte man den Faden weiterspinnen:

Was tun bei Intrigen? 

Denn oft hängen Gerüchte und Intrigen ja zusammen.  -  Oder noch besser gefragt:

Was kann man tun GEGEN Intrigen?

Hierzu suchte ich bei ebay aktuelle Buchangebote: Klick!

Nein, Romane und Krimis suchte ich eigentlich nicht, also doch besser enger fassen, da ich ein ausgezeichnetes Buch zum Thema mein eigen nenne:


                                           

Martin Thau: INTRIGEN

Heimtücke und Verschlagenheit im Alltag
Leitfaden der öffentlichen und privaten Hinterlist
Sonderdruck 1994


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stehe ich
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wirtschaftlicher oder persönlicher Beziehung,

ich bekomme also auch keine Provision...!)


Aus Schaden wird man klug

Denn ich habe zum Stichwort "Intrige" einiges an Erfahrung (sowohl aktiv als auch passiv), und da ich gern ab und an etwas verschenke, dachte ich mir, das ließe sich ja unter's Volk bringen...

Das ist natürlich zweischneidig, denn solches Wissen kann man ja konstruktiv einsetzen, ebenso jedoch auch destruktiv. Das ist jedoch bei allem so: beim Rhetoriktraining ebenso wie beim Brotmesser. Mit dem Messer kann ich meine Nahrung zubereiten, es kann jedoch auch eine tödliche (Angriffs- oder Verteidigungs-)Waffe sein.


Der Anlaß

Der Anlaß ist egal, wirklich; es kann jedem passieren, es ist ein weitverbreitetes Phänomen, das mit sozialem Kampf, psychischen Strukturen, den realen Machtverhältnissen und persönlichen Abneigungen usw. zu tun hat.

Dieses Buch von Thau hatte ich mir 1994 zugelegt, als ich einen Kollegen coachen sollte, der sich bei der Umstrukturierung seiner Firma zwischen alle Stühle gesetzt hatte. Da man ihm weder fachlich noch von seinem Verhalten her etwas "am Zeug flicken" konnte, wählte "man" (also die Urheber der Intrige) dieses probate Mittel, um ihm das Leben schwer zu machen. Ziel war, ihn zu drängen, selbst das "Handtuch zu werfen". In aller Regel mindert dies jedoch den Preis einer Abfindung.

Es ging - im konkreten Fall - also darum, gegenzuwirken, zu stabilisieren, zu gewinnen.
Und darum, das Gesicht zu wahren.


Die Analyse

Das Buch von Thau ist sehr strukturiert aufgebaut, kommt vom definitorischen und historischen Begriff der Intrige her (ja, natürlich ist hier auch Niccolò Macchiavelli zu nennen); der Autor weist zu recht darauf hin, daß in jedem von uns ein Intrigant stecke. Es kommt ihm jedoch darauf an - und das ist auch meine Position - zum einen diesen inneren Intriganten zu kontrollieren oder zu zähmen, und zum anderen eben dadurch, daß man sich in andere hineinversetzen kann, deren Intrigen zu bezwingen.

Nach dem Vorwort ( "Das offene Geheimnis: Aus der Trickkiste der Hinterlist") kommt der Autor im ersten Kapitel auf das Wesentliche:
  1. "Information als Waffe", die drei folgenden Kapitel drehen sich um 
  2. "Vollstreckung"
    • innermenschliches Potential
      • das Nutzen menschlicher Gefühle, Regungen und Neigungen beim "Opfer"
      • siehe auch "Othello"...
      • chinesisches Sprichwort: "einen Backstein für einen Jadestein hinwerfen"
    • zwischenmenschliches Potential
      • zwei meiner Gegner gegeneinanderlenken: das Märchen vom "Tapferen Schneiderlein"
      • Barschel gegen Engholm
      • die manipulative "Emser Depesche" Bismarcks, um einen Krieg auszulösen
    • Verfügte Potentiale
      • ...man läßt durch Denunziation usw. strukturelle Kräfte aktiv werden, diese Anderen (Ämter, Staatsanwälte, Gerichte, Presse) erledigen dann die "Schmutzarbeit"
    • Nicht-menschliche Potentiale
      • Fauna und Flora (Baldrian unters Schlafzimmerfenster, um rollige Katzen anzulocken, Blumentopfgeschenk mit Fliegenlarven...)
  3. "Information"
    • zutreffende Infornmation
    • Halbwahrheiten (bekanntlich am schwierigsten zu bekämpfen!)
    • Unwahrheiten
    • Nachrichtenwege (erst wenn man diese analysiert, kann man überhaupt Gegenmaßnahmen einleiten!)
  4. "Urheberschaft"
    • Der erkennbare Urheber
    • Der verborgene Urheber
    • Die Gruppe als Urheber
    • Strategische Ziele

Soweit erst einmal, was Sondierung, Sammeln von Informationen und deren Analyse angeht.

Ein Feld der psychologischen Kriegsführung, das man als strategisches Spiel anlegen muß.


Wo ist der Erkenntnisgewinn?

Das Opfer der Intrige ist nich einfach nur Opfer, es wirkt aktiv mit; dies war mein größter Erkenntnisgewinn bei der Lektüre. Denn das Opfer ist entweder in Vorleistung getreten durch eine tatsächliche "Schuld" (man denke an Michel Friedmans Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, der im Gegensatz dazu bei Christoph Daum z.B. recht schnell in Vergessenheit geriet; Friedman wurde jedoch moralisch für etwas ganz anderes bestraft, was juristisch gar nicht strafbar war - eine genial eingefädelte Intrige gegen ihn). - Oder das Opfer ist arglos, verstrickt sich durch unkontrollierte Gefühle (Othello!), ist einfältig oder ignorant, in manchen Fällen jedoch einfach nur zu anständig oder zu gutgläubig.


Der Ausweg

In den weiteren Kapiteln werden Angriff und Ursachen analysiert, nach des Autors Meinung (die ich völlig teile), ist "Vorbeugung besser als Leid", und zum Schluß skizziert Martin Thau die Abwehr.

Das hier alles auszubreiten würde hier aber natürlich zu weit führen.

Außerdem: ein bißchen Spannung soll ja noch bleiben.



Fazit:

wer "Opfer" einer Intrige wird, soll die Rolle des Opfers so schnell wie möglich verlassen.



Und das beginnt im  E I G E N E N  Kopf!



Und auch hier nicht vergessen:

Beste Grüße aus Tirol!

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